Großes Kino in den Konken Studios

Von in Filmproduktion, Pro Mixing

Die Konken Studios in Hamburg sind eine der renommiertesten Adressen für TV- und Kinomischungen in Deutschland. Vom „Kleinen Arschloch“ in den 1990er Jahren bis zur aktuellen Staffel der TV-Serie „Weissensee“ wurden hier die Tonmischungen unzähliger großer und kleiner Film- und Fernsehproduktionen in Europa und der ganzen Welt durchgeführt. Seit fast 30 Jahren leitet Stephan Konken die nach ihm benannten Studios – und das sehr erfolgreich: Er konnte durch seine besonderen Vertonungsarbeiten bereits „Nika“- und „Golden Eagle-Awards“ mit nach Hause nehmen und wurde auch für den „Amanda-Award“ nominiert. Gerade wurde der Film „GETT“ für den „Golden Globe“ nominiert (Mischung: Stephan Konken )

Doch auch die Konken Studios mussten sich den veränderten Rahmenbedingungen großer Film- und Fernsehproduktionen anpassen: Knappere Budgets und immer kürzere Deadlines sowie immer mehr Umschnitte noch während der Mischung führten dazu, dass die altgediente AMS Neve DFC Konsole nicht mehr zeitgemäß war und gegen ein modernes Pro Tools | S6 System ausgetauscht wurde. Wir haben Stephan Konken gebeten, über seinen Workflow und die ersten Erfahrungen mit Pro Tools| S6 zu berichten.

Zeit für was Neues

„Ich hatte schon seit längerer Zeit darüber nachgedacht, meine AMS-Neve DFC-Konsole zu ersetzen. Für meine Produktionen brauche ich ein Werkzeug, das flexibel im Umgang mit angelieferten Projekten funktioniert, leistungsstark und wartungstechnisch modern durchdacht sowie universell einsetzbar ist. Die alte Konsole hatte mir 15 Jahre lang gute Dienste geleistet, die Tonqualität war nach wie vor super, aber die Arbeitsweise schien mir insgesamt nicht mehr zeitgemäß.

Die S6 kristallisierte sich schnell eine spannende Option heraus, im ersten Schritt wollte ich aber testen, ob sie auch wirklich meine Anforderungen erfüllt. Nach vielen Telefonaten und Überlegungen habe ich mich dann im Frühjahr 2014 zusammen mit SMM an die Konzeption gemacht. Wir haben alle Aspekte einer TV- und Kinomischung durchgespielt und verschiedene Workflows erstellt. Im Mai haben Mike Hofer und ich dann fünf Tage lang die kritischen Punkte an einer Demo-Konsole durchleuchtet. Am Ende war mir klar, dass die S6 eine große Umstellung meiner Arbeitsweise bedeuten würde, aber auch viele große Vorteile mitbringen kann. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt. Somit konnte SMM im Dezember 2014 zwei neue Pro Tools-HDX-Systeme inklusive einer 24-Fader-S6 in unserer Regie installieren.“

Behind the Scenes – Video-Interview mit Stephan Konken

Der erste Härtetest

„Jetzt, einige Monate und Filme später, habe ich mich eingearbeitet und richtig Spaß mit der Konsole. Ich habe schon recht schnell nicht mehr über die Oberfläche nachgedacht. Durch den ergonomischen Aufbau der S6 konnte ich mich schnell im Setup zurechtfinden und hatte trotz Umgewöhnung innerhalb kurzer Zeit das altgewohnte Arbeitstempo wieder erreicht.

Der erste Stresstest für die S6 kam mit der Produktion der dritten Staffel der TV-Serie „Weissensee“. Mit mehr als 80 reinkommenden Spuren und insgesamt ca. 150 Kanälen war ich hier wirklich auf einen funktionierenden Workflow angewiesen. Zuerst dachte ich, dass ich mehr Fader oder Joysticks benötige. Das hat sich aber schnell als Trugschluss herausgestellt. Mit dem Touchscreen kann ich richtig gut arbeiten. Die Wellenformdarstellung direkt über dem Kanalzug gefällt mir besonders gut – man löst sich gewissermaßen von dem konstanten Blick auf das Edit – Fenster und kann sich auf den Mix an der Konsole konzentrieren. Überhaupt ist die Verknüpfung von Pro Tools und der S6 eines der größten Argumente für den Umstieg – das Zusammenspiel funktioniert unglaublich intuitiv.“

“Überhaupt ist die Verknüpfung von Pro Tools und der S6 eines der größten Argumente für den Umstieg – das Zusammenspiel funktioniert unglaublich intuitiv.”

Stephan Konken

Alte Gewohnheiten, neue Effizienz

„Ich habe zunächst mein Setup so aufgebaut, wie ich es von meiner alten Konsole gewohnt war. Bei der alten Konsole musste ich mit dem Stuhl immer hin- und herfahren, um alle Fader bedienen zu können, durch das Konzept der S6 sitze ich jetzt erfreulicherweise immer im Sweetspot. Die Knöpfe haben bei der Umstellung auf die S6 recht klein gewirkt, sind aber gut beleuchtet und somit auch in der typischen dunklen Kinomischung gut interpretierbar. Momentan überlege ich, ob 8 weitere Fader mit fest zugeteilten Spuren für mich sinnvoll wären, ich würde dort meine Masterregler unterbringen. Die Vorstellung, dass ich meine S6 durch das modulare Konzept auf zukünftige Anforderungen und Arbeitsweisen anpassen kann, gefällt mir ungemein.

Wenn ich ein neues Projekt starte, gehe ich im ersten Schritt immer von meinem Master-Setup aus. Ich nutze es als Ausgangspunkt für jeden neuen Job und passe es dann an. Die Eingänge werden zunächst auf Gruppen aufgeteilt und filmtypisch nach O-Tönen, Foleys, Atmos, Effekten und Musik auf entsprechende Stems geroutet. Dazu gibt es für internationale Produktionen noch Parallelspuren, zum Beispiel für Variationen der O-Töne. Die Hall-Returns werden ebenfalls den Stems zugeordnet.

Einige Plugins sind bei Filmprojekten fast unverzichtbar. Ich nutze oft PhoenixVerb, iZotope Ozone und Insight, beim Limiter oder Multi-Band-Compressor setze ich auf die Avid-Pro-Plugins, weil ich damit sehr gute Ergebnisse erziele. Die Plugins lege ich gerne auf den Touchscreen, um sie dort direkt ansteuern zu können. Außerdem nutze ich für viele Effekte den Expand Mode, da ich so zum Beispiel beim Master Limiter den Input Gain direkt an den Potis der einzelnen Kanalzüge regeln kann. Als Workstations kommen Mac Pros mit HDX-Karten zum Einsatz, als Recorder nutze ich den aktuellen Mac Pro mit einem HD Native System.“

Immer das Ganze im Blick

„Unabhängig von der Technik sind für mich drei Faktoren wichtig für eine gute Tonmischung – die Verständlichkeit von Dialogen, das Erzeugen von klar abgegrenzten Räumlichkeiten und ein in sich schlüssiges, homogenes Gesamtbild der Töne. Den aktuellen Film haben wir im Format 7.1 gemischt, wobei ich immer darauf geachtet habe, das Panning sehr subtil einzusetzen, da es der Handschrift des Films am ehesten gerecht wurde.

Wir haben in den Konken Studios auf jeden Fall sehr von der Umstellung auf die S6 profitiert und wir sind gut für die Zukunft und Veränderungen der Branche aufgestellt. Auch wenn ich die alte DFC noch in einer Ecke des Studios stehen habe, bin ich bisher noch nicht in die Verlegenheit gekommen, über eine Rückinstallation nachzudenken.“

Behind the Scenes – Mischen mit Pro Tools | S6 in den Konken Studios

Pro Tools | S6

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As Marketing Manager Audio one of my most exciting responsibilities is to work with customers and artists from music production and live sound up to big film mixing studios.