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Bauer Studios setzen auf Immersive Audio mit Pro Tools

Dass sich die professionelle Audiobranche in der größten und spannendsten Umbruchphase befindet, seit der Übergang von analoger zu digitaler Audioproduktion ernsthaft begann, ist eine kaum zu verleugnende Tatsache. Abgesehen von den zahlreichen neuen Medienformaten haben zwei Entwicklungen – die weite Akzeptanz vernetzter Audio-Workflows und das Aufkommen ganz neuer Technologien wie 3D-Audio („Immersive Audio“) – entscheidend dazu beitragen, Türen für neue Klangexperimente zu öffnen.

Für die ehrwürdigen Bauer Studios Ludwigsburg, Deutschlands ältesten Tonstudiokomplex in Privatbesitz, waren die Möglichkeiten dreidimensionaler Klanggestaltung Anlass, die Studioumgebung einem umfangreicheren Upgrade zu unterziehen. Im Verlauf der letzten 70 Jahre gaben sich hier die unterschiedlichsten Musiker von Jazz über Rock bis hin zu kompletten Orchestern die Klinke in die Hand, darunter einige der einflussreichsten Künstler weltweit, wie Stevie Wonder, Miles Davis oder Keith Jarrett.

Bauer Studios-Toningenieur und -Geschäftsführer Michael Thumm, der das Upgrade gemeinsam mit seinem Co-Tonmann Daniel Keinath plante, erinnert sich, wie sie an die Umsetzung des technologischen Wandels herangingen. „Wir wollten in der Lage sein, auch Dolby Atmos-Mischungen für 3D-Audioprojekte anzubieten“, erklärt Michael. „Diese Technologien stecken zwar fast noch in den Kinderschuhen, doch die Filmwelt hat in diesem Bereich definitiv große Fortschritte gemacht, und unsere Tonleute experimentieren bei Musikaufnahmen auch schon mit Dolby Atmos. Natürlich möchten wir auf den steigenden Bedarf reagieren und unseren Kunden auch heute schon zeigen, was mit Dolby Atmos und ‚Immersive Audio‘ alles machbar ist.“

Michael Thumm, Toningenieur und Geschäftsführer der Bauer Studios

In einem der beiden nach neuestem Stand der Technik ausgestatteten Studioräume der Bauer Studios wurde die Avid Pro Tools | Ultimate-Umgebung um Pro Tools | HDX-Systeme, Pro Tools | MTRX-Hardware sowie eine Pro Tools | S6-Mischkonsole erweitert, die neben mehr Leistung und Geschwindigkeit auch umfangreiche Funktionen für die Verarbeitung von 3D-Audioproduktionen bereitstellen. „Die Investition in die S6 war ein sehr wichtiger Schritt für uns, da wir für unsere Tonleute optimale Voraussetzungen bei der Arbeit mit Pro Tools-Sessions und Dolby Atmos-Mischungen schaffen wollten“, so Daniel. „Viele von ihnen waren mit der S6 schon gut vertraut, aber nun hatte das gesamte Team die Gelegenheit, die Features detailliert kennenzulernen. Insbesondere die Möglichkeit, Layouts zusammenzustellen, kam sehr gut an. Durch solche Layouts kann man extrem schnell auf ausgewählte Spuren oder komplette Track-Gruppen zugreifen.“

In Kombination mit der S6-Konsole bietet Pro Tools | HDX noch mehr Leistung und mehr Möglichkeiten für wirklich hochwertige Tonmischungen – ungeachtet der Art und des Umfangs der jeweiligen Produktion. Und das modular konzipierte Pro Tools | MTRX-Audio-Interface überzeugt durch hochwertigste Ein- und Ausgänge, flexible Routing-Optionen sowie integriertes Monitoring für Dolby Atmos.

Mit den ersten umfangreicheren Dolby Atmos-Sessions wird es bereits im Laufe dieses Jahres losgehen, was die Bauer Studios, die seit langem zu den renommiertesten deutschen Tonstudios zählen, noch einmal bekannter machen wird. Zwar haben sich die Bauer Studios in erster Linie durch Musikproduktionen einen Namen gemacht, darüber hinaus betreibt das Unternehmen aber auch eine gut gebuchte Mastering-Suite und besitzt mehrere mobile Recording-Systeme. Auch die Post-Production-Aufträge für Film und Fernsehen nahmen mit den Jahren zu – eine Entwicklung, die eine hohe Flexibilität erfordert und auf die mit den neuen Avid-Lösungen in Studio 2 reagiert wurde.

Tonmeister Daniel Keinath zählt zum festen Team der Bauer Studios

„Die Musik steht bei uns im Mittelpunkt“, bestätigt Michael. „Doch um mit Branchentrends und den Anforderungen unserer Kunden mitzuhalten, haben wir unser Angebot erweitert, um auch spezielle Audioproduktionen für Film und TV übernehmen zu können. Diese neuen Projekte brachten natürlich neue Herausforderungen mit sich.“

Dafür ist Studio 2 nach dem Upgrade im letzten Sommer nun mehr als gerüstet. Der Umbau dauerte ungefähr vier Monate, und schon ganz am Anfang in der Planungsphase, wussten Daniel und Michael, dass sie eine Mischkonsole für die Pro Tools-Steuerung dauerhaft ins Studio integrieren wollten. Da war die Investition in eine Pro Tools | S6 mit Dolby Atmos nur noch der nächste logische Schritt, denn das Team war schon länger mit der Konsole vertraut, und sie bietet umfassende 3D-Audio-Kompatibilität.

Die Neuerungen haben sich bereits ausgezahlt: Seit der Erweiterung von Studio 2 geht die Arbeit schneller und flexibler vonstatten – ein Vorteil auch bei sehr umfangreichen Produktionen, die aufgrund der Auslastung der Bauer Studios in verschiedenen Räumen bearbeitet werden. Als Beispiel nennt Michael eine der letzten Chorwerk-Einspielungen der Bauer Studios, die in Studio 1 aufgezeichnet und in Studio 2 bearbeitet und gemischt wurden. „Das war ein sehr komplexes Projekt mit Bläsern, Streichern und insgesamt ungefähr 140 bis 150 Tracks. Mit der S6 war die Automation viel unkomplizierter, so dass sich das Mischen deutlich vereinfachte.“

“Großer Vorteil des modularen Konzepts der S6 ist die Erweiterbarkeit. So können wir mit einer kleinen Konsole mit weniger Kanalzug-Modulen beginnen und je nach Bedarf erweitern.”

—Bettina Bertók, Sound Engineer

In Hinblick auf die Zukunft ist die Tatsache, dass die S6 auch 3D-Audioproduktionen mit ihren zahlreichen Formaten und Ausprägungen unterstützt, für Bauer von hohem Wert. „Man kann unterschiedlich an Immersive-Audio-Projekte herangehen“, merkt Daniel noch an. „Ein Ansatz könnte beispielsweise sein, nativ in Dolby Atmos zu mischen und anschließend 7.1- oder 5.1-Surround und/oder Stereomischungen zu erstellen. Bei Musikproduktionen könnte es auch umgekehrt laufen, und wir starten mit einem Stereomix.“

Was immer die Zukunft auch bringen wird: Das Bauer-Team ist bestens gerüstet, um aus den sich bietenden Gelegenheiten das Optimum herauszuholen. Michael bringt es auf den Punkt: „Unsere neuen Pro Tools-Systeme erlauben es uns, unsere Arbeit perfekt auf sämtliche Anforderungen unserer Kunden auszurichten. Niemand kann eindeutig sagen, wie die Zukunft dreidimensionaler Audioproduktionen aussehen wird. Sicher ist aber, dass diese neuen Möglichkeiten sehr viel Potenzial für uns bereithalten. Wir rechnen damit, dass Dolby Atmos im Laufe der Zeit für immer mehr Märkte interessant sein wird, und dank unserer neuen Installation sind wir bestens darauf vorbereitet.”

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Ein Grammy für Kraftwerks neues Blu-Ray-Album „Kraftwerk – 3-D Der Katalog“ — Dolby-Atmos-Raumklang mit Pro Tools

aufgezeichnet von Mark Ziebarth

Jeder kennt großartige Raumklang-Erlebnisse im Kino. Das neue Kraftwerk-Opus «3-D Der Katalog» hat einen Grammy für das beste Album Dance/Elektronik erhalten. Der Dolby-Atmos-Mix entstand in Pro Tools.

Der Mix-Engineer und Raumklangexperte Tom Ammermann gibt einen Einblick in seine Arbeit am neuen Raumklang-Opus der Elektroniklegende Kraftwerk. Kraftwerk haben acht ihrer Meister-Alben komplett als „3-D-Mischungen“ u.a. in Dolby Atmos wiederveröffentlicht und für diese Produktion sogar einen Grammy gewonnen! Auf den insgesamt vier Blu-Ray-Scheiben gibt es zusätzlich zum Dolby-Atmos-Ton auch noch Headphone Surround 3-D für die räumliche Wiedergabe mit einem ganz normalen Kopfhörer und natürlich „Standard Stereo“.

Die Synthesizer-Band Kraftwerk, die in wechselnden Besetzungen seit 1970 besteht, ist mit ihrem neuen Opus „3-D Der Katalog“ Vorreiter beim Thema Raumklang mit Dolby Atmos. Und letztlich ist es auch logisch, warum Kraftwerk und das neue Klangformat gut zueinander passen: Kraftwerk machten schon in den siebziger und achtziger Jahren elektronische Klänge salonfähig und haben die Hörgewohnheiten im Mainstream nachhaltig verändert. Wer, wenn nicht Kraftwerk, sollte dem Raumklangformat Dolby Atmos zu möglichst viel Aufmerksamkeit verhelfen?

Tom Ammermann, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens New Audio Technology und Erfinder von Headphone Surround ist seit vielen Jahren anerkannter Fachmann zum Thema Raumklang und zusammen mit dem Kraftwerk-Bandmitglied Fritz Hilpert verantwortlich für die Dolby-Atmos-Umsetzung des Projekts. In seinem Luna Studio entstanden die sehr eindrucksvollen Mixe, die auf den vier Blu-Rays verewigt sind.

Tom Ammermann, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens New Audio Technology und Erfinder von Headphone Surround 3-D.

Avid: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Fritz Hilpert?

Ammermann: Fritz und ich haben uns durch Fritz Fey vom Studio Magazin vor gut drei Jahren kennengelernt. Ich konnte Fritz schnell für 3-D-Audio begeistern. Es ist ein großes Glück, mit jemandem zusammen zu arbeiten, der schon Surround-Erfahrung hat. Meiner Erfahrung nach gehen Musikproduzenten, die nur Stereo kennen, nicht so kreativ mit den Möglichkeiten um. Fritz und ich haben uns da von Anfang an gut ergänzt.

Avid: Wie habt ihr eure Zusammenarbeit organisiert?

Ammermann: Fritz hat in seinem eigenen Studio schon viel vorproduziert. Bei diesem Projekt sind ja nicht alle Spuren der Original-Longplayer verwendet worden, sondern modernisierte Fassungen, die auch Basis des Kraftwerk-Live-Setups sind. Teilweise sind die Titel auch neu arrangiert und mit Improvisationen versehen. Fritz hat aus diesem Material das 7.1.2-Bed vorgemischt und sich überlegt, welche Klänge sich als Objekte im Dolby-Atmos-Mix eignen. Insgesamt haben wir über einen Zeitraum von anderthalb Jahren zirka 50 Tage bei mir im Luna Studio gesessen und die Dolby-Atmos-Mixes erstellt.

Im Luna Studio von Tom Ammermann in Hamburg wurden die Atmos-Mixe für die Blu-Rays erstellt.

Avid: War der Bed-Mix dann schon fertig? Und wie viele Objekte habt ihr durchschnittlich pro Song verwendet?

Ammermann: Nein, der Bed-Mix war nur vorbereitet. Das Nuendo von Fritz mit dem Mix des Beds lief synchron zum Pro Tools, in dem wir den Atmos-Mix erstellt haben. Sobald man beginnt, Objekte durch den Raum zu schicken, ergeben sich automatisch Änderungen am Bed-Mix. Pro Song haben wir nie mehr als vier oder fünf Objekte verwendet, weil es sich bei Musik-Mixes nicht unbedingt empfiehlt, möglichst viele Signale durch den Raum zu bewegen. Sonst wird es irgendwann Effekthascherei.

Avid: Ich stelle es mir schwierig vor, die zirka 25 Titel über einen so langen Zeitraum zu mischen. Denkt man da am Ende nicht, dass die ersten Titel ruhig noch einmal überarbeitet werden sollten?

Ammermann: Fritz hat nicht Titel für Titel abgearbeitet, sondern er ist sehr viel zwischen den Titeln hin und her gesprungen. So flossen neu gewonnene Erfahrungen immer gleich in alle Mixes ein und am Ende waren fast alle Titel zur gleichen Zeit fertig.

Avid: Mich würden Beispiele interessieren, welche Klänge ihr als Objekt definiert und im Raum bewegt habt.

Ammermann: Zum Beispiel bei Numbers. Da wird ja gezählt und im Video fliegen diese Zahlen auch durchs Bild. Das ist natürlich ein Heimspiel, wenn es einen optischen Bezug gibt. So ähnlich hat Fritz es auch bei Trans Europa Express gemacht und hat die Zuggeräusche mit dem Bild durch den Raum gezogen. Bei Boing haben wir auch einige Objekte aus der Mouth-Percussion erstellt und akribisch durch den gesamten Raum bewegt. Im Titel Vitamin hat Fritz ganz wilde Sachen mit Delay-Effekten veranstaltet, das finde ich wirklich atemberaubend.

Der Dolby 3D Panner

Avid: Sind denn alle Signale, die aus den Lautsprechern oben oder hinten kommen, immer automatisch Objekte gewesen?

Ammermann: Nein, ganz unterschiedlich. Viele statische Routings auf die Surrounds hat Fritz auch im Bed vorgenommen. Objekte bieten sich nur dann an, wenn ein Element im Raum bewegt werden soll.

Avid: Ich stelle mir die Automation der Objekte in Pro Tools kompliziert vor. Wie seid ihr da vorgegangen?

Ammermann: Das war tatsächlich nicht ganz trivial. Zum Zeitpunkt der Mischungen gab es noch kein Dolby Atmos direkt in Pro Tools. Wir haben also mit der Dolby RMU gearbeitet. Für das Panning verwendet man dann ein Plug-in von Dolby, das den dreidimensionalen Panner ersetzt und auf jeder Spur insertiert wird, die im Raum bewegt werden soll. Wir hatten mit der Bedienung keine Probleme.

Avid: Ist die Kinomischung auch bei dir im Studio entstanden?

Ammermann: Nein, das haben wir in einem Mischkino der Arri in München gemacht. Basis war natürlich unsere Blu-Ray-Mischung, aber im Kino klingt’s doch nochmal anders. Aufgrund der Vielzahl an Lautsprechern im Kino müssen manche Pannings optimiert werden. Allein die Raumgröße und die Größe der Leinwand führen zu einer anderen Wahrnehmung, sodass wir noch einmal sieben Tage geschraubt haben. Auch für die Headphone-Surround-Mischungen, die mit allen Tonträgern ausgeliefert werden, habe ich unsere Atmos-Mixes als Basis genommen. Das Bed habe ich dafür in einen sehr trockenen Raum virtualisiert und die Objekte in einen größeren. Das verstärkt den Raumeindruck der Objekte und ist einer meiner liebsten Tricks.

Vielen Dank für das Gespräch, Tom.

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Peter Maffay zieht den Stecker für MTV – Unplugged Show gemischt von Ronald Prent mit Avid S6L

Das Interview führte Alex Schmidt

Natürlich auch ohne Strom wieder die Nummer eins: Longplay-Rekordhalter Peter Maffay erobert nach der ersten Verkaufswoche seines „MTV Unplugged“-Mitschnitts sogleich die Tabellenführung in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts – und verbessert damit seinen Rekord als erfolgreichster Act überhaupt auf nunmehr 18 Nummer eins-Alben.

Anfang August 2017 sorgte Peter Maffay gleich drei Mal für ein restlos ausverkauftes Haus im Steintor-Varieté in Halle. Der Deutschrocker lud zunächst zu einer öffentlichen Generalprobe und spielte dann zwei Konzerte für die berühmte MTV-Unplugged-Reihe. Nun gibt es seit drittem November 2017 einen Mitschnitt dieser Performances für zu Hause – und zwar in Bild und Ton.

Zahlreiche prominente Gäste unterstützten Peter Maffay auf der Bühne dabei, seinen Hits und einigen raren Songs aus mehr als vierzig Jahren ein paar noch nie da gewesene akustische Interpretationen zu verpassen. Mit dabei waren unter anderem die Singer-Songwriter Johannes Oerding und Phillip Poisel, die britische Popikone Katie Melua, der britische Percussionist Ray Cooper, US-Rocker Tony Carey sowie die niederländische Popsängerin und Common-Linnets-Frontfrau Ilse DeLange.

Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits im September mit dem Song „Leuchtturm“, ein Duett mit Jennifer-Rostock-Sängerin Jennifer Weist. Außerdem sind auf „Peter Maffay: MTV Unplugged“ neue Versionen von „Du“, „Und es war Sommer“, „Über sieben Brücken musst du gehen“, „Halleluja“ und viele weitere Songs zu hören.

Mixing Engineer Ronald Prent (l.) und Recording Engineer Peter Brandt (r.) von Remote Recording Network

Wir haben uns mit Mixing Engineer Ronald Prent und Recording Engineer Peter Brandt von Remote Recording Network (remoterecording.net) über die technische Seite der Aufnahmen unterhalten …

Welche Besetzung galt es aufzunehmen?

Ronald: Nun, „Unplugged“ bedeutet ja, dass keine elektrischen Instrumente erlaubt sind – mit ein paar Ausnahmen: In unserem Fall waren das zum Beispiel eine Hammondorgel und eine Pedal-Steel-Gitarre. Aber sonst war alles analog, also akustische Gitarren, ein Flügel, Percussion, Schlagzeug und natürlich Vocals. Zusätzlich waren noch drei Bläser und drei Streicher am Start: Saxofon, Posaune und Flügelhorn sowie eine Violine und zwei Cellos.

Peter: Das Interessante ist, dass bei „Unplugged“ völlig anders gespielt wird. Statt Sticks werden zum Beispiel oft Hot Rods oder Besen verwendet, weil das Schlagzeug sonst zu laut werden könnte. Bekannte Instrumente werden anders bedient.

Was waren eure Aufgaben bei dieser Produktion?

Peter: Ich habe die technische Infrastruktur für die Aufzeichnungen geliefert, vom Splitter, über Mic-Preamps, A/D-Wandler bis hin zum Übertragungswagen. Das ist unser Flexi-Trailer, ein großer Auflieger, den wir von der Zugmaschine abgekoppelt und in dem wir drei Wochen lang aufgenommen haben. Wir haben quasi das Tonstudio vor den Saal gestellt und hatten ab dem ersten Tag jede Note auf der Festplatte. Es ist sehr luxuriös, das über drei Wochen machen zu können.

Peter Maffay ist sehr qualitätsbewusst und hat daher von Anfang an jede Probe aufzeichnen lassen. So konnte die Band sich auch anhand der Aufnahmen musikalisch weiterentwickeln und wir hatten alle Zeit der Welt, um am Sound zu feilen. Sonst ist es üblich, dass man erst ein, zwei Tage vorher mit dem Recording beginnt und sich mit den Gegebenheiten abfinden muss. Wir hingegen konnten unter anderem viele verschiedene Mikrofone ausprobieren und Mikrofonpositionen verändern. Absolut luxuriös, das muss man ihm sehr hoch anrechnen: Alle Gewerke, also auch das Licht, die Beschallung und eben auch wir, waren drei Wochen vorher vor Ort. Dass ein Künstler solche Möglichkeiten schafft und auch das Geld dafür in die Hand nimmt, ist wirklich außergewöhnlich.

Welches Equipment habt ihr verwendet?

Peter: Der Tonwagen ist so gebaut, dass wir Mischpulte wechseln können. Wir hatten uns im Vorfeld für ein VENUE | S6L entschieden. Drei Wochen vorher hatte ich North Sea Jazz gemacht und dafür ein S6L geliehen und wir haben es dann einfach im Truck gelassen und zu Peter Maffay mitgenommen, weil es außergewöhnlich gut klingt. Aus meiner Sicht ist es momentan das am besten klingende Digitalpult, außerdem sehr intuitiv. Innerhalb von einer Stunde hat man das drauf, wenn man sich ein bisschen mit Mischpulten auskennt. Als Hauptaufnahmesystem kam Pro Tools mit 128 Kanälen in 96 kHz zum Einsatz, wobei wir aber nur 96 Kanäle für die Band und etwa zwanzig Ambience-Mikros benötigt haben.

Die Mikrofone wurden über Splitter verteilt: ein Mal an den FOH, ein Mal an den Monitormischer, der nur für die Musiker In-Ear-Mixes gemacht hat und ein Mal zu uns. Der Fokus lag dabei auf der Aufzeichnung von Bild und Ton, so hat sich zum Beispiel die Beschallung in Sachen Lautstärke zurückgehalten.

Wir haben von der Bühne drei MADI-Ströme à 32 Kanäle bekommen, die wir zunächst ins Pro Tools geschickt haben. Die Ausgänge von Pro Tools gingen dann ins S6L. Wir hatten also zu jeder Sekunde die volle Kontrolle über die aufgenommenen Signale und konnten jederzeit zurückspulen und abspielen, ohne die Settings zu ändern. Ein vierter MADI-Strom wurde über Euphonix-Wandler für Inserts benutzt. Das war hochwertiges analoges Outboard, zum Beispiel API-Kompressoren, Massenburg-EQs und Distressors von Empirical Labs. Die Stereosumme aus dem Pult ging in ein UAD Satellite, dort wurde eine Masteringkette gebaut. Dieser Mix wurde auch aufgezeichnet, zum Beispiel für die Musiker während der Probezeit sowie für Fernsehen und Radio.

Peter Brandt mit der S6L im Remote Recording Network Trailer

„Aus meiner Sicht ist es momentan das am besten klingende Digitalpult, außerdem sehr intuitiv. Innerhalb von einer Stunde hat man das drauf, wenn man sich ein bisschen mit Mischpulten auskennt.“

-Peter Brandt

Wie war das Setup des Mischpults?

Ronald: Ich hatte verschiedene Layer gebaut, zum Beispiel waren auf den letzten acht Kanälen die Vocals drauf: Lead, Backing und Guests – gefreezt, damit die nicht mitswitchen. 16 Kanäle waren Schlagzeug und Bass, im nächsten Layer dann die Gitarren, Keyboards und so weiter. Und auch ein Layer mit den Ambience-Mikrofonen. Die Layer konnte ich ganz einfach über die Touchscreens und die Touchbuttons der Fader erstellen. Entscheidet man sich während der Arbeit anders, was gerne vorkommt, kann man die Layer auch schnell wieder wechseln.

Sehr gut ist, dass man sich im Screen die Inputs mit kleinen Level Indicators anzeigen lassen kann. Wenn man irgendwann mal was verpasst, weil jemand etwas umgesteckt hat, dann sieht man es sofort. Das sorgt gerade live für eine viel entspanntere Arbeit.

Peter: Es gibt Pulte, da muss man sich ewig hinsetzen, teilweise auch das Handbuch herauskramen, um zu verstehen, was man wie verschaltet. Das S6L hatte ich mir extra eine Woche vor North Sea Jazz gemietet, um mich vor Ort nicht zu blamieren, aber nach einer Stunde hatte ich die Bedienung drauf. Die ganze Denke dahinter ist analog und es ist sehr leicht zu programmieren. Das unterscheidet dieses Pult deutlich von allen anderen, die ich kenne. Normalerweise hat man immer jemanden dabei, der Feuerwehr spielt, sollte etwas im Routing nicht passen, aber bei diesem Pult war uns sofort klar, dass wir das alleine hinbekommen. Sogar so alte Säcke wie Ronald und ich (lacht)!

Und der Klang?

Ronald: Die EQs klingen wirklich hervorragend und sind über die Tasten einfach zu bedienen. Wie Peter schon gesagt hat, setzt man sich für ein paar Stunden hin und am nächsten Tag mixt man darauf, als ob man das Pult schon Jahre lang kennen würde. Man dreht am EQ oder an anderen Parametern und fühlt sich sofort zuhause. Komplexes wird einfach gemacht und man bekommt gute Resultate, ohne sich den Kopf zerbrechen zu müssen. Im Live- oder Broadcastbereich ist das S6L das beste Pult, das ich kenne.

Toll ist auch, dass man Avid-Plugins der 500er-Serie benutzen kann. Ich verwende gerne EQs, das Lo-Fi-Plugin und den Joemeek-Kompressor, zum Beispiel, um die Gruppen zu komprimieren. Das ist ein Luxus, den man auf anderen Pulten nicht hat. Es funktioniert hervorragend und geht ganz einfach.

Peter: Wir hatten für Peter Maffay ursprünglich ein anderes Pult geplant, aber nach North Sea Jazz beschlossen, auf das S6L zu wechseln, weil es besser, wärmer, einfach analoger klang. Wir kommen beide noch aus der 2-Zoll-mit-Rasierklinge-schneiden-Zeit und sind auch in Sachen Sound dahingehend vorgeprägt (lacht).

Ronald: Die Vorgaben bei dieser Produktion waren: Klarheit, aber trotzdem druckvoll. Laut, aber trotzdem leise – also mit viel Dynamik. Und wichtig war das Publikum. Deswegen hatten wir zwanzig Ambience-Mikrofone, um jeden Atmer einfangen zu können.

Peter: Wir haben die Audience in zwei Ebenen für 3D Immersive Audio gebaut, damit Ronald einen 9.1-Mix machen konnte. Also nicht nur die normalen fünf Kanäle Surround plus eins, das ist der Subwoofer, sondern noch mal vier Lautsprecher in der zweiten, oberen Ebene. Ich war eben erst bei Sennheiser auf einem Seminar in Wien und das wird ein Riesenthema in der Zukunft. 9.1 soll jetzt auch für den Endkonsumenten kommen – eine sehr spannende Entwicklung.

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Avid auf der Musikmesse in Frankfurt 2017

Avid ist in diesem Jahr auf der Musikmesse vom 5. – 8. April als Gast der Musikmedia/ Sound & Recording Studioszene in Halle 9 am Stand C42 zu finden. Auf einer Fläche von insgesamt 200m² mit Lounge-Charakter zeigt Avid dort die aktuellen Konzepte, Technologien und Produkte, mit denen Musiker und Produzenten in der sich schnell wandelnden Medienwelt effektiv und professionell weltweit kreativ sein können.  

An mehreren Pro Tools Systemen (Native und HD), die mit S3 Konsolen, Pro Tools Dock und Eleven Rack ausgerüstet sind, zeigen Dave Tyler, Anders Glantz und Eric Horstmann moderne und komfortable Workflows zur Sound- und Musikproduktion.

Dabei steht die Skalierbarkeit der Pro Tools Lösungen vom gratis Einsteigerprodukt Pro Tools | FIRST bis hin zum „großen“ Pro Tools | HDX im Vordergrund. Zudem zeigen wir unsere Notationssoftware Sibelius, die schnellste, intelligenteste und einfachste Möglichkeit, Musik zu komponieren.

S3 Desktop Controller

Dazu passt aktuell ein besonderes Angebot von Avid in Kooperation mit Arturia zu einer einzigartigen Sammlung von Instrumenten zur Musikproduktion mit Pro Tools. Genauere Informationen dazu finden Sie hier.

Mit den Partnern Apogee, Arturia, Zoom, Clavia, Telefunken, Izotope, Zynaptiq, Universal Audio, Mackie und einigen anderen finden mehrere Workshops und Präsentationen täglich statt.

 

Außerdem lohnt sich der Besuch, da es über die gesamten Messetage verteilt verschiedene Gewinnaktionen gibt. Also auch unbedingt die Avid Social Media Kannäle verfolgen.

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Einen Überblick über Workshops und weitere Aktivitäten der Studioszene finden Sie hier: Sound & Recording Magazin

Auf ein Wiedersehen in Frankfurt zur Musikmesse 2017
Avid – Halle 9, Stand C42




Inspiriert ins Risiko – Der Music in Motion Contest-Gewinner Konstantin Reicheld

Mit der Inspiration ist das so eine Sache. Wenn sie plötzlich auftaucht geraten alle Gedanken an Risiken oder Versagen in den Hintergrund. Als Konstantin Reicheld das Youtubevideo zum Music in Motion Contest sah wusste er sofort, dass er unbedingt teilnehmen musste: „Einfach machen und dann schauen was passiert.“

Der 26-jährige aus Jalta/ Ukraine zog mit seinen Eltern nach Deutschland als er 11 Jahre war. Er lebt jetzt in Kiel, arbeitet als Industriemechaniker und macht seit ca. acht Jahren Musik in Genres rund um Hip Hop, Trap, EDM, House und Urban Pop.

Konstantin ist der gelebte Kontrast. Für seine Solo-Projekte nennt er sich Reycheld und ThisIsAMK für seine Hip Hop Tracks. Sein Bestreben ist jedoch uneingeschränkt universell: „Künstler und Produzenten kennenzulernen und sich austauschen, immer Spass an der Musik haben!“

Seine Vorbilder sind ebenfalls vielfältig. Er nennt Hans Zimmer, die deutsche Rock Band Puls, die Finnen HIM, den chinesisch-amerikanischen Electronic Artist Zhu, den russischen Rapper/ Sänger MoT und schließlich Haftbefehl, den deutsch/ kurdischen Rapper als seine Hauptinspirationen.

Die erste große Herausforderung für den Track Hands Up war es, großartige Vocals zu finden. Konstantin bezeichnet den Track als „chillig und gleichzeitig elektrisierend“. Damit bewarb er sich schliesslich in der Kategorie BeatMaker und setzte damit einen Prozeß aus Innovation und Gelegenheit in gang. Deutschlands Top Musikproduzenten – Marek Pompetzki und seine Partner Cecil Remmler und Paul NZA (SIDO, Aloe Blacc, Miley Cyrus, Grandmaster Flash, Shaggy ova.) wurden sofort auf den Track aufmerksam und wählten ihn schliesslich auf den Music in Motion Thron.

Pro Tools ist die Macht

Vom Numarek-Team als Gewinner erkoren zu werden war schon der Kick, doch das ultimative Erlebnis für Konstantin wurde die Mixing Session mit Marek Pompetzki. „Ich habe wahnsinnig viele Tipps und Tricks mit Pro Tools gelernt und meine Mixing-Kenntnisse extrem verbessern können.“ sagt Konstantin nach seinem Studiobesuch in Berlin. „Ich denke die hilfreichsten Tipps, die Marek mir gab beziehen sich auf das mischen von Drums. Beat Detective ist ein Hammer-Tool, um extrem schnelle Edits zu machen. Strip Silence für akustische Drums, um die Tracks sauber zu machen und natürlich die Drumsounds zu schichten durch einfaches Drag & Drop.“

Obwohl Konstantin Pro Tools erst seit einem Jahr benutzt ist er schon ein echter Enthusiast: „Pro Tools ist das Beste. In jeder Hinsicht, Aufnehmen, Editieren, Arrangieren und Mischen. Der Sound!!!“ Sein liebstes Pro Tools Feature? „Das Tempo, wenn man sich erst einmal zurechtgefunden hat ist man einfach tierisch schnell. Und Funktionen wie Elastic Audio oder Clip Gain sind sehr effektiv und natürlich die VCA-Fader für Submixes, immer alles unter bester Kontrolle!“

Niemals aufhören, niemals aufgeben!

Konstantin’s Rat für andere aufstrebende Künstler – weitermachen, immer weitermachen. Und in technischer Hinsicht: Immer Backups machen! Es gibt nichts schlimmeres als seine Arbeit wegen eines Crashs oder eines Stromausfalls etc. zu verlieren.

Music in Motion gab Konstantin das was so viele junge Künstler brauchen – Anerkennung, Unterstützung, Motivation und neue technische Fertigkeiten. Und natürlich neue Kontakte. „Hej, wer hat schon die Handynummer des SIDO-Produzenten? Man weiss ja nie!“

Lesen Sie auch was die anderen Gewinner des Music in Motion Contests erlebten: avidblogs.com/musicinmotion.

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Marius Müller-Westernhagen bei MTV Unplugged – Stefan Holtz am FOH mit der Avid VENUE | S6L

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Bei „MTV Unplugged“ präsentieren große Künstler seit 1989 ihre Songs in besonderer Weise und intimer Atmosphäre. Nun stieg endlich auch Marius Müller-Westernhagen auf den Barhocker dieser Institution des deutschen Musikfernsehens. In den vierzig Jahren seiner einzigartigen Karriere ist dazu längst mehr als genügend Material zusammengekommen.

Am 16. und 17. Juli 2016 ging Marius Müller-Westernhagen auf Erkundungsreise durch das Songbook seines Lebens. Namhafte Künstler und Freunde hat er eingeladen und gemeinsam mit seiner Band performte er Stücke wie „Mit 18“ (als Gastsänger: Jan Plewka), „Johnny Walker“ oder „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ (begleitet von Udo Lindenberg am Schlagzeug). Explizit gewünscht hat er sich auch den Regisseur: In Szene gesetzt wurde diese „MTV Unplugged“-Produktion von Fatih Akin, dessen unverwechselbare Handschrift Filme wie „Gegen die Wand“ und „Soul Kitchen“ belegen.

Wir haben uns mit Stefan Holtz unterhalten, der bei der Fernsehaufzeichnung an der Volksbühne Berlin für den FOH-Platz zuständig war.

Wie viele Kanäle hast du gebraucht?

Die Anzahl der Musiker hat sich im Gegensatz zu vielen Unplugged-Produktionen in Grenzen gehalten, weil unter anderem kein Orchester gewünscht war. Eine Geige haben wir mit eingebunden, aber ansonsten den Schwerpunkt eher auf „Vintage“-Instrumente wie Mellotron, Omnicord, Wurlitzer und Hammond gelegt – und eben auf viele akustische Gitarren. Insofern war die Kanalanzahl dann doch überschaubar. Wir sind tatsächlich mit knapp fünfzig Kanälen ausgekommen. Ich war für die Saalbeschallung zuständig, es war ja eher eine Aufzeichnung und habe den Ü-Wagen mit einer Vorabmischung zum Schneiden versorgt.

Die Veranstaltung fand in der Volksbühne Berlin statt und wir haben dort auch die hauseigene Beschallungsanlage genommen. Warum sollte man auch C-Dur neu erfinden? Die Mannschaft vor Ort war enthusiastisch dabei und hat uns großartig unterstützt – vielleicht auch weil es die letzte Produktion vor dem Spielzeitende war (lacht).

Gemischt habe ich auf einer VENUE | S6L mit 32 Fadern und einer 144er Engine. Die MADI-Karte war damals noch nicht erhältlich, sonst hätte ich mit der sicher noch was veranstaltet. Ich hatte also quasi nur das Basispult und ein wenig analoges Spielzeug dazu, das ich immer sehr gerne benutze – unter anderem ein Vertigo-VSC-2-Kompressor und ein VSE-2-Gyrator-Equalizer in der Summe. Für die Gitarrensumme habe ich zwei Chandler-Germanium-Kompressoren, für die Schlagzeug- und Basssumme Kush Audio Tweaker genommen. Dann hatte ich noch zwei Kush Audio Clariphonics, einen hinter den Kompressoren in der Gitarrensumme und einen für Snare und Gesang.

Für die Stimme von Marius benutze ich normalerweise einen Millenia STT-1, wobei sich bei den Proben herausgestellt hat, dass der keine signifikante Verbesserung mehr gebracht hat, weil die Preamps von dem Pult so gut sind, dass man sich das eigentlich auch sparen kann. Sieht dann nur noch schön aus im Rack (lacht). Die Kompressoren von dem STT-1 hab ich benutzt, aber auch dafür gibt es tolle Plugins, mit denen man den Kompressor gut nachbilden kann.

 

Welche Plugins hast du eingesetzt?

Diese Produktion war ziemlich plugin-arm. Ich hatte knapp vierzig Time Adjuster in Betrieb, weil ich das Panorama gerne über Delays mache. Alle Kanäle, die im Panorama verschoben werden sollen, werden als Stereokanal mit dem gleichen Preamp am Eingang angelegt, so kann ich die dann mit dem Time Adjuster über die Delayzeit von links nach rechts im Panorama bewegen. Ansonsten waren ein paar Hallgeräte am Start, darunter Revibe 2 und Oxford Reverb. Dann gab es noch einen McDSP AE400 als dynamische EQs für weibliche Gastvocals und einen Brainworks BX Opto für den Gesang von Marius. Ansonsten habe ich nur die Kompressoren und EQs des Mischpults und mein analoges Outboard benutzt.

„Spektakulär! Die Klangqualität ist unter anderem dank der 96K extrem gestiegen und liegt noch mal über der S3. Das Processing ist in beiden Pulten deutlich näher an einem analogen Sound als das bei früheren Desks der Fall war. Das Handling von der S6L ist extrem schnell, wenn man sich mal dran gewöhnt hat.“

— Stefan Holtz

Was war dein erster Eindruck von der Konsole?

Spektakulär! Die Klangqualität ist unter anderem dank der 96K extrem gestiegen und liegt noch mal über der S3. Das Processing ist in beiden Pulten deutlich näher an einem analogen Sound als das bei früheren Desks der Fall war. Das Handling von der S6L ist extrem schnell, wenn man sich mal dran gewöhnt hat.

Die Inputliste ist sequenziell, so wie man das seit Jahrzehnten macht. Sie fängt bei den Drums an und hört bei den Vocals auf, dahinter kommen dann noch ein paar Effekte. Da bei dieser Show extrem viele Instrumente getauscht und Musiker gewechselt haben, habe ich mir für jeden Song einen Custom Layer programmiert. Den habe ich Song für Song so eingestellt, dass ich die benötigten Kanäle oben hatte. So konnte ich mit den 32 Fadern ein bisschen haushalten.

 

Was möchtest du nicht mehr missen?

Die Anzahl der Encoder, weil man sich ein schönes Standardsetup hinlegen kann, sodass man für jede 8er-Bank die am häufigsten benutzten Funktionen direkt im Zugriff hat. Wenn ich den Kanal selektiere, habe ich gleich die wichtigsten Aux Sends, zwei bis drei EQ-Bänder, Kompressor, Threshold, Gate – da, wo es benutzt wird. Ich habe pro 8er-Bank also einen Kanalzug, den ich bedienen kann. Den kann ich mir so anlegen, dass die Dinge, die ich öfter benutze, auch an der richtigen Stelle liegen, damit sich meine Finger automatisch bewegen können. Das ist eine Funktion, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

 

Hast du die S6L an ihre Grenzen gebracht?

Ich habe ein bisschen Surround gemischt, was das Pult ja eigentlich gar nicht kann. Aber da es da nur um statische Sachen ging, zum Beispiel die beiden Wurlitzer aus den Ecken des Theaters kommen oder einen eindringlichen Chor von überall her flüstern zu lassen, konnte man das bequem über den Aux Send regeln, obwohl das Pult ja eher auf den U-Musikbereich zielt und nicht auf Surroundbeschallung bei z.B. großen Theaterproduktionen. Für so einfache Sachen kann man sich aber durchaus mit Aux Sends helfen.

In Sachen Stabilität hatte ich keinerlei Stress und keinen einzigen Softwarehänger. Wir hatten während den Proben reichlich Zeit, man konnte sich also auch einfach mal eine ganze Nacht an die Konsole setzen, versuchen die Konsole zu stressen und wahllos Peripherie an und abzumelden, um zu sehen, was kritisch werden kann. Einen echten echten Absturz hab ich aber nicht hinbekommen!

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Die neue Klangdimension für Livesound ist eingetroffen – mit dem preisgekrönten VENUE | S6L System haben Sie die komplexesten Produktionen immer im Griff.

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Sounddesign für Radio und TV bei Audionplus – Avid S6 Pult für besseren Workflow

Sounddesign für Radio und TV bei Audionplus

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Seit über zwanzig Jahren gilt AUDIONPLUS als eine erste Adresse in der Entwicklung, Komposition und Produktion von anspruchsvollem Sounddesign für private und öffentlich-rechtliche TV- und Radiostationen. Der Bayerische Rundfunk und ProSieben, BRmedia und die Bundeswehr, Deutschlandradio Kultur und Bayern 2, MDR und WDR Fernsehen, NDR Kultur, das ARD-Design, Radio Tirol und viele weitere Sender zählen zu ihrem Kundenstamm. Auch Titelmusiken für Das Erste kamen dazu, so zum Beispiel für „W wie Wissen“ oder „ttt – titel, thesen, temperamente„.

Kürzlich wurde die altgediente D-Control durch ein modernes Pro Tools | S6 System ersetzt. Wir haben Michael Braunschmid gebeten, über seine Produktionen, die ersten Erfahrungen mit der S6 und seine Philosophie beim Mixen zu berichten.

Michael Braunschmid, Audionplus

Highlights der letzten Jahre

„Ein richtiges Highlight war eine Produktion für NDR Kultur vor etwa zwei Jahren, die den Wunsch geäußert haben, dass mit der NDR Radiophilharmonie ein klassisches Orchester spielen soll. Da sind zwei Welten zusammenkommen. Wir haben zunächst die Kompositionen digital in Pro Tools erstellt – das klang schon richtig nach Filmmusik. Dann haben wir synchron das echte Orchester aufgenommen.“

„Die große Herausforderung für uns war, die Partituren für das Orchester zu erstellen. Das hat jemand für uns gemacht, der sich mit solchen Dingen auskennt (lacht). Wir auf der einen Seite mit der digitalen Welt und unser Arrangeur auf der anderen Seite mit der Orchesterwelt. Es ging sogar soweit, dass wir dem Pro Tools das Timing des Orchesters aufgezwungen haben. Der Kunde wollte nicht, dass wir nach Klick spielen, sondern dass das Orchester frei atmen kann. Toll, dass Pro Tools das kann! Es ist zwar ein bisschen mühsam, die ganzen Takte und Schläge zu definieren, aber es funktioniert, eine akustische Aufnahme reinzunehmen: dank Elastic Audio – eine geniale Funktion, die wir auch bei vielen anderen Produktionen verwenden.“

„Zum Schluss hatten wir auf einem Fader das reale Orchester und auf dem anderen Fader das digitale Orchester. Das macht man ja in der Filmmusik schon lange: Es wird das große Orchester aufgenommen, durchaus in einer Besetzung mit 80 einzeln geführten Stimmen. Dann wird durch Zumischen des digitalen Orchesters der Sound angefettet, um es ein bisschen moderner klingen zu lassen und vielleicht auch bewusst ein paar digitale Gimmicks einzubauen. Wenn man das auf den Fadern hat und einen A/B-Vergleich macht, dann wird der Unterschied deutlich. Es ist erstaunlich, wie man mit den Instrumenten-Plugins in Pro Tools den Sound verändern kann. Und plötzlich klingt die Nummer nach Star Wars!“

„Das war eines der spannendsten und auch aufwendigsten Projekte. Wir mussten noch mal eine DSP-Karte reinstecken, weil wir zum Schluss ungelogen 300 Spuren in Pro Tools hatten. Oben war das Orchester mit 80 Spuren und unten verschiedene digitale Themen mit etwa 30 Spuren pro Stück. Bei sieben verschiedenen Themes kommt man also auf etwa 200 Spuren. Mit dem Orchester wird dann dieser 300-Spuren-Wahnsinn daraus (lacht).“

Das neue S6 Pult bei Audionplus

Das neue Pult

„Wir sind im April dieses Jahres auf die S6 umgestiegen. Unsere D-Control wäre im September zehn Jahre alt geworden und da hatten wir den Wechsel ohnehin geplant. Wir haben ihn nur ein bisschen vorgezogen. Die Umstellung hat super geklappt. Die Jungs von SMM waren sehr gut vorbereitet und haben das rekordverdächtig schnell gemacht: Der Ausbau der D-Control, dann Einbau der S6 und Inbetriebnahme in deutlich weniger als zwei Stunden! Bei den aktuellen Konsolen braucht man ja nur noch ein Ethernetkabel und hat nicht mehr die aufwendige Analogverkabelung. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Umstellung durch und wir hätten sofort loslegen können.“

„Die S6 ist wesentlich intelligenter als die D-Control, insbesondere in Sachen Fadergruppen. Wir hatten neulich eine relativ aufwendige Gesangsaufnahme mit zwei Sängern und insgesamt 32 Vocalspuren. Es ist wirklich genial, wie man sich in der S6 vorher Pultgruppen bauen und dann per Recall durchschalten kann. Unsere S6 hat 16 Fader, ich kann mir also zum Beispiel auf die linken acht Fader die Sängerin und ihre erste Stimmen legen. Wenn ich jetzt die die zweiten oder dritten Stimmen bearbeiten will, dann switche ich einfach. Rechts liegen bei mir immer die Gruppen. So habe ich alles sehr kompakt unter Kontrolle.“

„Früher habe ich mir immer den Luxus gegönnt, dass ich bei 32 Gesangsspuren für jede einen Fader der D-Control hatte. Das hat aber den Nachteil, dass es doch recht unübersichtlich ist und man mit seinem Sessel immer hin- und herfahren muss. Dann sitzt man nicht immer in der Sweet Zone und deshalb haben wir uns bewusst für eine kleinere Ausführung entschieden. Die 16 Fader sind nicht breit und ich sitze immer genau im Sweet Spot, habe alles im Griff und nur das auf dem Pult, was ich gerade benötige. Diese Kompaktheit war am Anfang etwas ungewohnt. Mittlerweile bin ich aber gerade dadurch deutlich schneller.“

Alles direkt im Blick

„Die Grafikdisplays der S6 sehen nicht nur hübsch aus, sondern sie sind sehr sinnvoll in der Produktion. Zum einen hat man die Wellenformzuordnung direkt über dem Fader. Bei der D-Control hatte man den Fader in der Hand, hat aber immer woanders hingeschaut, nämlich auf den Bildschirm. Funktioniert auch, aber wenn man auf das Display gucken kann, das direkt über den Fadern platziert ist, dann sieht man die ankommenden Audiofiles und kann sich besser darauf vorbereiten. Zum Beispiel bei Sprachaufnahmen: Man sieht, wann welcher Take kommt und kann viel besser darauf reagieren. Die Displays zeigen natürlich noch viel mehr. Wo liegt ein Plugin drin? Welche Sends sind belegt? Das ist schon cool!“

„Auch alleine durch die Farbgebung kann man sich jetzt viel besser orientieren. Und mit dem Touchdisplay hat man schon sehr viel unter Kontrolle, ohne links und rechts gleich wieder in die Konsole greifen zu müssen. Auch die Editierung der Plugins finde ich sehr gelungen. Wenn man sich da ein bisschen reinfuchst, dann ist es tatsächlich viel praktischer als immer alles mit der Maus am Bildschirm machen zu müssen. Man kann an der S6 jeden Knopf anders belegen. Das hat wirklich großes Potenzial für einen schnelleren Workflow. Ich habe zum Beispiel teilweise aus der Rückspultaste eine Zoomtaste gemacht.“

„Wir produzieren für das Wertheim Village etwa 100 Spots pro Jahr. Anspruchsvoll ist da, wie Sprache und Musik ausgesteuert werden und hier lohnt sich wirklich ein Hardware-Controller. Es ist doch etwas anderes, wenn man mit dem Fader minutiös mitfahren und sich am Gehör orientieren kann. Ohne eine Faderlösung wäre das gar nicht möglich. Man müsste die Lautstärke am Bildschirm einzeichnen. Diese Gummibänder, wie ich sie immer nenne, sind viel umständlicher.“

Taktiles Mischen, den Sound in den Fingerspitzen

Philosophie beim Mixen

„Wir versuchen, bereits in der Komposition und im Arrangement die passenden Sounds zu finden und eigentlich mische ich schon während der Komposition. Da soll schon alles richtig gut klingen. Früher hat man immer mal einen Rough Mix gemacht, das mache ich heute gar nicht mehr. Während der Komposition schiebe ich alles schon richtig hin und fahre es auch zum Teil schon in das Mastering rein, denn ich möchte es so hören, wie es zum Schluss klingen könnte.“

„Kunden sagen oft, dass es zu Demozwecken ja reicht, den Sound anzudeuten, aber das funktioniert bei moderner Musik nicht mehr. Denn hier hat man nicht nur ein bisschen Klavier, ein paar Streicher und Schlagzeug, sondern da sind ja richtig abgefahrene Sounds drin. Wenn ein Kunde von uns etwas bekommt, dann soll es wirklich schon so klingen, wie es später auf dem Sender zu hören sein wird.“

„Im Endeffekt wollen wir, dass der Kunde von dem begeistert ist, was schließlich auf den Sender geht. Genau da muss es funktionieren und es muss genau das bringen, was er sich vorgestellt hat. So bekommt man auch eine gewisse Langlebigkeit und der Sender kann unsere Sound-Designs mal ganz locker drei Jahre laufen lassen, ohne dass sie sich abnutzen.”

Mixing neu erfunden!

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Perfekter Sound im Doppelpack: Sunrise Avenue auf Tour mit zwei VENUE | S6L

Die finnische Band Sunrise Avenue hat seit Jahren im deutschsprachigen Raum eine riesige Fangemeinde. Dazu hat sicher auch der Einsatz von Sänger Samu Haber in der Jury von „Voice of Germany“ nicht unerheblich beigetragen. Auf ihrer Tour im Frühjahr 2016 lassen es Sunrise Avenue richtig krachen, begleitet von einem 35-köpfigen Orchester, dem Wonderland Orchestra begleitet, dessen Klangkraft mit den Songs der finnischen Chart-Stürmer zu einer hörenswerten Synthese verschmilzt. Gespielt werden Titel aus nahezu allen Alben der langjährigen Bandgeschichte, darunter Hits wie „Hollywood Hills“ oder „Fairytale gone bad“. Die Tour geht dabei durch die größten (ausverkauften) Hallen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Zwar sind die Konzerte durchweg bestuhlt, doch bereits mit Beginn des ersten Songs hält es nur wenige Besucher auf den Sitzen – die Stimmung in den Hallen ist außerordentlich gut, und die Fans erweisen sich beim lauten Mitsingen als vollständig textsicher.

Für den hervorragenden Sound der Tour ist die langjährige Ton-Crew der Band verantwortlich, die sich um Mikko Salonen (FOH), Tuomas Hollmérus (Monitor), Petri Pihlainen (Orchester-Premix) und Timo Liski (System) gruppiert. Sowohl der FOH- als auch der Monitorplatz sind während der Tour mit einer VENUE | S6L bestückt. Für den Orchester-Premix kommt zusätzlich ein VENUE | S3L-X-System zum Einsatz. Alle VENUE-Systeme sind dabei Eigentum von Sunrise Avenue: Die Band gehörte zu den ersten Anwendern in Finnland, die sich für die neue VENUE | S6L entschieden haben – und das gleich im Doppelpack!

Mikko Salonen am FOH vor ausverkauftem Haus

Einsatz am FOH

Seit über zehn Jahren ist Mikko Salonen bei Sunrise Avenue für den FOH-Platz verantwortlich – und das mit großem Enthusiasmus. Während der Show wippt Salonen im Takt, tänzelt und wirkt dabei doch stets hoch konzentriert – der Umgang mit dem Pult ist virtuos, fast scheint Salonen die Konsole wie ein Instrument zu handhaben.

Während dieser Tour hat Salonen erstmals eine VENUE | S6L im Einsatz. Die von der Bühne kommenden Signale werden zunächst mithilfe eines analogen Splitters aufgeteilt und auf separate Stage 64 I/O-Racks für FOH und Monitorplatz geführt – entsprechend können Salonen und sein Kollege Tuomas Hollmérus die Gain-Einstellungen unabhängig voneinander wählen.

Sowohl am FOH als auch am Monitorplatz wird jede Show in Pro Tools aufgenommen und auch die Möglichkeit des virtuellen Soundchecks genutzt. An den beiden Plätzen werden unterschiedliche Signale aufgenommen, und auch die beiden Stage 64 I/O-Racks sind verschieden gepatcht. Kanäle aus einem eigenständigen Set, welches die Band auf einer B-Stage mitten im Publikum absolviert, werden beispielsweise ausschließlich im dem FOH zugeordneten Pro Tools-System mitgeschnitten.

Mikko Salonen, FOH Engineer von Sunrise Avenue

Streicher-Premix

Petri Pihlainen ist mit seinem VENUE | S3L-X-System für den Premix der Streicher verantwortlich, immerhin 24 an der Zahl, zu denen je sieben 1. Violinen und 2. Violinen, vier Bratschen, vier Celli und zwei Kontrabässe gehören. Alle Streicher außer den Bässen werden in Stereo gemischt, wobei einer angenehm breiten Verteilung im Panorama besondere Beachtung geschenkt wurde. Die Stems werden für das Recording genutzt, aber auch für die Monitormischung herangezogen – das FOH-Pult hingegen bekommt für den Live-Mix nur eine Stereosumme.

Trotz der vergleichsweise lauten Bühnenumgebung werden die fragilen Streichersignale sauber eingefangen, was Pihlainen der guten Qualität der zum Einsatz kommenden Mikrofone zuschreibt. „Das Übersprechen, das dann noch seinen Weg in die Mikros findet, klingt eigentlich recht gut!“, erzählt Pihlainen und fügt lachend hinzu: „Bei 24 offenen Streichermikrofonen ergibt das sogar den besten Snare-Reverb, den ich jemals gehört habe …“

Pihlainen ist ganz nebenbei noch Geschäftsführer einer finnischen Rental-Company und seit kurzem selbst stolzer Besitzer einer VENUE | S6L, die aber während der Tournee von Sunrise Avenue mit einer anderen Produktion unterwegs war. „Wir hatten vorher eine VENUE | Profile im Verleih, aber als die S6L angekündigt wurde, war mir sofort klar, dass ich dieses Pult haben möchte!“, berichtet Pihlainen. „Bei Avid kann ich mich auf eine lange Lebensdauer der Produkte verlassen, was Investitionssicherheit in Aussicht stellt. Auch der Wiederverkaufswert gebrauchter Avid-Konsolen war bislang immer sehr ordentlich. Losgelöst von derlei wirtschaftlichen Aspekten ist die S6L klanglich noch mal eine immense Verbesserung gegenüber den Vorgängerpulten!“

Wenig Platz neben der Bühne für die S3L-X

Petri Pihlainen mischt das Orchester vor

Interview mit Tuomas Hollmérus (Monitor)

Am Monitorplatz begleitet Tuomas Hollmérus seit 2007 die musikalischen Aktivitäten von Sunrise Avenue. Die Größe der Band und des Orchesters stellen dabei für Mensch und Technik eine große Herausforderung dar – gleich 18 Stereo- und 4 Monomixe werden auf diverse In-Ear-Monitore von der VENUE | S6L ausgespielt ausgespielt. Bei mehr als der Hälfte der Titel wurden die Musiker zusätzlich mit einem Clicktrack versorgt. Wir haben uns während des Auftritts in der Frankfurter Festhalle mit Tuomas Hollmérus unterhalten.

 

Tuomas, warum habt ihr Euch für die neue S6L entschieden und wie hat sich der Umstieg für Dich angefühlt?

Die Proben erstreckten sich über fast zwei Monate, so dass ich ausreichend Zeit hatte, um mich auf der neuen Konsole einzuleben. Ich arbeite bereits seit über zehn Jahren mit Avid-Konsolen, daher fiel mir der Umstieg leicht, da es schon viele Ähnlichkeiten zur Profile gibt. Wegen der hohen Kanalzahl durch die vielen Orchestermusiker, war die S6L ganz klar die richtige Lösung für unser Vorhaben! Meine Monitorkonsole ist praktisch vollständig belegt: Alle 64 Input-Kanäle an meinem Stage 64 I/O-Rack sind voll; weiterhin sind alle Local-Inputs sowie die AES/EBU-Anschlüsse verbunden. Die S6L kann die hohe Kanalzahl aber problemlos verarbeiten.

„Die Mixes wirken transparenter, die einzelnen Instrumente können sich besser entfalten – die S6L ist einfach wirklich gut.“ 

– Tuomas Hollmerus, Monitor Engineer

Wie hast Du die Show auf der Konsole angelegt?

Es passiert ziemlich viel auf der Bühne, und daher halte ich einen Snapshot für jeden Titel bereit. Es gibt Besonderheiten wie ein weit vorne auf der Bühne aufgestelltes Mikrofon, das von unterschiedlichen Bläsern für deren Solo-Parts genutzt wird. Passend dazu habe ich diesen Kanal im Pult vervielfacht und mit geeigneten Individualeinstellungen versehen – im richtigen Moment kann ich das erforderliche Setting einfach an der S6L abrufen.

Wie bekommst Du die immense Dynamik des Orchesters in den Griff?

Die Signale der Streicher erhalte ich in Form von Stems als Premix aus der S3L meines Kollegen Petri, der sich dort bereits um die Dynamikanpassung kümmert. Er mischt unterschiedliche Stems und Summen für das allabendliche Recording, den FOH und natürlich auch für meinen Monitorplatz. Ich nehme jede Show mit Pro Tools auf, wobei die 1. und 2. Geigen, die Celli und Bässe sowie weitere Orchesterinstrumente separat aufgezeichnet werden.

Die Bläsersignale, die direkt in meinem Pult ankommen, sind insofern unkritisch, als wir nicht mit Clip-Mics an den Instrumenten arbeiten – die Musiker können ihre Dynamik kontrollieren, indem sie näher an die fest aufgestellten Mikrofone herangehen oder die Distanz zu ihnen vergrößern. Das funktioniert erstaunlich gut, da die Musiker an diese Art von Show gewöhnt sind und wissen, wie sie mit Mikrofonen umzugehen haben.

Die S6L am Monitorplatz hat jede Menge Signale zu verteilen

Welche Plug-ins kommen bei Dir zum Einsatz?

Im Moment verwende ich keine Plug-ins von Drittanbietern, sondern nutze ausschließlich die internen Effekte der S6L und die von Avid mitgelieferten Plug-Ins wie Reverbs und Kompressoren mit denen ich rundum zufrieden bin. Neulich sprach mich sogar einer der Musiker darauf an wie fantastisch der Hall klingen würde!

Ihr seid unter den ersten gewesen, die in Europa mit der brandneuen S6L auf eine große Hallentour gegangen sind. Seid ihr deswegen nie etwas nervös gewesen?

Nicht wirklich, denn bei den Proben in Finnland hatte sich bereits herausgestellt, dass Hard- und Software zuverlässig funktionieren. Als dann unerwartet doch bei einem der ersten Konzerte kleinere Probleme mit einem der Touchscreens auftraten, hatten wir tolle Unterstützung von Avid und den Distributoren in Finnland und Deutschland. Nach der Installation der neuesten Firmware lief dann alles wieder stabil und zuverlässig. Eigentlich will man so eine Installation während einer laufenden Tour ja vermeiden, aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man guten Support bekommt, falls doch einmal etwas unerwartetes passiert!

Was gefällt Dir nach ein paar Gigs mit der S6L besonders gut?

Der Workflow und der Sound! Die vier Touchscreens vereinfachen die Bedienung ungemein und ermöglichen in Kombination mit der Hardware einen schnellen Zugriff auf alle wesentlichen Parameter. Meist ist man mit nur ein, zwei Bedienschritten am Ziel, meist reicht sogar ein einzelner Tastendruck.

Die S6L klingt komplett anders als die älteren Pulte, und das meine ich absolut positiv! Ich bin nicht sicher, ob es an den Preamps oder der Summierung liegt, aber wenn ich sehr viele Signale in Stereo für In-Ear-Mixes zusammenzustellen muss, habe ich jetzt gefühlt deutlich mehr Raum und Luft in den Mischungen. Die Mixes wirken transparenter, die einzelnen Instrumente können sich besser entfalten. Und ich weiß, dass auch mein FOH-Kollege Mikko extrem zufrieden mit dem Sound der S6L ist.

Würdest Du die S6L einem Kollegen empfehlen?

Absolut – das habe ich sogar bereits gemacht! Ich bin glücklich mit den Möglichkeiten der S6L und spreche gerne eine Empfehlung für die neue Avid-Konsole aus. Und nein, ich werde dafür nicht von Avid bezahlt – die S6L ist einfach wirklich gut!

VENUE | S6L

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MEHR INFOS




Musikmesse 2016: Erleben Sie wie und warum mit Avids Audio Tools wirklich überall Musik produziert wird

Die größte und coolste Messe für Musikinstrumente, Noten und Musikproduktion startet am 7. April, 2016 in Frankfurt. Avid präsentiert dort die neuesten Produkte und Lösungen für moderne Audioproduktion, in Halle 9.1, Stand C21.

Nach der Weltpremiere auf der NAMM Show 2016 zeigt Avid das gerade frisch veröffentlichte Pro Tools 12.5 mit dem Avid Cloud Collaboration Feature. Damit können Musiker und Produzenten von überall auf der Welt miteinander komponieren, aufnehmen und mischen.

Access Sibelius in More Ways Than Ever

Heutzutage wird von Komponisten erwartet, dass sie in kürzester Zeit nicht nur großartige Musik sondern auch perfekt gesetzte und gedruckte Partituren liefern. Die Sibelius Notationssoftware hilft Komponisten sich kreativ zu entfalten und umfangreiche Partituren schneller fertig zu stellen. Erleben Sie den Entstehungsprozess live am Avid Stand.

 

Avid freut sich darauf neue und alte Freunde auf der Messe zu treffen.

Avid auf der Musikmesse 2016

Besuchen Sie uns auf der Musikmesse Frankfurt in Halle 9.1, Stand C21 und erleben Sie hautnah warum und wie mit Avids Audio-Werkzeugen Musikproduktion überall funktioniert.

AVID AUF DER MUSIKMESSE




Musikmesse 2016: Erleben Sie Stargäste auf der Avid-Bühne in Frankfurt

Jeden Tag gibt es Demonstrationen aller Avid Produkte und darüber hinaus international bekannte und erfolgreiche Stars und Künstler mit Vorträgen zu sehen. Der Avid Stand wird während der Musikmesse 2016 stets gut besucht sein. Kommen Sie vorbei und sehen Sie was und wen Avid 2016 zu bieten hat.

Auf der Musikmesse ist Avid in der Halle 9.1 am Stand C21 zu finden. Natürlich mit den neuesten Innovationen der Audiotechnologie und vielen bekannten Usern die erfolgreich Musik und Filmmusik produzieren.

Marek Pompetzki

Marek Pompetzki ist einer von Deutschlands absoluten Top-Produzenten. Mit Sido’s “Astronaut” produzierte er den erfolgreichsten deutschen Song 2015. Marek wird auf der Avid-Bühne seine Produktionstricks erklären und hat natürlich auch die “Astronaut” Pro Tools Session mit dabei um seine Mixing-Philosophie zu veranschaulichen.

Hier geht es zum Youtube Video-Interview mit Marek und seinen Produktionspartnern.

Martin Haas

Martin Haas und sein Kollege Moses Pelham sind echte Pioniere in Sachen deutscher Hip Hop und R&B. Avid ist sehr stolz Martin Haas auf der Avid-Bühne willkommen heißen zu können. Martin wird sehr ausführlich über das neue Album von Ausnahmesänger Xavier Naidoo erzählen.

Ansgar Frerich

Ansgar Frerich ist ein Filmtoningenieur aus Berlin. Zusammen mit seiner “Homebase” dem Postproduktionsstudio Basisberlin gewann er 2015 den renommierten Deutschen Filmpreis für die Postproduktion und das Sounddesign des Hacker Thrillers Who Am I. Ansgar gibt einen Überblick darüber was Postproduktion beim Film eigentlich genau ist und hat natürlich auch eine Pro Tools Session mit Sounddesign-, Geräusch- und Mix-Beispielen aus dem prämierten Film mit dabei.

Hier geht es zum Video indem Ansgar das Making Of von Who am I bespricht.

Also, nicht verpassen! Bitte auf etwaige Aktualisierung der Zeiten achten!

Marek Pompetzki

Freitag 8. April

15:00

Samstag 9. April

15:00

Sonntag 10. April

16:00 pm und 15:00

Martin Haas

Donnerstag 7. April

17:00

Freitag 8. April

11:00

Samstag 9. April

11:00

Sonntag 10. April

11:00

Ansgar Frerich

Donnerstag 7. April

15:00

Freitag 8. April

13:00

Samstag 9. April

13:00 pm

Avid auf der Musikmesse 2016

Besuchen Sie uns auf der Musikmesse Frankfurt in Halle 9.1, Stand C21 und erleben Sie hautnah warum und wie mit Avids Audio-Werkzeugen Musikproduktion überall funktioniert.

AVID AUF DER MUSIKMESSE