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Hollywood-Feeling in Berlin mit Avid

Ein schwarzgekleideter Tom Cruise wird an einem Seil hängend von der Decke herabgelassen. Die Spannung steigt… Die Musik dazu fesselt das Publikum vor der Kinoleinwand. Dahinter steckt meist Highclass-Technologie von Avid, dem weltweit führenden Anbieter von Media- unter Entertainmentsystemen.

Auf dem Community Event von Avid am 11. Juli in Berlin können Sie hautnah Erfahrungsberichte von Filmemachern hören, die große Blockbuster mit Avid realisiert haben.

Eddie Hamilton, editor Mission Impossible: Fallout

Sam Dornan, Scottish TV

Martin Kett, creative director Perfect Accident

Ein schwarzgekleideter Tom Cruise wird an einem Seil hängend von der Decke herabgelassen. Die Spannung steigt… Die Musik dazu fesselt das Publikum vor der Kinoleinwand. Dahinter steckt meist Highclass-Technologie von Avid, dem weltweit führenden Anbieter von Media- unter Entertainmentsystemen.

Auf dem Community Event von Avid am 11. Juli in Berlin können Sie hautnah Erfahrungsberichte von Filmemachern hören, die große Blockbuster mit Avid realisiert haben.

Eddie Hamilton, Editor von Mission Impossible: Fallout und Sam Dornan von Scottish TV sowie Jivko Chakarov von Nu Boyana Studios bieten inspirierende Einblicke und zeigen live wie sie mit Produkten von Avid arbeiten. Doch auch deutsche Shootingstars stellen sich auf dem Community Event vor. Basis Berlin berichten von ihrer Audio Production Arbeit an der deutschen Netflix-Serie Dark und Martin Kett, Creative Director von Perfect Accident zeigt wie man mit den Grafiklösungen von Avid einen News Channel branded. Parallel wird es Audio Workshops im ‚Club‘ geben.

Seien Sie bei dem großen Community Event von Avid in Berlin dabei! Im Spindler & Klatt nimmt Avid Sie mit auf eine spannende Reise in die Welt der Video- und Tontechnik.

Hier noch einmal alle Infos gesammelt:

 

Wann: 11. Juli 2018, Beginn 12:00 Uhr

Wo: Spindler & Klatt, Berlin

Avid Berlin Community Event

Seien Sie bei dem großen Community Event von Avid in Berlin dabei!




Bauer Studios setzen auf Immersive Audio mit Pro Tools

Dass sich die professionelle Audiobranche in der größten und spannendsten Umbruchphase befindet, seit der Übergang von analoger zu digitaler Audioproduktion ernsthaft begann, ist eine kaum zu verleugnende Tatsache. Abgesehen von den zahlreichen neuen Medienformaten haben zwei Entwicklungen – die weite Akzeptanz vernetzter Audio-Workflows und das Aufkommen ganz neuer Technologien wie 3D-Audio („Immersive Audio“) – entscheidend dazu beitragen, Türen für neue Klangexperimente zu öffnen.

Für die ehrwürdigen Bauer Studios Ludwigsburg, Deutschlands ältesten Tonstudiokomplex in Privatbesitz, waren die Möglichkeiten dreidimensionaler Klanggestaltung Anlass, die Studioumgebung einem umfangreicheren Upgrade zu unterziehen. Im Verlauf der letzten 70 Jahre gaben sich hier die unterschiedlichsten Musiker von Jazz über Rock bis hin zu kompletten Orchestern die Klinke in die Hand, darunter einige der einflussreichsten Künstler weltweit, wie Stevie Wonder, Miles Davis oder Keith Jarrett.

Bauer Studios-Toningenieur und -Geschäftsführer Michael Thumm, der das Upgrade gemeinsam mit seinem Co-Tonmann Daniel Keinath plante, erinnert sich, wie sie an die Umsetzung des technologischen Wandels herangingen. „Wir wollten in der Lage sein, auch Dolby Atmos-Mischungen für 3D-Audioprojekte anzubieten“, erklärt Michael. „Diese Technologien stecken zwar fast noch in den Kinderschuhen, doch die Filmwelt hat in diesem Bereich definitiv große Fortschritte gemacht, und unsere Tonleute experimentieren bei Musikaufnahmen auch schon mit Dolby Atmos. Natürlich möchten wir auf den steigenden Bedarf reagieren und unseren Kunden auch heute schon zeigen, was mit Dolby Atmos und ‚Immersive Audio‘ alles machbar ist.“

Michael Thumm, Toningenieur und Geschäftsführer der Bauer Studios

In einem der beiden nach neuestem Stand der Technik ausgestatteten Studioräume der Bauer Studios wurde die Avid Pro Tools | Ultimate-Umgebung um Pro Tools | HDX-Systeme, Pro Tools | MTRX-Hardware sowie eine Pro Tools | S6-Mischkonsole erweitert, die neben mehr Leistung und Geschwindigkeit auch umfangreiche Funktionen für die Verarbeitung von 3D-Audioproduktionen bereitstellen. „Die Investition in die S6 war ein sehr wichtiger Schritt für uns, da wir für unsere Tonleute optimale Voraussetzungen bei der Arbeit mit Pro Tools-Sessions und Dolby Atmos-Mischungen schaffen wollten“, so Daniel. „Viele von ihnen waren mit der S6 schon gut vertraut, aber nun hatte das gesamte Team die Gelegenheit, die Features detailliert kennenzulernen. Insbesondere die Möglichkeit, Layouts zusammenzustellen, kam sehr gut an. Durch solche Layouts kann man extrem schnell auf ausgewählte Spuren oder komplette Track-Gruppen zugreifen.“

In Kombination mit der S6-Konsole bietet Pro Tools | HDX noch mehr Leistung und mehr Möglichkeiten für wirklich hochwertige Tonmischungen – ungeachtet der Art und des Umfangs der jeweiligen Produktion. Und das modular konzipierte Pro Tools | MTRX-Audio-Interface überzeugt durch hochwertigste Ein- und Ausgänge, flexible Routing-Optionen sowie integriertes Monitoring für Dolby Atmos.

Mit den ersten umfangreicheren Dolby Atmos-Sessions wird es bereits im Laufe dieses Jahres losgehen, was die Bauer Studios, die seit langem zu den renommiertesten deutschen Tonstudios zählen, noch einmal bekannter machen wird. Zwar haben sich die Bauer Studios in erster Linie durch Musikproduktionen einen Namen gemacht, darüber hinaus betreibt das Unternehmen aber auch eine gut gebuchte Mastering-Suite und besitzt mehrere mobile Recording-Systeme. Auch die Post-Production-Aufträge für Film und Fernsehen nahmen mit den Jahren zu – eine Entwicklung, die eine hohe Flexibilität erfordert und auf die mit den neuen Avid-Lösungen in Studio 2 reagiert wurde.

Tonmeister Daniel Keinath zählt zum festen Team der Bauer Studios

„Die Musik steht bei uns im Mittelpunkt“, bestätigt Michael. „Doch um mit Branchentrends und den Anforderungen unserer Kunden mitzuhalten, haben wir unser Angebot erweitert, um auch spezielle Audioproduktionen für Film und TV übernehmen zu können. Diese neuen Projekte brachten natürlich neue Herausforderungen mit sich.“

Dafür ist Studio 2 nach dem Upgrade im letzten Sommer nun mehr als gerüstet. Der Umbau dauerte ungefähr vier Monate, und schon ganz am Anfang in der Planungsphase, wussten Daniel und Michael, dass sie eine Mischkonsole für die Pro Tools-Steuerung dauerhaft ins Studio integrieren wollten. Da war die Investition in eine Pro Tools | S6 mit Dolby Atmos nur noch der nächste logische Schritt, denn das Team war schon länger mit der Konsole vertraut, und sie bietet umfassende 3D-Audio-Kompatibilität.

Die Neuerungen haben sich bereits ausgezahlt: Seit der Erweiterung von Studio 2 geht die Arbeit schneller und flexibler vonstatten – ein Vorteil auch bei sehr umfangreichen Produktionen, die aufgrund der Auslastung der Bauer Studios in verschiedenen Räumen bearbeitet werden. Als Beispiel nennt Michael eine der letzten Chorwerk-Einspielungen der Bauer Studios, die in Studio 1 aufgezeichnet und in Studio 2 bearbeitet und gemischt wurden. „Das war ein sehr komplexes Projekt mit Bläsern, Streichern und insgesamt ungefähr 140 bis 150 Tracks. Mit der S6 war die Automation viel unkomplizierter, so dass sich das Mischen deutlich vereinfachte.“

“Großer Vorteil des modularen Konzepts der S6 ist die Erweiterbarkeit. So können wir mit einer kleinen Konsole mit weniger Kanalzug-Modulen beginnen und je nach Bedarf erweitern.”

—Bettina Bertók, Sound Engineer

In Hinblick auf die Zukunft ist die Tatsache, dass die S6 auch 3D-Audioproduktionen mit ihren zahlreichen Formaten und Ausprägungen unterstützt, für Bauer von hohem Wert. „Man kann unterschiedlich an Immersive-Audio-Projekte herangehen“, merkt Daniel noch an. „Ein Ansatz könnte beispielsweise sein, nativ in Dolby Atmos zu mischen und anschließend 7.1- oder 5.1-Surround und/oder Stereomischungen zu erstellen. Bei Musikproduktionen könnte es auch umgekehrt laufen, und wir starten mit einem Stereomix.“

Was immer die Zukunft auch bringen wird: Das Bauer-Team ist bestens gerüstet, um aus den sich bietenden Gelegenheiten das Optimum herauszuholen. Michael bringt es auf den Punkt: „Unsere neuen Pro Tools-Systeme erlauben es uns, unsere Arbeit perfekt auf sämtliche Anforderungen unserer Kunden auszurichten. Niemand kann eindeutig sagen, wie die Zukunft dreidimensionaler Audioproduktionen aussehen wird. Sicher ist aber, dass diese neuen Möglichkeiten sehr viel Potenzial für uns bereithalten. Wir rechnen damit, dass Dolby Atmos im Laufe der Zeit für immer mehr Märkte interessant sein wird, und dank unserer neuen Installation sind wir bestens darauf vorbereitet.”

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Stefan Holtz mischt FOH mit S6L für die Toten Hosen

Wir treffen Stefan Holtz zum Gespräch in der Barclay Card Arena Hamburg. Beim Betreten der Halle ist der Soundcheck schon in vollem Gange. Holtz beendet gerade seinen Virtual Soundcheck mit der Show vom Vortag. Die Bühnen-Crew startet anschließend umgehend den Line-Check mit ihm. Danach hat er 20 Minuten Zeit für uns bis schließlich der „echte“ Soundcheck mit der Band losgeht.

Stefan Holtz ist FOH Engineer und System Tech. Seit der Westernhagen Unplugged Show im Herbst 2016 ist Stefan immer wieder mit der S6L unterwegs.

Stefan, das letzte Mal sprachen wir anlässlich der Westernhagen MTV unplugged Show, die Du gemischt hast. Und das war auch eine der ersten Shows für Dich mit der S6L. Nun knapp ein Jahr später und nach verschiedenen Touren, jetzt mit den Hosen, was kannst Du zu deinen Erfahrungen mit dem Pult sagen?

Nachdem ich die letzte Tour mit den Hosen und auch die großen Festivals mit der S3 gemischt habe, einfach weil es geht und weil sie es kann, ist es jetzt natürlich wesentlich komfortabler: mit 32 Fadern, einer großen Oberfläche. Das klingt jetzt nicht unbedingt gleich viel besser, aber die Arbeit, das Mischen, macht wesentlich mehr Spaß. Wobei ich doch sagen muss, dass der Soundunterschied zwischen der S3 und der S6L deutlich ist. Nur ist ein „in the face“ Rock Act wie die Hosen etwas Anderes als z. B. eine unplugged Show. Dort fällt die höhere Auflösung aufgrund der filigraneren Signale viel extremer auf. Die S6L stellt diesbezüglich einen gigantischen Schritt dar, mit ihren 96 kHz klingt sie wahnsinnig offen, besonders in den oberen Frequenzen. Was mich auch immer wieder beeindruckt ist, wieviel Platz in dem Bus dieser Konsole ist. Man schafft es kaum, dass dort mal etwas überfahren wird. Ansonsten habe ich ja schon im letzten Jahr vieles zur S6L gesagt, wobei sie kontinuierlich upgedatet wurde und immer wieder neue Funktionen dazu gekommen sind, die unter Umständen noch gefehlt haben (wie z. B. die MADI Karte – obwohl ich selbst keinen Waves-Server betreibe).

Was ich viel benutze sind Automationen die nun zur Verfügung stehen. Auch auf der Event-Ebene geht nun viel mehr. Man kann viel mehr Sachen im Pult als Trigger verwenden: Zum Beispiel kann man jetzt dynamisch EQs bauen. „Wenn ich dieses Solo lauter fahre, +3db mit dem Fader, dann mach doch gnädiger Weise ein paar Höhen weg …!“ – Solche Dinge kann ich nun komfortabel auf dem Pult automatisieren. Diese Features sind ziemlich einzigartig, die kenne ich, zumindest in der Form, von keinem anderen Pult.

Außerdem ist das System stabil, ich hatte nie Stress damit. Es gab zwischendurch mal kleinere Bugs die mir jedoch nie aufgefallen sind. Wenn man sich einfach an seine Routinen hält und keinen Unsinn macht, kein eiskaltes Pult aus dem Truck holt und sofort einschaltet, sondern es erst einmal warm werden lässt, seine Show neu lädt, wenn man das Pult neu gestartet hat etc., hat man auch einfach weniger Stress damit. Ich habe keine neuen Bugs gefunden – und ich suche, wirklich!

Neben der S6L, an deinem Pro Tools Siderack sehe ich noch eine S3, welche Aufgabe hat das Pult?

Die S3 ist wirklich nur als Spare-Pult dabei. Nicht weil ich der S6 nicht traue, sondern weil ich dem Publikum nicht traue. Man kann die Show ja nicht abbrechen, wenn mal ein Bierbecher in die falsche Richtung fliegt und ich nicht schnell genug bin und dem Pult etwas passiert. Eine zweite S6L mitzunehmen wäre eine Option, braucht aber auch Platz und wir haben ja bewiesen, dass es mit der S3 auch geht. Es würde sicher anders klingen, wenn wir umschalten müssten, aber es geht weiter und darum geht’s.

Unter der S3 gibt es auch noch etwas Outboard, was hast du dabei, dass du offensichtlich nicht missen willst?

Das sind in der Tat Sachen, die ich nicht missen will. Die es zum Teil auch gar nicht als Plug-In gibt oder zumindest nicht als eins, das auf der S6L laufen würde. Da ist zum Beispiel ein Manley Elop, ein optischer Kompressor, den ich für Campino benutze. Dann gibt es den Vertigo VSC II als Summenkompressor, zwei KuSh Audio Tweaker für die Schlagzeug-Bass Summe, dann noch einen Manley Pultec EQ für Schlagzeug-Bass, ein Bricasti M7 Reverb und einen KuSh Audio Clariphonic zum Höhen auffrischen in der Summe. Das sind die Geräte, die ich in Variationen immer gerne dabei habe.

Für mich ist es wichtig gleichzeitig die Meter und das was die Kompressoren machen sehen zu können. Das ist etwas, das bei der S6 bzw. allen Digitalpulten, die mit internen Plug-Ins oder mit dem Waves-Server arbeiten zu eigen ist: man sieht nicht was die Plug-Ins machen. Du siehst immer nur das eine, dass du offen hast. Du siehst die Gainreduction in den Kanälen nicht, nicht in den Summen. Man kann das entweder so machen wie Klaus Scharff (u.a. FOH Fanta 4) und sich ein Pro Tools System danebenstellen und die Plug-Ins dort aufmachen um sie alle gleichzeitig zu sehen, oder man nimmt, wie ich, Hardware für die wichtigen Signale wie die Stimme, Schlagzeug/Bass und die Summe, um ständig zu sehen was da passiert. So mische ich nicht in irgendwelche Kompressoren hinein und verrenne mich dann im Mix. Deswegen habe ich relativ wenig Dynamikbearbeitung in den internen Plug-Ins. Da nehme ich lieber den Kanalkompressor, den mir das Pult anzeigt.

Welche Plug-Ins nutzt Du?

Mein meist benutztes Plug-In ist der TimeAdjuster für ein reines Delay Panning. Ich habe mir jeden Kanal als Stereokanal angelegt, mit gleichen Input für beide Seiten. Ich nehme den TimeAdjuster um das Signal in der Zeit ein wenig hin und her zuschieben, so dass die Seite die früher kommt, die Seite ist wo man das Signal ortet. Je nachdem wie groß der Zeitversatz ist, kann man das Signal von links nach rechts weit spreizen. Das hat dann den großen Vorteil, dass aus jedem Lautsprecher ein vollständiger Monomix kommt, denn in so einer Halle gibt es viele Orte wo man nur einen Lautsprecher hört. Würde man wirklich Stereo mischen, wären an diesen Orten die Signale auf der anderen Seite einfach komplett weg. Man würde also auf der rechten Seite die linke Gitarre gar nicht oder nur leiser hören – das ist bei uns nicht so. Die sind beide gleich laut und kommen nur zu unterschiedlichen Zeiten an. In so einer Halle gibt es ohnehin nur wenige Zuschauer die wirklich in der Mitte stehen.

Meine Reverbs sind bis auf den Bricasti M7 Hall alle intern, meistens nutze ich den Reverb2. Dann benutze ich ein bisschen was von McDSP, den AE600 Dynamic EQ, den Ulimate ChannelStrip mit seinen schönen Sättigungsmöglichkeiten z. B. für Bass. Dann nutze ich noch von Plug-In Alliance/ BrainWorks das Refine für die E-Gitarren.

Außerdem verwende ich noch den Pro Limiter auf der Summe obwohl das Pult relativ voll ist, was vor allem an den vielen Revibes und Pitches liegt (die immer gleich einen ganzen DSP beanspruchen) die ich nutze um die Backing Vocals etwas aufzublasen. Es ist trotzdem keine Pop-Show, die man so Radio-mäßig komprimieren oder mit Plug-Ins sättigen müsste. Es ist halt schon noch ein „bisschen“ Punk!

Dadurch, dass viele Dynamikprozessoren aus dem Recording nun auch Live verfügbar sind könnte man ja wirklich auch bei Konzerten eine maximale „Lautheit“ fahren …

Das gilt es aber Live unbedingt zu vermeiden. Denn dann atmet es gar nicht mehr und es ist wie laut Radio hören. Und dann fesselt einen die Musik auch nicht mehr. Das klingt dann vielleicht super, hat aber keine Dynamik mehr. Man sollte natürlich ein bisschen aufpassen, dass man nicht zu viel Dynamik hat, sonst schafft man es nicht die Lautstärke-Reglementierungen einzuhalten, weil man zu starke Peaks erzeugt, mit einer leichten Komprimierung und Limitierung in der Summe klappt das aber ganz gut. Ich versuche jedoch immer, dass die Konzerte ihren Live-Charakter behalten und es nicht so klingt wie eine laute CD. Die Leute kommen ja nicht wegen einer „lauter CD“ zu den Hosen, die kommen wegen „schreienden Sängern“ und explodierenden Gitarren – und das soll ruhig so bleiben.

Stefan, vielen Dank! Und weiterhin eine erfolgreiche Tour!

 

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Peter Maffay zieht den Stecker für MTV – Unplugged Show gemischt von Ronald Prent mit Avid S6L

Das Interview führte Alex Schmidt

Natürlich auch ohne Strom wieder die Nummer eins: Longplay-Rekordhalter Peter Maffay erobert nach der ersten Verkaufswoche seines „MTV Unplugged“-Mitschnitts sogleich die Tabellenführung in den Top 100 Longplay der Offiziellen Deutschen Charts – und verbessert damit seinen Rekord als erfolgreichster Act überhaupt auf nunmehr 18 Nummer eins-Alben.

Anfang August 2017 sorgte Peter Maffay gleich drei Mal für ein restlos ausverkauftes Haus im Steintor-Varieté in Halle. Der Deutschrocker lud zunächst zu einer öffentlichen Generalprobe und spielte dann zwei Konzerte für die berühmte MTV-Unplugged-Reihe. Nun gibt es seit drittem November 2017 einen Mitschnitt dieser Performances für zu Hause – und zwar in Bild und Ton.

Zahlreiche prominente Gäste unterstützten Peter Maffay auf der Bühne dabei, seinen Hits und einigen raren Songs aus mehr als vierzig Jahren ein paar noch nie da gewesene akustische Interpretationen zu verpassen. Mit dabei waren unter anderem die Singer-Songwriter Johannes Oerding und Phillip Poisel, die britische Popikone Katie Melua, der britische Percussionist Ray Cooper, US-Rocker Tony Carey sowie die niederländische Popsängerin und Common-Linnets-Frontfrau Ilse DeLange.

Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits im September mit dem Song „Leuchtturm“, ein Duett mit Jennifer-Rostock-Sängerin Jennifer Weist. Außerdem sind auf „Peter Maffay: MTV Unplugged“ neue Versionen von „Du“, „Und es war Sommer“, „Über sieben Brücken musst du gehen“, „Halleluja“ und viele weitere Songs zu hören.

Mixing Engineer Ronald Prent (l.) und Recording Engineer Peter Brandt (r.) von Remote Recording Network

Wir haben uns mit Mixing Engineer Ronald Prent und Recording Engineer Peter Brandt von Remote Recording Network (remoterecording.net) über die technische Seite der Aufnahmen unterhalten …

Welche Besetzung galt es aufzunehmen?

Ronald: Nun, „Unplugged“ bedeutet ja, dass keine elektrischen Instrumente erlaubt sind – mit ein paar Ausnahmen: In unserem Fall waren das zum Beispiel eine Hammondorgel und eine Pedal-Steel-Gitarre. Aber sonst war alles analog, also akustische Gitarren, ein Flügel, Percussion, Schlagzeug und natürlich Vocals. Zusätzlich waren noch drei Bläser und drei Streicher am Start: Saxofon, Posaune und Flügelhorn sowie eine Violine und zwei Cellos.

Peter: Das Interessante ist, dass bei „Unplugged“ völlig anders gespielt wird. Statt Sticks werden zum Beispiel oft Hot Rods oder Besen verwendet, weil das Schlagzeug sonst zu laut werden könnte. Bekannte Instrumente werden anders bedient.

Was waren eure Aufgaben bei dieser Produktion?

Peter: Ich habe die technische Infrastruktur für die Aufzeichnungen geliefert, vom Splitter, über Mic-Preamps, A/D-Wandler bis hin zum Übertragungswagen. Das ist unser Flexi-Trailer, ein großer Auflieger, den wir von der Zugmaschine abgekoppelt und in dem wir drei Wochen lang aufgenommen haben. Wir haben quasi das Tonstudio vor den Saal gestellt und hatten ab dem ersten Tag jede Note auf der Festplatte. Es ist sehr luxuriös, das über drei Wochen machen zu können.

Peter Maffay ist sehr qualitätsbewusst und hat daher von Anfang an jede Probe aufzeichnen lassen. So konnte die Band sich auch anhand der Aufnahmen musikalisch weiterentwickeln und wir hatten alle Zeit der Welt, um am Sound zu feilen. Sonst ist es üblich, dass man erst ein, zwei Tage vorher mit dem Recording beginnt und sich mit den Gegebenheiten abfinden muss. Wir hingegen konnten unter anderem viele verschiedene Mikrofone ausprobieren und Mikrofonpositionen verändern. Absolut luxuriös, das muss man ihm sehr hoch anrechnen: Alle Gewerke, also auch das Licht, die Beschallung und eben auch wir, waren drei Wochen vorher vor Ort. Dass ein Künstler solche Möglichkeiten schafft und auch das Geld dafür in die Hand nimmt, ist wirklich außergewöhnlich.

Welches Equipment habt ihr verwendet?

Peter: Der Tonwagen ist so gebaut, dass wir Mischpulte wechseln können. Wir hatten uns im Vorfeld für ein VENUE | S6L entschieden. Drei Wochen vorher hatte ich North Sea Jazz gemacht und dafür ein S6L geliehen und wir haben es dann einfach im Truck gelassen und zu Peter Maffay mitgenommen, weil es außergewöhnlich gut klingt. Aus meiner Sicht ist es momentan das am besten klingende Digitalpult, außerdem sehr intuitiv. Innerhalb von einer Stunde hat man das drauf, wenn man sich ein bisschen mit Mischpulten auskennt. Als Hauptaufnahmesystem kam Pro Tools mit 128 Kanälen in 96 kHz zum Einsatz, wobei wir aber nur 96 Kanäle für die Band und etwa zwanzig Ambience-Mikros benötigt haben.

Die Mikrofone wurden über Splitter verteilt: ein Mal an den FOH, ein Mal an den Monitormischer, der nur für die Musiker In-Ear-Mixes gemacht hat und ein Mal zu uns. Der Fokus lag dabei auf der Aufzeichnung von Bild und Ton, so hat sich zum Beispiel die Beschallung in Sachen Lautstärke zurückgehalten.

Wir haben von der Bühne drei MADI-Ströme à 32 Kanäle bekommen, die wir zunächst ins Pro Tools geschickt haben. Die Ausgänge von Pro Tools gingen dann ins S6L. Wir hatten also zu jeder Sekunde die volle Kontrolle über die aufgenommenen Signale und konnten jederzeit zurückspulen und abspielen, ohne die Settings zu ändern. Ein vierter MADI-Strom wurde über Euphonix-Wandler für Inserts benutzt. Das war hochwertiges analoges Outboard, zum Beispiel API-Kompressoren, Massenburg-EQs und Distressors von Empirical Labs. Die Stereosumme aus dem Pult ging in ein UAD Satellite, dort wurde eine Masteringkette gebaut. Dieser Mix wurde auch aufgezeichnet, zum Beispiel für die Musiker während der Probezeit sowie für Fernsehen und Radio.

Peter Brandt mit der S6L im Remote Recording Network Trailer

„Aus meiner Sicht ist es momentan das am besten klingende Digitalpult, außerdem sehr intuitiv. Innerhalb von einer Stunde hat man das drauf, wenn man sich ein bisschen mit Mischpulten auskennt.“

-Peter Brandt

Wie war das Setup des Mischpults?

Ronald: Ich hatte verschiedene Layer gebaut, zum Beispiel waren auf den letzten acht Kanälen die Vocals drauf: Lead, Backing und Guests – gefreezt, damit die nicht mitswitchen. 16 Kanäle waren Schlagzeug und Bass, im nächsten Layer dann die Gitarren, Keyboards und so weiter. Und auch ein Layer mit den Ambience-Mikrofonen. Die Layer konnte ich ganz einfach über die Touchscreens und die Touchbuttons der Fader erstellen. Entscheidet man sich während der Arbeit anders, was gerne vorkommt, kann man die Layer auch schnell wieder wechseln.

Sehr gut ist, dass man sich im Screen die Inputs mit kleinen Level Indicators anzeigen lassen kann. Wenn man irgendwann mal was verpasst, weil jemand etwas umgesteckt hat, dann sieht man es sofort. Das sorgt gerade live für eine viel entspanntere Arbeit.

Peter: Es gibt Pulte, da muss man sich ewig hinsetzen, teilweise auch das Handbuch herauskramen, um zu verstehen, was man wie verschaltet. Das S6L hatte ich mir extra eine Woche vor North Sea Jazz gemietet, um mich vor Ort nicht zu blamieren, aber nach einer Stunde hatte ich die Bedienung drauf. Die ganze Denke dahinter ist analog und es ist sehr leicht zu programmieren. Das unterscheidet dieses Pult deutlich von allen anderen, die ich kenne. Normalerweise hat man immer jemanden dabei, der Feuerwehr spielt, sollte etwas im Routing nicht passen, aber bei diesem Pult war uns sofort klar, dass wir das alleine hinbekommen. Sogar so alte Säcke wie Ronald und ich (lacht)!

Und der Klang?

Ronald: Die EQs klingen wirklich hervorragend und sind über die Tasten einfach zu bedienen. Wie Peter schon gesagt hat, setzt man sich für ein paar Stunden hin und am nächsten Tag mixt man darauf, als ob man das Pult schon Jahre lang kennen würde. Man dreht am EQ oder an anderen Parametern und fühlt sich sofort zuhause. Komplexes wird einfach gemacht und man bekommt gute Resultate, ohne sich den Kopf zerbrechen zu müssen. Im Live- oder Broadcastbereich ist das S6L das beste Pult, das ich kenne.

Toll ist auch, dass man Avid-Plugins der 500er-Serie benutzen kann. Ich verwende gerne EQs, das Lo-Fi-Plugin und den Joemeek-Kompressor, zum Beispiel, um die Gruppen zu komprimieren. Das ist ein Luxus, den man auf anderen Pulten nicht hat. Es funktioniert hervorragend und geht ganz einfach.

Peter: Wir hatten für Peter Maffay ursprünglich ein anderes Pult geplant, aber nach North Sea Jazz beschlossen, auf das S6L zu wechseln, weil es besser, wärmer, einfach analoger klang. Wir kommen beide noch aus der 2-Zoll-mit-Rasierklinge-schneiden-Zeit und sind auch in Sachen Sound dahingehend vorgeprägt (lacht).

Ronald: Die Vorgaben bei dieser Produktion waren: Klarheit, aber trotzdem druckvoll. Laut, aber trotzdem leise – also mit viel Dynamik. Und wichtig war das Publikum. Deswegen hatten wir zwanzig Ambience-Mikrofone, um jeden Atmer einfangen zu können.

Peter: Wir haben die Audience in zwei Ebenen für 3D Immersive Audio gebaut, damit Ronald einen 9.1-Mix machen konnte. Also nicht nur die normalen fünf Kanäle Surround plus eins, das ist der Subwoofer, sondern noch mal vier Lautsprecher in der zweiten, oberen Ebene. Ich war eben erst bei Sennheiser auf einem Seminar in Wien und das wird ein Riesenthema in der Zukunft. 9.1 soll jetzt auch für den Endkonsumenten kommen – eine sehr spannende Entwicklung.

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Avid Pro Tools | S6 Controller punktet durch EUCON-Protokoll beim NDR Hörfunk in Hannover in Kombination mit Sequoia

Die Avid Pro Tools | S6 Konsole unterstützt intuitiven und vollständigen Mixing Workflow. Weltweit schätzen moderne Mixing Engineers die Ergonomie und Unmittelbarkeit der S6 besonders beim Mischen von komplexen Projekten.

Und dabei ist die S6 die weltweit einzige Konsole, die dem Anwender die Wahl lässt, welche Recording und Mixing DAW diejenige der persönlichen Wahl ist. Mit dem EUCON-Protokoll steht die S6 im perfekten Dialog mit allen professionellen Applikationen von Pro Tools über Cubase zu Logic und einigen anderen mehr.

Der NDR suchte für das Landesfunkhaus in Hannover nach einer Konsole für die Radio Feature Produktion. Nun ist der Rundfunkstandard der ARD die DAW Sequoia. Ein Fall für EUCON und die S6. Wir trafen den Teamleiter Musikproduktion, Ingo Schwarze, im Landesfunkhaus Niedersachsen in Hannover und erfuhren von ihm alles über die Installation und den Workflow der S6 mit Sequoia.

Teamleiter Musikproduktion, Ingo Schwarze am neuen S6-Platz

Was passiert in diesem Studio und an diesem Arbeitsplatz genau?

Wir befinden uns hier in der Regie 3 im Landesfunkhaus Niedersachsen, einem von vier Standorten des Norddeutschen Rundfunks – hier im Bereich der Welle NDR Kultur. Dieses Studio ist hauptsächlich damit beschäftigt, Feature-Produktionen, kleine Hörspiele, Lesungen und Hörbücher zu produzieren, also alles sehr wortorientiert. Das heißt, dass wir eine überschaubare Aufnahmephase mit einem oder mehreren Schauspielern und dann viel Post-Produktion haben. Für die Post-Pro haben wir auch schon im Vorgängerstudio eine controllerbasierte Arbeit zu schätzen gelernt: schneller, effektiver, nach längerer Zeit wieder aufrufbar. Seinerzeit haben wir das mit einem Mischpult per Mackie-HUI-Protokoll gemacht.

Vor zwei, drei Jahren, als eine Erneuerung anstand, sind wir auf die Suche gegangen und haben uns umgeschaut, was die anderen machen. Da gibt es im Prinzip zwei Fraktionen: die einen nehmen ein großes Produktionsmischpult und verbinden es per Audio und Timecode mit der DAW. Das fanden wir immer ein bisschen schwergängig. Die anderen mischen mehr oder weniger in the box.

Gerade bei Hörspielen kommt eine Menge an Atmo und Geräuschen, die der Regisseur vielleicht sogar erst zur Produktion mitbringt. Dann ist es hier ganz einfach, noch einen Sack Spuren aufzumachen und die Audios da hineinfallen zu lassen. Ich habe sofort am Controller diese Spur als Mixkanal zur Verfügung und muss nicht erst ein großes Routing am Audiomischpult machen. Das sind schon wirklich tolle Vorteile.

Sequoia, die S6 – Platz für Erweiterungen

Ein Hörspiel ist ja eine große Produktion, vergleichbar mit einem Film …

Man denkt ja szenisch. Im Skript des Regisseurs ist es ähnlich wie in einem Filmdrehbuch. Es werden bestimmte Räumlichkeiten beschrieben, die man hörbar machen muss: vom Schlafzimmer in die Küche, dann nach draußen und in die große Halle rein. All das muss man ohne Bild herstellen können, dazu wird ganz viel mit Geräuschen, mit Räumen und mit Richtungen gearbeitet. 

Die DAW eurer Wahl ist Sequoia. Warum und seit wann?

Unsere Erfahrungen mit Sequoia reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Damals wurde dieser Bereich im NDR digitalisiert. Wir hatten schon seit Ende der 90ziger Jahre ein großes Content-Management-System, das dira-System von scisys mit einem eigenen Editor, der für solche Produktionen aber nicht geeignet ist.

Nachdem das Aufnahme- und Schnittmedium für so etwas früher Zweispur-Analogband war, mussten wir uns für eine neue Richtung entscheiden und haben uns alle interessanten Workstations angeschaut: unter anderem auch Pro Tools und Cubase. Letztendlich konnte seinerzeit Sequoia in der Version 3 in diesem Bereich schon so viel mehr als alle anderen Workstations: Als Beispiel sei der Crossfade-Editor genannt, der ganz lange die Domäne einer einzigen Firma namens Sonic Solutions war. Dazu kam die Tatsache, dass wir schon immer mit der Entwicklungsabteilung von Magix gut kooperiert haben, die sich sehr offen für unsere Wünsche gezeigt haben.

Dieses Produkt hat sich, soweit ich das überschauen kann, über die Jahre im gesamten ARD-Hörfunkbereich als Mehrspursystem durchgesetzt. Dabei gab es immer eine Zweisamkeit von Pro Tools und Sequoia, wobei Pro Tools ganz oft im Bereich Akustikdesign – also Jingleproduktion und ähnliches – und Sequoia eher als Schnittsystem für Musik und für Wort zum Einsatz kommt. Daher war dieses Produkt eigentlich gesetzt.

Für die Erneuerung der Regiekomplexes haben wir geschaut, was wir als Hardware neben Sequoia stellen können. Das überlappte sich zeitlich mit der ersten Vorstellung der S6. 2014 war ich dann auf der Musikmesse und Eric hat mir eine kurze Vorführung gegeben. Da hab ich eigentlich schon gedacht, dass die S6 genau das ist, was wir suchen. Was damals im Raum stand, dass man über die Schnittstelle nicht nur Pro Tools, sondern auch andere DAWs betreiben kann, das war sehr, sehr interessant.

Hier wird noch, bzw. wieder, richtig live produziert: unterschiedliche Schrittböden

Was habt ihr genau gesucht?

Wir haben etwas gesucht, dass uns vollständiger und umfangreicher ermöglicht in the box zu mixen. Das haben wir vorher auch schon gemacht, wollten es aber jetzt physisch greifbar machen. Das heißt: Bedienelemente für alles, was wir sonst im Softwaremixer mit der Maus angefasst haben. Ein tolles Feedback von einer Hardware, sprich Benamung, Anzeige von Parameterwerten, sehr gut auflösend – eine bessere Auflösung als die von MIDI – und all das versprach ja das Produkt.

Und man kann mehrere Parameter gleichzeitig steuern …

Genau! Bei Hörspielproduktionen ist das Mixen sehr dynamisch. Man hat eigentlich immer ganz viele Parameter, die sich auf einmal verändern. Zum Beispiel, wenn jemand durch den Raum geht, muss man die Lautstärke verändern, das Panorama verändern, den Hallanteil verändern. Das kriegt man mit der Maus in mehreren Gängen hin, aber das hat man ganz einfach und viel besser in der Hand, wenn die Finger auf Fadern liegen und an Drehreglern schrauben und ich quasi mit der Hand mitfahren kann.

Fast wie bei einem Live-Mix …

Ja, und man hat nuancierte Lautstärkeveränderungen besser im Finger als in der Maus.

Fast wie Live Mixing – Radio Feature Produktion

Wie war der weitere Prozess und wann ist die Entscheidung für eine S6 gefallen?

Mit Sequoia arbeiten wir schon sehr lange zufrieden und erfolgreich. Und schließlich wollten wir einen Controllerbasierten Workflow mit unseren Systemen integrieren. Dazu gab es zunächst ein zweijähriges Kennenlernen der Firma Avid und ein Zusammenbringen der Firmen Avid und Magix. Wir haben uns einmal bei Magix in Berlin getroffen. Dort haben wir zum ersten Mal die Konsole mit einer rudimentären Integration von Sequoia sehen können, ein Feedback und unsere Wünsche an beide Firmen gegeben. Dann gingen immer so drei, vier Monate ins Land und dann hat man sich unter anderen Umständen wiedergetroffen. Es gab auch eine Vorführung hier im Haus mit einer weiteren Fortentwicklung, sowohl bei der Software in der S6 als auch der einer Betaversion von Sequoia. Es war ein stetiges Anwachsen der Funktionalitäten sichtbar. Schlussendlich waren wir letztes Jahr im Sommer in der Ausschreibungsphase, in der es konkret um das neue Studio geht. Da mussten wir uns entscheiden, ob wir so mutig sind, diesen Weg zu gehen. Dann hatten wir noch mal ein Treffen in Berlin und das Gesamtkonzept der S6, plus Audiohardware eines weiteren Herstellers, plus Sequoia machte auf uns den Eindruck, dass wir sicher in eine Realisierungsphase gehen können, in der wir wissen, dass wir etwas anschaffen, das dann auch in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahre hier seinen Dienst tun wird. Das gute Gefühl, dass wir ein System bekommen, was augenscheinlich stabil ist und gut funktioniert – das hat den Ausschlag gegeben.

Wir haben das Studio im März nach einer langen Phase von Schulungen in Betrieb genommen, auch durch Eric Horstmann, der hier die Bediener und den Service eingewiesen hat. Das war eine Phase, in der sich die Kollegen ohne Produktionsdruck an die Umgebung hier gewöhnen konnten. Seit Ende April sind wir im Produktivbetrieb und haben jetzt schon mehrere Produktionen gemacht. Natürlich gibt es immer noch ein paar Dinge, die schöner sein könnten – das ist work in progress – aber man hat eigentlich sofort bei der ersten Produktion genau die Vorteile, die wir uns erwünscht haben, wahrgenommen und umgesetzt. Unsere Vision ist also genau aufgegangen.

Wird das kreative Element mit der Konsole besser unterstützt?

Man kann viel schneller Wünsche seitens der Regie realisieren und ein Ergebnis präsentieren. Das macht den ganzen Produktionsprozess sehr lebendig. Es hat sich in der ersten Produktion schon gezeigt, dass man auf alle Parameter ohne Maus tiefgreifend einwirken kann, die man sonst in Menüs suchen würde und dann vielleicht doch weglässt. Alles, was ein bisschen komplex in der Software ist, setzt man viel natürlicher ein, weil es nach vorne geholt und in eine Hardware gepackt wird. Das funktioniert sehr gut.

Inwieweit sind schon Softkeys eingerichtet?

Das haben wir mittlerweile gemacht, aber wir haben schnell gemerkt, dass wir gar nicht viele brauchen. Wir haben nicht wochenlang Menüpunkte rausgesucht, die wir gerne auf einer Hardwaretaste hätten. Neben der reinen Transportfeldbedienung sind das ein paar Marker und Spezialfunktionen, die man sehr schön ohne Maus am Pult bedienen kann.

Um es noch besser zu machen, fehlt momentan noch eine Mappingfähigkeit von Plugin-Parametern, zu Beispiel in optischer Anlehnung an das Plugin. Zum jetzigen Zeitpunkt werden die Parameter  wild verteilt und das kann man sich nicht gut merken. Zum Beispiel ist mein Outputdrehgeber bei dem einen Plugin an der einen Stelle, bei dem anderen da und man muss ständig gucken, wo man denn eigentlich drehen muss. Da muss ich dann doch zur Maus greifen, aber es ist ja zumindest in Aussicht gestellt, dass mit einem der nächsten Updates für die S6 dieses Mapping kommen wird. Das wird uns noch mal sehr helfen und deutlich nach vorne bringen.

Die Zusammenstellung erfolgte nach Ihren Spezifikationen?

Wir haben uns vorher viele Gedanken gemacht und mit den modularen Fähigkeiten gespielt, dabei große Papierbögen auf den Tisch gelegt. Während der ganzen Planungsphase haben wir uns die Freiheit gelassen, nichts in Stein zu meißeln. Wir haben nur einen Rahmen vorgeben, um nach einem halben Jahr immer noch entscheiden zu können, ob die Zusammenstellung der Module in der Praxis ideal ist. Das ist ein ganz großer Vorteil von dieser Konsole.

Bei so einer Arbeit gibt es immer zwei Ansätze: Zum einen das Mischpult in der Mitte und die DAW außen oder die DAW in der Mitte und das Pult geteilt und außen. Beides halten wir uns offen. Man kann das jetzt noch angedeutet sehen: Wir haben neben den eigentlichen Modulen des Pults Leerblenden und könnten so mit dem Pult noch zwei Ebenen nach außen gehen und in der Mitte Platz schaffen, sollte es sich erweisen, das dieser Workflow besser ist als das Zentrale Sitzen vor dem Mischpult. Da sind wir gerade in der Findungsphase.

Wir haben uns ganz genau die Ergonomie angeguckt: Wie kann ich das Mischpult am effektivsten bedienen? Das hat etwas mit Armlängen und Erreichbarkeit von Bedienelementen zu tun. Was es so nicht von der Stange gibt, ist diese Erhöhung der hinteren Module. Da haben wir vor einer planen Fläche gesessen und uns die Module angeguckt: In welchem Winkel kann ich denn eigentlich die Parameter in den OLED-Displays ablesen, ohne dass mir der Drehgeber davor die Sicht versperrt? Oder wie lang ist mein Arm? Wo komme ich noch ran?

Ungewöhnlich in der Zusammenstellung ist zum Beispiel das Touch-Modul. Das würde üblicherweise weiter hinten sitzen. Da komme ich mit dem ausgestreckten Arm nur ganz schwer hin, muss aber oft ran. Wir haben alles so zusammengestellt, dass wir maximal ergonomisch arbeiten können.

Eine Kleinigkeit haben wir uns noch bauen lassen, das ist der Trackball, der jetzt vor dem Touchscreen sitzt. Den gibt es so noch nicht von Avid. Vielleicht eine Idee? Der sollte natürlich in der Optik dazu passen. Das bewährt sich gut, dass wenn ich die Maus benutzen müsste, ich nicht aus dem Griffbereich des Mischpults rausrutschen muss. Ich nehme dann den zentralen Trackball und kann die Dinge erledigen, die ich eigentlich mit einer Maus machen müsste.

Trackpad integriert in den Konsolen-Arbeitstisch

24 Fader und das Encoder-Modul für Plugins: Habt ihr euch die Möglichkeit offen gehalten mit mehr Fadern zu arbeiten oder kann man so gerade gut navigieren?

Die Möglichkeit haben wir dadurch, dass wir einen Maximalausbau vorbereitet haben. Unter den Platten sind die Anschlüsse für mehr Module schon gelegt. 48 Fader wäre das Maximum. Aber wie weit kann ich meine Arme strecken, um sinnvoll arbeiten zu können? Alles andere ermöglicht mir ja das Mischpult selber, indem ich Kanäle banken kann, ich also an derselben Arbeitsfläche bleibe und mir andere Kanäle auf die Fläche hochhole. Das ist ja über die Layouts, über Zones oder das Weiterbanken von den DAW-Kanälen sehr gut gemacht.

Ich denke, das ist eigentlich eine gute Ausbaustufe, bei der wir selten Fader vermissen. Hat man hingegen ein Projekt, bei dem man mit mehreren Personen am Mischpult sitzt, dann wäre es wieder eine andere Geschichte. Da benötigt jeder einen Bereich zum Arbeiten. Das sehe ich für uns aber momentan nicht. In einer wirklich großen Surround-Filmmischung da sieht man ja ganz oft mehrere Arbeitsplätze an einem Mischpult, das ist hier aber nicht der Fall.

Kann man die ersten beiden Produktionen nennen?

Eine Produktion habe ich jetzt am Wochenende gemacht, für einen bundesweiten Wettbewerb. Da stellt der NDR die Technik zur Verfügung, damit ausgewählte Schulklassen, die ein Hörspiel eingereicht haben, dieses verwirklichen können. Gestern und vorgestern waren jeweils 15 Schüler mit Lehrkräften, einer Regisseurin und Regieassistenz hier und wir haben an einem Tag je ein kleines Hörspiel aufgenommen und dann fertig produziert. Die andere Produktion war ein Feature für NDR Info.

Einen Featurewunsch haben wir ja schon besprochen, der andere war die Wellenformdarstellung, oder?

Genau, an der Wellenformdarstellung arbeitet Magix ja gerade, das gibt es als Feature für uns Kunden noch nicht. Wäre auf jeden Fall noch mal ein Schritt nach vorne, gerade bei der Post-Produktion und bei kleinteiligen Dingen mit kurzen Geräuschen, die einmalig in einer Spur auftauchen. Das sollte man auch visualisiert am Mischpult erkennen können: Neben dem Metering läuft dann die Wellenform und ich erkenne sofort: Da kommt gleich das Geräusch auf der Spur! Ich muss gar nicht mehr auf die DAW gucken, um mich zu orientieren, sondern ich kann mich fokussieren, an der Position, an der ich am besten höre und ich sehe trotzdem, was auf mich zukommt. Und es gibt natürlich noch viele kleine Details, die man nicht alle aufzählen kann.

Welche Plugins setzt du ein?

In dem Bereich „Feature / Hörspiel“, in dem es sehr viel um die Virtualisierung von Räumen geht, gibt es schon ein paar markante Plugins, zum Beispiel Speaker Phone von Audioease Die Aufgabe lautet etwa: Der Schauspieler spricht am Telefon oder er steht auf dem Bahnsteig und im Hintergrund kommt eine Ansage. Das erleichtert den Arbeitsablauf enorm. Man muss nur aufpassen, daß man nicht nur die Presets abfeuert, weil das Produkt sonst im jedem Hörspiel wiedererkennbar auftaucht. Aber alles lässt sich gut anpassen, sodass man summa summarum eine tolle Welt der Klänge zur Verfügung hat.

Zweites Beispiel: Altiverb für die Generierung von Räumen, auch Räume, die man im musikalischen Bereich vielleicht nicht haben will: einen Wald, ein Schlafzimmer, eine Küche. Im Hörspiel und sicher auch in der Film-Post-Pro greift man gerne auf Altiverb zurück, weil viele Parameter schon da sind, die man sich sonst umständlich per Hand stricken müsste. Das macht den Workflow deutlich schneller.

Womit wir lange gerungen haben, war die Frage, ob wir ein Projekt ohne die gewohnte Audioanbindung machen können. Das ist üblicherweise ein Broadcast-Audiomischpult, das uns neben viel Audio auch Interkom, Quellen-Abhören und Steuerung abgenommen hat, was wir aus anderen Projekten gewohnt waren. 

Das gehört im Prinzip mit zu diesem Projekt: Entscheidungsfindung auch mit dem Produkt AX32 und den Überlegungen, was für uns an Audiotechnik elementar wichtig und was verzichtbar ist. Man kann die Dinge manchmal auch verkomplizieren, ob der Möglichkeiten. 

Wir haben lange überlegt, wie wir mit Kommando umgehen sollen. Müssen wir wirklich alle Räume einzeln ansprechen können? Ist es nicht genauso effektiv, ein generelles Kommando zu haben, was in alle Wege geht und von den Plätzen besprochen werden kann. Wir haben die Möglichkeiten des AX32 angekuckt, schließlich auch voll ausgeschöpft und vermissen momentan erstmal keine Funktion.

Ergonomisch individuell angepasst für bequemen und ermüdungsfreien Workflow.

Welche Audiohardware kommt zum Einsatz?

Audioseitig basiert das Ganze auf zwei DAD AX32, die uns die ganze Audio- und Steuerungsstruktur hier in dem Raum bieten. Wir haben 24 analoge Mikrofonanschlüsse auf zwei Räume verteilt, die MADI-Anbindung an zwei Sequoia-Systeme und Routing einzelner Signale aus den AX32 in das Dante-Netzwerk, auch für Kopfhörer. Das ist übrigens auch das erste Mal, dass wir hier im Haus Dante produktiv einsetzen. Wir haben die beiden AX32 auch noch mal über Kreuz mit MADI verbunden, weil wir Signale sowohl des einen als auch des anderen wieder in andere Geräte führen müssen. Nicht zuletzt steckt auch ein Redundanzgedanke hinter den zwei AX32-Systemen, die wir so bestückt haben, dass wir auch den Ausfall von einem System durch das Umstecken von Karten innerhalb des AX32 kompensieren können. Das gilt auch für die beiden Sequoia-Maschinen. Wir lassen bei Aufnahmen immer beide Systeme laufen, damit wir auch die Aufnahmen auf zwei getrennten Festplattensystemen zur Verfügung haben. Nichts ist schlimmer, wenn der Schauspieler aus dem Haus ist und das Audio ist weg! Und wir haben einen Ersatzteilpool für alle zentralen Elemente der S6, die wir hier im Haus schon einmal als Spare vorhalten.

Verwendet ihr hin und wieder mehrere DAWs gleichzeitig? Das kann die S6 ja …

Wir arbeiten im Prinzip schon in einer Art Mischbetrieb bei der Aufnahme, indem wir die Hardware-Bedienelemente des AX32 auf die Oberfläche holen und parallel dazu über ein Layout die entsprechenden Aufnahmekanäle vom Sequoia daneben legen. Das ist ein großer Vorteil für uns an dieser Stelle. Beide Sequoia-Systeme sind an die S6 angebunden, ich kann also zwischen beiden Systemen während der Arbeit wählen. Wir haben drei Bildschirme und müssen an der Tastatur einmal umschalten, damit die DAWs sichtbar werden und an der S6, damit wir die Bedienelemente von der anderen Maschine holen.

Ihr habt mit dieser Installation einige Aufmerksamkeit in der ARD erregt …

Soweit ich weiß, sind wir die ersten, die dieses Konzept umgesetzt haben. In den letzten zwei Monaten haben wir von vielen ARD-Anstalten eine positive Resonanz bekommen und einige wollen die Reise nach Hannover antreten, um sich das System anzuschauen und dann zu überlegen, ob es zu ihren Bedürfnissen passt. Das zu adaptieren wird nicht überall gehen, aber für unsere Bedürfnisse funktioniert das Setup hier sehr gut. Jeder, der sich in der ARD momentan mit so einem Thema befasst, schaut mit Spannung hierher und für alle ist das eine der Optionen, die man derzeit erwägen kann.

Die technische und mechanische Umsetzung unserer Planungen hat die Firma Qvest Media hervorragend gemacht. Da sind wir sehr glücklich mit den handelnden Personen gewesen. Man hat gleich gemerkt, dass sie unsere Sprache verstehen und selbst viel Erfahrung mit in so ein Projekt einbringen. Und besonders im Möbelbau haben wir mit den entsprechenden Firmen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Es war sehr erfreulich, von beiden Firmen, Magix und Avid, über Monate hinweg den Willen zu spüren, dass sie das hinkriegen wollen, sich die Bälle zuspielen und auf einer sehr guten Arbeitsebene zusammenarbeiten. Das war super! Das kann mit verschiedenen Gewerken auch so laufen, dass sich immer der schwarze Peter zugeschoben wird. Das war hier gar nicht so. Auch Probleme, die es zwischendurch gab, sind offen angesprochen und gelöst worden!




Avid auf der AES Berlin 2017 – Hören. Erleben. Begegnen.

Besuchen Sie Avid auf der AES 2017 in Berlin vom 20. – 23. Mai (Ausstellung geöffnet: 20. – 22. Mai)

Am Stand #519 erleben Sie die aktuellen Audioproduktions-Workflows rund um den Industriestandard Avid Pro Tools.

Nach Ankündigung der Dolby Atmos® Integration in das Pro Tools | HD Ecosystem auf der NAB in Las Vegas zeigt Avid auf der AES in Berlin den modernsten und effektivsten Immersive Audio Mixing Workflow zum ersten Mal live. Buchen Sie jetzt Ihren persönlichen Demonstrationstermin. 

Das modulare Pro Tools | S6 Control Surface vereinigt alle Vorzüge der ICON und System 5 Produkte und definiert ein neues Level hinsichtlich Ergonomie und intelligenter Studiosteuerung. Außerdem am Stand finden Sie das Avid Pro Tools | HDX mit 5-mal mehr Processing-Power als in vorhergehenden Generationen.

Natürlich fehlt auch nicht das neue Pro Tools | MTRX Interface mit grandiosem Sound und reichhaltigen Monitoring- und Routing-Optionen.

Darüber hinaus stehen auch Pro Tools | HD Native und das Pro Tools | Dock im Fokus. Ein intelligenter, ergonomischer, portabler und dabei günstiger Studiocontroller. In Kombination mit dem iPad stehen Touch-Workflows und direkter Parameterzugriff für die schnelle Navigation in Musik- und Produktionsprojekten zur Verfügung.

Reservieren Sie sich unbedingt Zeit, um die beiden Vorträge von Dave Tyler (Avid Audio Application Specialist Manager) auf der PSE Bühne zu besuchen:

Pro Tools in der Cloud:
Samstag, 20. Mai – 12:15 – 13:00

Dave gibt einen Überblick darüber, wie Cloud-unterstützte Workflows mittlerweile weltweit Pro Tools Anwender bei der täglichen Arbeit unterstützen und was die Zukunft in Sachen Cloud-Technologie für Media Applikationen bereit hält.

Immersive Mixing in Pro Tools:
Sonntag, 21. Mai – 10:15 – 11:00

Dave demonstriert die neueste Pro Tools Version mit integriertem Dolby Atmos Immersive Audio Mixing und gibt einen Ausblick über den Einfluss von Immersive Audio auf die Zukunft der Industrie.

Avid Pro Tools | S6 Konsole – perfekter Workflow mit Pro Tools,
anspruchsvolle Audioprojekte immer direkt im Griff

Avid Pro Tools Dock – Perfekter Partner für Mixing und Editing mit Pro Tools

Dolby Atmos Immersive Audio Mixing jetzt integriert in Pro Tools HD

Seien Sie Avids Gast auf der AES in Berlin

Melden Sie sich an und nutzen den Code 142AVID. Damit erhalten Sie ein AES Ticket mit Zugang zu allen Special Events und der Professional Sound Expo.

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Avid auf der Tonmeistertagung in Köln – 17.11.2016 – 20.11.2016

Pro Tools 12.6, Pro Tools | MTRX, VENUE 5.3, Live Sound, Workshops, Produktionssysteme, Technologien, Workflows, prominente Engineers

Avid stellt auf der Tonmeistertagung in der Messe Köln in den Räumen H und F (2. OG) die aktuellen Produktionssysteme für Live Sound und Pro Audio vor.

Avid Pro Audio
Die aktuellen Avid Produktionsworkflows mit den Pro Tools | S3 und Pro Tools | S6 Pulten lassen sich an zwei S6 Konsolen und einer S3 mit Pro Tools Dock erleben. Auch die Neuheit von der AES Los Angeles, das in Kooperation mit DAD konzipierte Avid Pro Tools | MTRX Interface (Bild unten), ist dort erstmalig in Europa live zu begutachten.

Bei den Partnern DAS Digital Audio Service findet sich ein weiteres S6 System und bei Magix ist eine Pro Tools | S3 im Zusammenspiel mit der Magix Sequoia DAW in  Betrieb.

Avid Live Sound
Im Rahmen der TMT Academy im Raum R1 im 2. Stock des Messegebäudes befindet sich während der gesamten Tagungsdauer ein Avid VENUE | S6L Pult an dem die LIVE Mixing Seminare durchgeführt werden.

Der renommierte Live Mixing Engineer Robb Allan (Massive Attack, Manic Street Preachers, Coldplay, etc.) gibt jeden Tag um 11:00 Uhr, 13:30 Uhr und 16:00 Uhr Workshops an den VENUE | S6L Pulten zu den neuen Features der neuen VENUE Software Version 5.3 und aktuellen Workflows.

Automation Challenge – Szenenautomation für Theater und Musical – Freitag, 18.11. 2016 13:30 – 15:30 in Raum R5 u.a. mit Avid VENUE | S6L
Workflow-Optimierung für den Tontechnikalltag in Theatern und bei Musicals ist das Thema dieses Hands-On Workshops. Typische Szeneautomatisierungen, wie sie für reibungslose Aufführungen notwendig sind, werden an Pulten verschiedener Hersteller erklärt und konzeptionell miteinander verglichen. Besucher dieser Workshops erleben in kleinen Gruppen zusammen mit den Herstellern in 20 Minuten Slots die Automatisierungsvorzüge der verschiedenen Anbieter und natürlich der Avid VENUE | S6L

Der international renommierte Engineer Robb Allan demonstriert die neuen Features und Workflows an der Avid VENUE | S6L

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Sounddesign für Radio und TV bei Audionplus – Avid S6 Pult für besseren Workflow

Sounddesign für Radio und TV bei Audionplus

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Seit über zwanzig Jahren gilt AUDIONPLUS als eine erste Adresse in der Entwicklung, Komposition und Produktion von anspruchsvollem Sounddesign für private und öffentlich-rechtliche TV- und Radiostationen. Der Bayerische Rundfunk und ProSieben, BRmedia und die Bundeswehr, Deutschlandradio Kultur und Bayern 2, MDR und WDR Fernsehen, NDR Kultur, das ARD-Design, Radio Tirol und viele weitere Sender zählen zu ihrem Kundenstamm. Auch Titelmusiken für Das Erste kamen dazu, so zum Beispiel für „W wie Wissen“ oder „ttt – titel, thesen, temperamente„.

Kürzlich wurde die altgediente D-Control durch ein modernes Pro Tools | S6 System ersetzt. Wir haben Michael Braunschmid gebeten, über seine Produktionen, die ersten Erfahrungen mit der S6 und seine Philosophie beim Mixen zu berichten.

Michael Braunschmid, Audionplus

Highlights der letzten Jahre

„Ein richtiges Highlight war eine Produktion für NDR Kultur vor etwa zwei Jahren, die den Wunsch geäußert haben, dass mit der NDR Radiophilharmonie ein klassisches Orchester spielen soll. Da sind zwei Welten zusammenkommen. Wir haben zunächst die Kompositionen digital in Pro Tools erstellt – das klang schon richtig nach Filmmusik. Dann haben wir synchron das echte Orchester aufgenommen.“

„Die große Herausforderung für uns war, die Partituren für das Orchester zu erstellen. Das hat jemand für uns gemacht, der sich mit solchen Dingen auskennt (lacht). Wir auf der einen Seite mit der digitalen Welt und unser Arrangeur auf der anderen Seite mit der Orchesterwelt. Es ging sogar soweit, dass wir dem Pro Tools das Timing des Orchesters aufgezwungen haben. Der Kunde wollte nicht, dass wir nach Klick spielen, sondern dass das Orchester frei atmen kann. Toll, dass Pro Tools das kann! Es ist zwar ein bisschen mühsam, die ganzen Takte und Schläge zu definieren, aber es funktioniert, eine akustische Aufnahme reinzunehmen: dank Elastic Audio – eine geniale Funktion, die wir auch bei vielen anderen Produktionen verwenden.“

„Zum Schluss hatten wir auf einem Fader das reale Orchester und auf dem anderen Fader das digitale Orchester. Das macht man ja in der Filmmusik schon lange: Es wird das große Orchester aufgenommen, durchaus in einer Besetzung mit 80 einzeln geführten Stimmen. Dann wird durch Zumischen des digitalen Orchesters der Sound angefettet, um es ein bisschen moderner klingen zu lassen und vielleicht auch bewusst ein paar digitale Gimmicks einzubauen. Wenn man das auf den Fadern hat und einen A/B-Vergleich macht, dann wird der Unterschied deutlich. Es ist erstaunlich, wie man mit den Instrumenten-Plugins in Pro Tools den Sound verändern kann. Und plötzlich klingt die Nummer nach Star Wars!“

„Das war eines der spannendsten und auch aufwendigsten Projekte. Wir mussten noch mal eine DSP-Karte reinstecken, weil wir zum Schluss ungelogen 300 Spuren in Pro Tools hatten. Oben war das Orchester mit 80 Spuren und unten verschiedene digitale Themen mit etwa 30 Spuren pro Stück. Bei sieben verschiedenen Themes kommt man also auf etwa 200 Spuren. Mit dem Orchester wird dann dieser 300-Spuren-Wahnsinn daraus (lacht).“

Das neue S6 Pult bei Audionplus

Das neue Pult

„Wir sind im April dieses Jahres auf die S6 umgestiegen. Unsere D-Control wäre im September zehn Jahre alt geworden und da hatten wir den Wechsel ohnehin geplant. Wir haben ihn nur ein bisschen vorgezogen. Die Umstellung hat super geklappt. Die Jungs von SMM waren sehr gut vorbereitet und haben das rekordverdächtig schnell gemacht: Der Ausbau der D-Control, dann Einbau der S6 und Inbetriebnahme in deutlich weniger als zwei Stunden! Bei den aktuellen Konsolen braucht man ja nur noch ein Ethernetkabel und hat nicht mehr die aufwendige Analogverkabelung. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Umstellung durch und wir hätten sofort loslegen können.“

„Die S6 ist wesentlich intelligenter als die D-Control, insbesondere in Sachen Fadergruppen. Wir hatten neulich eine relativ aufwendige Gesangsaufnahme mit zwei Sängern und insgesamt 32 Vocalspuren. Es ist wirklich genial, wie man sich in der S6 vorher Pultgruppen bauen und dann per Recall durchschalten kann. Unsere S6 hat 16 Fader, ich kann mir also zum Beispiel auf die linken acht Fader die Sängerin und ihre erste Stimmen legen. Wenn ich jetzt die die zweiten oder dritten Stimmen bearbeiten will, dann switche ich einfach. Rechts liegen bei mir immer die Gruppen. So habe ich alles sehr kompakt unter Kontrolle.“

„Früher habe ich mir immer den Luxus gegönnt, dass ich bei 32 Gesangsspuren für jede einen Fader der D-Control hatte. Das hat aber den Nachteil, dass es doch recht unübersichtlich ist und man mit seinem Sessel immer hin- und herfahren muss. Dann sitzt man nicht immer in der Sweet Zone und deshalb haben wir uns bewusst für eine kleinere Ausführung entschieden. Die 16 Fader sind nicht breit und ich sitze immer genau im Sweet Spot, habe alles im Griff und nur das auf dem Pult, was ich gerade benötige. Diese Kompaktheit war am Anfang etwas ungewohnt. Mittlerweile bin ich aber gerade dadurch deutlich schneller.“

Alles direkt im Blick

„Die Grafikdisplays der S6 sehen nicht nur hübsch aus, sondern sie sind sehr sinnvoll in der Produktion. Zum einen hat man die Wellenformzuordnung direkt über dem Fader. Bei der D-Control hatte man den Fader in der Hand, hat aber immer woanders hingeschaut, nämlich auf den Bildschirm. Funktioniert auch, aber wenn man auf das Display gucken kann, das direkt über den Fadern platziert ist, dann sieht man die ankommenden Audiofiles und kann sich besser darauf vorbereiten. Zum Beispiel bei Sprachaufnahmen: Man sieht, wann welcher Take kommt und kann viel besser darauf reagieren. Die Displays zeigen natürlich noch viel mehr. Wo liegt ein Plugin drin? Welche Sends sind belegt? Das ist schon cool!“

„Auch alleine durch die Farbgebung kann man sich jetzt viel besser orientieren. Und mit dem Touchdisplay hat man schon sehr viel unter Kontrolle, ohne links und rechts gleich wieder in die Konsole greifen zu müssen. Auch die Editierung der Plugins finde ich sehr gelungen. Wenn man sich da ein bisschen reinfuchst, dann ist es tatsächlich viel praktischer als immer alles mit der Maus am Bildschirm machen zu müssen. Man kann an der S6 jeden Knopf anders belegen. Das hat wirklich großes Potenzial für einen schnelleren Workflow. Ich habe zum Beispiel teilweise aus der Rückspultaste eine Zoomtaste gemacht.“

„Wir produzieren für das Wertheim Village etwa 100 Spots pro Jahr. Anspruchsvoll ist da, wie Sprache und Musik ausgesteuert werden und hier lohnt sich wirklich ein Hardware-Controller. Es ist doch etwas anderes, wenn man mit dem Fader minutiös mitfahren und sich am Gehör orientieren kann. Ohne eine Faderlösung wäre das gar nicht möglich. Man müsste die Lautstärke am Bildschirm einzeichnen. Diese Gummibänder, wie ich sie immer nenne, sind viel umständlicher.“

Taktiles Mischen, den Sound in den Fingerspitzen

Philosophie beim Mixen

„Wir versuchen, bereits in der Komposition und im Arrangement die passenden Sounds zu finden und eigentlich mische ich schon während der Komposition. Da soll schon alles richtig gut klingen. Früher hat man immer mal einen Rough Mix gemacht, das mache ich heute gar nicht mehr. Während der Komposition schiebe ich alles schon richtig hin und fahre es auch zum Teil schon in das Mastering rein, denn ich möchte es so hören, wie es zum Schluss klingen könnte.“

„Kunden sagen oft, dass es zu Demozwecken ja reicht, den Sound anzudeuten, aber das funktioniert bei moderner Musik nicht mehr. Denn hier hat man nicht nur ein bisschen Klavier, ein paar Streicher und Schlagzeug, sondern da sind ja richtig abgefahrene Sounds drin. Wenn ein Kunde von uns etwas bekommt, dann soll es wirklich schon so klingen, wie es später auf dem Sender zu hören sein wird.“

„Im Endeffekt wollen wir, dass der Kunde von dem begeistert ist, was schließlich auf den Sender geht. Genau da muss es funktionieren und es muss genau das bringen, was er sich vorgestellt hat. So bekommt man auch eine gewisse Langlebigkeit und der Sender kann unsere Sound-Designs mal ganz locker drei Jahre laufen lassen, ohne dass sie sich abnutzen.”

Mixing neu erfunden!

Wählen Sie ein vorkonfiguriertes S6 System oder stellen Sie sich Ihr persönliches Setup zusammen.  Lassen Sie sich von unseren Experten beraten, um die beste Lösung für Ihren optimalen Workflow und Ihre Projekte zu finden.

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Musikmesse 2016: Erleben Sie wie und warum mit Avids Audio Tools wirklich überall Musik produziert wird

Die größte und coolste Messe für Musikinstrumente, Noten und Musikproduktion startet am 7. April, 2016 in Frankfurt. Avid präsentiert dort die neuesten Produkte und Lösungen für moderne Audioproduktion, in Halle 9.1, Stand C21.

Nach der Weltpremiere auf der NAMM Show 2016 zeigt Avid das gerade frisch veröffentlichte Pro Tools 12.5 mit dem Avid Cloud Collaboration Feature. Damit können Musiker und Produzenten von überall auf der Welt miteinander komponieren, aufnehmen und mischen.

Access Sibelius in More Ways Than Ever

Heutzutage wird von Komponisten erwartet, dass sie in kürzester Zeit nicht nur großartige Musik sondern auch perfekt gesetzte und gedruckte Partituren liefern. Die Sibelius Notationssoftware hilft Komponisten sich kreativ zu entfalten und umfangreiche Partituren schneller fertig zu stellen. Erleben Sie den Entstehungsprozess live am Avid Stand.

 

Avid freut sich darauf neue und alte Freunde auf der Messe zu treffen.

Avid auf der Musikmesse 2016

Besuchen Sie uns auf der Musikmesse Frankfurt in Halle 9.1, Stand C21 und erleben Sie hautnah warum und wie mit Avids Audio-Werkzeugen Musikproduktion überall funktioniert.

AVID AUF DER MUSIKMESSE




Musikmesse 2016: Erleben Sie Stargäste auf der Avid-Bühne in Frankfurt

Jeden Tag gibt es Demonstrationen aller Avid Produkte und darüber hinaus international bekannte und erfolgreiche Stars und Künstler mit Vorträgen zu sehen. Der Avid Stand wird während der Musikmesse 2016 stets gut besucht sein. Kommen Sie vorbei und sehen Sie was und wen Avid 2016 zu bieten hat.

Auf der Musikmesse ist Avid in der Halle 9.1 am Stand C21 zu finden. Natürlich mit den neuesten Innovationen der Audiotechnologie und vielen bekannten Usern die erfolgreich Musik und Filmmusik produzieren.

Marek Pompetzki

Marek Pompetzki ist einer von Deutschlands absoluten Top-Produzenten. Mit Sido’s “Astronaut” produzierte er den erfolgreichsten deutschen Song 2015. Marek wird auf der Avid-Bühne seine Produktionstricks erklären und hat natürlich auch die “Astronaut” Pro Tools Session mit dabei um seine Mixing-Philosophie zu veranschaulichen.

Hier geht es zum Youtube Video-Interview mit Marek und seinen Produktionspartnern.

Martin Haas

Martin Haas und sein Kollege Moses Pelham sind echte Pioniere in Sachen deutscher Hip Hop und R&B. Avid ist sehr stolz Martin Haas auf der Avid-Bühne willkommen heißen zu können. Martin wird sehr ausführlich über das neue Album von Ausnahmesänger Xavier Naidoo erzählen.

Ansgar Frerich

Ansgar Frerich ist ein Filmtoningenieur aus Berlin. Zusammen mit seiner “Homebase” dem Postproduktionsstudio Basisberlin gewann er 2015 den renommierten Deutschen Filmpreis für die Postproduktion und das Sounddesign des Hacker Thrillers Who Am I. Ansgar gibt einen Überblick darüber was Postproduktion beim Film eigentlich genau ist und hat natürlich auch eine Pro Tools Session mit Sounddesign-, Geräusch- und Mix-Beispielen aus dem prämierten Film mit dabei.

Hier geht es zum Video indem Ansgar das Making Of von Who am I bespricht.

Also, nicht verpassen! Bitte auf etwaige Aktualisierung der Zeiten achten!

Marek Pompetzki

Freitag 8. April

15:00

Samstag 9. April

15:00

Sonntag 10. April

16:00 pm und 15:00

Martin Haas

Donnerstag 7. April

17:00

Freitag 8. April

11:00

Samstag 9. April

11:00

Sonntag 10. April

11:00

Ansgar Frerich

Donnerstag 7. April

15:00

Freitag 8. April

13:00

Samstag 9. April

13:00 pm

Avid auf der Musikmesse 2016

Besuchen Sie uns auf der Musikmesse Frankfurt in Halle 9.1, Stand C21 und erleben Sie hautnah warum und wie mit Avids Audio-Werkzeugen Musikproduktion überall funktioniert.

AVID AUF DER MUSIKMESSE