1

‚Mission: Impossible – Rogue Nation‘ mit Avid Pro Tools

Der fünfte Teil von Mission: Impossible bietet alles, was man von dieser Serie an Action erwartet … und mehr. Im neuesten M:I-Thriller wird Hauptdarsteller Ethan Hunt vom „Syndikat“ gejagt, einer Organisation bestens ausgebildeter Attentäter. Gespielt wird Ethan Hunt wieder von Tom Cruise, während Christopher McQuarrie die Regie von M:I4-Regisseur Brad Bird übernommen hat.

Da Mission: Impossible – Rogue Nation fünf Monate vor dem ursprünglich geplanten Kinostart fertig gestellt werden musste, entschied sich das Audio-Post-Production-Team für die Kreativ-Tools von Avid Everywhere.

Der Filmstart war von Dezember auf Juli 2015 vorverlegt worden, doch für Supervising Sound Editor James Mather stellte der geänderte Termin kein Problem dar. „Unsere Arbeitsweise bei Mission: Impossible – Rogue Nation folgte im Wesentlichen dem, was Bild-Editor Eddie Hamilton vorgab. In den ersten sechs oder sieben Wochen wurden die Tracks vorbereitet und gemischt und die einzelnen Szenen im Großen und Ganzen fertiggestellt, so dass wir uns dann an das Fein-Tuning begeben konnten.“

Tom Cruise spielt Ethan Hunt in Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Wir begannen mit der Arbeit an ‚Mission: Impossible – Rogue Nation‘ am 23. Februar und lieferten den finalen [Dolby] Atmos-Mix am 17. Juli.“

—James Mather

„Chris und Eddie bearbeiteten den Film sehr schnell“, erzählt Re-recording Mixer Mike Prestwood Smith. „Glücklicherweise liefen die Previews extrem gut, so dass nicht allzu viele Szenen umgeschnitten werden mussten. Es wäre für uns sehr viel schwieriger geworden, wenn die ersten Previews nicht schon so gut angekommen wären.“

„Mit der Pro Tools | S6 hat sich definitiv einiges geändert. Man kann alles ganz direkt kontrollieren und wirklich komplette Filme mischen.“

—Mike Prestwood Smith

Mission: Impossible – Rogue Nation ist bereits der zweite Film, den Mike auf der Pro Tools | S6 gemischt hat, und rückblickend kann er sich kaum noch vorstellen, wie er jemals ohne diese Konsole ausgekommen ist. „Damit hat sich definitiv einiges geändert. Mit der S6 kann ich mehrere Systeme gleichzeitig über eine Konsole steuern. Aus der Perspektive eines Musik- und Dialog-Mixers betrachtet, zählt insbesondere, dass man alles ganz direkt kontrollieren und wirklich komplette Filme mischen kann.“ Ein weiterer Vorteil der S6 ist, dass man genau die benötigte Systemgröße zusammenstellen kann. In meinem Fall sind es 24 Fader, die optimale Anzahl beim Mischen von Film-Sound. Letztlich kommt natürlich alles auf den persönlichen Geschmack an. Man kann mit seinen Händen sowieso immer nur eine bestimmte Anzahl Fader gleichzeitig bedienen!“

„Wofür ich sonst Tage gebraucht hätte, konnte ich dank der Flexibilität der Pro Tools | S3 innerhalb weniger Stunden erledigen.“

—James Mather

Von links nach rechts: Kameramann Robert Elswit und Rebecca Ferguson bei den Dreharbeiten zu Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

Für James bot Mission: Impossible – Rogue Nation zum ersten Mal die Gelegenheit, mit der Pro Tools | S3-Konsole zu arbeiten. „Von den Sound-Editoren bekam ich die Mixdowns Ihrer Bus-Gruppen, und dann nahm ich diese Stems und mischte sie auf der S3 ab. Wofür ich sonst Tage gebraucht hätte, konnte ich dank der Flexibilität der S3 innerhalb weniger Stunden erledigen – und ich war nicht auf Maus und Tastatur beschränkt. Die Konsole funktionierte wunderbar und war ganz einfach zu bedienen.

Ein Action-Film mit einem derart komplexen Zeitplan lässt sich nur mit Pro Tools realisieren. Während der gesamten Post-Production-Phase, bis zum Print-Mastering vor Eintreffen der finalen VFX-Versionen, gab es immer wieder VFX-Updates und diverse Umschnitte. Daher musste wir während des Mischens stets auf alle Tracks zugreifen können, bis zur Erstellung des Print-Masters und sogar der M&E-Mischung.“

„Mischen war früher sehr reglementiert und festgelegt, nun ist es ein fließender, kooperativer und offener Kreativ-Prozess.“

—Mike Prestwood Smith

Die Zusammenarbeit mit Regisseur Christopher McQuarrie machte Mike ebenfalls viel Spaß. „Chris legt großen Wert auf Musik und Story. Wir alle wissen, dass es sich um einen Action-Film handelt, doch hinter vielen Action-Szenen stecken auch erzählerische Elemente. Damit sticht Mission: Impossible – Rogue Nation aus der Masse der Filme dieses Genres sicherlich heraus. Bei all der Action gibt es also viel Handlung, was Chris’ Fähigkeiten als Autor und Regisseur widerspiegelt.“

James ergänzt: „Jeder Filmemacher hat seinen eigenen Stil, und bei Mission: Impossible – Rogue Nation wollte Chris unbedingt ‚echten Sound‘ haben. Künstliche oder durch zusätzliche Elemente verstärkte Toneffekte mag er nicht. Für uns bestand die Herausforderung darin, Intensität und Power mit natürlichen Klängen umzusetzen und die Effekte nicht zu überstilisieren.“

Tom Cruise bei einem Flugzeug-Stunt für Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Dank Avids Kreativ-Workflows mit umfassenden Kooperationsmöglichkeiten können Filmemacher ihren Produktionen immer mehr Details verleihen und in kürzerer Zeit viel mehr schaffen.“

—Mike Prestwood Smith

James erlernte sein Handwerk in einer kleinen, unabhängigen Editing-Firma in Bristol. Von dort aus startete er als Assistant Film Editor durch und arbeitete an diversen Serien und Independent-Filmen. „Schließlich landete ich in Australien, wo ich an Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel beteiligt war. Dies bot mir erste Einblicke in den Sound wirklich großer Kinofilme. Nachdem ich – von Filmton begeistert – aus Australien zurückgekehrt war, entschied ich, dass mein weiterer Weg in diese Richtung führen sollte.“

Mike ist überzeugt, dass ‚Musikinstinkt‘ für einen guten Tonmischer unerlässlich ist. „Das Mischen von Spielfilmen ist in vielerlei Hinsicht mit dem Mischen von Musikalben vergleichbar, die Erfordernisse sind sehr ähnlich. Als Teenager, bis ich ungefähr Anfang zwanzig war, arbeitete ich mit vielen Bands und mischte ihre Musik. Später beschäftigte ich mich mit Sampling und Sounddesign, was letztlich zu meinem Beruf als Audio-Mixer führte. Ich begann mit dem Mischen von TV-Shows, Dokumentarfilmen und Serien bis ich schließlich bei Spielfilmen angelangt war. Mein erster großer Durchbruch war Billy Elliot, im Jahr 2000.“

Von links nach rechts: Regisseur Christopher McQuarrie, Tom Cruise und Rebecca Ferguson am Set von Mission: Impossible – Rogue Nation (Paramount Pictures / Skydance Productions)

„Jede Form der Kommunikation braucht eine Sprache, und die universelle Audio-Post-Sprache, die alle beherrschen sollten, ist für mich Pro Tools.”

—James Mather

Mike zufolge hat Avid die Audiobranche im Laufe der letzten zehn Jahre grundlegend verändert. „Dank Avids Kreativ-Workflows mit umfassenden Kooperationsmöglichkeiten können Filmemacher ihren Produktionen immer mehr Details verleihen und in kürzerer Zeit viel mehr schaffen.“ Dieser neue Ansatz ermöglicht uns eine Arbeitsweise ohne Kompromisse. Filmmusik befindet sich im Verlauf einer Produktion in stetigem Wandel, der Mix entwickelt sich. Daran lassen sich die anderen Tonelemente nun ganz einfach und auf sehr ‚organische‘ Weise anpassen. Filmemacher können sich bis zur letzten Minute alle Optionen offen halten.“

Avid Pro Tools Software Download

Ihre kostenlose 30-Tage-Demoversion

Komposition, Aufnahme, Bearbeitung und Mix mit Pro Tools, der preisgekrönten DAW und ersten Wahl der Profis für die Musik- und Audio-Postproduktion. Lernen Sie jetzt die leistungsstarken Kreativ-Tools kennen – kostenlos!

DOWNLOAD: DEMOVERSION




Making-Of-Event zu „Who Am I“ an der HFF München

Die Video-Serie zur Postproduktion des erfolgreichen deutschen Films war auf YouTube bereits ein voller Erfolg. Am 28. April lud Avid an die HFF ein – die Macher von „Who Am I“ präsentierten Einblicke in ihren Workflow.

Für Audio- und Filmprofis und Studenten in diesen Bereichen gibt es wahrscheinlich wenig spannendere Dinge, als den Branchengrößen einmal live bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Genau das war der Anlass des Making–of Events an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München: Avid hatte den Editor Robert Rzesacz, die Sounddesigner Daniel Weiss und Florian Holzner, den Filmkomponisten Michael Kamm und den Mischtonmeister von BASISberlin, Ansgar Frerich, zu einem Making-of Event eingeladen. Im Fokus der Veranstaltung stand die Präsentation des gesamten Postproduktions-Workflows – von Schnitt über Filmmusik bis hin zu Sounddesign und der finalen Mischung.

Dass die Produktion von Who Am I herausragend ist, hat der Deutsche Filmpreis 2015 bestätigt. Der Film gewann gleich drei Lolas, unter anderem für die „Beste Tongestaltung“ und den „Besten Schnitt“. Wir gratulieren dem Team von BASISberlin sowie Robert Rzesacz zu diesem Erfolg.

Die detaillierte Videoreihe zur Postproduktion von Who Am I ist außerdem auf YouTube zu finden.

Im Vorfeld des Abend-Events waren bereits Studenten der HFF, des SAE Institute und der Musikhochschule München zu einer interaktiven Audio-Q&A Session und Masterclass eingeladen. Die vielen interessierten Fragen und angeregten Diskussionen machten die Fragerunde zu einem gelungenen Auftakt, der schnell vorbeiflog.

Die Avid Produkt-Specialisten Michael Bleser und Lars Kischkel führten durch einen abwechslungsreichen Abend. Den Auftakt der Abendveranstaltung markierte eine Paneldiskussion mit anschließender Vorstellung der einzelnen Gewerke: Schnitt, Sound Design, Filmmusik und Mischung, die von einer Q&A Runde mit dem Publikum abgerundet wurde. Dabei beschrieben die Who Am I-Macher die Arbeit im Team, das einer sehr engen und produktiven Zusammenarbeit vom Rohschntt bis zur Kinomischung geprägt war. Besonders spannend war für das Publikum auch die Zusammenarbeit mit Regisseur Baran Bo Odar, der durch seine klaren Vorstellungen, gepaart mit der Bereitschaft, Vorschläge des Teams einfließen zu lassen, für einen fruchtbaren Workflow sorgte.

Beim abschließenden Get together konnte den Experten in lockerer Runde auf den Zahn gefühlt werden – aber auch der Austausch untereinander kam nicht zu kurz, dazu trug die lockere Atmosphäre bei. Die meisten Teilnehmer nutzten das Angebot, den Film im Anschluss (nochmals) anzusehen. Den Hacker-Thriller mit diesem Hintergrundwissen zu sehen, macht ihn gleich nochmals spannender!

Alle, die das Event vor Ort verpasst haben, können auf dem deutschen Avid YouTube-Kanal den Machern auch virtuell über die Schulter blicken. Jetzt reinschauen!




Master the Art of Music Creation: Wie bereite ich einen Remix richtig vor?

Master the Art of Music Creation

Hallo, ich heiße Lars Kischkel und gehöre zum Pro Audio-Team bei Avid. In den nächsten sieben Beiträgen unserer neuen Blog-Serie Master the Art of Music Creation schauen wir genauer hin, wenn es hier in meinem Studio in Köln um die Produktion von Remixes existierender Songs mit Pro Tools geht. In dieser ersten Folge beschäftigen wir uns mit der Vorbereitung eines Remixes, und dafür nutze ich das Lied „Words to say“ der südafrikanischen Band The Arrows. Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass dieser Song auch eine Rolle in unserer Serie From Creation to Final Mix gespielt hat. In dieser Serie hat der Produzent Fab Dupont mit der Band zusammengearbeitet, um den Demotrack bis an der Punkt zu bringen, an dem er abgemischt werden konnte. Der Pro Tools-File des Lieds, das ich für den Remix nutze, steht zum Download auf dieser Website zur Verfügung.

Wir springen in diesem Beitrag an die Stelle, wo wir die Drum- und Vocal-Tracks aus dieser bestehenden Pro Tools-Session für den Remix nutzen.

 

Mehr über die Produktion von „Words to Say“ erfahren Sie in der 6-teiligen Serie From Creation to Final Mix, in der Produzent Fab Dupont den Song der Band The Arrows abmischt. Wer lieber mitmachen statt nur zugucken will, kann sich den Track auch herunterladen und einen eigenen Remix erstellen.

Avid Pro Tools Software Download

Remix in Pro Tools kostenlos testen

Komponieren, aufnehmen, bearbeiten und mischen mit Pro Tools, dem System, dem Profis vertrauen – das alles kann man jetzt kostenlos testen.

DOWNLOAD TRIAL




Technicolor Toronto: Die Welt von Emmy-Gewinner und Re-Recording-Mixer Frank Morrone

Vor einiger Zeit, an einem sonnigen Sommermorgen, traf ich  Frank Morrone von Technicolor Toronto (Canada), um mit ihm über seine Erfahrungen bei der Arbeit am neuen TV-Hit show The Strain zu reden. Die Serie erzielte bereits in den ersten Wochen beachtliche Einschaltquoten, während Frank parallel zu der Ausstrahlung in den letzten Monaten non-stop die nächsten Folgen mischte – auf einer S6-Konsole mit Pro Tools HDX und Pro Tools HD 11-Software.Dieser Artikel ist der erste Teil eines zweiteiligen Specials über die Technicolor Studios und ihre topaktuellen Avid Pro Mixing-Systeme.

Technicolor Toronto

Technicolor Toronto

Technicolor Toronto

Mit Frank hat man immer etwas zu lachen…

Ich kenne Frank seit zehn Jahren ziemlich gut – seit der Zeit, als ich ihm als Produktspezialist zur Seite stand, um ihn bei der Konzeption, Installation und Einrichtung seines ICON-Systems und der Pro Tools HD-Rigs für die sehr erfolgreiche Fernsehserie LOST zu unterstützen. Und Frank ist nicht einfach nur ein Toningenieur, er ist auch ein leidenschaftlicher Vordenker und Impulsgeber der Branche. Er war als ‚Governor‘ für die Academy of Television Arts & Sciences tätig und ist derzeit Präsident der Motion Picture Sound Editors.Außerdem sitzt er im Board of Directors der Motion Picture Editors Guild, ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der Recording Academy und zählte zum Board of Directors der Cinema Audio Society.

“Heutige Konsumenten erwarten und fordern ein Fernseherlebnis, wie sie es auch aus dem Kino kennen …”

TG: Können Sie beschreiben, was die Zuschauer von modernen Soundtracks erwarten? Fordern Konsumenten heute ein besseres, höherwertiges Erlebnis von allen Medien?

FM: Heutige Konsumenten erwarten und fordern ein Fernseherlebnis, wie sie es auch aus dem Kino kennen. Fernsehen wird heute in HD (Bild) und 5.1 (Ton) ausgestrahlt, und wir wissen genau, dass wir den Konsumenten und unseren Auftraggebern sehr hochwertige Produktionen bieten müssen. Darüber hinaus werden die Sendungen als 5.1 Blu-Ray, DVD oder Streaming-Versionen vermarktet, und auch da haben die Menschen hohe Ansprüche.

TG: Was sind vor diesem Hintergrund die größten Herausforderungen, mit denen Sie sich als professioneller Toningenieur heute konfrontiert sehen?

FM: Die Herausforderungen beim Mischen moderner TV-Formate sind, dass wir mit immer mehr Spuren arbeiten, die Budgets aber kleiner und die Produktionszeiten kürzer werden… Im Grunde müssen wir (anspruchsvolle, kinotaugliche) 5.1-Mischungen in einem Bruchteil der Zeit fertig stellen, die sonst für ganze Spielfilme zur Verfügung steht. Hier geht es um Tage, nicht mehr um Wochen. Perfekt ineinandergreifende Workflows sind essenziell, um so einen Mix entsprechend effizient umzusetzen.

Ich habe mich wirklich gefreut, in das weltweit operierende Technicolor-Team einzusteigen, denn meiner Ansicht nach ist Technicolor ein modernes, innovatives Unternehmen, das gezielt in Technik und Studios investiert, um topaktuelle, effiziente Workflows und hochwertige Resultate zu ermöglichen – und die Zuschauer zu begeistern.

Technicolor Toronto

“Jedes Mal, wenn Avid ein Produkt herausgebracht hat, haben sie uns genau zugehört […] und darauf reagiert.”

TG: Können Sie etwas zur Entwicklung des Mischens von Film- und Fernsehton im Laufe der letzten 15 Jahre sagen und beschreiben, wie Avid dazu beigetragen hat, diese Entwicklung zu formen?

FM: Mit dem Mischen von Filmen und Fernsehsendungen habe ich bereits begonnen, als noch mit Magnetband und analogen Pulten gearbeitet wurde. Was Avid und Pro Tools leisten und zur Entwicklung unserer Branche beigetragen haben, ist für mich also nicht selbstverständlich. Ich habe traditionelle (analoge und digitale) Mischpulte eingesetzt, und normalerweise war es so, dass ich die Automation zweimal schreiben musste – einmal für die Konsole selbst, und dann nutze ich gerne viele Pro Tools-Plug-Ins (zum Beispiel Reverb und Rauschunterdrückung), so dass ich für jede Session immer zwei Automations-Sets hatte. Wenn ich aber ausschließlich mit der S6 und Pro Tools arbeite, bleibt die Automation immer intakt, egal wo ich gerade bin, und ich kann problemlos von einem in das andere Studio wechseln.

Früher waren die Anforderungen nicht so hoch wie heute, aber Avid bietet uns alle Möglichkeiten, eine Produktion schnell über die Bühne zu bringen und dabei erstklassige Resultate zu liefern.Es ist eine Entwicklung, die immer weitergeht. Jedes Mal, wenn Avid ein Produkt herausgebracht hat, haben sie uns genau zugehört, was wir für die Mischung, Nachvertonung, Komposition und Bearbeitung unserer Projekte benötigen, und darauf reagiert. Jeder neue Release hat uns sehr geholfen, denn Avid will wirklich wissen, was wir brauchen – und das bekommen wir dann auch.

Technicolor Toronto

“[Die S6] ist eine wirklich durchdachte Konsole und sehr ergonomisch, denn wir haben alles direkt vor uns, so dass die Arbeit viel schneller von der Hand geht, wie ich finde.Es ist eine Freude, mit diesem System zu arbeiten.”

TG:  Können Sie etwas darüber erzählen, wie Sie auf das Pro Tools | S6 System kamen und inwiefern die S6 Ihre Art zu mischen beeinflusst hat – im Vergleich zum Vorgänger?

FM: Als wir vor vielen Jahren mit der Arbeit an LOST begannen, wussten wir sofort, dass ICON plus Pro Tools HD genau die richtige Lösung war, um mit so vielen Tracks klarzukommen und unsere Workflows zu beschleunigen. Das System war für diese Produktion unglaublich wertvoll, und ich mochte es sehr.

Bei LOST hatten wir sieben Computer-Monitore (für die sieben HD-Systeme), um alles im Blick zu haben, was erforderlich war. Jetzt, mit der S6, habe ich die TFT-Anzeigen (für die Aussteuerung) und alle Informationen direkt vor mir. Es ist viel übersichtlicher. Und ich liebe das Scrollen der Wellenformen, denn bei den Vormischungen für meine Dialoge kann ich sofort sehen, wenn auf einer Spur gesprochen wird, und ob ich meinen Fader aufgrund der (relativen) Größe der zugehörigen Wellenform ein bisschen hochziehen muss. Außerdem habe ich nicht nur die Wellenform mitsamt Aussteuerung vor Augen, sondern auch Kompression und EQ-Kurven. Das ist sehr hilfreich, und man kommt schnell in einen guten Arbeitsrhythmus. So intuitiv und effizient war das Mischen noch nie.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen ICON- und S6-Systemen ist der Platzbedarf. Avid hat da wirklich alles herausgeholt, so dass für sehr viel mehr Funktionen sehr viel weniger Raum erforderlich ist. Die S6 stellt eine enorme Verbesserung dar, sie ist eine ausgesprochen durchdachte Konsole und sehr ergonomisch, denn man hat alles direkt vor sich, so dass die Arbeit viel schneller von der Hand geht, wie ich finde. Es ist eine Freude, mit diesem System zu arbeiten.

TG: Wie haben Sie den Wechsel vom ICON- auf das S6-System empfunden?

FM: Der Umstieg von ICON auf S6 war überhaupt kein Problem, es dauerte nur ein paar Stunden. Wenn man einmal mit Pro Tools HD und der Automation vertraut ist, sind ICON-Konsolen und die S6 nur andere ‚Front-Ends‘. Das ging ganz einfach.

TG:  Und wie war es beim Umstieg von Pro Tools HD auf Pro Tools | HDX?

FM: Der Release der (Pro Tools) HDX-Karten war ein großer Fortschritt, denn sie bieten viel mehr Leistung. Wir können mit sehr viel mehr Tracks arbeiten, haben mehr DSP-Power, und es klingt auch noch besser – der Unterschied ist wirklich hörbar, und wir sind mit der Entscheidung sehr zufrieden. Bei LOST brauchte ich sieben HD-Systeme, jetzt genügen dafür drei HDX-Rigs:eins für Dialoge, Musik und Gruppen, eins für Effekte, Atmos und Geräusche und eins, um all die Stems aufzuzeichnen. Das war wirklich ein großer Fortschritt, der uns half, deutlich effizienter und schneller zu arbeiten.

Technicolor Toronto

Frank am Master-Touchscreen

TG: Was sind für Sie die wichtigsten Features der S6?

FM: Mit den HDX-Karten und der S6-Konsole haben wir eine sehr leistungsfähige Kombination. Einige Features, die die S6 bietet (insbesondere jetzt mit der neuesten Software-Version 1.2). Ich kann den Touchscreen nutzen oder die VCAs und VCA-Spill und die Layouts und komme immer schnell an die Tracks, die ich brauche. Das sind sehr mächtige Werkzeuge. Wenn ich aber ein Feature herausgreifen müsste, dann wäre es der Touchscreen – einfach großartig! Ich habe festgestellt, dass ich ihn wirklich ständig nutze. Ich kann durch die Tracks scrollen, meine EQ-Einstellungen verändern oder auf den Surround-Panner zugreifen, und das alles sehr schnell und effizient. Und es macht Spaß! Ja, das kann man wirklich sagen: Mit der S6 macht die Arbeit richtig viel Spaß.

“Pro Tools ist das A und O unserer Branche. Je kompetenter man damit umgehen kann – desto gefragter ist man auch …“

TG:  Können Sie Ihre Erfahrungen mit dem Avid-Team in Bezug auf die Unterstützung beim Kauf und der Installation beschreiben?

FM: Die Unterstützung durch Avid war phänomenal. Als wir (von Technicolor) die S6 bestellten – und es war das erste S6-System für zwei Operator in ganz Nordamerika –, mussten wir einfach wissen, dass wir vollen Support bekamen, um unsere Show (The Strain auf FX Network) unter diesen strikten Zeitvorgaben fertig zu stellen. Die Avid-Leute waren einfach fantastisch, sorgten dafür, dass das System schnell einsatzbereit war, und standen uns zur Verfügung, wenn wir sie brauchten. Das ist bei allem sehr wichtig – ein Produkt ist immer nur so gut wie die Menschen, die dahinter stehen, und das Avid-Team machte einen ganz hervorragenden Job.

TG: Haben Sie noch einen Rat, den Sie Studenten oder jungen Toningenieuren geben können, die in Ihre Fußstapfen treten möchten?

FM: Mein bester Rat an alle, die in der Film- und TV-Branche als Tonleute durchstarten wollen: Pro Tools ist das A und O unserer Branche.Je kompetenter man damit umgeht – desto gefragter ist man auch … Wer Pro Tools und Bedienoberflächen wie die S6 im Griff hat, hat Studios, die nach guten Tonleuten suchen, wirklich etwas zu bieten.

In Teil 2 dieses Blogposts werde ich den leitenden (technischen) Ingenieur und den Manager of Sound Services interviewen und mir ihre Erfahrungen bei der Konzeption und Integration des S6-Systems schildern lassen – und noch einiges mehr … Bis dahin!