Auf Tour mit Massive Attack: Die Proben

Von in Auf Tour mit Massive Attack, Live Sound

Der folgende Beitrag ist der zweite aus der Serie Auf Tour mit Massive Attack von Robb Allan. Robb berichtet aus seiner Perspektive als FOH-Toningenieur und Mitglied des Avid Live-Sound-Teams. Übersetzung: Anke Cherrak

Ich war fast mein ganzes Leben lang als Tonmann auf Tour. In den vergangenen acht Jahren war ich dann im Avid Live-Sound-Team tätig. Avid entwickelt die unterschiedlichste Software und Hardware für die Produktion all der Musik, die wir täglich hören, und der Spielfilme und Fernsehsendungen, die wir uns anschauen. Zu den bekanntesten Avid-Produkten zählen Pro Tools und Media Composer. In den letzten vier Jahren arbeitete das Team unter Leitung meines Kumpels Al McKinna gemeinsam mit Audio-Jedi Robert Scovill an der Entwicklung einer neuen Live-Konsole mit dem poetischen Namen S3L. Seit ihrer Einführung reise ich herum, erzähle der Audio-Community von der S3L und halte zusammen mit meinem Kollegen Chris Lambrechts Praxis-Workshops ab. Und nun verbringe ich den Sommer auf Tour und mische auf der S3L den Front of House-Sound der wirklich außergewöhnlichen Band Massive Attack – auf der Konsole, an deren Entstehung ich von den ersten Zeichnungen auf Papier bis zur Präsentation des fertigen Produkts (der Arbeit eines Genies übrigens! Ja, es kann sein, dass ich ein bisschen parteiisch bin …) beteiligt war. Zur Vorbereitung der Tour verbringen wir zunächst drei Tage im Massive Attack-Studio, um an Arrangements und Ideen zu feilen, danach folgen fünf Tage in der Bristol O2 Academy, wo ich die Show programmiere. Anschließend schicken wir das gesamte Equipment ins bulgarische Sofia, wo wir vor Ort noch einen Tag für die letzten Feinheiten haben, bevor es dort mit dem ersten Konzert losgeht. Mit Massive war ich seit acht Jahren nicht mehr auf Tour, und ich freue mich sehr, die Bandmitglieder wiederzusehen und mit ihnen wieder unterwegs zu sein. Ein bisschen fühle ich mich wie ein Kind, das auf Weihnachten wartet.

Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

Im Studio

Es geht also ins Massive-Studio, das sich (wie sie sagen) an einem geheimen Ort irgendwo in Bristol in einem Industriegebiet befindet. Es ist ein wirklich cooles Studio, mit Artwork von 3D und anderen Künstlern, von Original-Sex-Pistols-Postern über Kunstwerke, die sich als Massive Attack-Album-Cover wiederfinden, bis hin zu einem Original-Cyberman aus dem Film Doctor Who – den Sie übrigens auf einem der Fotos zu diesem Artikel bewundern können. An diesem Ort voller Inspirationen ist die Band drei Wochen lang in Klausur gegangen, um sich vorzubereiten. Die Schlagzeuge der beiden Drummer, Julian und Damon, und die Anlagen von Bassist Winston und Gitarrist Angelo sind im Live-Raum aufgebaut, in der Regie die Keyboards und alles, was für Gesang und Playback gebraucht wird. Monitor-Engineer Paul Hatt und die Backline-Crew befinden sich im Flur. Meine S3L steht oben zwischen dem Esstisch, an dem wir auch die Mahlzeiten einnehmen, und dem Kickertisch.

Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

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Zum Glück ist die S3L kompakt genug – hätte ich noch mit meinem alten, analogen Pult gearbeitet, wären wir wohl alle hungrig nach Hause gegangen und hätten den Kampf um die Kicker-Studiomeisterschaft absagen müssen.

Die Mikrofonierung war eher sparsam, da der Fokus auf den Arrangements lag. Ich bereitete mein Show-File vor und nutzte Pauls Monitor-Mix, um mich mit den neuen Songs und Arrangements vertraut zu machen. Das machte Spaß, aber es kribbelte mir auch in den Fingern, endlich in die ‚Academy‘ zu gehen und mit der eigentlichen Arbeit zu beginnen. Am Sonntagabend ganz spät packten wir alles ein und fuhren einmal quer durch die Stadt.

Bristol O2 Academy

Wir beschlossen, die komplette Backline auf dem Boden der Halle aufzubauen, da auf der Bühne nicht genug Platz war. Dann verteilten wir die Mikrofone, eine recht unkomplizierte Auswahl (für alle, die mehr wissen wollen, habe ich eine Kanal- und Mikrofonliste zusammengestellt).

Die Highlights waren für mich ein altes Altec 633A für Damons Snare-Top und das neue AKG D12VR für die Kickdrum.

Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

Im Rahmen der Tour würden wir im Sommer auf zahlreichen Open-Air-Festivals auftreten, von Island bis in den Libanon, daher wollte ich die Mikrofonierung des Kits in Zonen einteilen und mit Underheads statt der traditionellen Overheads abnehmen, um Windgeräusche nach Möglichkeit zu vermeiden und die einzelnen Drumbeats sauber und präzise ins Pult zu bekommen.

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Für die Toms setzten wir Sure Beta 98 AMPs ein, und für die Becken, Hi-Hats, Percussion usw. eine Kombination aus AKG C414B XLs und Sure SM81. Für einige esoterische Plug-Ins in bestimmten Becken- und Percussion-Kanälen bei manchen Songs (mehr dazu später) musste ich den Ton außerdem sehr nah abnehmen.

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Ganz verrückt war, dass die riesige Video- und Lichtanlage in einer anderen Stadt vorbereitet und programmiert wurde. Die Arbeiten konnten wir über einen Video-Link verfolgen, während wir mit unseren Sachen beschäftigt waren. Ton und visuelle Elemente würden sowieso erst in Sofia zusammenkommen! Für die Sommer-Konzerte in Europa waren zwei verschiedene Licht/Video-Setups geplant, zwischen denen wir wechseln wollten – mit ein paar Extra-Überraschungen für unsere Show als Headliner in Glastonbury.

Die FOH-Anlage

Am FOH-Platz habe ich also meine S3L in einem coolen AdLib-Audio-Flightcase, einen Keyboardständer, auf dem die Konsole steht (LOL, in grauer Vorzeit brauchten wir zehn Leute und viel Beten, um das Pult überhaupt an Ort und Stelle zu befördern), dann mein MacBook Pro für die Aufnahme und Wiedergabe mit Pro Tools, ein Rosendahl Mif4 für die Konvertierung des LTC in MTC, ein Roland UM ONE USB-MIDI-Interface und meine Focal CMS 50. Die Focals sind Top-Monitore und stammen aus meinen Studio. Auf Tour nutze ich sie für Virtuelle Soundchecks und andere Audioarbeiten. Damit kann ich den ganzen Tag abhören, ohne müde zu werden. Ich liebe die angenehme, detaillierte und feine Höhenwiedergabe und die linearen, ehrlichen Bässe. Mein absoluter Favorit im Bereich Nahfeldmonitore.

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Timecode

Die gesamte Show läuft mit Timecode, der in der Playback-Maschine generiert wird. Die Pro Tools-Stems, hauptsächlich Toneffekte und Keyboard-Tracks, werden mit Click in die entsprechenden Tracks importiert und auf den Code abgestimmt. Anschließend wird das Ganze an die Audio-, Video- und Lichttechnik verteilt.

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Das funktioniert so: Der LTC wird über mein AVB-Multi auf einen Eingangskanal geroutet, dann geht ein Direktsignal in mein Rosendahl, wo der Code in MTC konvertiert wird, und anschließend bekomme ich das MTC-Signal über MIDI aus dem Roland, um die Show-Snapshots zu triggern. Das Beste an dieser Konfiguration ist, dass ich den LTC beim Virtuellen Soundcheck in einem Pro Tools-Track aufzeichnen kann, wenn die Band auf der Bühne ist, und ihn bei der Wiedergabe genau da habe, wo ich ihn brauche – aus Pro Tools ins Rosendahl-Interface etc. So kann ich alles ganz präzise programmieren.

Manchmal sind es bei sehr komplizierten Einsätzen an ganz speziellen Stellen eines Songs einfach viel zu viele Wechsel, um den Ablauf manuell zu steuern. Also widme ich mich solchen Dingen bei der Vorbereitung meiner Virtuellen Soundcheck-Files, um den exakten Frame zu finden, bei dem mein Snapshot aufgerufen werden soll, speichere alles und kann immer sicher sein, dass das Timing perfekt ist – einfach sensationell, und fast schon ein bisschen Sci-fi! Früher habe ich dafür Karteikarten mit schriftlichen Hinweisen verwendet. Das Problem mit solchen Gedächtnisstützen besteht jedoch darin, überhaupt erst daran zu denken, sie mitzunehmen. Diverse Male habe ich sie im Bus oder beim Catering vergessen, oder im Hotelzimmer … Außerdem haben wir separate Playback-Tracks speziell für die Monitore, zum Beispiel Count-In-Cues (meist 1,2,1,2,3,4) für die In-Ears und manchmal, wenn der Sound eines Stücks dichter ist, auch einige Töne oder Akkorde, damit die Sänger direkt die richtige Tonhöhe finden.

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Virtual Soundcheck Rules!!!

Das war der beste Teil unserer vier Tage in der Academy. Wir verbrachten unglaublich lange damit, alles so vorzubereiten, dass die Show nur perfekt werden konnte, probten die Songs mit der Band und feilten an den In-Ear-Mischungen. Paul musste unendlich viele Cues schreiben, aber die Tatsache, dass wir den Timecode zum Triggern hatten, machte seinen Job ein bisschen weniger unmöglich, wenigstens ein bisschen … Auf der Bühne herrscht weitestgehend Ruhe, keine Lautsprecher, IEMs oder virtuelle Amps. Das einzige, was man hört, sind die akustischen Drums und das Klacken der Sticks auf den elektrischen Drum-Pads. Das ist beim Virtuellen Soundcheck sehr hilfreich, denn man muss sich um die Geräuschkulisse auf der Bühne keine Gedanken machen, vor allem in großen Stadien und bei Open-Air-Auftritten. Ich ließ Pro Tools den ganzen Tag laufen, und die längste Session dauerte zehn Stunden!! Es ist unglaublich, dass man mit einem MacBook Air und einer normalen USB3-Platte 64 Pro Tools-Spuren über ein einziges Ethernet-Kabel aufzeichnen und (buchstäblich) Tag und Nacht durchlaufen lassen kann. Fantastisch ist auch, dass man sofort die Option „Create session from VENUE“ angeboten bekommt, wenn man in Pro Tools eine neue Session aufruft. Pro Tools erkennt automatisch, dass ein VENUE-System angeschlossen ist, und erzeugt auf Basis der via AVB-Netzwerk übertragenen Metadaten eine Spur für jeden belegten Eingangskanal am Pult. Dabei werden passend zu den Mono- und Stereokanälen Mono- bzw. Stereo-Tracks erstellt. Aber das ist noch nicht alles: Es werden sogar VENUE-Showfile-Namen als PT-Session-Namen und die Bezeichnungen aller Eingangskanäle am Pult als Track-Namen in PT übernommen. Und all dies geschieht schneller als ich das Ganze hier beschreiben kann. Das ist wirklich Audio-Alchemie, und es spart unendlich viel Zeit und Mühe. Ich beginne einfach mit einem Snapshot pro Song und baue darauf auf.

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Snapshots und Plug-ins

Wie bereits erwähnt, gibt es in manchen Songs diverse Cues, die sehr präzise kommen müssen. Das manuell zu steuern, ist einfach nicht möglich. Also erzeuge ich für den jeweiligen Cue einen Snapshot und programmiere den Snapshot so, dass er auf den MTC reagiert, und zwar exakt beim gewünschten Frame. Sobald ich im Aufnahmemodus einen Snapshot aufrufe, wird ein Marker in der Pro Tools-Timeline gesetzt. Im Wiedergabemodus springt Pro Tools beim Recall des Snapshots genau an den gewünschten Punkt. So ist das Aufzeichnen und Bearbeiten einer Show ganz einfach.

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Selektiver Recall ist bei VENUE der Standard-Workflow für Snapshots. So konnte ich meine Mischungen peu à peu aufbauen und hatte immer die Sicherheit, dass sich später noch Elemente hinzufügen lassen. Ich begann mit Fadern und Mutes, dann kamen Plug-In-Einstellungen und Änderungen an den Playback-Track-Namen. Danach fügte ich (mit Snapshot Recall Safe) ein paar kreative Dynamikwechsel ein, wie einen Kompressor in einem Kanal, und zum Schluss folgten ein paar ganz spezielle Plug-In-Cues. Dem Rimshot bei ‚Tear drop‘ beispielsweise habe ich mit SansAmp das gewisse Etwas verliehen. Anschließend schickte ich das Signal durch ein kurzes Plate-Reverb mit 125 ms Pre-delay. An einigen Stellen nutze ich für die Ride-Becken auch den Moogerfooger-Phaser. Die allgemeineren Wechsel, wie EQ oder Plug-Ins, die eine gewisse Konstante aufweisen, speichere ich als Teil meines Show-Files. So kann ich bei meinen Snapshots sehr strategisch und fast schon chirurgisch präzise vorgehen.

Während der Band-Proben zeichnete ich alles in Pro Tools auf. Wir haben unzählige Male gestoppt und neu angefangen, bis alle mit ihren Bühnenmischungen zufrieden und die Arrangements wirklich gut waren. Irgendwann hatte ich dann den kompletten Song aufgezeichnet, und wenn die anderen eine Pause machten oder nach Hause gingen, konnte ich darauf meinen Mix aufbauen. Robert – alias ‚3D‘ – setzte sich gerne neben mich, wenn ich arbeitete, und er hat ein ganz fantastisches Gehör. Auch die anderen Band-Mitglieder saßen immer mal wieder drumherum und brachten ihre Ideen ein. Wir konnten sehr abstrakt und philosophisch werden, wenn es um den Sound ging, den wir im Kopf hatten. Bei einem der Songs sollten Hi-Hat und Snare unbedingt „wie eine Serge Gainsburg-Aufnahme‘ klingen (ich musste erst ein Album über iTunes kaufen, weil ich keine Vorstellung davon hatte!!). Ein anderes Mal sprachen 3D und ich über Dynamik. Massive-Songs können heftige Sound-Gebirge aufbauen, die wie ein Tsunami über einen hereinbrechen, und dann wieder glöckchenhaft klein werden (Hall mit Reverse-Delay, bei einem Song). Es war spät und ich schimpfte: „Mann, ohne Stille gibt es auch kein ‚laut‘ – die Wahrheit liegt im Kontrast. Ohne Stille ist ‚laut‘ nicht laut, sondern einfach nur Ambient.“ Mark, der Band-Manager, meinte, dass ich mich anhöre, wie einer der Typen von Spinal Tap. Zeit fürs Bett! Im Laufe der Zeit entstand auf diese Weise eine sehr detaillierte Audioproduktion, fast wie bei einem Studioalbum. Wir variierten die Drum-Sounds und Reverbs bei jedem Song. Wir brachten Dynamik in die Stücke und versuchten, das ganze Set wie ein Meer mit Ebbe und Flut zu gestalten, so dass die Musik zwischen Höhepunkten und fast komplett stillen Passagen variiert und die Show zu einem Gesamtkunstwerk wird. Die Songs müssen miteinander harmonieren, und zugleich muss jeder einzelne einen in sich schlüssigen musikalischen Stil und Inhalt haben – und Teil des großen Ganzen sein, der gesamten zweistündigen Performance. Die Möglichkeiten, die Avids Virtuelle Soundcheck-Option hier bietet, sind einfach unglaublich. Ich liebe es, mit den Künstlern zusammenzusitzen und die Kreativität und Verantwortung für die Präsentation des Tons zu teilen. Außerdem fühlen sich die Musiker so viel wohler, wenn sie wissen, dass der Sound, den das Publikum zu hören bekommt, von ihnen gemeinsam mit dem FOH-Toningenieur geschaffen wurde und sie ihr OK gegeben haben. Früher mussten sich Musiker in Sound-Fragen allein auf das Feedback ihrer Mütter oder Freundinnen verlassen (oder das des A&R-Manns, der gerade an der Bar stand).

Roadie-Regel Nr. 2: Hört der Band zu. Es ist ihre Musik. Euer Job ist es, dafür zu sorgen, dass jeder daran Freude hat.

Sofia – der Tag vor dem Konzert

Nun geht es also zum Auftrittsort, einer Eishockey-Arena, die noch aus Sowjet-Zeiten stammt, komplett aus Beton, mit Glas, glänzenden Sitzen und einem mächtigen Wellblechdach – im Grunde die größte Hallplatte der Welt. Das erste, was uns an der Eingangstür begrüßte, war ein Schild mit dem Hinweis, dass die Mitnahme von Waffen verboten ist. OK, gut zu hören. Den Hall für eine Kickdrum stellte ich später auf elf Sekunden ein. Eine Stunde nach Aufbaubeginn war erst mal die Hölle los, als eine Ratte mit der Größe einer ausgewachsenen Katze (wirklich unfassbar groß) aus dem offenen Kanal kam, unter der Bühnenrampe durch rannte, dem Multicore bis zum FOH-Platz folgte und dann wieder in einem anderen offenen Abwasserrohr verschwand.

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Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

Die Haupt-PA-Arrays waren aus der d&b V-Series, mit V-SUBs – damit hatte ich zum ersten Mal zu tun. Es sind passive Boxen, aus denen man mit sehr wenigen Verstärkern sehr viel Sound herausholen kann. Effizente Technik ‚Made in Germany‘. Die PA klang selbst in dieser Halle großartig. Leider gab es in Bulgarien nicht genug von diesen Boxen, um die komplette Arena zu beschallen, die insgesamt 20.000 Zuschauer fasste oder so. Die Verleihfirma hatte allerdings noch einige alte, selbstgebaute Subs (hmm, mehr sage ich jetzt besser nicht dazu) und einige Nexo GEO S8, die wir als geflogene Outfills einsetzten. Außerdem standen einige Nexo-Infills und weitere Eigenbau-Boxen als äußere Infills zur Verfügung – eine bunte Mischung. Nach einer Weile hatten wir alles so hingebogen, dass der Ton gleichzeitig aus den Boxen kam! Es kam mir vor wie bei den Vereinten Nationen der Lautsprecher. Und ich gab die Audioversion von „Order, order!“, des Ordnungsrufs im britischen Parlament, wenn es richtig heiß hergeht. Leider musste ich mir die Feinheiten im Mix für eine gnädigere Halle aufheben. Hier ging es erst mal darum, einen guten Grundsound hinzubekommen. Irgendwann fragte mich Bassist Winston, ob er die Hallzeit für sein Bass-Effekt-Rack korrekt eingestellt habe oder ob er noch etwas draufgeben solle … Die druckfähige Version meiner Antwort lautete, dass es – danke für das Angebot – in der Arena bei den tieferen Frequenzen wahrscheinlich schon genug Hall gratis gäbe. Damit war die Sache erledigt, und wir schlossen die Vorbereitungen ab. Jetzt konnte es mit der Show losgehen!

Music: On Tour with Massive Attack—Production Rehearsals

As a live sound engineer, I have been lucky enough to work with some amazing artists including Coldplay, Massive Attack, Manic Street Preachers, Natalie Imbruglia, Richard Ashcroft and Lisa Stansfield. I have also mixed broadcast sound on David Letterman, Saturday Night Live, Jay Leno, the Brit Awards, the MTV Music Awards and the 2010 World Cup Kickoff Concert.