Auf Tour mit Massive Attack: The Show Must Go On

Von in Auf Tour mit Massive Attack, Live Sound

Der folgende Beitrag ist der dritte aus der Serie Auf Tour mit Massive Attack von Robb Allan. Robb berichtet aus seiner Perspektive als FOH-Toningenieur und Mitglied des Avid Live-Sound-Teams. Übersetzung: Anke Cherrak

Sofia

Wenn Sie schon mal ein bisschen in meine anderen Berichte über diese Tour geschaut haben, kennen Sie die Story bis dahin. Für alle, die noch nicht wissen, worum es geht: Ich bin auf Tour mit meiner Lieblingsband, Massive Attack, und mische die Konzerte auf meiner Lieblingskonsole, der Avid S3L. Es macht richtig Spaß. Die Proben für diese Produktion fanden zu allen möglichen Zeiten statt, aber nun waren wir bereit für die ersten Shows. Den ersten Auftritt hatten wir in Sofia, Bulgarien.

Music: On Tour with Massive Attack—The Show Must Go On

Stellen Sie sich eine riesige Keksdose aus Blech vor, drehen sie um, das Ganze eingebettet in reichlich Beton – und schon haben Sie eine ungefähre Vorstellung von der Akustik in der Eishockey-Arena, in der wir auftraten. Doch wie immer im Rock ‘n’ Roll interessierte das niemanden wirklich. Das Wichtigste ist die Performance und die Energie, die rüberkommt. Die besten Konzerte sind die, bei denen Band, Crew und Publikum zu einer Einheit zusammenfinden und für die Dauer des Auftritts eine Gemeinschaft bilden, die nur ein Ziel hat: sich in der Musik zu verlieren.

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Es ist meine erste Massive-Show in den letzten acht Jahren. Ich bin ein bisschen nervös, und als das Konzert mit „Battlebox” startet, habe ich eine Gänsehaut, und die 20.000 Zuschauer jubeln vor Begeisterung. Am Anfang kann ich nicht einmal die Band hören, so laut ist das Publikum in dem komplett ausverkauften Blechschuppen aus der Stalin-Ära. Die Versuchung, einfach alle Fader hochzuziehen, ist enorm, aber ich schaffe es, ihr zu widerstehen. Wenn ich jetzt schon alle Möglichkeiten ausspiele, habe ich später keine Luft mehr, wenn es das Set erfordert. Mein Plan ist, dass ich zum ersten Mal bei „Angel“ richtig aufdrehe, dann noch mal bei „Unfinished Symphony“ und das Level anschließend bis zum Ende der Zugabe halte. „Angel“ ist immer mein Highlight, ich darf also nicht schon vorher mein ganzes Tontechniker-Pulver verschießen. Außerdem bin ich sicher, dass die Zuschauer diesen Lärmpegel nicht lange durchhalten werden. Im Laufe des Abends werde ich aber eines Besseren belehrt, und ich staune über den Enthusiasmus der Leute.

Music: On Tour with Massive Attack—The Show Must Go On

Während der ersten Takte checke ich alles noch mal: Der Timecode läuft und triggert die Snapshots, die 64 Kanäle der Pro Tools-Session werden über das Cat5e-Kabel problemlos übertragen und aufgenommen, und parallel lasse ich zu Referenzzwecken noch eine 2-Spur-Aufzeichnung mit 48k/24 Bit direkt auf einen USB-Stick laufen, bei der die Snapshots das Editing übernehmen und die Songtitel automatisch den einzelnen WAV-Files zugeordnet werden. Alles funktioniert bestens, ohne Katastrophen. Mein Freund Radu ist zusammen mit dem Sänger von Sensor aus Rumänien hergeflogen, und beide hängen bei mir am FOH-Platz rum. Unsere Blicke treffen sich, und er lächelt: Daumen hoch!

Als Martina mit ihrem ersten Gesangspart einsetzt, schaue ich zum EQ auf dem L/R-Bus. Die S3L besitzt in jedem Ausgang sowohl einen grafischen als auch einen parametrischen Equalizer. Einige Frequenzen hatte ich mit dem GEQ mehr als sonst abgesenkt, um die renitente Akustik der Halle während des Soundchecks in den Griff zu bekommen. Nun hebe ich manche nach und nach wieder an, während ich herauszubekommen versuche, welchen akustischen Unterschied 20.000 schreiende Bulgaren in dieser Umgebung ausmachen. Natürlich dämpfen sie den Sound, einfach durch ihre Anwesenheit, und auch Temperatur und Feuchtigkeit steigen durch die tanzende, jubelnde und singende Menschenmenge massiv an. Ich verändere einige der – wie ich sie nenne – „Telefonfrequenzen“ (600 bis 3.000 Hz), die für Gesang und Sprachverständlichkeit ausschlaggebend sind. Außerdem verleihe ich dem Bass wieder ein wenig Nachdruck im Bereich zwischen 100 und 200 Hz. In der leeren Halle hatte der Bass einen heftig wummernden Sound, nun aber kann ich wieder ein bisschen draufgeben. Der GEQ ist fast linear eingestellt, und das ist eigentlich immer mein Ziel. Ich erinnere mich, dass ich am Laufe des Tages zu Benny (unserem Production Manager) gesagt hatte, dass fast alle Kanäle linear eingestellt seien und der System-EQ idealerweise ebenfalls einen linearen Verlauf aufweisen solle. Daraufhin schlug er vor, dass wir ja mein Honorar kürzen könnten, da ich augenscheinlich nicht viel zu tun hätte!!! Ja, genau. Ich erklärte ihm, dass die Sounds an sich schon großartig seien, die Mikros auch und optimal angeordnet, und die S3L-Preamps einfach fantastisch – und dass es manchmal die klügste Entscheidung sei, schlicht nichts zu tun, sofern man Vertrauen in das eigene Gehör und das Equipment hat.

Roadie-Regel Nr.3: Halte dich aus der Signalkette raus, außer Du hast wirklich gute Gründe, einzugreifen. Oder: Wenn Du es lauter willst, zieh einfach die Fader nicht runter!

Die Veranstaltung lief gut, und ich genoss einfach die Musik und die Begeisterung der Zuschauer. Im weiteren Verlauf nahm ich die eine oder andere kleinere Änderung an den Snapshots der einzelnen Songs vor und speicherte alles, so dass ich während der ersten paar Konzerte und Soundchecks den Ton noch ein bisschen verfeinern und unsere Arbeit, die wir bereits bei den letzten Proben geleistet hatten, perfektionieren konnte. Bei „Angel“ hatte Mr. Horace Andy, der letzte aus der großen Zeit der Studio One-Reggae-Sänger, seinen unnachahmlichen Auftritt. Der Mann ist einfach zeitlos und strahlt eine solche Freude aus, dass man es in jeder Silbe, die er singt, spüren kann. „Love ya, love ya, love ya“ lasse ich die Phrase weiterlaufen, mit einem Delay, das sich von links nach rechts durch den Mix bewegt. Dann setzen die Drums und Gitarren ein. Die PA ist auf Anschlag, und die Zuschauer toben. In solchen Augenblicken weiß ich, dass ich den besten Job der Welt habe.

Licht und Video

Bei jedem Konzert arbeitet die Band mit einem lokalen Journalisten und Übersetzer, der für die Agit-Prop-Messages auf den Videoleinwänden mit ihren ausgefeilten Szenerien sorgt. Ich weiß zwar nicht, welche Texte bei „Future Proof“ eingeblendet wurden (mein Bulgarisch ist ein bisschen eingerostet), doch die Zuschauer gingen so ab, dass das Blechdach über der Arena beinahe abhob. Diese Messages sind nie gleich und ändern sich mit jedem Veranstaltungsort und Land, speziell auf die jeweilige Kultur, die politische Lage und die Umgebung abgestimmt. Faszinierend an Massive Attack-Auftritten ist auch, dass das Licht immer von hinten kommt, die Musiker fast im Dunkeln bleiben. Im Mittelpunkt stehen Sound und visuelle Konzepte. Wie eine riesige Kunst-Installation, begleitet von einer Band, die richtig abrockt. Selbstdarstellung ist für diese Leute überhaupt kein Thema. Erst ganz am Schluss, nach der allerletzten Zugabe, werden sie von vorne angestrahlt, und dann können wir alle neun Musiker sehen, wie sie uns zum Abschied winken und einander umarmen.

Music: On Tour with Massive Attack—The Show Must Go On

Istanbul

Als nächstes stand Istanbul auf dem Plan. Wir waren in einem Park mitten in der Stadt. Die PA bestand aus einigen geflogenen K1-Arrays, die optimal positioniert und aufeinander abgestimmt waren. Am Veranstaltungstag war ich ganz früh da, um mein Pult und das Pro Tools-Rig einzurichten und am Virtuellen Soundcheck zu arbeiten. Ich setzte alle Ausgangsprozessoren zurück, drückte auf Play, und rief dann einen Snapshot auf. Pro Tools sprang an den richtigen Punkt der Show-Datei vom Sofia-Konzert, und schon war alles wieder da – und klang ziemlich genau so, wie ich es haben wollte. Wir zogen den Pegel der Subs im Prozessor ein wenig hoch, und nach nur wenigen Songs war ich so gut wie fertig. Es fehlte nur noch ein bisschen Hall, da es diesmal Open-Air war und wir nur wenige Reflexionen hatten. Das war meine Chance, mein Lieblings-Reverb von Sonnox ins Spiel zu bringen. Vor allem die Möglichkeit, zwischen Early Reflections und Hall zu überblenden, mag ich sehr, denn das eröffnet einige interessante Optionen. Vor ein paar Jahren hatte ich eine ziemlich traditionelle Rock ‘n’ Roll-Platte von den „Black Bombers“ gemischt und für alle Retro-Effekte auf den Instrumenten ausschließlich dieses Plug-In eingesetzt. Außerdem nutzte ich Sonnox Transmod, um den Wellenformen der Drum-Gruppe bei einigen Parts den letzten Schliff zu verleihen, und Sonnox Dynamic als parallelen Kompressor auf beiden Drum-Kits.

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Und dann passierte etwas Cooles: Ishmael Akkaya von den berühmten Akkaya-Brüdern, die für den Mix des türkischen Rappers Ceza verantwortlich zeichnen, tauchte mit seiner S3L am FOH-Platz auf, und sie hatten sogar noch eine weitere S3L für den Monitormix der Band dabei. Das war eine richtig gute ‚Session‘, obwohl keiner die Sprache des anderen verstand. Wir verglichen unsere Plug-Ins, die Daumen gingen immer wieder hoch, und wir strahlten uns an. Seine Show klang fantastisch, und ich freute mich sehr für ihn. Der Sound war crisp und offen und bot reichlich fette Bässe, und die Stimme des Rappers kam unglaublich klar rüber. Er feuerte wahre Maschinengewehrsalven auf Türkisch ab, und obwohl ich nichts davon verstand, hat mir der Auftritt sehr gut gefallen.

Retter in der Not: Show-File-Kompatibilität

Ich habe niemals irgendjemandem Tonprobleme gewünscht, und ich bin alles andere als ein schadenfroher Mensch. Ein Erlebnis allerdings, beim Auftritt einer der anderen Bands, die ein Pult eines anderen Herstellers einsetzten, zeigte mir, wie wichtig Show-File-Portabilität ist. Bei Avid-Konsolen ist es so, dass jede auf einem USB-Stick gespeicherte Show-Datei – ungeachtet des Konsolentyps oder der Software-Version, mit der sie erstellt wurde – sofort mit jeder anderen Avid-Konsole genutzt werden kann. Ohne Wenn und Aber. An diesem Abend war ich dabei, als ein armer FOH-Kollege seine Show einfach nicht laden konnte. Nichts ging mehr. Und es war dieselbe Marke, dasselbe Konsolenmodell, nur eine andere Nummer. Er versuchte stundenlang, das Pult in Gang zu bringen, bis kurz vor dem Auftritt, und dann gab er auf. Der Band-Sound wurde letztlich auf dem Monitorpult gemischt und als Stereosumme an das FOH-PA-System ausgegeben. Autsch, autsch, autsch! Ich litt mit ihm, als er fluchend und Kette rauchend alles versuchte.

Als wir dran waren, war ich mit der PA sehr zufrieden. Ich schaffte es zwar nicht, den Bässen den gleichen Punch zu verleihen, wie es beim früheren L-Acoustics V-DOSC-System möglich war, aber das K1 ist wirklich gut. Der Massive Attack-Sound ist extrem basslastig, aber so ein ‚Pfund‘ muss auch sehr präzise kommen. Die K1-PA half mir auf jeden Fall, mich dem Sound anzunähern, den ich mir vorstellte. Als „Future Proof“ anfing und die Phrasen und Slogans in türkischer Sprache auf den Leinwänden aufblitzten, begannen die Zuschauer enthusiastisch zu singen und reckten ihre Fäuste in die Luft. Später erfuhr ich, dass es um den bedrohten Park in der Istanbuler Innenstadt ging (als bräuchte die Welt noch ein Einkaufszentrum!). Die Leute sangen noch, als der Song schon längst zu Ende war. Die Atmosphäre war so energiegeladen – als müsse jeden Augenblick eine Revolution ausbrechen.

Barcelona

Die nächste Station war meine Heimatstadt Barcelona mit dem unglaublichen Sonar-Festival. Die Veranstaltung erstreckt sich über mehrere Locations in der ganzen Stadt, Tag und Nacht, und ist eins der größten Dance- und Electronic-Festivals der Welt. Auch hier gab es wieder ein K1-System, diesmal allerdings ein richtig großes. Die Leute von Twin Cam Audio hatten unglaublich gute Arbeit geleistet, und der PA-Sound war wirklich mächtig. Auch meine beiden Söhne kamen zur Show, und es gefiel ihnen sehr gut. Mein Jüngster, Ajani, war noch nie dabei, wenn ich ein Konzert mischte, denn schon seit seinem vierten Lebensjahr war ich nicht mehr Vollzeit auf Tour. Es war so schön, ihn die ganze Zeit neben mir am Pult sitzen zu sehen. Meine Frau Lourdes befand sich mitten in der Menschenmenge und tanzte mit ihren Freunden, bis sie nicht mehr konnte. Massive Attack ist auch ihre Lieblingsband (wir sind einfach füreinander geschaffen), und sie sagt immer, diese Musik gehe direkt in ihre Seele und es sei unmöglich, etwas anderes zu tun als zu tanzen. Mein ältester Sohn, Ibai, war ebenfalls da, zusammen mit seinen Hipster-Kumpels. Sie blieben die ganze Nacht. Erst am Morgen des nächsten Tages war das Festival zu Ende. Seine ‚Gang‘ war begeistert, als sie Backstage-Pässe bekamen – nicht, weil sie unbedingt die Stars sehen wollten, sondern um sich an der kostenlosen Bar bedienen zu können! Einer von ihnen musste später mit dem Krankenwagen nach Hause gebracht werden, weil er sich eine Schulter ausgerenkt hatte. Er schwor, dass sich der Unfall beim Tanzen ereignet und nichts mit den kostenlosen Getränken zu tun hatte!

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Das Konzert war unglaublich – 30.000 Massive Attack-Fans hatten sich eingefunden, um zu tanzen und das Leben zu genießen. Spanier sind bei solchen Dingen immer superenthusiastisch. Sie versuchen nicht, besonders ‚cool‘ zu sein, sie wollen einfach eine PARTY feiern. Wir übernahmen die Bühne unmittelbar nach einem bekannten DJ, der das System ohrenbetäubend laut eingestellt hatte. Es war so laut, dass ich beim Linecheck kaum etwas hörte, sogar mit meinen komplett geschlossenen Kopfhörern, die ich auf ’11‘ hochgedreht hatte. Und uns blieben kaum drei Minuten, unsere Ohren wieder frei zu kriegen, bevor die Band auf die Bühne kam. Wir fuhren ‚A‘-Visuals, Laser und all so etwas auf. Die Show lief genau so, wir wir es alle erhofft hatten. Der Band-Manager meinte, so gut sei der Sound seit Jahren nicht gewesen. Ich nahm das als Kompliment für die geniale S3L-Konsole und die Monster-K1-Anlage, die die Noise Boys zusammengestellt hatten.

Ich hätte nicht glücklicher sein können – meine Familie war hier, und ich mischte die (meiner Ansicht nach) beste Band der Welt auf einer S3L über ein System, das wirklich jedes Detail und die feinsten klanglichen Eingriffe übertrug. Der Abbau nach der Show war zwar eine kleine Herausforderung, da wieder irgendein irrsinnig lauter DJ auflegte, der es darauf abgesehen zu haben schien, uns das Gehirn durch die Ohren aus dem Schädel zu blasen – dieser Sound war waffenscheinpflichtig! Rudimental luden gerade ihr Equipment aus, als wir abbauten. Unsere Ausrüstung mussten wir auch noch auf einen anderen LKW umladen, da ein Teil bereits mit einer 737-Chartermaschine nach Reykjavik geflogen werden sollte. All dies erledigten wir in Zeichensprache, mitten in der lautesten Disco der Welt. Unfassbar, aber wir haben es geschafft und alles auf den Weg in dieses eigenartige, magische Island im hohen Norden gebracht.

Island

Alles, was ich dazu sagen kann: Wenn sich Ihnen jemals die Gelegenheit bietet, Island zu besuchen – ergreifen Sie die Chance! Es ist wunderschön. Die Landschaft ist faszinierend, wild und fast surreal und bietet unzählige dramatische Ausblicke. Wir spielten auf einem kleineren Festival in der Hauptstadt Reykjavik, über eine Meyer Milo-Anlage. Mit diesen Systemen hatte ich schon länger nicht mehr gearbeitet. Der Klang war sehr gut für die Musik, aber natürlich hatte die PA nicht die Power und die brutale, animalische Präsenz wie die in Barcelona. Trotzdem hatte ich viel Spaß und die Show lief sehr gut. Die Tatsache allerdings, dass es zu der Zeit in Island niemals dunkel wurde, war eine ganz eigene Erfahrung. Es wurde wirklich nie dunkel, nicht einmal ein bisschen. Die Sonne senkt sich zwar ein wenig in Richtung Horizont, geht allerdings direkt wieder auf.

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Music: On Tour with Massive Attack—The Show Must Go On

Unser Set war um ein Uhr nachts zu Ende, aber es hätte genau so gut ein Uhr mittags sein können. Man sah keinen Unterschied! Die S3L erregte eine ganze Menge Aufmerksamkeit, und die Crew-Mitglieder vor Ort fragten mich aus und staunten, als sie hörten, wie viel Power in einem so kleinen und eleganten Ding steckte.

Ein Tag Pause

Am nächsten Tag zeigte uns unser Fahrer, der Love genannt wurde (ja, wirklich!), einige atemberaubende Orte auf seiner eindrucksvollen Heimatinsel. Ein riesiger Wasserfall, Geysiere, Gletscher, Wildpferde … und am Ende ging es zum Baden in eine natürliche Heißwasserquelle, die gurgelnd einfach irgendwo aus einem Hügel kam. Wundervoll. Ich habe ein paar Fotos von diesem Ausflug in den Artikel eingefügt, für alle, denen so etwas genau so gut gefällt wie mir. Ich muss gestehen, dass das einer der besten freien Tage war, die ich jemals erlebt habe – obwohl es auch schon früher ein paar schöne gab.

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Music: On Tour with Massive Attack—The Show Must Go On

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Ich erinnerte mich an andere beeindruckende Erlebnisse auf Tour. Einmal waren wir beim Karneval in Brasilien, den wir von einer glamourösen Privatterrasse aus miterlebten, versorgt mit unfassbar exklusivem Essen und Getränken (wir hatten ein paar Popstars im Schlepptau). Wir blieben die ganze Nacht dort und sahen den Tänzern auf den riesigen Mottowagen zu, wie sie sich in ihren wunderschönen Kostümen zu den Samba-Beats bewegten. An einem anderen freien Tag konnten wir die Sonne beobachten, die ganz oben hinter der Sonnenpyramide im mexikanischen Teotihuacán aufging.

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Die Band, mit der ich damals unterwegs war, hatte einen Shamanen engagiert und eine Ausnahmegenehmigung für den Besuch erhalten, bevor die anderen Leute auf das Gelände gelassen wurden. Wir kamen um Mitternacht an und erkletterten diese enorme Pyramide, um eine spirituelle Erfahrung zu machen, die das Leben verändern sollte. Ich fühlte die ‚Vibes‘ oder was auch immer zwar nicht wirklich, und ich erinnere mich noch, dass sich die Crew zurückhalten musste, nicht zu kichern, als unser Führer, der Shamane, chantete und seine Shamanen-Sachen machte. Aber es war ein wunderschöner Ausblick von dort oben, während wir die Sonne aufgehen sahen.

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Ein paar Episoden mit den Manics fallen mir auch noch ein. Deptford Andy und ich auf einem Markt in Bangkok, nach dem verrücktesten Gig aller Zeiten (diese alte Roadie-Story werde ich in einem weiteren Blog-Beitrag erzählen): Ein kicherndes Mädchen, das an einem der Marktstände arbeitete, rief uns neckisch hinterher: „Falange, Falange, Strand dort“ und zeigte, immer noch kichernd, irgendwo hin.

An einem anderen schönen Tag, in Portugal, charterten wir eine Yacht, segelten an der Algarve entlang und tranken kühles Bier. Unser bunter Haufen bestand aus „JDB“, „Maddog“ Leitch, „Deptford“ Andy und „Moonboy“ Gritton. Eine Menge Spitznamen. Ich war bekannt als „Rubber Button“ – fragen Sie mich bitte nicht, warum!!

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Ende dieser Woche werden wir als Headliner auf der zweiten Bühne des Glastonbury-Festivals stehen und für 60.000 schlammverschmierte Party-People spielen. Ich kann es gar nicht mehr abwarten!

As a live sound engineer, I have been lucky enough to work with some amazing artists including Coldplay, Massive Attack, Manic Street Preachers, Natalie Imbruglia, Richard Ashcroft and Lisa Stansfield. I have also mixed broadcast sound on David Letterman, Saturday Night Live, Jay Leno, the Brit Awards, the MTV Music Awards and the 2010 World Cup Kickoff Concert.