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Fatness und Wärme: Moritz Enders und die Produktion von Silbermond

Silbermond gehören seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Bands. Für ihr gerade erschienenes neues Album „Leichtes Gepäck“ haben sie sich nicht nur für ein neues Produzententeam und einen neuen Sound entschieden, sondern wollten auch bei den Aufnahmen schon vieles anders machen. Einer der Produzenten war Moritz Enders, der vielen vermutlich vorrangig als Mischer so erfolgreicher deutscher Künstler wie Casper („Hinterland“), Kraftklub („Mit K“) und Unheilig („Gipfelstürmer“) bekannt ist, deren Alben er mit seinen Mixes zu Platin-Status verholfen hat.

Gemischt wurde das Album in Moritz Enders neuem Berliner Studio, dessen Herzstück neben neben vielen analogen Outboard-Schätzchen ein Pro Tools | HDX System mit der neuesten Pro Tools Software 12.3 ist.

Im Interview berichtet Moritz vom Entstehungsprozess des Albums, der Abstimmung zwischen allen Beteiligten, seinem analog-digitalen Hybrid-Workflow und seinen Lieblings-Plug-ins.

Moritz Enders in seinem neuen Studio

Moritz, wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Silbermond?

Dazu muss man zunächst erläutern, dass ich das Album nicht alleine, sondern gemeinsam mit Alexander Freund und Thomas Stolle, dem Gitarristen von Silbermond, produziert habe. Alex ist schon seit seiner Zeit mit „P:LOT“ mit der Band befreundet, sie waren auch zusammen auf Tour. Wir haben uns Karneval 2009 kennengelernt, als wir zusammen gefeiert haben, und sind seitdem immer wieder in Kontakt. Als Silbermond dann für das Album auf der Suche nach einem Produzenten waren, haben wir eine Testsession zusammen gemacht und gemerkt, dass die Zusammenarbeit super funktioniert.

Wie sah die Aufteilung im Produzententeam konkret aus?

Produzieren heißt Entscheidungen treffen. Deshalb war es für uns sehr wichtig, dass jeder einen klar definierten Aufgabenbereich hat. Thomas war als Haupt-Songwriter der Band für das Schreiben und Ausarbeiten der Songs verantwortlich, Alex für die Arrangements. Ich habe mich um die Studioseite der Produktion und das Technische gekümmert. Hierbei hat es sicher auch geholfen, dass Stefanie (Stefanie Kloß, Sängerin von Silbermond, die Red.) und die Jungs schon seit vielen Jahren als Band zusammengewachsen sind und jeder weiß, was er zu tun hat und dass er sich auf die Kollegen verlassen kann.

Besonderes Augenmerk bei Silbermond bekam die Drum-Mikrofonierung im Blackbird Studio

Ihr habt einen Teil der Aufnahmen in Nashville durchgeführt…

…das war wirklich eine Wahnsinnserfahrung für uns alle. Die Blackbird Studios sind legendär und es war super, hier gemeinsam die Basic Tracks aufzunehmen. Anschließend haben wir noch parallel in zwei Studios in Berlin weiter an den Songs gearbeitet und einiges verfeinert. Ich habe in meinem Studio bereits gemischt, während die anderen weitere Takes oder zusätzliche Spuren im bandeigenen Studio aufgenommen haben, vor allem bei den Vocals. Obwohl wir die meisten finalen Vocals in Berlin aufgenommen haben, sind auf dem Album aber auch noch einige Demo-Aufnahmen aus Nashville zu hören, weil es dort einfach besondere Momente gab, die man so nicht rekonstruieren kann.

Auf welche Produktionsplattform habt ihr Euch als Produzententeam einigen können?

Die Entscheidung war relativ einfach: Da ich derjenige war, der das Ganze am Ende auch mischen sollte, war für mich klar, dass nur Pro Tools in Frage kommt. Ich arbeite in meinem eigenen Studio auf einem Pro Tools | HDX-System, und auch in Nashville hatten wir Pro Tools auf dem Laptop dabei. Dort habe ich dann auch direkt nach den einzelnen Aufnahmesessions Stems erstellt, damit wir alle schon einen Eindruck von den Songs bekommen und gut daran weiterarbeiten konnten. Die Vocals wurden später teilweise in einem anderen System aufgenommen, die habe ich dann aber in meine Pro Tools Sessions integriert habe.

Pro Tools | HDX inmitten von analogen Schätzchen

“Gerade bei Routine-Aufgaben und Shortcuts ist es wichtig, mit der DAW gut vertraut zu sein, von daher gab es für mich beim Workflow keine Alternative zu Pro Tools. Und mein Pro Tools | HDX klingt einfach toll, ist rock solid und nicht in die Knie zu zwingen”

Moritz Enders über Pro Tools

Welche sind für Dich die Hauptgründe mit Pro Tools zu arbeiten?

Ich war vor eine paar Jahren längere Zeit in LA und habe dort Pro Tools kennen und lieben gelernt. Es ist dort einfach gesetzt und andere Programme sind so gut wie nicht existent. Gerade bei Routine-Aufgaben und Shortcuts ist es wichtig, mit der DAW gut vertraut zu sein, von daher gab es für mich beim Workflow keine Alternative zu Pro Tools. Und mein Pro Tools | HDX klingt einfach toll, ist rock solid und nicht in die Knie zu zwingen.

Ich arbeite auch bereits mit der Version 12.3 und mit der neuen Commit-Funktion ist ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Ich habe schon lange auf die Funktion gewartet und finde sie extrem gut gelungen. Für mich ist es vor allem für Projekte praktisch, bei denen ich nachher Sessions oder einzelne Spuren an verschiedene Partner schicken muss. Dort kann ich dann die Einzelspuren genauso rüberschicken, wie meine Kunden es brauchen, und muss mich nicht darauf verlassen, dass sie auch die entsprechenden Plug-ins haben oder die Software kompatibel ist. Das erspart mir auf jeden Fall einiges an Aufwand.

Dein Studio ist aber auch voll mit analogen Schätzchen…

Das stimmt, obwohl ich das Studio neu eingerichtet habe, bin ich hier sehr analog unterwegs. Ich denke, dass jeder für sich den optimalen Workflow finden muss. Früher war es noch so, dass es einen gewissen Hardware-Standard gab, den jedes große Studio erfüllen musste. Heutzutage sind die Studios vielfältiger, was es schwieriger macht, als Produzent oder Engineer in fremden Studios zu arbeiten. Für viele ist dann der Rechner mit der DAW der Punkt, an dem alles zusammen läuft. Und auch hier ist Pro Tools Pro Tools | HDX der beste Partner für mein analoges Outboard.

Für mich als Mischer ist es wichtig, dass die Künstler mir vertrauen, weil ich derjenige bin, der die Songs zum Mastering rausschickt. Deswegen setze ich nicht auf ein mobiles Setup, wie viele andere gerade, sondern brauche meinen Raum, in dem ich mich auskenne und wohlfühle. Außerdem ist es für mich extrem wichtig, im Raum rumlaufen zu können und eine gewisse Haptik zu haben. Ich würde durchaus gerne mal die Pro Tools | S6 ausprobieren, die die Haptik des Mischens in Pro Tools weiter fördert und diese nicht nur auf Keyboard und Maus reduziert wird.

Für den Mix bevorzugt Moritz eine aufgeräumte Session mit Stems

Wie sah der Songwriting- und Aufnahmeprozess bei „Leichtes Gepäck“ aus?

Für die Band war der Aspekt der Weiterentwicklung sehr wichtig, daher auch das neue Studio und das neue Produzententeam. Oftmals hatten Thomas und Stefanie anfangs nur grobe Skizzen der Songs mit Chorus oder Verse. Alex hat dann viel Zeit mit der Band im Proberaum verbracht und an den Arrangements gearbeitet. Ziel war es, die Grundstruktur in markante und interessante Sounds umzusetzen. Dabei wollten wir nicht einfach möglichst viele Sachen übereinanderstacken, sondern die Songs auf ihre Basics reduzieren und dann Akzente setzen. Das kann mal ein simpler Beat sein, der dadurch interessant wird, dass er anders gespielt oder aufgenommen wird, oder auch eine Gitarre mit markantem Sound. Ganz nach dem Motto „keep it simple“, dafür dann mit coolen Performances überzeugen. Auch Stefanies Stimme als Wiedererkennungsmerkmal der Band sollte natürlich ganz bewusst weiterentwickelt werden, und zwar nicht nur soundtechnisch, sondern auch inhaltlich. Dazu haben wir beispielsweise bestimmte Wörter für die Texte gesucht, die sonst in der deutschen Popmusik eher nicht genutzt werden, und die neuartige Bilder erzeugen können.

Stichwort Stimme: Wie hast du dort als Produzent die angesprochene Weiterentwicklung vorangetrieben?

Bisher stand Stefanies Stimme immer relativ trocken, alleine und laut da. Wir wollten ihrer Stimme also einen etwas anderen Charakter geben, weil man sie in der „trockenen“ Variante schon so oft gehört hat.

Dabei haben wir verschiedene Sachen ausprobiert. Beim Intro („Die Mutigen“) haben wir beispielsweise ganz bewusst die Stimme eins zu eins gedoppelt, sprich zwei Performances, komplett gleich laut und nur ein bisschen Panning eingesetzt. Bei anderen Songs haben wir auch krassere Effekte wie Verzerrer, Tape Delays usw. genutzt.

Als Produzenten mussten wir die Band schon manchmal etwas bremsen, damit die Stimme nicht zu stark bearbeitet wird, noch klar erkennbar bleibt und die Inhalte klar transportiert werden.

Für mich ist es immer super wichtig, dass Vocals eine gewisse Fatness und Wärme haben. Dazu nutzte ich meistens das Phoenix Plug-in von Crane Song, gerne auch in den dunkelsten Settings Opal und Dark Essence. Das ist auch beim aktuellen Album auf fast jedem Track drauf. Für mich ist das nach wie vor das Plug-in, das für Vocals und Harmonic Distortion am besten funktioniert.

Damit lege ich die Basis für den Vocal-Sound. Die Spuren gehen dann bei mir ja wieder raus in die „analoge Welt“, wo ich mit Röhrengeräten wie dem LA-2A oder Retro Instruments 176 den Charakter weiter herausarbeite. Anschließend nehme ich die Spuren direkt wieder in Pro Tools als Stems auf.

Die richtigen Effekte kommen allerdings fast immer aus dem Rechner als AAX-Plug-Ins. Meine Favoriten dabei sind die Klassiker wie Soundtoys Echoboy oder UAD-Plugins (Plate, Space Echo). Das Schöne an Plug-in-Ketten für mich ist, dass man noch so viel am Sound herumspielen kann, um genau den Sound und Charakter zu erreichen, den man sich vorgestellt hat.

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Auf der Suche nach der Gänsehaut

Arrangeur, Komponist und Musikproduzent Mathias Grosch über seine Arbeit mit Pro Tools für „Sing meinen Song“

„Sing meinen Song“ ist aktuell in der zweiten Staffel gelaufen, und wie auch schon in der ersten Staffel spielte Mathias Grosch als musikalischer Leiter für das Format und Gründer der dazugehörigen Band „Grosch’s Eleven“, eine maßgebliche Rolle beim musikalischen Arrangement – und damit dem Erfolg der Staffel sowie dem des erneut auf Nr. 1 der deutschen und österreichischen Charts platzierten Albums zur Show. Bei unserem Interview wirft er mit uns einen Blick hinter die Kulissen und erzählt, wie die Produktion abläuft und warum sie nur mit Pro Tools funktioniert.

Wie bist du zu dem Job bei „Sing meinen Song gekommen? Das ist ja doch eine Art Ritterschlag, bei so einer populären Show die musikalischen Fäden in der Hand zu halten.

Ich habe 1998 in Mannheim angefangen, Jazzklavier zu studieren. Nach dem Ende des Studiums 2002 bin ich über Kosho, den Gitarrist der Söhne Mannheims, in die Studioarbeit bei der Naidoo-Herberger reingerutscht. So bin ich dann auch recht schnell an eigene Produktionen gekommen bei denen ich die Gesamtleitung hatte, und schon 2004 bin ich hier im Haus dann in ein größeres Studio umgezogen. Inzwischen habe ich viele Standbeine: Ich komponiere, ich arrangiere, ich spiele, produziere, ich bin Toningenieur, das hat sich alles irgendwann ganz natürlich ergeben. Ich habe dann auch das letzte Album von Xavier Naidoo gemischt, das eine Goldene Schallplatte bekommen hat. Und daraus ergab sich am Ende die Zusammenarbeit zu „Sing meinen Song“.

Wie seid ihr das Ganze angegangen?

Wir sind vor rund zweieinhalb Jahren in die konkrete Planung eingestiegen und haben unsere Ideen zusammengeworfen. Es ging uns vor allem darum, dass die Lieder in der Sendung nicht einfach gecovert werden, sondern dass ein „musikalischer Maßanzug“ entsteht. Auch wenn das ganze Format sehr spontan und improvisiert wirkt: Es steckt eine Menge Arbeit und Vorbereitung dahinter.

Und was heißt das konkret? Wie sieht die Vorbereitung für die Shows aus, die ja in Südafrika aufgezeichnet werden?

Konkret sieht es so aus, dass ich mich im Vorfeld der Show mit den Künstlern treffen und die Lieder durchsprechen. Wir überlegen gemeinsam, wie wir einen Song am besten für einen bestimmten Künstler adaptieren und umarrangieren können. Im Anschluss daran mache ich dann in enger Zusammenarbeit mit den Künstlern die Arrangements. Zwei Monate vor der Aufzeichnung sind wir dann mehrere Wochen im Studio, um die Songs mit der Band und den Künstlern zu proben. Wichtig ist, dass keiner weiß, was die jeweils anderen singen werden, das alles bleibt ein Geheimnis bis zur Aufzeichnung. An der Aufzeichnung selber ist dann das Ungewöhnliche, dass sie nicht gescriptet ist – nichts ist festgelegt, die Interaktionen sind tatsächlich authentisch und spontan. Die Kamera läuft einfach durch, geschnitten wird nur, um hinterher im Zeitrahmen zu bleiben.

Klappt das denn alles immer auf Anhieb?

Es macht immer wieder total Spaß, zusammen mit den Künstlern und der Band die neuen Arrangements zu erarbeiten. Manchmal werden die Vorschläge, die ich mache, auch mal komplett über den Haufen geworfen. Kann passieren, aber die Band ist dann so spontan und wir finden schnell einen anderen Ansatz der dann funktioniert. Das Gute ist, dass wir uns in- und auswendig kennen und die Band im Studio die gleiche ist wie die bei der Aufzeichnung. Dadurch gibt es keine Brüche, und die Atmosphäre ist total entspannt.

“Die Band legt los, und der Sound klingt immer genau so, wie wir ihn uns erdacht haben. Das hat mit keiner anderen Lösung funktioniert!”

Mathias Grosch über Pro Tools

Wie könnt ihr so einen engen Produktionrahmen denn technisch möglich machen?

Wir arbeiten bei Proben und Produktion komplett mit Pro Tools und bei der Arrangementarbeit in der Vorbereitungsphase mit Sibelius. Auf der Tonebene hat sich gezeigt, dass Pro Tools schlicht und einfach die einzige Lösung ist, die für unser Set-up funktioniert – von den Proben im Studio über die Live-Aufnahmen bis zur Arbeit am Album. Da zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung weniger als 8 Wochen liegen und bis dahin die CD Produktion mit den Live-Aufnahmen am Start sein muss, arbeiten wir praktisch parallel an Live-Aufnahmen und Album.

Konkret muss man sich das so vorstellen:  schon beim Einspielen der Songs im Studio greifen wir klanglich stark ein, d.h. wir benutzen Pro Tools ganz klassisch wie ein Mischpult mit einem Bus-System. Die einzelnen Instrumente werden direkt in Pro Tools aufgenommen und hierbei schon während der Aufnahme auf ein Bus-System geroutet und nach unserer klanglichen Vorstellung geformt. So bekommt man schon zu diesem Zeitpunkt alle Signale, insbesondere der Drums, schon im Studio entsprechend fett. Wir haben da super Erfahrung mit den Waves -Plugins gemacht, und ich bin ein großer Fan des SSL Compressors oder der Waves 1176er Simulation. Genauso kümmern wir uns während dieses Prozesses um eine zum jeweiligen Song passende Raumästhetik. Vieles passiert natürlich am Instrument, gerade bei den Gitarren und den Keyboards, aber bei den Drums haben wir alle Freiheiten aufgrund der trockenen Akustik im Studio, welche den Außenbedingungen in Südafrika ähnelt. Ein Riesen-Vorteil von Pro Tools ist dann natürlich folgender: In der Live-Situation müssen wir nichts mehr neu einstellen. Auch von der Rechenleistung her bewältigt kein anderes Tool diese Aufgabe. Den Monitormix machen wir dann im Studio, genauso wie live auch über Pro Tools. Die dort eingespeisten Signale gehen direkt nach klanglicher Bearbeitung wieder an die einzelnen Musiker zurück, die sich dann mithilfe eines kleinen Mischers den Monitor-Mix selber machen können. Ach ja, fast vergessen: Die fertigen Submixe werden übrigens per MADI auch zum FoH geschickt und er muss sich dann nur noch um die Stimmen der Künstler kümmern. Mit anderen Worten: Die Band legt los, und der Sound klingt immer genau so, wie wir ihn uns erdacht haben. Das hat mit keiner anderen Lösung funktioniert! Als Controller sind wir mittlerweile bei 4 gestackten Avid Artist Mix gelandet.

So gut wie alle beteiligten Musiker arbeiten mit Sibelius. Damit ist es uns möglich, mal eben während den Proben Tonarten oder Abläufe zu ändern oder in einer Aufnahmepause eine Partitur zu ändern.

Wie geht es nach der Aufzeichnung weiter?

Nach der Aufzeichnung haben wir vier Wochen für die finalen Mixe. Wir arbeiten zu dritt daran, das heißt wir säubern den Mix oder korrigieren die wenigen Fehler die passiert sind. Dies läuft für die Ausstrahlung und das Album fast parallel. Da wir auf identischen Systemen arbeiten können wir die Sessions problemlos untereinander tauschen. Da fängt einer mit dem säubern der Spuren an während sich der andere schon um die Compression bei den Vocals kümmert usw.

Die zweite Staffel ist durch, und auch das zweite Album ist erschienen. Woran arbeitet ihr im Moment?

Zurzeit laufen die Proben für die Weihnachtsshow, die dieses Jahr in einer alten Hütte in Ellmau aufgezeichnet wird. Das ist von der Akustik her wieder ganz anders als in Südafrika, aber genauso großartig. Und auch hier geht es eigentlich nur um eins: die Suche nach der Gänsehaut.

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Großes Kino in den Konken Studios

Die Konken Studios in Hamburg sind eine der renommiertesten Adressen für TV- und Kinomischungen in Deutschland. Vom „Kleinen Arschloch“ in den 1990er Jahren bis zur aktuellen Staffel der TV-Serie „Weissensee“ wurden hier die Tonmischungen unzähliger großer und kleiner Film- und Fernsehproduktionen in Europa und der ganzen Welt durchgeführt. Seit fast 30 Jahren leitet Stephan Konken die nach ihm benannten Studios – und das sehr erfolgreich: Er konnte durch seine besonderen Vertonungsarbeiten bereits „Nika“- und „Golden Eagle-Awards“ mit nach Hause nehmen und wurde auch für den „Amanda-Award“ nominiert. Gerade wurde der Film „GETT“ für den „Golden Globe“ nominiert (Mischung: Stephan Konken )

Doch auch die Konken Studios mussten sich den veränderten Rahmenbedingungen großer Film- und Fernsehproduktionen anpassen: Knappere Budgets und immer kürzere Deadlines sowie immer mehr Umschnitte noch während der Mischung führten dazu, dass die altgediente AMS Neve DFC Konsole nicht mehr zeitgemäß war und gegen ein modernes Pro Tools | S6 System ausgetauscht wurde. Wir haben Stephan Konken gebeten, über seinen Workflow und die ersten Erfahrungen mit Pro Tools| S6 zu berichten.

Zeit für was Neues

„Ich hatte schon seit längerer Zeit darüber nachgedacht, meine AMS-Neve DFC-Konsole zu ersetzen. Für meine Produktionen brauche ich ein Werkzeug, das flexibel im Umgang mit angelieferten Projekten funktioniert, leistungsstark und wartungstechnisch modern durchdacht sowie universell einsetzbar ist. Die alte Konsole hatte mir 15 Jahre lang gute Dienste geleistet, die Tonqualität war nach wie vor super, aber die Arbeitsweise schien mir insgesamt nicht mehr zeitgemäß.

Die S6 kristallisierte sich schnell eine spannende Option heraus, im ersten Schritt wollte ich aber testen, ob sie auch wirklich meine Anforderungen erfüllt. Nach vielen Telefonaten und Überlegungen habe ich mich dann im Frühjahr 2014 zusammen mit SMM an die Konzeption gemacht. Wir haben alle Aspekte einer TV- und Kinomischung durchgespielt und verschiedene Workflows erstellt. Im Mai haben Mike Hofer und ich dann fünf Tage lang die kritischen Punkte an einer Demo-Konsole durchleuchtet. Am Ende war mir klar, dass die S6 eine große Umstellung meiner Arbeitsweise bedeuten würde, aber auch viele große Vorteile mitbringen kann. Das war für mich der ausschlaggebende Punkt. Somit konnte SMM im Dezember 2014 zwei neue Pro Tools-HDX-Systeme inklusive einer 24-Fader-S6 in unserer Regie installieren.“

Behind the Scenes – Video-Interview mit Stephan Konken

Der erste Härtetest

„Jetzt, einige Monate und Filme später, habe ich mich eingearbeitet und richtig Spaß mit der Konsole. Ich habe schon recht schnell nicht mehr über die Oberfläche nachgedacht. Durch den ergonomischen Aufbau der S6 konnte ich mich schnell im Setup zurechtfinden und hatte trotz Umgewöhnung innerhalb kurzer Zeit das altgewohnte Arbeitstempo wieder erreicht.

Der erste Stresstest für die S6 kam mit der Produktion der dritten Staffel der TV-Serie „Weissensee“. Mit mehr als 80 reinkommenden Spuren und insgesamt ca. 150 Kanälen war ich hier wirklich auf einen funktionierenden Workflow angewiesen. Zuerst dachte ich, dass ich mehr Fader oder Joysticks benötige. Das hat sich aber schnell als Trugschluss herausgestellt. Mit dem Touchscreen kann ich richtig gut arbeiten. Die Wellenformdarstellung direkt über dem Kanalzug gefällt mir besonders gut – man löst sich gewissermaßen von dem konstanten Blick auf das Edit – Fenster und kann sich auf den Mix an der Konsole konzentrieren. Überhaupt ist die Verknüpfung von Pro Tools und der S6 eines der größten Argumente für den Umstieg – das Zusammenspiel funktioniert unglaublich intuitiv.“

“Überhaupt ist die Verknüpfung von Pro Tools und der S6 eines der größten Argumente für den Umstieg – das Zusammenspiel funktioniert unglaublich intuitiv.”

Stephan Konken

Alte Gewohnheiten, neue Effizienz

„Ich habe zunächst mein Setup so aufgebaut, wie ich es von meiner alten Konsole gewohnt war. Bei der alten Konsole musste ich mit dem Stuhl immer hin- und herfahren, um alle Fader bedienen zu können, durch das Konzept der S6 sitze ich jetzt erfreulicherweise immer im Sweetspot. Die Knöpfe haben bei der Umstellung auf die S6 recht klein gewirkt, sind aber gut beleuchtet und somit auch in der typischen dunklen Kinomischung gut interpretierbar. Momentan überlege ich, ob 8 weitere Fader mit fest zugeteilten Spuren für mich sinnvoll wären, ich würde dort meine Masterregler unterbringen. Die Vorstellung, dass ich meine S6 durch das modulare Konzept auf zukünftige Anforderungen und Arbeitsweisen anpassen kann, gefällt mir ungemein.

Wenn ich ein neues Projekt starte, gehe ich im ersten Schritt immer von meinem Master-Setup aus. Ich nutze es als Ausgangspunkt für jeden neuen Job und passe es dann an. Die Eingänge werden zunächst auf Gruppen aufgeteilt und filmtypisch nach O-Tönen, Foleys, Atmos, Effekten und Musik auf entsprechende Stems geroutet. Dazu gibt es für internationale Produktionen noch Parallelspuren, zum Beispiel für Variationen der O-Töne. Die Hall-Returns werden ebenfalls den Stems zugeordnet.

Einige Plugins sind bei Filmprojekten fast unverzichtbar. Ich nutze oft PhoenixVerb, iZotope Ozone und Insight, beim Limiter oder Multi-Band-Compressor setze ich auf die Avid-Pro-Plugins, weil ich damit sehr gute Ergebnisse erziele. Die Plugins lege ich gerne auf den Touchscreen, um sie dort direkt ansteuern zu können. Außerdem nutze ich für viele Effekte den Expand Mode, da ich so zum Beispiel beim Master Limiter den Input Gain direkt an den Potis der einzelnen Kanalzüge regeln kann. Als Workstations kommen Mac Pros mit HDX-Karten zum Einsatz, als Recorder nutze ich den aktuellen Mac Pro mit einem HD Native System.“

Immer das Ganze im Blick

„Unabhängig von der Technik sind für mich drei Faktoren wichtig für eine gute Tonmischung – die Verständlichkeit von Dialogen, das Erzeugen von klar abgegrenzten Räumlichkeiten und ein in sich schlüssiges, homogenes Gesamtbild der Töne. Den aktuellen Film haben wir im Format 7.1 gemischt, wobei ich immer darauf geachtet habe, das Panning sehr subtil einzusetzen, da es der Handschrift des Films am ehesten gerecht wurde.

Wir haben in den Konken Studios auf jeden Fall sehr von der Umstellung auf die S6 profitiert und wir sind gut für die Zukunft und Veränderungen der Branche aufgestellt. Auch wenn ich die alte DFC noch in einer Ecke des Studios stehen habe, bin ich bisher noch nicht in die Verlegenheit gekommen, über eine Rückinstallation nachzudenken.“

Behind the Scenes – Mischen mit Pro Tools | S6 in den Konken Studios

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‚Mission: Impossible – Rogue Nation‘ mit Avid Pro Tools

Der fünfte Teil von Mission: Impossible bietet alles, was man von dieser Serie an Action erwartet … und mehr. Im neuesten M:I-Thriller wird Hauptdarsteller Ethan Hunt vom „Syndikat“ gejagt, einer Organisation bestens ausgebildeter Attentäter. Gespielt wird Ethan Hunt wieder von Tom Cruise, während Christopher McQuarrie die Regie von M:I4-Regisseur Brad Bird übernommen hat.

Da Mission: Impossible – Rogue Nation fünf Monate vor dem ursprünglich geplanten Kinostart fertig gestellt werden musste, entschied sich das Audio-Post-Production-Team für die Kreativ-Tools von Avid Everywhere.

Der Filmstart war von Dezember auf Juli 2015 vorverlegt worden, doch für Supervising Sound Editor James Mather stellte der geänderte Termin kein Problem dar. „Unsere Arbeitsweise bei Mission: Impossible – Rogue Nation folgte im Wesentlichen dem, was Bild-Editor Eddie Hamilton vorgab. In den ersten sechs oder sieben Wochen wurden die Tracks vorbereitet und gemischt und die einzelnen Szenen im Großen und Ganzen fertiggestellt, so dass wir uns dann an das Fein-Tuning begeben konnten.“

Tom Cruise spielt Ethan Hunt in Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Wir begannen mit der Arbeit an ‚Mission: Impossible – Rogue Nation‘ am 23. Februar und lieferten den finalen [Dolby] Atmos-Mix am 17. Juli.“

—James Mather

„Chris und Eddie bearbeiteten den Film sehr schnell“, erzählt Re-recording Mixer Mike Prestwood Smith. „Glücklicherweise liefen die Previews extrem gut, so dass nicht allzu viele Szenen umgeschnitten werden mussten. Es wäre für uns sehr viel schwieriger geworden, wenn die ersten Previews nicht schon so gut angekommen wären.“

„Mit der Pro Tools | S6 hat sich definitiv einiges geändert. Man kann alles ganz direkt kontrollieren und wirklich komplette Filme mischen.“

—Mike Prestwood Smith

Mission: Impossible – Rogue Nation ist bereits der zweite Film, den Mike auf der Pro Tools | S6 gemischt hat, und rückblickend kann er sich kaum noch vorstellen, wie er jemals ohne diese Konsole ausgekommen ist. „Damit hat sich definitiv einiges geändert. Mit der S6 kann ich mehrere Systeme gleichzeitig über eine Konsole steuern. Aus der Perspektive eines Musik- und Dialog-Mixers betrachtet, zählt insbesondere, dass man alles ganz direkt kontrollieren und wirklich komplette Filme mischen kann.“ Ein weiterer Vorteil der S6 ist, dass man genau die benötigte Systemgröße zusammenstellen kann. In meinem Fall sind es 24 Fader, die optimale Anzahl beim Mischen von Film-Sound. Letztlich kommt natürlich alles auf den persönlichen Geschmack an. Man kann mit seinen Händen sowieso immer nur eine bestimmte Anzahl Fader gleichzeitig bedienen!“

„Wofür ich sonst Tage gebraucht hätte, konnte ich dank der Flexibilität der Pro Tools | S3 innerhalb weniger Stunden erledigen.“

—James Mather

Von links nach rechts: Kameramann Robert Elswit und Rebecca Ferguson bei den Dreharbeiten zu Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

Für James bot Mission: Impossible – Rogue Nation zum ersten Mal die Gelegenheit, mit der Pro Tools | S3-Konsole zu arbeiten. „Von den Sound-Editoren bekam ich die Mixdowns Ihrer Bus-Gruppen, und dann nahm ich diese Stems und mischte sie auf der S3 ab. Wofür ich sonst Tage gebraucht hätte, konnte ich dank der Flexibilität der S3 innerhalb weniger Stunden erledigen – und ich war nicht auf Maus und Tastatur beschränkt. Die Konsole funktionierte wunderbar und war ganz einfach zu bedienen.

Ein Action-Film mit einem derart komplexen Zeitplan lässt sich nur mit Pro Tools realisieren. Während der gesamten Post-Production-Phase, bis zum Print-Mastering vor Eintreffen der finalen VFX-Versionen, gab es immer wieder VFX-Updates und diverse Umschnitte. Daher musste wir während des Mischens stets auf alle Tracks zugreifen können, bis zur Erstellung des Print-Masters und sogar der M&E-Mischung.“

„Mischen war früher sehr reglementiert und festgelegt, nun ist es ein fließender, kooperativer und offener Kreativ-Prozess.“

—Mike Prestwood Smith

Die Zusammenarbeit mit Regisseur Christopher McQuarrie machte Mike ebenfalls viel Spaß. „Chris legt großen Wert auf Musik und Story. Wir alle wissen, dass es sich um einen Action-Film handelt, doch hinter vielen Action-Szenen stecken auch erzählerische Elemente. Damit sticht Mission: Impossible – Rogue Nation aus der Masse der Filme dieses Genres sicherlich heraus. Bei all der Action gibt es also viel Handlung, was Chris’ Fähigkeiten als Autor und Regisseur widerspiegelt.“

James ergänzt: „Jeder Filmemacher hat seinen eigenen Stil, und bei Mission: Impossible – Rogue Nation wollte Chris unbedingt ‚echten Sound‘ haben. Künstliche oder durch zusätzliche Elemente verstärkte Toneffekte mag er nicht. Für uns bestand die Herausforderung darin, Intensität und Power mit natürlichen Klängen umzusetzen und die Effekte nicht zu überstilisieren.“

Tom Cruise bei einem Flugzeug-Stunt für Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Dank Avids Kreativ-Workflows mit umfassenden Kooperationsmöglichkeiten können Filmemacher ihren Produktionen immer mehr Details verleihen und in kürzerer Zeit viel mehr schaffen.“

—Mike Prestwood Smith

James erlernte sein Handwerk in einer kleinen, unabhängigen Editing-Firma in Bristol. Von dort aus startete er als Assistant Film Editor durch und arbeitete an diversen Serien und Independent-Filmen. „Schließlich landete ich in Australien, wo ich an Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel beteiligt war. Dies bot mir erste Einblicke in den Sound wirklich großer Kinofilme. Nachdem ich – von Filmton begeistert – aus Australien zurückgekehrt war, entschied ich, dass mein weiterer Weg in diese Richtung führen sollte.“

Mike ist überzeugt, dass ‚Musikinstinkt‘ für einen guten Tonmischer unerlässlich ist. „Das Mischen von Spielfilmen ist in vielerlei Hinsicht mit dem Mischen von Musikalben vergleichbar, die Erfordernisse sind sehr ähnlich. Als Teenager, bis ich ungefähr Anfang zwanzig war, arbeitete ich mit vielen Bands und mischte ihre Musik. Später beschäftigte ich mich mit Sampling und Sounddesign, was letztlich zu meinem Beruf als Audio-Mixer führte. Ich begann mit dem Mischen von TV-Shows, Dokumentarfilmen und Serien bis ich schließlich bei Spielfilmen angelangt war. Mein erster großer Durchbruch war Billy Elliot, im Jahr 2000.“

Von links nach rechts: Regisseur Christopher McQuarrie, Tom Cruise und Rebecca Ferguson am Set von Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Jede Form der Kommunikation braucht eine Sprache, und die universelle Audio-Post-Sprache, die alle beherrschen sollten, ist für mich Pro Tools.”

—James Mather

Mike zufolge hat Avid die Audiobranche im Laufe der letzten zehn Jahre grundlegend verändert. „Dank Avids Kreativ-Workflows mit umfassenden Kooperationsmöglichkeiten können Filmemacher ihren Produktionen immer mehr Details verleihen und in kürzerer Zeit viel mehr schaffen.“ Dieser neue Ansatz ermöglicht uns eine Arbeitsweise ohne Kompromisse. Filmmusik befindet sich im Verlauf einer Produktion in stetigem Wandel, der Mix entwickelt sich. Daran lassen sich die anderen Tonelemente nun ganz einfach und auf sehr ‚organische‘ Weise anpassen. Filmemacher können sich bis zur letzten Minute alle Optionen offen halten.“

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Making-Of-Event zu „Who Am I“ an der HFF München

Die Video-Serie zur Postproduktion des erfolgreichen deutschen Films war auf YouTube bereits ein voller Erfolg. Am 28. April lud Avid an die HFF ein – die Macher von „Who Am I“ präsentierten Einblicke in ihren Workflow.

Für Audio- und Filmprofis und Studenten in diesen Bereichen gibt es wahrscheinlich wenig spannendere Dinge, als den Branchengrößen einmal live bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Genau das war der Anlass des Making–of Events an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München: Avid hatte den Editor Robert Rzesacz, die Sounddesigner Daniel Weiss und Florian Holzner, den Filmkomponisten Michael Kamm und den Mischtonmeister von BASISberlin, Ansgar Frerich, zu einem Making-of Event eingeladen. Im Fokus der Veranstaltung stand die Präsentation des gesamten Postproduktions-Workflows – von Schnitt über Filmmusik bis hin zu Sounddesign und der finalen Mischung.

Dass die Produktion von Who Am I herausragend ist, hat der Deutsche Filmpreis 2015 bestätigt. Der Film gewann gleich drei Lolas, unter anderem für die „Beste Tongestaltung“ und den „Besten Schnitt“. Wir gratulieren dem Team von BASISberlin sowie Robert Rzesacz zu diesem Erfolg.

Die detaillierte Videoreihe zur Postproduktion von Who Am I ist außerdem auf YouTube zu finden.

Im Vorfeld des Abend-Events waren bereits Studenten der HFF, des SAE Institute und der Musikhochschule München zu einer interaktiven Audio-Q&A Session und Masterclass eingeladen. Die vielen interessierten Fragen und angeregten Diskussionen machten die Fragerunde zu einem gelungenen Auftakt, der schnell vorbeiflog.

Die Avid Produkt-Specialisten Michael Bleser und Lars Kischkel führten durch einen abwechslungsreichen Abend. Den Auftakt der Abendveranstaltung markierte eine Paneldiskussion mit anschließender Vorstellung der einzelnen Gewerke: Schnitt, Sound Design, Filmmusik und Mischung, die von einer Q&A Runde mit dem Publikum abgerundet wurde. Dabei beschrieben die Who Am I-Macher die Arbeit im Team, das einer sehr engen und produktiven Zusammenarbeit vom Rohschntt bis zur Kinomischung geprägt war. Besonders spannend war für das Publikum auch die Zusammenarbeit mit Regisseur Baran Bo Odar, der durch seine klaren Vorstellungen, gepaart mit der Bereitschaft, Vorschläge des Teams einfließen zu lassen, für einen fruchtbaren Workflow sorgte.

Beim abschließenden Get together konnte den Experten in lockerer Runde auf den Zahn gefühlt werden – aber auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz, dazu trug die lockere Atmosphäre bei. Die meisten Teilnehmer nutzten das Angebot, den Film im Anschluss (nochmals) anzusehen. Den Hacker-Thriller mit diesem Hintergrundwissen zu sehen, macht ihn gleich nochmals spannender!

Alle, die das Event vor Ort verpasst haben, können auf dem deutschen Avid YouTube-Kanal den Machern auch virtuell über die Schulter blicken. Jetzt reinschauen!




Master the Art of Music Creation: Wie bereite ich einen Remix richtig vor?

Master the Art of Music Creation

Hallo, ich heiße Lars Kischkel und gehöre zum Pro Audio-Team bei Avid. In den nächsten sieben Beiträgen unserer neuen Blog-Serie Master the Art of Music Creation schauen wir genauer hin, wenn es hier in meinem Studio in Köln um die Produktion von Remixes existierender Songs mit Pro Tools geht. In dieser ersten Folge beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung eines Remixes, und dafür nutze ich das Lied „Words to say“ der südafrikanischen Band The Arrows. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass dieser Song auch eine Rolle in unserer Serie From Creation to Final Mix gespielt hat. In dieser Serie hat der Produzent Fab Dupont mit der Band zusammengearbeitet, um den Demotrack bis an der Punkt zu bringen, an dem er abgemischt werden konnte. Der Pro Tools-File des Lieds, das ich für den Remix nutze, steht zum Download auf dieser Website zur Verfügung.

Wir springen in diesem Beitrag an die Stelle, wo wir die Drum- und Vocal-Tracks aus dieser bestehenden Pro Tools-Session für den Remix nutzen.

 

Mehr über die Produktion von „Words to Say“ erfahren Sie in der 6-teiligen Serie From Creation to Final Mix, in der Produzent Fab Dupont den Song der Band The Arrows abmischt. Wer lieber mitmachen statt nur zugucken will, kann sich den Track auch herunterladen und einen eigenen Remix erstellen.

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Bühne frei für die Musikmesse 2015

Bei der Musikmesse 2015 in Frankfurt startet Avid im Rahmen der Strategie „Avid Everywhere“ mit neuen Produkten und Lösungen durch. In Halle 5.1, Stand C76 präsentieren wir wieder einmal  spannende Neuheiten für Musik- und Audioprofis. Bei unseren Live-Demos am Stand ist Anfassen erlaubt!

Zum Beispiel ist es jetzt einfacher und kostengünstiger als je zuvor, den Branchenstandard Pro Tools 12 zu verwenden – dafür sorgt unter anderem die flexible Abo-Option. Mit Pro Tools | First gibt es darüber hinaus eine kostenlose Version der führenden DAW. Und Avid Cloud Collaboration für Pro Tools bietet Professionals die Möglichkeit, sich zu vernetzen und effiient zusammenzuarbeiten.

Mit Sibelius präsentiert sich auch die meistverwendete Notationssoftware zum Komponieren und Arrangieren von Musik und Bearbeiten und Veröffentlichen von Partituren in neuem Glanz. Auch Nutzer von Sibelius können jetzt von integrieter Sibelius | Cloud Publishing-Technologie profitieren. Sie ermöglicht es Medienunternehmen, ihren Kunden Partituren mit jedem Web-Browser oder mobilen Gerät bereitzustellen – inklusive Android, iOS und Linus. Kunden können sie so nicht nur ansehen, abspielen, transponieren oder kaufen, sondern sogar Instrumente wechseln. Und mit Hilfe der Avid Scorch iPad-App können Anwender Sibelius-Partituren auf noch mehr Arten teilen.

Natürlich können Sie auch Pro Tools | S3 testen, unser EUCON-unterstütztes, ergonomischen Desktop-Interface – eine kompakte und trotzdem vielseitige Lösung für den Sound(techniker) von heute. Verpassen Sie auch nicht Pro Tools | Duet und Pro Tools | Quartet-Interfaces, die mit  zwei zusätzlichen Premium -Plug-ins und einem Jahr kostenloser Pro Tools Upgrades jetzt ein noch besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

 

 

Avid Music Creation Products

Schon jetzt vormerken:die Termine für unsere Demos mit sechs verschiedenen Produkte
Dazu gehören Pro Tools 12, Pro Tools | First, Sibelius, S3 und EUCON-Kontrolle. Von Donnerstag bis Samstag bieten wir außerdem VIP-Präsentationen mit Special Guests an, die über ihre Erfahrungen mit Sibelius, S3 und Pro Tools berichten.

Mittwoch, 15. April

9:15 am

Music Creation and Pro Tools | First (English)

10:00 am

Remix in Pro Tools 12 (English)

10:45 am

EUCON Control of Pro Tools (English)

11:00 am

Raise Your Score with Sibelius (English)

11:45 am

Create with Pro Tools 12 (English)

12:30 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

12:45 pm

Small format – Big Mix – S3 (English)

1:15 pm

Music Creation and Pro Tools | First (English)

2:00 pm

Remix in Pro Tools 12 (German)

2:45 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

3:00 pm

Raise Your Score with Sibelius (German)

3:45 pm

Small format – Big Mix – S3 (German)

4:15 pm

Create with Pro Tools 12 (English)

5:00 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

Donnerstag, 16. April

9:15 am

Music Creation and Pro Tools | First (English)

10:00 am

Remix in Pro Tools 12 (English)

10:45 am

EUCON Control of Pro Tools (English)

11:00 am

Raise Your Score with Sibelius (English)

11:45 am

Create with Pro Tools 12 (English)

12:30 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

12:45 pm

Small format – Big Mix – S3 (English)

1:15 pm

Music Creation and Pro Tools | First (English)

2:00 pm

Remix in Pro Tools 12 (German)

2:45 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

3:00 pm

VIP Sibelius Masterclass with Frank Heckel (German)

3:45 pm

Small format – Big Mix – S3 (German)

4:15 pm

Create with Pro Tools 12 (English)

5:00 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

Freitag, 17. April

9:15 am

Music Creation and Pro Tools | First (English)

10:00 am

Remix in Pro Tools 12 (English)

10:45 am

EUCON Control of Pro Tools (English)

11:00 am

Raise Your Score with Sibelius (German)

11:00 am

VIP Pro Tools | S3 with Andy Gray (English)

12:00 pm

Create with Pro Tools 12 (English)

12:45 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

1:00 pm

VIP Pro Tools | S3 with Andy Gray (English)

1:30 pm

Music Creation and Pro Tools | First (English)

2:15 pm

Remix in Pro Tools 12 (German)

3:00 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

3:15 pm

VIP Sibelius Masterclass with Frank Heckel (German)

4:00pm

VIP Pro Tools | S3 with Andy Gray (English)

4:30 pm

Create with Pro Tools 12 (English)

5:15 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

Samstag, 18. April

9:15 am

Music Creation and Pro Tools | First (English)

10:00 am

VIP Composing and Producing Hits in Pro Tools with Phil Schardt and Tom Olbrich (German)

11:00 am

Raise Your Score with Sibelius (German)

11:30 am

Remix in Pro Tools 12 (German)

12:15 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

12:30 pm

Small format – Big Mix – S3 (German)

1:00 pm

VIP Composing and Producing Hits in Pro Tools with Phil Schardt and Tom Olbrich (German)

2:00 pm

Create with Pro Tools 12 (English)

2:30 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

2:45 pm

VIP Composing and Producing Hits in Pro Tools with Phil Schardt and Tom Olbrich (German)

3:45 pm

Music Creation and Pro Tools | First (English)

4:30 pm

Remix in Pro Tools 12 (German)

5:15 pm

EUCON Control of Pro Tools (English)

Avid at Musikmesse 2015

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Behind the Scenes: Jasen Hattams

Schon seit einigen Jahren dominiert Dance-Musik die internationalen Charts und scheint die Grenzen des Genres mit neuen Mixen, Collaborations und Sounds immer wieder neu zu definieren. Mit einem Back-Katalog der UK Top 40 Hits hat der britischstämmige Rapper Example jetzt seinen Siegeszug in den britischen Charts fortgesetzt, in denen er durch seinen einzigartigen Sound und Style bereits zwei Nummer-Eins-Singles und vier Top 20-Alben landen konnte. In diesem Beitrag erzählt der renommierte Soundengineer Jasen Hattams, wie er Examples achtmonatige Europatour mit dem Venue | S3L-X-System begleitet und abgemischt hat.

Ein mörderischer Zeitplan

Da ich wusste, dass wir für eine längere Zeit auf Tour sein würden, brauchte ich ein Set, das dauerhaft zuverlässig ist und den mörderischen Zeitplan mitmachen würde. Ich habe bei meinen Touren mit Madness, den Happy Mondays, Mark Ronson und Spandau Ballet schon einiges gesehen, also konnte es nicht viele Locations geben, die ich noch nicht kannte. Als treuer Avid-User, der unter anderem mit der zuverlässigen Avid S3L in den Ring gestiegen war, gab es für mich allerdings keinen Blick zurück mehr, nachdem ich auf Venue | S3L-X umgestiegen war.

Der achtmonatige Tourplan umfasste Stationen auf den Partyhochburgen Mallorca und Ibiza und auf einigen britischen und europäischen Festivals, zum Beispiel auf dem V-Festival, dem Sudoeste Festival in Portugal, dem schottischen T In The Park, sowie ein exklusives Headliner-Set auf dem BBC Radio One’s Big Weekend. Als wäre das alles nicht genug für einen Sommer, sind wir danach nach UK zurückgekehrt, um mit einem Marathon mit 27 Terminen den ganzen Herbst kreuz und quer durch das Land zu touren.

„Trotz der wahnwitzigen Planung hat VENUE | S3L-X System meine Erwartungen in jeder Location übertroffen.“

Virtual Soundcheck

Über die ganzen acht Monate verlief jede Nacht reibungslos, ohne eine einzige technische Panne. Und dafür, dass das Pult so kompakt ist, hat es echt eine Menge zu bieten. Das Set-Up für die Example-Tour bestand aus 64 Kanälen, 24 Bass-Outputs und 47 Monitor-Inputs. Bei diesen Auftritten waren wir alle über In-Ears verbunden, sodass ich außerdem vier Stereoinputs für die Band und vier für die Crew hatte. Dazu kam noch ein Bus vom Tonabnehmer der Drums und einer für den Bass.

Als der “Monitortyp“ hilft es mir sehr, dass das Pult so gut mit Pro Tools kommuniziert – ich kann Signale direkt im A/B-Vergleich hören oder alles in Pro Tools über ein Cat5-Netzwerkkabel aufnehmen. Wenn zum Beispiel während einer Probe der Bassist nicht da war, konnte ich einfach seine Parts durch Pro Tools hinzuzufügen. Für mich ist vor allem der Virtual Soundcheck unbezahlbar, und heute würde ich nicht mehr ohne dieses Tool arbeiten wollen. Alles, was ich tun musste, war das Board einzustellen und auf Live-Input umzuschalten – und das war’s. So hatte ich die Freiheit zu entscheiden, ob ich das speichern wollte, was gerade gespielt wurde, oder ob ich lieber ein bereits in Pro Tools angelegtes Setup verwende.

Venue | S3L-X und Pro Tools

Gute Plug-Ins sind Gold wert. Schon bei meiner Arbeit mit der S3L klangen die Plug-ins großartig, aber mit VENUE | S3L-X klingen sie jetzt noch besser. Wenn du einmal ein gutes Reverb Plug-in gefunden hast, dann gib es nie wieder her! Auf In-Ohr-Systemen macht das für Künstler und Ingenieure einen riesigen Unterschied, weil es alles öffnet und man viel klarer hört. Manchmal kann es sein, dass die Band das Plug-in überhaupt nicht hört, trotzdem wissen alle, dass alles in Ordnung ist – und dann hab ich meinen Job gut gemacht. Meine Lieblings-Plug-ins sind Sonnox und der Avid Channel Strip, weil sie beide eine hohe Performance bieten und sehr einfach zu nutzen sind.

Als Soundengineer gibt einem Avid VENUE | S3L-X wirklich unendlich viele Möglichkeiten. Zum Beispiel konnte ich vorher nie auf irgendeiner Show von der Konsole entfernt arbeiten. Aber jetzt könnte ich sogar im Flugzeug einfach eine Datei aus einer Pro Tools-Session auf meinem Laptop öffnen und die gleichen Plug-ins wie am Pult laufen lassen, die Levels anpassen und an neuen Ideen für die nächste Show herumtüfteln, dann alles zurück zum Pult schicken – und alles wäre beim nächsten Stop sofort einsatzbereit. Außerdem finde ich die VENUE 4.5-Software wirklich intuitiv in ihrer Bedienung, weil sie so einfach aufgebaut ist. Sie läuft zuverlässig jeden Tag und ist kompatibel mit allen VENUE-Lösungen. Es ist wirklich das beste System für einen tourenden Tontechniker wie mich.  Avid VENUE | S3L-X ist außerdem eines der wenigen erhältlichen tragbaren Mischpulte und erlaubt es mir, eine Live-Umgebung direkt in eine normale Pro Tools-Oberfläche zu verwandeln. Und weil auf einmal ein Pult gleich zwei Funktionen erfüllt, ist es wesentlich günstiger als andere Lösungen. Wenn ich ein Album remixe, kann ich das mit S3L-X unkompliziert unterwegs machen. Ich übertrage die Oberfläche sowie die Plug-ins ganz einfach mit Hilfe von Eucon in Pro Tools – ich finde es großartig!

Für mich gilt auf jeder Tour: Wenn die Bands glücklich sind, ist mein Job getan. Avid VENUE | S3L-X bietet mir als Toningenieur eine fantastische Auswahl an Plug-Ins. Und wenn dann noch Pro Tools dazu kommt, übertreffe ich mich selber.

Meet the Avid S3L Live Sound System

Meet the Avid S3L Live Sound System

Join veteran live sound engineer Robert Scovill (Tom Petty, Rush, Prince, Def Leppard) as he demonstrates the groundbreaking S3L. REGISTER NOW




Technicolor Toronto: Die Welt von Emmy-Gewinner und Re-Recording-Mixer Frank Morrone

Vor einiger Zeit, an einem sonnigen Sommermorgen, traf ich  Frank Morrone von Technicolor Toronto (Canada), um mit ihm über seine Erfahrungen bei der Arbeit am neuen TV-Hit show The Strain zu reden. Die Serie erzielte bereits in den ersten Wochen beachtliche Einschaltquoten, während Frank parallel zu der Ausstrahlung in den letzten Monaten non-stop die nächsten Folgen mischte – auf einer S6-Konsole mit Pro Tools HDX und Pro Tools HD 11-Software.Dieser Artikel ist der erste Teil eines zweiteiligen Specials über die Technicolor Studios und ihre topaktuellen Avid Pro Mixing-Systeme.

Technicolor Toronto

Technicolor Toronto

Technicolor Toronto

Mit Frank hat man immer etwas zu lachen…

Ich kenne Frank seit zehn Jahren ziemlich gut – seit der Zeit, als ich ihm als Produktspezialist zur Seite stand, um ihn bei der Konzeption, Installation und Einrichtung seines ICON-Systems und der Pro Tools HD-Rigs für die sehr erfolgreiche Fernsehserie LOST zu unterstützen. Und Frank ist nicht einfach nur ein Toningenieur, er ist auch ein leidenschaftlicher Vordenker und Impulsgeber der Branche. Er war als ‚Governor‘ für die Academy of Television Arts & Sciences tätig und ist derzeit Präsident der Motion Picture Sound Editors.Außerdem sitzt er im Board of Directors der Motion Picture Editors Guild, ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der Recording Academy und zählte zum Board of Directors der Cinema Audio Society.

“Heutige Konsumenten erwarten und fordern ein Fernseherlebnis, wie sie es auch aus dem Kino kennen …”

TG: Können Sie beschreiben, was die Zuschauer von modernen Soundtracks erwarten? Fordern Konsumenten heute ein besseres, höherwertiges Erlebnis von allen Medien?

FM: Heutige Konsumenten erwarten und fordern ein Fernseherlebnis, wie sie es auch aus dem Kino kennen. Fernsehen wird heute in HD (Bild) und 5.1 (Ton) ausgestrahlt, und wir wissen genau, dass wir den Konsumenten und unseren Auftraggebern sehr hochwertige Produktionen bieten müssen. Darüber hinaus werden die Sendungen als 5.1 Blu-Ray, DVD oder Streaming-Versionen vermarktet, und auch da haben die Menschen hohe Ansprüche.

TG: Was sind vor diesem Hintergrund die größten Herausforderungen, mit denen Sie sich als professioneller Toningenieur heute konfrontiert sehen?

FM: Die Herausforderungen beim Mischen moderner TV-Formate sind, dass wir mit immer mehr Spuren arbeiten, die Budgets aber kleiner und die Produktionszeiten kürzer werden… Im Grunde müssen wir (anspruchsvolle, kinotaugliche) 5.1-Mischungen in einem Bruchteil der Zeit fertig stellen, die sonst für ganze Spielfilme zur Verfügung steht. Hier geht es um Tage, nicht mehr um Wochen. Perfekt ineinandergreifende Workflows sind essenziell, um so einen Mix entsprechend effizient umzusetzen.

Ich habe mich wirklich gefreut, in das weltweit operierende Technicolor-Team einzusteigen, denn meiner Ansicht nach ist Technicolor ein modernes, innovatives Unternehmen, das gezielt in Technik und Studios investiert, um topaktuelle, effiziente Workflows und hochwertige Resultate zu ermöglichen – und die Zuschauer zu begeistern.

Technicolor Toronto

“Jedes Mal, wenn Avid ein Produkt herausgebracht hat, haben sie uns genau zugehört […] und darauf reagiert.”

TG: Können Sie etwas zur Entwicklung des Mischens von Film- und Fernsehton im Laufe der letzten 15 Jahre sagen und beschreiben, wie Avid dazu beigetragen hat, diese Entwicklung zu formen?

FM: Mit dem Mischen von Filmen und Fernsehsendungen habe ich bereits begonnen, als noch mit Magnetband und analogen Pulten gearbeitet wurde. Was Avid und Pro Tools leisten und zur Entwicklung unserer Branche beigetragen haben, ist für mich also nicht selbstverständlich. Ich habe traditionelle (analoge und digitale) Mischpulte eingesetzt, und normalerweise war es so, dass ich die Automation zweimal schreiben musste – einmal für die Konsole selbst, und dann nutze ich gerne viele Pro Tools-Plug-Ins (zum Beispiel Reverb und Rauschunterdrückung), so dass ich für jede Session immer zwei Automations-Sets hatte. Wenn ich aber ausschließlich mit der S6 und Pro Tools arbeite, bleibt die Automation immer intakt, egal wo ich gerade bin, und ich kann problemlos von einem in das andere Studio wechseln.

Früher waren die Anforderungen nicht so hoch wie heute, aber Avid bietet uns alle Möglichkeiten, eine Produktion schnell über die Bühne zu bringen und dabei erstklassige Resultate zu liefern.Es ist eine Entwicklung, die immer weitergeht. Jedes Mal, wenn Avid ein Produkt herausgebracht hat, haben sie uns genau zugehört, was wir für die Mischung, Nachvertonung, Komposition und Bearbeitung unserer Projekte benötigen, und darauf reagiert. Jeder neue Release hat uns sehr geholfen, denn Avid will wirklich wissen, was wir brauchen – und das bekommen wir dann auch.

Technicolor Toronto

“[Die S6] ist eine wirklich durchdachte Konsole und sehr ergonomisch, denn wir haben alles direkt vor uns, so dass die Arbeit viel schneller von der Hand geht, wie ich finde.Es ist eine Freude, mit diesem System zu arbeiten.”

TG:  Können Sie etwas darüber erzählen, wie Sie auf das Pro Tools | S6 System kamen und inwiefern die S6 Ihre Art zu mischen beeinflusst hat – im Vergleich zum Vorgänger?

FM: Als wir vor vielen Jahren mit der Arbeit an LOST begannen, wussten wir sofort, dass ICON plus Pro Tools HD genau die richtige Lösung war, um mit so vielen Tracks klarzukommen und unsere Workflows zu beschleunigen. Das System war für diese Produktion unglaublich wertvoll, und ich mochte es sehr.

Bei LOST hatten wir sieben Computer-Monitore (für die sieben HD-Systeme), um alles im Blick zu haben, was erforderlich war. Jetzt, mit der S6, habe ich die TFT-Anzeigen (für die Aussteuerung) und alle Informationen direkt vor mir. Es ist viel übersichtlicher. Und ich liebe das Scrollen der Wellenformen, denn bei den Vormischungen für meine Dialoge kann ich sofort sehen, wenn auf einer Spur gesprochen wird, und ob ich meinen Fader aufgrund der (relativen) Größe der zugehörigen Wellenform ein bisschen hochziehen muss. Außerdem habe ich nicht nur die Wellenform mitsamt Aussteuerung vor Augen, sondern auch Kompression und EQ-Kurven. Das ist sehr hilfreich, und man kommt schnell in einen guten Arbeitsrhythmus. So intuitiv und effizient war das Mischen noch nie.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen ICON- und S6-Systemen ist der Platzbedarf. Avid hat da wirklich alles herausgeholt, so dass für sehr viel mehr Funktionen sehr viel weniger Raum erforderlich ist. Die S6 stellt eine enorme Verbesserung dar, sie ist eine ausgesprochen durchdachte Konsole und sehr ergonomisch, denn man hat alles direkt vor sich, so dass die Arbeit viel schneller von der Hand geht, wie ich finde. Es ist eine Freude, mit diesem System zu arbeiten.

TG: Wie haben Sie den Wechsel vom ICON- auf das S6-System empfunden?

FM: Der Umstieg von ICON auf S6 war überhaupt kein Problem, es dauerte nur ein paar Stunden. Wenn man einmal mit Pro Tools HD und der Automation vertraut ist, sind ICON-Konsolen und die S6 nur andere ‚Front-Ends‘. Das ging ganz einfach.

TG:  Und wie war es beim Umstieg von Pro Tools HD auf Pro Tools | HDX?

FM: Der Release der (Pro Tools) HDX-Karten war ein großer Fortschritt, denn sie bieten viel mehr Leistung. Wir können mit sehr viel mehr Tracks arbeiten, haben mehr DSP-Power, und es klingt auch noch besser – der Unterschied ist wirklich hörbar, und wir sind mit der Entscheidung sehr zufrieden. Bei LOST brauchte ich sieben HD-Systeme, jetzt genügen dafür drei HDX-Rigs:eins für Dialoge, Musik und Gruppen, eins für Effekte, Atmos und Geräusche und eins, um all die Stems aufzuzeichnen. Das war wirklich ein großer Fortschritt, der uns half, deutlich effizienter und schneller zu arbeiten.

Technicolor Toronto

Frank am Master-Touchscreen

TG: Was sind für Sie die wichtigsten Features der S6?

FM: Mit den HDX-Karten und der S6-Konsole haben wir eine sehr leistungsfähige Kombination. Einige Features, die die S6 bietet (insbesondere jetzt mit der neuesten Software-Version 1.2). Ich kann den Touchscreen nutzen oder die VCAs und VCA-Spill und die Layouts und komme immer schnell an die Tracks, die ich brauche. Das sind sehr mächtige Werkzeuge. Wenn ich aber ein Feature herausgreifen müsste, dann wäre es der Touchscreen – einfach großartig! Ich habe festgestellt, dass ich ihn wirklich ständig nutze. Ich kann durch die Tracks scrollen, meine EQ-Einstellungen verändern oder auf den Surround-Panner zugreifen, und das alles sehr schnell und effizient. Und es macht Spaß! Ja, das kann man wirklich sagen: Mit der S6 macht die Arbeit richtig viel Spaß.

“Pro Tools ist das A und O unserer Branche. Je kompetenter man damit umgehen kann – desto gefragter ist man auch …“

TG:  Können Sie Ihre Erfahrungen mit dem Avid-Team in Bezug auf die Unterstützung beim Kauf und der Installation beschreiben?

FM: Die Unterstützung durch Avid war phänomenal. Als wir (von Technicolor) die S6 bestellten – und es war das erste S6-System für zwei Operator in ganz Nordamerika –, mussten wir einfach wissen, dass wir vollen Support bekamen, um unsere Show (The Strain auf FX Network) unter diesen strikten Zeitvorgaben fertig zu stellen. Die Avid-Leute waren einfach fantastisch, sorgten dafür, dass das System schnell einsatzbereit war, und standen uns zur Verfügung, wenn wir sie brauchten. Das ist bei allem sehr wichtig – ein Produkt ist immer nur so gut wie die Menschen, die dahinter stehen, und das Avid-Team machte einen ganz hervorragenden Job.

TG: Haben Sie noch einen Rat, den Sie Studenten oder jungen Toningenieuren geben können, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?

FM: Mein bester Rat an alle, die in der Film- und TV-Branche als Tonleute durchstarten wollen: Pro Tools ist das A und O unserer Branche.Je kompetenter man damit umgeht – desto gefragter ist man auch … Wer Pro Tools und Bedienoberflächen wie die S6 im Griff hat, hat Studios, die nach guten Tonleuten suchen, wirklich etwas zu bieten.

In Teil 2 dieses Blogposts werde ich den leitenden (technischen) Ingenieur und den Manager of Sound Services interviewen und mir ihre Erfahrungen bei der Konzeption und Integration des S6-Systems schildern lassen – und noch einiges mehr … Bis dahin!