Perfekter Sound im Doppelpack: Sunrise Avenue auf Tour mit zwei VENUE | S6L

Von in Live Sound, Musik

Die finnische Band Sunrise Avenue hat seit Jahren im deutschsprachigen Raum eine riesige Fangemeinde. Dazu hat sicher auch der Einsatz von Sänger Samu Haber in der Jury von „Voice of Germany“ nicht unerheblich beigetragen. Auf ihrer Tour im Frühjahr 2016 lassen es Sunrise Avenue richtig krachen, begleitet von einem 35-köpfigen Orchester, dem Wonderland Orchestra begleitet, dessen Klangkraft mit den Songs der finnischen Chart-Stürmer zu einer hörenswerten Synthese verschmilzt. Gespielt werden Titel aus nahezu allen Alben der langjährigen Bandgeschichte, darunter Hits wie „Hollywood Hills“ oder „Fairytale gone bad“. Die Tour geht dabei durch die größten (ausverkauften) Hallen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Zwar sind die Konzerte durchweg bestuhlt, doch bereits mit Beginn des ersten Songs hält es nur wenige Besucher auf den Sitzen – die Stimmung in den Hallen ist außerordentlich gut, und die Fans erweisen sich beim lauten Mitsingen als vollständig textsicher.

Für den hervorragenden Sound der Tour ist die langjährige Ton-Crew der Band verantwortlich, die sich um Mikko Salonen (FOH), Tuomas Hollmérus (Monitor), Petri Pihlainen (Orchester-Premix) und Timo Liski (System) gruppiert. Sowohl der FOH- als auch der Monitorplatz sind während der Tour mit einer VENUE | S6L bestückt. Für den Orchester-Premix kommt zusätzlich ein VENUE | S3L-X-System zum Einsatz. Alle VENUE-Systeme sind dabei Eigentum von Sunrise Avenue: Die Band gehörte zu den ersten Anwendern in Finnland, die sich für die neue VENUE | S6L entschieden haben – und das gleich im Doppelpack!

Mikko Salonen am FOH vor ausverkauftem Haus

Einsatz am FOH

Seit über zehn Jahren ist Mikko Salonen bei Sunrise Avenue für den FOH-Platz verantwortlich – und das mit großem Enthusiasmus. Während der Show wippt Salonen im Takt, tänzelt und wirkt dabei doch stets hoch konzentriert – der Umgang mit dem Pult ist virtuos, fast scheint Salonen die Konsole wie ein Instrument zu handhaben.

Während dieser Tour hat Salonen erstmals eine VENUE | S6L im Einsatz. Die von der Bühne kommenden Signale werden zunächst mithilfe eines analogen Splitters aufgeteilt und auf separate Stage 64 I/O-Racks für FOH und Monitorplatz geführt – entsprechend können Salonen und sein Kollege Tuomas Hollmérus die Gain-Einstellungen unabhängig voneinander wählen.

Sowohl am FOH als auch am Monitorplatz wird jede Show in Pro Tools aufgenommen und auch die Möglichkeit des virtuellen Soundchecks genutzt. An den beiden Plätzen werden unterschiedliche Signale aufgenommen, und auch die beiden Stage 64 I/O-Racks sind verschieden gepatcht. Kanäle aus einem eigenständigen Set, welches die Band auf einer B-Stage mitten im Publikum absolviert, werden beispielsweise ausschließlich im dem FOH zugeordneten Pro Tools-System mitgeschnitten.

Mikko Salonen, FOH Engineer von Sunrise Avenue

Streicher-Premix

Petri Pihlainen ist mit seinem VENUE | S3L-X-System für den Premix der Streicher verantwortlich, immerhin 24 an der Zahl, zu denen je sieben 1. Violinen und 2. Violinen, vier Bratschen, vier Celli und zwei Kontrabässe gehören. Alle Streicher außer den Bässen werden in Stereo gemischt, wobei einer angenehm breiten Verteilung im Panorama besondere Beachtung geschenkt wurde. Die Stems werden für das Recording genutzt, aber auch für die Monitormischung herangezogen – das FOH-Pult hingegen bekommt für den Live-Mix nur eine Stereosumme.

Trotz der vergleichsweise lauten Bühnenumgebung werden die fragilen Streichersignale sauber eingefangen, was Pihlainen der guten Qualität der zum Einsatz kommenden Mikrofone zuschreibt. „Das Übersprechen, das dann noch seinen Weg in die Mikros findet, klingt eigentlich recht gut!“, erzählt Pihlainen und fügt lachend hinzu: „Bei 24 offenen Streichermikrofonen ergibt das sogar den besten Snare-Reverb, den ich jemals gehört habe …“

Pihlainen ist ganz nebenbei noch Geschäftsführer einer finnischen Rental-Company und seit kurzem selbst stolzer Besitzer einer VENUE | S6L, die aber während der Tournee von Sunrise Avenue mit einer anderen Produktion unterwegs war. „Wir hatten vorher eine VENUE | Profile im Verleih, aber als die S6L angekündigt wurde, war mir sofort klar, dass ich dieses Pult haben möchte!“, berichtet Pihlainen. „Bei Avid kann ich mich auf eine lange Lebensdauer der Produkte verlassen, was Investitionssicherheit in Aussicht stellt. Auch der Wiederverkaufswert gebrauchter Avid-Konsolen war bislang immer sehr ordentlich. Losgelöst von derlei wirtschaftlichen Aspekten ist die S6L klanglich noch mal eine immense Verbesserung gegenüber den Vorgängerpulten!“

Wenig Platz neben der Bühne für die S3L-X

Petri Pihlainen mischt das Orchester vor

Interview mit Tuomas Hollmérus (Monitor)

Am Monitorplatz begleitet Tuomas Hollmérus seit 2007 die musikalischen Aktivitäten von Sunrise Avenue. Die Größe der Band und des Orchesters stellen dabei für Mensch und Technik eine große Herausforderung dar – gleich 18 Stereo- und 4 Monomixe werden auf diverse In-Ear-Monitore von der VENUE | S6L ausgespielt ausgespielt. Bei mehr als der Hälfte der Titel wurden die Musiker zusätzlich mit einem Clicktrack versorgt. Wir haben uns während des Auftritts in der Frankfurter Festhalle mit Tuomas Hollmérus unterhalten.

 

Tuomas, warum habt ihr Euch für die neue S6L entschieden und wie hat sich der Umstieg für Dich angefühlt?

Die Proben erstreckten sich über fast zwei Monate, so dass ich ausreichend Zeit hatte, um mich auf der neuen Konsole einzuleben. Ich arbeite bereits seit über zehn Jahren mit Avid-Konsolen, daher fiel mir der Umstieg leicht, da es schon viele Ähnlichkeiten zur Profile gibt. Wegen der hohen Kanalzahl durch die vielen Orchestermusiker, war die S6L ganz klar die richtige Lösung für unser Vorhaben! Meine Monitorkonsole ist praktisch vollständig belegt: Alle 64 Input-Kanäle an meinem Stage 64 I/O-Rack sind voll; weiterhin sind alle Local-Inputs sowie die AES/EBU-Anschlüsse verbunden. Die S6L kann die hohe Kanalzahl aber problemlos verarbeiten.

„Die Mixes wirken transparenter, die einzelnen Instrumente können sich besser entfalten – die S6L ist einfach wirklich gut.“ 

– Tuomas Hollmerus, Monitor Engineer

Wie hast Du die Show auf der Konsole angelegt?

Es passiert ziemlich viel auf der Bühne, und daher halte ich einen Snapshot für jeden Titel bereit. Es gibt Besonderheiten wie ein weit vorne auf der Bühne aufgestelltes Mikrofon, das von unterschiedlichen Bläsern für deren Solo-Parts genutzt wird. Passend dazu habe ich diesen Kanal im Pult vervielfacht und mit geeigneten Individualeinstellungen versehen – im richtigen Moment kann ich das erforderliche Setting einfach an der S6L abrufen.

Wie bekommst Du die immense Dynamik des Orchesters in den Griff?

Die Signale der Streicher erhalte ich in Form von Stems als Premix aus der S3L meines Kollegen Petri, der sich dort bereits um die Dynamikanpassung kümmert. Er mischt unterschiedliche Stems und Summen für das allabendliche Recording, den FOH und natürlich auch für meinen Monitorplatz. Ich nehme jede Show mit Pro Tools auf, wobei die 1. und 2. Geigen, die Celli und Bässe sowie weitere Orchesterinstrumente separat aufgezeichnet werden.

Die Bläsersignale, die direkt in meinem Pult ankommen, sind insofern unkritisch, als wir nicht mit Clip-Mics an den Instrumenten arbeiten – die Musiker können ihre Dynamik kontrollieren, indem sie näher an die fest aufgestellten Mikrofone herangehen oder die Distanz zu ihnen vergrößern. Das funktioniert erstaunlich gut, da die Musiker an diese Art von Show gewöhnt sind und wissen, wie sie mit Mikrofonen umzugehen haben.

Die S6L am Monitorplatz hat jede Menge Signale zu verteilen

Welche Plug-ins kommen bei Dir zum Einsatz?

Im Moment verwende ich keine Plug-ins von Drittanbietern, sondern nutze ausschließlich die internen Effekte der S6L und die von Avid mitgelieferten Plug-Ins wie Reverbs und Kompressoren mit denen ich rundum zufrieden bin. Neulich sprach mich sogar einer der Musiker darauf an wie fantastisch der Hall klingen würde!

Ihr seid unter den ersten gewesen, die in Europa mit der brandneuen S6L auf eine große Hallentour gegangen sind. Seid ihr deswegen nie etwas nervös gewesen?

Nicht wirklich, denn bei den Proben in Finnland hatte sich bereits herausgestellt, dass Hard- und Software zuverlässig funktionieren. Als dann unerwartet doch bei einem der ersten Konzerte kleinere Probleme mit einem der Touchscreens auftraten, hatten wir tolle Unterstützung von Avid und den Distributoren in Finnland und Deutschland. Nach der Installation der neuesten Firmware lief dann alles wieder stabil und zuverlässig. Eigentlich will man so eine Installation während einer laufenden Tour ja vermeiden, aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man guten Support bekommt, falls doch einmal etwas unerwartetes passiert!

Was gefällt Dir nach ein paar Gigs mit der S6L besonders gut?

Der Workflow und der Sound! Die vier Touchscreens vereinfachen die Bedienung ungemein und ermöglichen in Kombination mit der Hardware einen schnellen Zugriff auf alle wesentlichen Parameter. Meist ist man mit nur ein, zwei Bedienschritten am Ziel, meist reicht sogar ein einzelner Tastendruck.

Die S6L klingt komplett anders als die älteren Pulte, und das meine ich absolut positiv! Ich bin nicht sicher, ob es an den Preamps oder der Summierung liegt, aber wenn ich sehr viele Signale in Stereo für In-Ear-Mixes zusammenzustellen muss, habe ich jetzt gefühlt deutlich mehr Raum und Luft in den Mischungen. Die Mixes wirken transparenter, die einzelnen Instrumente können sich besser entfalten. Und ich weiß, dass auch mein FOH-Kollege Mikko extrem zufrieden mit dem Sound der S6L ist.

Würdest Du die S6L einem Kollegen empfehlen?

Absolut – das habe ich sogar bereits gemacht! Ich bin glücklich mit den Möglichkeiten der S6L und spreche gerne eine Empfehlung für die neue Avid-Konsole aus. Und nein, ich werde dafür nicht von Avid bezahlt – die S6L ist einfach wirklich gut!

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As Marketing Manager Audio one of my most exciting responsibilities is to work with customers and artists from music production and live sound up to big film mixing studios.