Patrick Eckerlin: Auf Tour mit PUR und der VENUE | S6L

Von in Live Sound, Musik

Der nächste Schritt

Patrick Eckerlin, früher selbst Keyboarder, ist seit fast 30 Jahren eine feste Größe im deutschen Musik-Business. 1995 arbeitet er das erste Mal mit PUR zusammen, seit 2001 ist er der FOH-Ingenieur der Band, und 2008 hat er für die Deutsch-Pop-Band die komplette Produktionsleitung übernommen – Ende offen. Darüber hinaus arbeitete er unter anderem für Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Lenny Kravitz sowie als selbständiger Toningenieur für zahlreiche Industrieunternehmen und Veranstaltungsfirmen.

Bereits 2013 hat er eine VENUE Profile mit auf eine Tour von PUR genommen und war nach zahlreichen Hallen- und über 30 Open-Air-Shows restlos von der Konsole überzeugt. Besonders der Sound in Studioqualität und die Möglichkeit zum virtuellen Soundcheck haben ihn begeistert. Grund genug für ihn, weiterhin auf Pulte von Avid zu vertrauen: Als erster deutscher Top-Act gingen PUR und Patrick Eckerlin im Dezember 2015 mit dem neuen Livesound-System VENUE | S6L von Avid auf Konzertreise.

Patrick Eckerlin am FOH bei PUR

Patrick, was sind für Dich als FOH-Engineer die größten Herausforderungen bei PUR 2015?

Die größten Herausforderungen bei so einer Mittelbühnen-Tour sind mit Sicherheit die Größen der Arenen mit einer 360°-Beschallung. Wir spielen in den größten Hallen Deutschlands mit Zuschauerzahlen zwischen 12.000 und 17.000 Fans. Das Ziel ist hier natürlich eine durchgängig und gleichmäßig gute Beschallung bis in die letzten Reihen.

Beim Mischen einer deutschsprachigen Band ist die Textverständlichkeit dabei immer die oberste Prämisse. Wenn alles toll klingt, man aber die Texte des Sängers oder Sängerin nicht versteht, wird es dafür in Deutschland kaum Verständnis geben. Das ist nicht nur bei PUR so, sondern auch bei Bands wie beispielsweise Silbermond.

Durch die sich ständig ändernde Instrumentierung bei PUR müsste man darüber hinaus theoretisch die ganze Zeit knapp 60 Kanäle offen haben – darum ist für mich eine Programmierung mit Snapshots für Konsolen- und Plug-in-Einstellungen ein Must-have.

Wann und warum hast Du dich entschieden, die Tour mit der VENUE | S6L zu machen?

Als langjähriger Nutzer der Avid VENUE | Profile war es für mich der logische nächste Schritt, da ich mit der Profile bis dato sehr zufrieden war und ich zur S6L aktuell keine Alternative sehe. Durch die mögliche Exportierung der Profile-Files ist ein Umstieg auf die S6L zudem sehr einfach. Wir arbeiten für die Tour mit 8days a week zusammen, und mit denen habe ich im Vorfeld über die Anschaffung der S6L gesprochen.

Als Wolfgang „Schabbach“ Neumann  und Frank Müller (Geschäftsführer von 8days a week) mir dann zugesagt hatten, dass ich die Konsole noch vor den Proben mit PUR Mitte November 2015 bekomme, war die Sache für mich klar. So konnte ich mich noch ein paar Tage damit vertraut machen, bevor es auf große Arenatour ging.

 

War das nicht ein Risiko, als erster mit einem nagelneuen Tisch auf Tour zu gehen?

Dieses Risiko hatte ich bisher schon öfter, wenn ich mit anderen Pulten als einer der ersten auf Tour war. Ich war da einfach optimistisch und habe darauf vertraut, dass es schon gut gehen wird, da ich mit der VENUE Profile nie Probleme hatte. Außerdem hatte ich guten Support von Avid und vom deutschen Vertrieb S.E.A.

Wie war für Dich der Umstieg von der Profile?

Ehrlich gesagt war es nach ein paar Stunden auf der S6L für mich so, als hätte ich nie ein anderes Pult gehabt. Jeder, der auf der Profile fit ist, wird problemlos mit der S6L arbeiten können.

 

Was gefällt Dir am meisten an der S6L?

Rein visuell ist die S6L sehr gelungen und entspricht genau dem, was ich von einem modernen Pult im Jahr 2015 erwarte. Es bietet eine sehr gute Übersicht der einzelnen Kanäle, sehr viele Informationen in Bezug auf Input, EQ, Dynamics und Routing. Der letzte Punkt ist mir übrigens bei Digitalpulten wichtiger alles vieles andere. Bei der S6L kann ich sofort sehen, welche Spuren wohin geroutet werden.

Da ich keinen direkten A/B-Vergleich mit anderen Pulten gemacht habe, fällt ein direkter Soundvergleich schwer. Ist mir aber auch egal, denn das Ergebnis ist entscheidend – und das ist fantastisch.

 

Was möchtest Du nach ein paar Gigs nicht mehr vermissen?

Den „Input“-Knopf, der es einem ermöglicht, ganze 32 Inputfader auf einer Bank zu haben. Das ist großartig. Ich finde auch den Universe-Bildschirm klasse, bei dem man sich schnell einen Kanal auf den Fader legen kann, ohne jedes Mal die Faderbank wechseln zu müssen.

Was ich schon seit der Profile nicht mehr missen möchte, ist die Integration von Pro Tools. Ich nehme jede Show auf, und die Aufnahme vom Vorabend ist meine Referenz für die nächste Show, um das PA-System der Halle anzupassen.

„Ehrlich gesagt war es nach ein paar Stunden auf der S6L für mich so, als hätte ich nie ein anderes Pult gehabt. Jeder, der auf der Profile fit ist, wird problemlos mit der S6L arbeiten können.“

Wie hast Du Dir die Show auf der S6L aufgebaut?

Ich arbeite mit Snapshots pro Song. In der Automation habe ich Mutes, Fader, Plug-ins und AUX-Sends. Kanäle wie Chefmikro, Sparemikros, etc. sind nicht in die Automation programmiert. Bei einer Tour mit Kopfbühne nehme ich sogar noch das Panorama mit in die Automation.

 

Gibt es bestimmte Signale, die dir besonders am Herzen liegen oder die deine besondere Aufmerksamkeit brauchen?

Ja, für die Stimme von Hartmut verwende ich einiges an Zeit, da sie nicht ganz einfach ist. Das mache ich im virtuellen Soundcheck mit Pro Tools, teilweise mit kurzen Textphrase im Loop, um z.B. die Centerfrequenzen für meine beiden De-Esser einzustellen. Auch der Multiband-Kompressor benötigt etwas länger, wenn man ihn effektiv einstellen will. Auf der S6L verwende ich den neuen Pro Multiband, früher war es der C6 von Waves.

Welche Bearbeitung oder Plug-Ins benutzt Du für die einzelnen Signale? Sonnox? Avid Pro Series?

Momentan verwende ich vor allem die Avid Pro Series Plug-Ins und das Livebundle von Sonnox. Von Sonnox hauptsächlich den EQ und den De-Esser für die Vocals und den TransMod für die Drums.

 

Würdest Du S6L einem Kollegen empfehlen?

Auf jeden Fall – ich kann die S6L jedem nur wärmstens empfehlen. Viele meiner Kollegen sind jetzt schon neidisch, dass ich damit arbeiten darf. Für mich ist es zurzeit das beste Pult auf dem Markt.

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As Marketing Manager Audio one of my most exciting responsibilities is to work with customers and artists from music production and live sound up to big film mixing studios.