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Avid VENUE | S6L am Monitorplatz auf der Clueso Herbsttour 2017

Der deutsche Ex-Rapper Clueso hat sich im Laufe der Jahre zu einem veritablen Singer Songwriter entwickelt, sich mit seinem aktuellen Album „Neuanfang“ zum 2. Mal neu erfunden und tourte im Herbst 2017 erfolgreich durch die grossen Hallen der Republik. In der Hamburger Sporthalle trafen wir Cluesos Monitoring Engineer Kevin Castens, der zu dieser Tour zum ersten mal die Avid VENUE | S6L am Monitorplatz dabei hatte.

Monitor Engineer Kevin Castens

Kevin erzählt im Video-Interview, wie die Band den neuen, noch feiner aufgelösten Sound der S6L empfindet, welche komfortablen Programmierungen das Pult ermöglicht und schliesslich – last but not least – was es mit dem „Wurstmikrofon“ auf sich hat.

Die neue Referenz in Sachen LIVE-Sound

Mit der preisgekrönten Avid VENUE | S6L Konsole verfügen Sie immer über den besten Sound bei maximaler Kontrolle




Avid Livesound- und Studio- systeme auf der Prolight + Sound 2017 in Frankfurt

Avid ist auf der Prolight + Sound vom 4. – 7. April in Frankfurt in der Halle 3.1 am Stand G85 vertreten Dort gibt es die aktuellen Livesound- und Studio Solutions zu erleben: VENUE | S6LVENUE | S3L-X, und Pro Tools | S6 Systeme und natürlich das neue HiEnd Pro Tools | MTRX Interface.

 

VENUE | S6L—Das nächste Level in Sachen Livesound 

Avid VENUE | S6L ist ein modulares Live Sound System mit einzigartiger Processing Power und über 300 Kanälen. Durch die neue zukunftsorientierte Engine liefert es atemberaubende Performance und Zuverlässigkeit, gepaart mit wegweisender Ergonomie, Touchscreen Workflows und komfortabler Skalierbarkeit, die ihresgleichen sucht.

Avid demonstriert dort auch die  VENUE 5.4 Software. Damit werden selbst die anspruchvollsten Workflows für Theater- und Showproduktionen auf einzigartige Weise abgebildet. Außerdem gibt es einen Technology Preview zur Connectivity der S6L mit einer Reihe von 3rd Party Ethernet AVB Solutions von Herstellern wie L-Acoustics, MOTU und anderen.

Nehmen Sie sich Zeit für einen Besuch und eine ausführliche Vorführung und erleben Sie warum Tourneen, Installationen und führende Sound Companies auf das neue VENUE System vertrauen.

Sean 'Sully' Sullivan mischt die Red Hot Chili Peppers mit VENUE | S6L

Pro Tools | S6 und MTRX—Mixing neu definiert

Von Anfang an sorgte die Pro Tools | S6 Konsole für eine einzigartige Pro Tools Integration mit den intuitivsten und umfangreichsten Mixing Workflows auf dem Markt. Zahlreiche Toningenieure, Studios und Post-Produktionsstudios setzen jeden Tag neu auf Pro Tools | S6 um ihren Kunden immer die besten Mixe garantieren zu können.

Wir freuen uns besonders auch das neuen Pro Tools | MTRX Interface zur Prolight + Sound dabei zu haben. Ein Interface, das den reinen Sound und gleichzeitig umfangreiche Monitor- und Routingoptionen bietet.

Besuchen Sie uns und erleben Sie Pro Tools | S6, Pro Tools | MTRX und Pro Tools | HDX.

Livesound Engineers zu Gast

Wir freuen uns besonders in diesem Jahr namhafte Livesound Engineers am Stand zu Gast zu haben. Sie zeigen dort Beispiele ihrer Arbeit und geben Tipps und Tricks mit den Avid Systemen:

Chris Madden

(FOH: Pink, Sade, Jesse J)

Chris Madden ist ein erfahrener Mixer, der mit den größten Stars zusammenarbeitet. Gerade war Chris mit einer VENUE | S6L unterwegs, um Anastacia’s ‚Ultimate Collection‘ Tour zu mischen.

Udo Böckmann

(FOH: Deichkind)

Udo betreut mit der S6L Deichkind, einen der größten deutschen Hip-Hop/Electro Acts.

Sie sehen, sie sollten dieses Jahr die Prolight + Sound nicht verpassen. Sie haben hier die einzigartige Gelegenheit selber an Avids Konsolen ihre Mixing Skills auszuprobieren und alle Ihre Fragen beantwortet zu bekommen. Also, wir sehen uns am Stand G85 in Halle 3.1.

Bis dann!

VENUE | S6L jetzt verfügbar

Die neue Klangdimension für Livesound ist eingetroffen – mit dem preisgekrönten VENUE | S6L System haben Sie die komplexesten Produktionen immer im Griff.

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Die Fantastischen Vier in der Barclay-Card-Arena Hamburg – Klaus Scharff mischt mit der Avid VENUE | S6L

aufgezeichnet von Marc Ziebarth

In die Hamburger Halle im Volkspark, die schon mehrerer Unternehmen Namen trug, passen knapp 16.000 Zuschauer. Im Laufe der Jahre sind hier mehr oder weniger alle Weltstars aufgetreten, die sich in der Musikszene der letzten Jahrzehnte einen Namen gemacht haben. Im nationalen Umfeld gibt es nicht viele, die so eine große Location mit Leichtigkeit füllen. Zu dieser erlesenen Gruppe gehören neben Grönemeyer, Lindenberg und Westernhagen auch die Fantastischen Vier – die Veteranen des „deutschen Sprechgesangs“ wie sie ihre Kunst selbst gerne bezeichnen.

Am 26. Januar 2017 stoppten die Fantas mal wieder in Hamburg, um ihren vorletzten Gig der aktuellen Tournee zu spielen.

Wir durften dabei Klaus Scharff über die Schulter schauen, der seit 1993 als FOH-Engineer für die Fanta 4 arbeitet.

Das „Büro“ von Klaus Scharff

Klaus, wieviele Inputs kommen von der Bühne?

Insgesamt kommen im Pult 62 Eingangskanäle an. 10 Kanäle davon belegt allein das DJ-Setup am Anfang des Konzerts. Da sind die vier Fantas und der DJ allein an der vorderen Zunge der Bühne. Für das klassische Band-Setup auf der Bühne bleiben dann die übrigen Kanäle. Die Jungs treten mit einer Five-Piece-Band (Drums, Percussion, Bass, Keys, Gitarre) plus DJ auf. Insgesamt sind also zehn Personen auf der Bühne.

Die Hamburger Halle ist nicht gerade das, was man einen ideale akustische Umgebung nennt. Mein PA-Tech Stefan Holtz kennt die Halle gut, hatte aber trotzdem eine Menge zu tun, um einen ordentlichen Saal-Sound zu gewährleisten, auf dem ich meinen Mix aufbauen konnte.

Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit verschiedenen VENUE-Konsolen und bei den Fanta 4 mit einer VENUE | S6L mit 32 Fadern und einer 144er Engine. So habe ich die wichtigsten Kanäle im ersten Layer auf der Oberfläche liegen und kann sofort eingreifen, wenn der Mix verändert werden muss. Für die meisten Kanäle arbeite ich mit den internen Mic-Pres und Kompressoren des S6L mit zwei Ausnahmen: Kick und Snare werden immer noch mit den Midas Mic-Preamps XL42 verstärkt und für die Mikrofone der Fantas benutze ich analoge Kompressoren des Typs Aphex Tube 661, die damals als die schnellsten Kompressoren der Welt angepriesen wurden. Die haben sich bewährt und machen den Sound schön cremig und gleichen auch große Dynamikunterschiede nahezu unhörbar an.

Alle anderen EQs, Dynamics und Effekte kommen direkt aus dem Pult und den hervorragenden Plug-Ins. Eine Besonderheit in meinem Setup ist noch das Pro Tools HD, das ich zusätzlich zum Pult benutze. Es fungiert wie ein Submischer, hier laufen vier Stems (zu einer Gruppe zusammengefasste Kanäle) rein, werden mit Plug-Ins bearbeitet und dann wieder zurück ins Pult geschickt. Wesentlicher Grund für diese Besonderheit ist, dass ich in Pro Tools mehrere Plug-In-Fenster gleichzeitig offen haben kann, während ich auf dem Bildschirm des S6L immer nur eines zur Zeit sehen kann.

Ich muss immer alle wichtigen Elemente im unmittelbaren Zugriff haben, deshalb ist dieses Setup für mich so optimal.

Klaus verwendet zusätzlich zum Pult ein Pro Tools HD System als Submischer um komfortablen Überblick über mehrere Plug-Ins haben zu können.

Der Fanta-Live-Drumsound klingt sehr gut. Werden da Samples getriggert?

Nein. Das Drum-Setup haben Florian (der Drummer) und ich uns sorgfältig über die Jahre erarbeitet. Er spielt ein komplett akustisches Drumkit und hat nur E-Drums für Spezialeffekte wie eine lange Boooom-Kick oder so. Von der Bühne kommen aber auch immer vier Stems, die ich in meinem Pult als „Sampler“ bezeichne. In Wahrheit kommen diese Signale von einem Pro Tools, das And.Ypsilon auf der Bühne bedient. Von dort stammen auch die Clicks: ein durchgehender für den Drummer und ein weiterer für alle anderen, der nur einzählt oder in Pausen für ein konstantes Tempo sorgt. Es ist aber immer so, dass der Drummer vorne ist und ich die rhythmischen „Sampler“-Elemente im Zweifel etwas verzögere, damit es ein live gespieltes Timing gibt. Das hat sich über die Jahre bewährt.

Was sind die größten Herausforderungen beim Mischen eines Fanta-4-Konzerts?

Am heikelsten sind immer die Momente, wenn die Fantas vor die PA-Lautsprecher treten und die lange Zunge der Bühne ins Publikum beschreiten. Da kommt von hinten ein Schalldruck von 100 dB aus den Lautsprechern auf die Gesangsmikrofone, das ist erheblich. In diesen Situationen Feedbacks zu antizipieren und zu vermeiden, ist immer wieder eine Herausforderung.

Daneben muss ich mit meinem Mix auch auf das Publikum eingehen. Wenn die Leute mitklatschen, muss ich das Element im Mix hervorheben, das sie zum Mitklatschen animiert. Das können auch schon mal drastischere Eingriffe sein. Im übrigen geht es in schwierigen akustischen Umgebungen auch häufig darum, den Bass so zu dosieren, dass er nicht im Raum verrückt spielt.

Klaus legt Wert darauf, dynamisch auf das Publikum eingehen zu können.

Welche Plug-Ins benutzt Du?

Ich bin ein großer Fan der McDSP Plug-Ins von Colin McDowell. Der entwickelt schon unglaublich lange hervorragende EQ- und Dynamic-Plug-Ins und überrascht immer wieder mit neuen sehr guten Werkzeugen. Aber auch die Sachen von Brainworks sind toll und nicht zu vergessen die hauseigenen Sachen von Avid wie ReVibe 2 oder die Pro Dynamics PlugIns. Ich benutze aber auch Waves und Sonnox. Es ist schon toll, dass ich die Plug-Ins sowohl im Studio als auch am FOH-Platz nutzen kann.

Wie ist Dein Eindruck von der S6L?

Ich bin ja schon ein langjähriger VENUE-Nutzer. Die S6-Konsole ist im Handling nochmal deutlich benutzerfreundlicher als die älteren Modelle. Und der Umstieg war mehr als einfach. Ich konnte einfach meine alten Settings in die neue Konsole übertragen und von da aus weiterarbeiten. Das ist wirklich sehr gut gelungen. Die Klangqualität hat sich durch die 96 Kilohertz auch noch mal deutlich verbessert. An den VENUE-Workflow mit den umfangreichen Speichermöglichkeiten und den Plug-Ins bin ich mittlerweile so gewöhnt, dass ich es nicht missen möchte. Einen Wunsch an die Avid-Software-Entwickler habe ich aber: Ich würde gerne mehr als ein Plug-In-Fenster auf dem S6-Bildschirm gleichzeitig offen haben können, um einerseits die Pegel bestimmter Summen immer im Blick zu haben und andererseits schnell reagieren zu können, wenn etwas geändert werden muss.

Zufriedene Fans, zufriedene Band, zufriedener FOH Mischer Klaus Scharff

VENUE | S6L – jetzt verfügbar

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Widmer-Sound CH ergänzen ihr Sortiment durch ein weiteres S6L-Pult

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Bereits seit elf Jahren bietet Widmer-Sound Tour-Support und Verleih von Equipment für Bands an. Dabei stellen Andy Widmer und Alex Bolis schon bei der Auswahl der Werkzeuge höchste Qualitätsansprüche und scheuen keinen Aufwand – sei dies bei dem eigenen Pulten, bei der Beschaffung von Mietmaterial, bei Installationen oder bei der Planung und Beratung der Aufträge. Ständig in Kontakt mit Herstellern und Experten aus dem Audiobereich, entwickeln sie sich mit den Ansprüchen der Auftraggeber weiter und gehen aus Leidenschaft über die gestellten Anforderungen hinaus. Durch Fachwissen und Erfahrung können sie so dem Kunden die bestmögliche Qualität bei der Beschallung zugänglich machen.

Zu ihren Kunden gehörten unter anderem Ed Sheeran, Sido, Helene Fischer, Delinquent Habits, Pegasus, Lucenzo, Alexandra Stan, Jürgen Drews, Costa Cordalis, Dendemann und das Zürcher Kammer Orchester. Seit Dezember 2015 ist eine VENUE | S6L im Sortiment und die vielen Tourproduktionen haben 2016 dazu geführt, dass eine zweite, größere S6L angeschafft wurde. Wir haben Andy Widmer gebeten, seine Firma vorzustellen, die Gründe für den Kauf einer weiteren S6L zu nennen und seine Philosophie beim Live-Mix zu umreißen.

Andy Widmer

Die Company

„Meine Firma gibt es seit gut elf Jahren, ich habe aber schon mit 16 Jahren angefangen zu mischen – in einem Jugendtreff und alles war damals noch analog. Es begann mit kleinen Bands, viel Punk, und ging dann nach und nach eine Stufe weiter und wurde immer professioneller, weil es sich einfach rumgesprochen hat. Ich bin eigentlich alleine in der Firma, sie gehört mir selber. Mein Kollege, der Alex Bolis, macht viele Freelance-Jobs für mich und ist bei den Touren dabei.“

„Wir sind zwar noch im Verleihgeschäft tätig, aber unser Kerngeschäft heute ist definitiv das Touring-Business. Da bieten wir den kompletten Tour-Support für Bands hier in der Schweiz an – vor allem Festivals und Clubtourneen. Wir können auch eine PA mitbringen, aber das ist nicht mehr unser Kerngeschäft. Da bräuchten wir mehr Mitarbeiter und das wollen wir nicht. Wir wollen alleine bleiben, die Fäden am Pult noch selber ziehen und uns nicht mit anderem Kram belasten.“

„Wir haben in der Schweiz zum Beispiel die Touren von Phenomden, Tinkabelle und Dabu Fantastic begleitet, sind aktuell gerade noch mit Yokko unterwegs und bestreiten einen Teil der Tour von Seven. Da bin ich nur als Mischer tätig und habe nicht die gesamte Tourproduktion unter mir. Als reiner Mischer habe ich in der Vergangenheit unter anderem Einzelshows von Ed Sheeran, Sido und Dendemann gemacht.“

„Unsere Tourproduktion sieht meist so aus, das wir alles anbieten, außer der PA und den Monitoren, wenn es noch Wedges sind. In-Ear-Monitoring, was eigentlich mittlerweile fast alle Bands benutzen, bringen wir selber mit. Mit diesem Equipment reisen wir dann auf der gesamten Tour mit, schließen uns einfach noch an die PA an und machen den Mix.“

Digitaler Workflow

„Ein großer Startpunkt war für mich eine Serie von Konzerten, bei denen jeweils fünf Rockbands an einem Abend zusammen mit einem Kinderchor gespielt haben. Da wurde ich auf digitale Mischpulte aufmerksam, weil ich das Ganze speichern und wieder abrufen musste. Es handelte sich um ein Avid-Pult und diese Konsole war dann fünf Jahre lang im Einsatz. Das war der ausschlaggebende Punkt, warum ich bei Avid geblieben bin und schließlich eine S6L-24D gekauft habe – im Dezember 2015.“

„Als damals die ersten Mischpulte in der Schweiz angekommen sind, habe ich mit dem Vertrieb ausgemacht, dass ich keine Schulung möchte, sondern mich einfach hinsetzen und selber reinfuchsen will. Ich hatte ein Show-File von der Profile-Konsole und eine Mehrspuraufnahme, die ich gleich reingespielt habe. Das hat auf Anhieb funktioniert. Ich habe noch die Session auf 96 kHz gewandelt und dann einfach nur GO gedrückt. Ich wollte sehen, was passiert. Ob es läuft, ob es nicht läuft, wie das alles reagiert. Das hat ausnahmslos funktioniert und ich war baff, weil ich mit allerlei Komplikationen gerechnet hatte. Nur die Effekte, die Plugins, musste ich natürlich neu patchen. Ich war drei Stunden da, habe Routings gemacht, alles Wilde durchprobiert und die Konsole lief immer stabil. Ich habe nichts gefunden, was noch nicht geht und ich dringend bräuchte. So war es nach drei Stunden klar, dass ich die Konsole gleich bestelle.“

„Ein Jahr war ich jetzt mit dieser Konsole auf Tour und habe gut 70 Live-Shows gefahren und zusätzlich bei uns im Lager viele virtuelle Soundchecks gemacht, um den Mix zu optimieren und den Workflow zu verbessern. Und ich bin so zufrieden, dass wir jetzt noch eine zweite S6L angeschafft haben, weil wir so viele Tourproduktionen dieses Jahr haben und es da sicher zu Engpässen kommt. Wir haben die große Konsole, die 32D, genommen, damit wir auch für drei große Hallen hier in der Schweiz gut gewappnet sind. Außerdem wusste ich nicht, ob für Kollegen aus den USA bei großen Touren die 24D ausreichend ist. Die 32D haben wir ja schon als Supplement angeschafft und daher muss sie auch gut zu vermieten sein.“

Die Vorteile der S6L

„Ich habe lange eine Konsole gesucht, die zwischen der Avid Profile und der DiGiCo SD7 angesiedelt ist und habe eigentlich alles ausprobiert. Ich wollte viele Encoder und zwei Workflows haben, also alles über die Tasten erledigen, aber auch mit Touchscreens arbeiten können. Dann kam die S6 raus und die hat viele Encoder auf engem Raum und schöne Screens, sehr viele Informationen immer im Blick und ein gutes Design. Dann war klar, dass ich mir die Konsole näher anschauen wollte. Toll sind die verschiedenen Oberflächen, die man sich designen kann: mit den Inputs und Outputs, den VCAs oder den User-Layouts, die man pro Snapshot abspeichern kann. Das ist absolut cool! Alles ist frei konfigurierbar, aber mit einem Tastendruck hat ein anderer Mischer wieder seinen normalen Workflow wie an einem Analogpult.“

„Für Leute, die schlecht sehen, sind die superscharfen und gut designten Grafiken richtig gut lesbar. Für mich ist es ein Segen, dass man keine billigen Bildschirme verbaut hat, sondern High-Class-Screens genommen hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man wirklich 24 Fader zur Verfügung hat und oben im Screen die Kanäle umschalten kann. Man muss also unten nicht die Outputs drauflegen.“

„Klasse ist auch, dass man den Channel Layer für die 32 Encoder separat belegen kann. Da lege ich mir jeweils wirklich nur das hin, was ich für meine Tour brauche. Und für Festivals ist der Standard-Patch von Avid sensationell gut. Da kann man für den ganzen Soundcheck alles drauflegen, was man braucht. Das geht sehr schnell und die anderen Mischer kapieren es gleich. So bin ich gewappnet für Leute, die nicht jeden Tag an so einer High-Class-Konsole sind und kann in wenigen Schritten zwischen mir und einem Gastmischer switchen – zum Beispiel, wenn ich das Pult für die Vorband zur Verfügung gestellt habe. Das ist für mich viel stressfreier, als mit einer weiteren Konsole zu arbeiten. Schlussendlich wollen wir doch alle einen easy Job und einen guten Tag haben und ich denke, das ist das richtige und zukunftssichere Werkzeug dafür.“

 

Solides Fundament im Mix

„Ich nutze den Transient Designer und den De-Esser von SPL sehr oft. Die Avid Pro Multiband Dynamics lege ich gerne auf die Vocals. Mit den eingebauten Reverbs im S6L komme ich sehr gut klar. Um gewisse Low-Frequency-Effekte einzubauen, ist der Avid Pro Subharmonic ein cooles Tool, das ich sehr oft im Einsatz und auch in den Snapshots gespeichert habe. Ich benutze nicht viele verschiedene Kompressoren, sondern favorisiere einige wenige, soundformende Tools.“

„Ich lege besonderen Wert auf den Bass- und den Schlagzeugsound als solides Fundament. Mir ist es extrem wichtig, dass hier der Klang gut ineinander greift und daher benutze ich für den Bass hin und wieder auch Ducking. In der Schweiz gibt es oft Beschränkungen für die Lautstärke und daher muss man den Druck eben anders erzeugen und wenn das Fundament sitzt, kann man gewisse Sachen eben besser transportieren. Bei Gitarre und Keys finde ich, dass man im Mix nicht jedes Detail zu jeder Zeit hören muss, sondern man darf da ruhig dynamisch fahren und zum Beispiel die Solos schieben. So bringt man die Emotionen besser rüber, wenn es die Band nicht schon selber so arrangiert hat. Der Mix darf ruhig emotional und bewegend sein!“

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Blick unter die Haube – Der Ethernet AVB-Netzwerk-Backbone der VENUE | S6L

VENUE | S6L ist ein modulares, skalierbares Live-Sound-System, das den jeweiligen Anforderungen entsprechend frei konfiguriert werden kann. Die zentrale Technologie, die diese Modularität ermöglicht, ist Ethernet AVB (bekannt auch unter der Bezeichnung AVB/TSN) – die Netzwerkarchitektur, über die die diversen Systemkomponenten miteinander verbunden sind. In diesem Blogpost werden wir uns Ethernet AVB näher ansehen, und Sie werden erfahren, warum Avid genau diese Technologie für den Netzwerk-Backbone des S6L-Systems ausgewählt hat. Außerdem wird es um einige einzigartige Innovationen gehen, die entscheidend zur hervorragenden System-Performance beitragen.

Was ist Ethernet AVB? Audio Video Bridging (AVB) ist die Bezeichnung für eine Reihe technischer Standards, herausgegeben vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), des weltweit größten Verbandes professioneller Elektrotechnik- und Elektronik-Ingenieure, der zugleich eine der führenden normengebenden Organisationen ist. Zu den bekanntesten Netzwerknormen des Instituts zählen der Ethernet-Standard IEEE 802.3 und der Drahtlos-Netzwerk-Standard IEEE 802.11.

Die Arbeitsgruppe „Audio Video Bridging“ des IEEE 802.1-Normenausschusses ist für die Spezifikationen verantwortlich, die zeitsynchronisierte Streaming-Dienste mit geringer Latenz über IEEE 802-Netzwerke ermöglichen. Darüber hinaus hat die Gruppe diverse Erweiterungen für eine zuverlässige, synchronisierte Audio/Video-Übertragung mit geringer Latenz und ohne komplexe Netzwerkanforderungen herausgegeben.

Natürlich ist die Entwicklung von Ethernet AVB noch lange nicht abgeschlossen. So verabschiedete das IEEE unter der Bezeichnung „Time Sensitive Networking (TSN)“ erst kürzlich einige auf den AVB-Spezifikationen aufbauende Erweiterungen für zusätzliche Einsatzbereiche, Funktionen und Anwendungen des AVB-Standards. Hierzu zählen unter anderem nahtlose Redundanz und Priorisierung von Datenströmen mit besonders geringer Latenz für systemkritische Funktionen.

Dies alles begleitet die AVnu Alliance, deren Mitglied auch Avid ist, indem sie spezifiziert, was von den AVB/TSN-Standards für neue, marktübergreifende Anwendungen benötigt wird, damit sich die Entwicklung von Ethernet AVB-Produkten für Ingenieure und Hersteller möglichst unkompliziert gestaltet. Um Interoperabilität zwischen den verschiedenen AVB-Geräten zu gewährleisten, formuliert die AVnu Alliance Gerätezertifizierungen für die Automobilbranche sowie für Audio- und Videoprodukte für den Consumer- und den professionellen Markt und ist aktiv an der Förderung und Verbreitung von Ethernet AVB in den verschiedenen Märkten beteiligt.

Das Stage 64 I/O-Rack bietet sowohl etherCON- (Kupfer) als auch SFP- (Glasfaser)-Anschlüsse, mit Unterstützung für Multimode- und Singlemode-SFP-Transceiver

Vorteile von Ethernet AVB für Audio- und Videoprodukte:

  • Präzises Timing zur Unterstützung von Media-Clocks mit geringem Jitter und die akkurate Synchronisation multipler A/V-Streams
  • Zuverlässige Übertragung zeitkritischer Datenpakete durch Latenzbegrenzung
  • Maximale Zuverlässigkeit – einschließlich redundanter Master-Clock und redundanter Datenströme
  • Branchenweit bewährte Praktiken für sicheren Zugang und sichere Transaktionen
  • Keine oder geringe Anforderungen an die Netzwerkkonfiguration – hoch zuverlässige A/V-Netzwerke für alle nur denkbaren Einsatzbereiche
  • Hohe Marktattraktivität und Akzeptanz durch führende Unternehmen der Branche

 Im Folgenden sollen einige Vorteile näher betrachtet werden …

Rückseite der S6L-24D-Konsole – Ethernet-AVB-Schnittstellen im mittleren Bereich

Latenzbegrenzung und Bandbreitenreservierung für zuverlässige Verbindungen

Beim bisherigen Ethernet lässt sich der Datenverkehrsfluss nicht genau bestimmen, und die Übertragung anderer Daten kann das Streaming verzögern. Aufgrund dieser Unwägbarkeiten werden die Puffer-Zeiten von Empfängern in älteren Systemen in der Regel sehr hoch eingestellt, um einen Puffer-Unterlauf zu verhindern. Eines der wichtigsten Features eines Ethernet-AVB-Netzwerks ist, dass reservierte Datenströme mit geringer, begrenzter Latenz durchgeleitet werden, so dass nicht allein das Eintreffen zeitkritischer Streams gewährleistet ist, sondern auch das rechtzeitige Eintreffen.

Aus diesem Grund formulierte das IEEE das sogenannte Stream Reservation Protocol (SRP) als Teil der AVB-Spezifikation, da die einfachen Übertragungsverfahren bestehender Reservierungsprotokolle nicht für die Anforderungen anspruchsvoller Anwendungen, wie professioneller A/V-Anwendungen, ausreichten. Um eine Überlastung des Netzwerks und daraus resultierende Paketverluste und Verzögerungen zu verhindern, wird via SRP ein Netzwerkpfad mit der benötigten Bandbreite konfiguriert, mit automatischer Einrichtung der zugehörigen Hardware-Queues (Warteschlangen), Paketweiterleitung und VLAN-Konfiguration.

Durch Steuerung der Queues und des Datenflusses – im Prinzip nichts anderes als die Abstimmung der Übertragungszeiten zur Verhinderung eines „Frame-Staus“ – kann ein Ethernet-AVB-System Daten mit geringstmöglichen Latenzen auch bei hohem Datendurchsatz verlustlos übertragen. Deshalb erfordern AVB-Endstations (z.B. Live-Mischkonsolen) keine großen Puffer, um Überlastungsproblemen und damit einhergehenden Paketverlusten und Übertragungsverzögerungen zu begegnen.

Die Netzwerkarchitektur erlaubt die Einbindung mehrerer Stage 64 I/O-Racks – für eine größere Flexibilität dank verschiedener, optionaler Input- und Output-Karten

Absolutes Timing gewährleistet Synchronisation aller angeschlossenen Geräte

Ein großer Vorteil von Ethernet AVB ist die Synchronisation vernetzter Geräte, realisiert über gPTP („generalized Precision Time Protocol“). Der gPTP-Standard (IEEE 802.1AS) wurde von der AVB-Arbeitsgruppe entwickelt und zeichnet sich durch eine gemeinsame Zeitreferenz aus, wie sie für professionelle Audio- und Video-Taktung und zeitkritische Streams wie industrielle Roboter-Steuerungen erforderlich ist (+/- 500 ns bei allen gPTP-Knoten).

Eine derartige Synchronisierung ist die Grundlage für gPTP-basierte Protokolle (wie AVTP), über die letztlich die Media-Clocks der „Talker“ (Sender) und „Listener“ (Empfänger) synchronisiert werden – in kompromisslos professioneller Qualität. Und weil die Timing-Informationen an alle Knoten (Endpoints und Switches) verteilt werden, ist das Clocking in Ethernet-AVB-Systemen sehr belastbar, inklusive Funktionen für den automatischen Wechsel auf eine zweite Master-Clock, falls der erste Taktgeber einmal ausfällt.

VENUE | S3L: Avids erstes Live-System mit Ethernet-AVB-Architektur

Ethernet-AVB für VENUE | S6L

In der ersten Entwicklungsphase betrachtete unsere S6L-Produktgruppe alle verfügbaren – offenen und proprietären – Verbindungsprotokolle, um zu ermitteln, welche am besten zu den Ansprüchen des Unternehmens an einen umfassenden, übergeordneten Netzwerk-Backbone für alle Avid-Produkte, auch zukünftige, passen würde. Nach Bewertung der Vor- und Nachteile der einzelnen Konzepte entschied sich das Team für Ethernet AVB. Dies war aus folgenden Gründen die ideale Lösung:

  • Ausreichend Kapazitäten selbst für die anspruchsvollsten Audio- und Videolösungen
  • Geringe Latenz – entscheidend für professionelle A/V-Einsätze
  • Playout vollständig deterministisch
  • Basiert auf offenen (nicht-proprietären) Industrienormen
  • Frei implementierbar, für jedes Produkt geeignet

Darüber hinaus ermöglicht es Ethernet AVB, Produkte rund um ein einziges, unternehmensweites Netzwerk-Ökosystem zu entwickeln – von Highend-Lösungen für den professionellen Einsatz, wie S6L, über die unterschiedlichsten Audio- und Video-Produktlinien bis hin zu unseren Einsteigerprodukten. Außerdem wird Ethernet AVB von jedem aktuellen Mac nativ unterstützt, so dass unsere Kunden über eine kostenlose Recording-Lösung verfügen, die keiner zusätzlichen Hardware oder Lizenzen bedarf.

VENUE | S6L bietet 64 Pro Tools-Tracks (Aufzeichnung und Wiedergabe) via Ethernet AVB

Die Tatsache, dass Ethernet AVB auf nicht-proprietären Industrienormen basiert, bietet zudem eine hohe Zukunftssicherheit, unabhängig von der finanziellen Situation eines Unternehmens oder Fertigungs- und anderen Problemen. Bei Betrachtung all der unterschiedlichen Protokolle, die wir in der Audiobranche bereits kommen und gehen sehen haben, wird klar, dass langfristig nur offene Standards wie MIDI, MADI und AES/EBU Bestand hatten.

Das soll nicht heißen, dass alle proprietären Protokolle zum Scheitern verurteilt sind, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass schon viele Protokolle auf der Strecke geblieben sind. Betrachtet man vor diesem Hintergrund nun Ethernet AVB, das auch in Branchen außerhalb der Pro-Audio-Welt – einschließlich der Automobilindustrie und anderer industrieller Einsatzbereiche – eine hohe Akzeptanz findet. Dies beweist auch der Zuspruch seitens großer Unternehmen wie Cisco, Intel, BMW, GE, General Motors und anderer, die zahlreiche Produkte rund um den AVB-Standard entwickeln, und es zeigt, wie viel Impulskraft dieses außerordentlich zukunftsfähige Protokoll besitzt.

Rückseite der VENUE | E6L-Engine – erweiterbar durch zusätzliche AVB-192 Ethernet-AVB-Netzwerkkarten

Unsere Geheimwaffe: Die AVB-192 Ethernet-AVB-Netzwerkkarte

Über die offensichtlichen Vorteile von Ethernet AVB hinaus haben unsere Ingenieure die Performance des VENUE | S6L-Systems weiter optimiert, indem sie die AVB-192 Ethernet AVB Card entwickelt haben, die Bestandteil aller drei Systemkomponenten – der S6L-Konsole, der E6L-Engine und des Stage 64 I/O-Racks – ist. In der Konsole und im Stage 64-Rack ist intern eine einzelne AVB-192-Karte verbaut, die zwei unabhängige Gigabit Ethernet-Ports bereitstellt: Kupfer und Glasfaser (via SFP).

Die E6L-Engine wird standardmäßig zwar auch mit einer AVB-192-Karte ausgeliefert. Demnächst wird es jedoch möglich sein, bis zu drei AVB-192-Karten zu integrieren, so dass eine höhere Anzahl an Ein- und Ausgängen genutzt werden kann. Jede AVB-192-Karte ermöglicht den Betrieb hunderter Kanäle, derzeit mit 96 kHz, und wird in Zukunft auch Abtastraten von 192 kHz unterstützen.

Diese AVB-192-Karten dienen dem System einerseits als Ethernet-AVB-Schnittstellen für die verschiedenen Systemkomponenten und stellen zusätzlich je einen integrierten 7-Port-Switch bereit. Dies vereinfacht nicht nur das Verkoppeln verschiedener Module, sondern ermöglicht auch redundante Loops zwischen den Systemkomponenten – für eine noch höhere Zuverlässigkeit mit nahtlosem, sample-genauem Switching ohne Ausfälle (beispielsweise bei Kabeldefekten).

Weitere Anschlussoptionen des S6L-Systems neben Ethernet AVB

Die in die AVB-192-Karten integrierten Switches erlauben zudem das Bridging mehrerer AVB-Domänen in der E6L-Engine. So lassen sich Features realisieren wie die hohe Anzahl von Kanälen, die das System zur Verfügung stellt, oder die Integration mehrerer Stage 64 I/O-Racks, eines lokalen I/O-Bereichs für die Konsole und externer Pro Tools-Workstations für Aufnahme und Wiedergabe (mit Unterstützung für Kabellängen bis zu 100 m über Cat5e-Kabel und bis zu 500 m oder mehr via Glasfaser).

Last but not least konnte das S6L-Entwicklungsteam ungeachtet der empfohlenen AVB-Latenz von ungefähr 2 ms Netzwerk-Latenzwerte von unter 1 ms (in beide Richtungen) herausholen. Schickt man ein Signal einmal durch das komplette Setup, einschließlich Wandlern, beträgt die Latenz nicht einmal 3 ms.

Und obwohl Ethernet AVB als Backbone für das VENUE | S6L-System dient, legt es die Anschlussoptionen zur Anbindung an „den Rest der Welt“ in keiner Weise fest. Daher wird Avid für S6L über Ethernet AVB hinaus ein umfassendes Angebot anderer Anschluss-Optionen bereitstellen, so dass das System in jede bestehende Umgebung eingebunden werden kann. Ein Beispiel ist die bereits angekündigte Dante-Karte für S6L, die gerade von Audinate entwickelt wird. Andere Karten sind in Planung, darunter auch Erweiterungsoptionen für MADI und Thunderbolt.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Artikel ein etwas besseres Verständnis für das Konzept Ethernet AVB vermittelt hat – und für die Gründe, warum sich Avid für diesen leistungsfähigen, offenen Standard als Netzwerk-Backbone der neuen S6L-Konsole entschieden hat. Wie Sie sehen, bieten die Möglichkeiten der AVB-192 Ethernet AVB-Karte für dieses bahnbrechende Live-System große Vorteile für die unterschiedlichsten Veranstaltungen – insbesondere dann, wenn es um wirklich anspruchsvolle Produktionen geht.

VENUE | S6L

VENUE | S6L jetzt verfügbar

The Next Stage in Live-Sound: Mit dem preisgekrönten VENUE | S6L-System meistern Sie auch die anspruchsvollsten Produktionen. MEHR INFOS




So baut man einen erstklassigen Live-Preamp – Blick unter die Haube der VENUE | S6L

VENUE | S6L ist viel mehr als einfach nur Avids neuestes Live-Mischpult. Es ist eine ganz neue Plattform für Live-Produktionen – und zugleich Avids bislang größtes Live-Sound-Projekt. Das S6L-System basiert zwar ebenfalls auf der erfolgreichen VENUE-Software und den entsprechenden Workflows, die Hardware wurde jedoch von Grund auf neu entwickelt.

Im Fokus der Avid-Ingenieure standen dabei insbesondere zwei Aspekte: Zum einen sollte das System sowohl beim Mischen als auch bei der Aufnahme die höchstmöglichen Sampleraten unterstützen, zum anderen galt es, die Signalkette – von den Eingängen bis zu den Ausgängen – weiter zu verbessern, um eine optimale Klangqualität zu gewährleisten.

VENUE-Systeme werden in der Veranstaltungsbranche dank ihres exzellenten Klangs seit mehr als 10 Jahren hoch geschätzt. Ihr verfärbungsfreies Wiedergabeverhalten ist auch die ideale Grundlage für die zahlreich angebotenen Onboard-Plug-Ins, mit denen Tonleute ihre Mischungen heute bearbeiten und bereichern können. So stellte das S6L-Projekt unsere Ingenieure vor die Herausforderung, die Audioqualität der VENUE-Umgebung durch Einsatz neuester Technologien und Komponenten noch einmal zu optimieren und zugleich die bekannt hohe klangliche Flexibilität zu erhalten.

“Bei der Entwicklung der VENUE-Konsolen ist das erklärte Ziel ‚Transparenz‘. Vor VENUE bewegte ich mich 25 Jahre lang ausschließlich in der analogen Welt, in der die einzelnen Komponenten die Strukturen für meine Arbeit vorgaben. Als ich auf VENUE umstieg, konnte ich endlich das umsetzen, wovon ich immer geträumt hatte, neue Wege ausloten, um ganz bestimmte Sounds zu schaffen – und nie stand mir die Konsole dabei im Weg … Ich war so frei, das war einfach unglaublich!

– Greg Price, FOH Engineer bei Ozzy Osbourne, Black Sabbath, Van Halen

Ein zentrales Element war die Entwicklung eines neuen Preamp-Typs für das S6L-System. Mit einer kompromisslosen Performance, höchster Klangtreue und Unterstützung für Abtastraten bis 192 kHz. Avids Philosophie ist es, bei der Audiowiedergabe maximale Präzision zu gewährleisten, damit Toningenieure so flexibel wie möglich arbeiten können – mit größtmöglicher klanglicher Vielfalt.

Wenn nun ein Preamp den Ton stark prägt, lässt sich diese klangliche Färbung nicht wieder aus dem Signal entfernen. Man muss mit dem charakteristischen Sound des Preamps leben, ungeachtet dessen, was man noch vorhat. Bei manchen Produktionen mag der typische Preamp-Klang durchaus passen, doch immer wird er nicht ideal sein. Und da Live-Tonleute in der Regel mit verschiedenen Künstlern und musikalischen Stilrichtungen arbeiten, sollten sie ihren Mix ganz flexibel gestalten können und nicht durch die Technik festgelegt sein.

“Stil und Konzeption moderner Preamps für digitale Mischkonsolen erfordern von uns Toningenieuren und Technikern ein gewisses Umdenken“

— Robert Scovill

Robert Scovill, preisgekrönter Live-Tonmann und erfahrener Spezialist für Live-Sound-Produkte bei Avid, erklärt: „Stil und Konzeption moderner Preamps für digitale Mischkonsolen erfordern von uns Toningenieuren und Technikern ein gewisses Umdenken. Dies wiederum führt zu veränderten Erwartungen, was wir an diesem Punkt der Signalkette erreichen möchten. Bei ‚One-Trick Pony‘-Preamp-Konzepten, die ihren ganz typischen Klang mitbringen, muss man sehr auf die akustischen Eigenschaften achten, wenn man den Sounds der unterschiedlichen Signalquellen wirklich gerecht werden will. Für die Studioarbeit ist das kein Problem, denn dort hat man meist genug Zeit, die Auswahl der Preamps optimal auf die einzelnen Klangquellen und Songs abzustimmen. Bei Live-Veranstaltungen allerdings ist das praktisch nicht realisierbar. Genau deshalb bin ich von unserem Ansatz so überzeugt, extrem hochwertige, akkurate Preamps zu verwenden, die einen sehr transparenten Sound ermöglichen – noch vor der digitalen Wandlerstufe. Ist das Signal dann in die digitale Ebene überführt, lassen sich Charakter und Klangfarbe nach Belieben verändern, auf Wunsch sogar für jeden Song oder Sound separat. Das ist für die kreative Arbeit einfach unschlagbar.“

Robert am FOH bei Tom Petty & the Heartbreakers

Wenn ich das passende Mikro auswähle und es korrekt positioniere, entspricht der VENUE-Klang sehr genau dem, was auf der Bühne zu hören ist, und darauf kommt es an. Anschließend kann ich mein Signal nach Belieben bearbeiten, zum Beispiel mehr Wärme oder Grunge hinzufügen, ohne dass mich die Klangfarbe des Preamps einschränkt

– Chris Madden, FOH Engineer bei Pink, Sade, Jessie J.

Chris als FOH Engineer bei Sade

Bei der Entwicklung eines neuen Vorverstärker-Schaltkreises kommen künstlerische und wissenschaftliche Aspekte zusammen. Am Anfang stand vor allem das Ziel, dass der Klang so sauber wie möglich sein sollte, mit einem hohen Dynamikumfang, geringen Verzerrungen, einem hervorragenden Rauschabstand und Unterstützung für Sampleraten bis 192 kHz – und das bei kürzestmöglicher Signallaufzeit. Um dies zu erreichen, beschloss das Entwicklungsteam bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt, für die Gain-Steuerung der Mic-Preamps einen Mikrocontroller einzusetzen, der eine herausragende Performance gewährleistet. Nach umfangreichen Recherchen entschied sich das Team für den digitalen Gain-Controller 5173 aus dem Hause THAT Corporation. THAT Corporation ist eine Audiotechnik-Firma, die sich auf die Herstellung hochwertiger analoger Komponenten für professionelle Audioanwendungen spezialisiert hat. Zu den Kunden der THAT Corporation zählen unter anderem so bekannte Namen wie Apogee, Benchmark und Great River.

Der 5173 ist ein sehr robuster digitaler Gain-Controller (IC), der mit relativ hohen Spannungen arbeitet, so dass er eher Fehler verzeiht und weniger aufwendige Schaltungen erfordert, die wiederum die Audio-Performance beeinträchtigen können. Einer der Vorteile des 5173 in Kombination mit der speziellen Avid-Hardware ist der, dass der 5173 auf Gain-Änderungen angenehm planbar reagiert und auf diese Weise geringstmögliche Schaltgeräusche verursacht und zugleich eine gleichmäßige Gain-Anpassung in 1-dB-Schritten ermöglicht. Ungeachtet dieser überzeugenden technischen Performance arbeitet der 5173 im Vergleich zu vielen anderen IC-Lösungen sehr stromsparend – ein großer Vorteil angesichts der bis zu 64 Eingänge eines S6L Stage 64 I/O-Racks, das das Vorgänger-Modell mit maximal 48 Eingängen pro Stagerack noch einmal übertrifft.

Darüber hinaus passt der digitale Gain-Controller 5173 optimal zu THATs rauscharmem, differentiell arbeitendem Audio-Preamp-IC 1580. Im Vergleich zu anderen Lösungen, die alles in einem IC unterbringen, sind die Controller- und Preamp-Komponenten der THAT Corporation als separate ICs ausgeführt. Dies bietet Unternehmen wie Avid zum einen eine größere Flexibilität, die einzelnen Bauteile auf technische Konzepte abzustimmen. Vor allem aber ermöglicht es optimale Bedingungen bei der IC-Produktion, da der digitale Gain-Controller in einem Hochvolt-CMOS-Prozess gefertigt wird. Zusammen mit dem analogen Preamp 1580, der von Anfang an in BiCMOS-Technik konzipiert wurde, ergibt sich nicht nur ein besseres Rauschverhalten, sondern auch eine höhere Leistung. So wird das Beste aus beiden Welten genutzt – ein einzigartiger Ansatz im anspruchsvollen Pro-Audio-Segment. Während Produkte anderer Anbieter mit einer begrenzten Eingangsspannung arbeiten, bieten die Preamps des S6L-Systems einen Gain-Bereich von 10 – 60 dB und sind für eine Eingangsimpedanz von 4 kOhm optimiert, ob die Pad-Schaltung (Eingangs-Vordämpfung) nun aktiviert ist oder nicht. So kann ein eingehendes Mikrofonsignal ohne Beeinträchtigung der Qualität passiv gesplittet und auf mehrere Konsolen geroutet werden.

THAT 1580 low-noise differential preamplifier IC

Doch das Entwicklungsteam ging noch weiter und ließ in die Optimierung des S6L-Preamp-Konzepts seine gesamte Erfahrung einfließen. Das Resultat ist ein ausgesprochen durchdachtes Design mit Dünnschichtwiderständen zur Verringerung des sogenannten Johnson-Rauschens (thermisches Widerstandsrauschen, letztlich auch Ursache für höhere Verzerrungen) sowie erstklassigen Netzteilen, die die analogen Schaltungen mit Strom versorgen und sich durch eine außerordentlich gute Performance auszeichnen.

Und was bedeutet das nun für die Praxis? Die technischen Ziele, die sich das Entwicklungsteam gesetzt hatte, wurden deutlich übertroffen, selbst bei 192 kHz. Am besten aber brachte es wohl FOH Engineer Greg Price auf den Punkt, als das Team das S6L-System kürzlich zum Soundcheck für ein Van Halen-Konzert mitbrachte und Price die Preamps zum ersten Mal hörte:

“Diese Eingangskanäle klingen so, wie ich es mir immer gewünscht habe!”

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Mit dem preisgekrönten VENUE | S6L-System meistern Sie auch die aufwändigsten Produktionen mit Leichtigkeit.

MEHR INFOS




Blick unter die Haube —die beeindruckende Power der VENUE | E6L Engine

Seit der Präsentation auf der NAB und der Prolight + Sound 2015 hat Avids Live-Sound-System VENUE | S6L eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Im Zentrum der neuen Live-Umgebung steht die revolutionäre E6L-Engine mit einem brandneuen Konzept, das für eine herausragende Performance und einzigartige Verarbeitungsleistung sorgt. In diesem Blogpost möchten wir Ihnen einen Blick unter die „Haube“ ermöglichen und zeigen, was die innovative Engine so besonders macht und warum sich das Mischen und Aufzeichnen von Live-Veranstaltungen mit diesem System so deutlich von der Arbeit mit anderen Konsolen unterscheidet.

VENUE | E6L

VENUE | E6L Engine

Die Anfänge …

Als sich das S6L-Entwicklungsteam zum ersten Mal traf, um sich Gedanken über eine Engine für das neue S6L-System zu machen, war klar, dass eine Plattform gebraucht wurde, die im Laufe der Zeit ausgebaut und weiterentwickelt werden konnte. Eine Lösung, die auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden und nicht nur einige, wenige Jahre genügen würde. Das Team stellte sich eine Engine mit einem ausgewogenen Verhältnis aus System-Performance, Skalierbarkeit und Kosten vor, die Tonleuten mehr als reichlich Leistung für jeden nur denkbaren Einsatz und einen soliden Gegenwert für ihre Investitionen bieten sollte.

Um diese Ziele zu erreichen, beschloss das Team bereits zu einem frühen Zeitpunkt, auf zwei parallele Technologien zu setzen: eine leistungsstarke Echtzeit-Processing-Engine nach neuestem Stand der Technik, über die alle Routing-, Kanal- und Mix-Funktionen mit höchster Stabilität abgewickelt würden, und eine HDX-DSP-Engine speziell für die systeminterne AAX-Plug-In-Verarbeitung.

Need for Speed: Das RTX-Echtzeit-Betriebssystem

Nach der Evaluierung verschiedener Optionen für die Processing-Engine entschied sich das Entwicklungsteam für das RTX-Echtzeit-Betriebssystem (Real-Time Operating System, RTOS) von IntervalZero, das auf Intel-Prozessoren basiert. Dieses System sollte die grundlegenden Mixer-Funktionen der S6L-Konsole verarbeiten. Das Team war sich sicher, dass es schlicht unmöglich sein würde, die hohen Ansprüche an Prozessorleistung und Kanalanzahl mit Standard-DSPs – oder sogar FPGAs – zu realisieren. Diese Ansätze wären nicht nur zu kostenintensiv gewesen, sondern hätten auch in Hinblick auf eine spätere Skalierung der Engine eine echte Herausforderung dargestellt.

Mit einer Intel-basierten Architektur hingegen profitiert die Engine von neuesten Trends der kommerziellen Prozessorentwicklung, die hinsichtlich Rechengeschwindigkeit, Performance und Leistungsdaten viel kürzere Entwicklungszyklen aufweist als DSP- oder FPGA-Lösungen. Eine solche Architektur bietet die bestmögliche Performance und nutzt zugleich den Vorteil, dass weltweit führende Prozessorhersteller laufend in topaktuelle Technologien investieren. Auf diese Weise gewährleistet die E6L-Engine ein Höchstmaß an Zukunftssicherheit, was vor dem Hintergrund der stetig im Wandel begriffenen Technik ein unverzichtbarer Aspekt ist. Auch die Skalierbarkeit stellt kein Problem dar, so dass Sie unter zwei verschiedenen Engine-Varianten, E6L-144 und E6L-192, auswählen und die ideale Konfiguration für Ihre Anforderungen zusammenstellen können – mit Raum zum Wachsen.

Das RTX-RTOS ist eine bewährte Plattform, die in zahlreichen systemkritischen Branchen wie Luftfahrt, Militär, Industrieautomation oder Medizin zum Einsatz kommt. Mit diesem Betriebssystem kann Avid auf die langjährige Erfahrung und die hohen Standards des Herstellers IntervalZero zurückgreifen und musste keine komplett neue Linux-Umgebung mit all ihren Unwägbarkeiten entwickeln. Das RTX-System zeichnet sich nicht nur durch eine herausragende Kontrollierbarkeit, Zuverlässigkeit und Stabilität aus, sondern auch durch eine hohe Routing-Flexibilität für den Anschluss der unterschiedlichsten Zu- und Ausspielgeräte, einschließlich der parallel zur E6L arbeitenden HDX-Plug-In-Engine oder Pro Tools für Aufnahme und Wiedergabe sowie diverser Netzwerk- und I/O-Formate, externen Prozessoren und Waves SoundGrid Servern.

Das Kompressor/Limiter-Plug-In Avid Smack! – eines der zahlreichen AAX-DSP-Plug-Ins, die von der E6L-HDX-Engine nativ unterstützt werden

Mehr Mixing-Power dank separater HDX-Plug-In-Engine

Seit Avid im Jahr 2005 das D-Show-System herausbrachte, sind VENUE-Live-Systeme die einzigen Mischkonsolen, die den nativen Einsatz von Plug-Ins ohne externe Hardware erlauben. Dieser Ansatz bietet nicht nur einzigartige Integrationsmöglichkeiten in die Mischpultumgebung und die VENUE-Software, sondern gestattet auch die direkte Einbindung unzähliger Plug-Ins von Avid und seinen Entwicklungspartnern – die gleichen, die bei zahllosen Pro Tools-Produktionen verwendet werden und seit langem als Studiostandard gelten. In diesem Punkt bildet das S6L-System keine Ausnahme, obwohl die E6L-Engine doch ganz anders ist.

Ergänzt wird das E6L-RTX-System durch die skalierbare HDX-Plug-In-Engine, die einzig und allein der Verarbeitung sämtlicher AAX-Plug-Ins dient. Dies gewährleistet eine optimale Mixing-Performance, ungeachtet der Größe oder Komplexität einer Produktion. Je nach Anforderung lassen sich pro E6L-Engine weitere HDX-Karten installieren.

VENUE Plug-in Rack

Dabei unterstützt das System 64-Bit AAX-DSP-Plug-Ins der neuesten Generation, die von der HDX-Engine nativ verarbeitet werden. Die extrem robuste, sample-genaue und deterministische DSP-Umgebung mit geringsten Latenzen wurde für Live-Einsätze optimiert und läuft perfekt integriert parallel zum RTX-RTOS mit sehr hardware-nahen Systemtreibern (Low-Level-Treiber). Ein weiteres Highlight ist die automatische Delay-Kompensation (Latenzausgleich) für alle Plug-Ins, die höchste Phasengenauigkeit garantiert. So erübrigt sich die manuelle Berechnung des Delays zur Vermeidung eines zeitlichen Versatzes.

Darüber hinaus sind die Plug-Ins umfassend in die VENUE-Software integriert, was die Automation sämtlicher Plug-In-Einstellungen in Form von Snapshots ermöglicht, die in VENUE-Show-Files gespeichert werden. Auf diese Weise können komplexe Live-Einsätze schnell und einfach umgesetzt werden, und die Einstellungen können mithilfe eines simplen USB-Sticks ganz unkompliziert in jedes andere VENUE-System übertragen werden.

VENUE | E6L

E6L Engine — Rückseite

Das Hardware-Konzept der E6L-Engine

In die Entwicklung der E6L-Hardware selbst sind ebenfalls unzählige Überlegungen und Ideen eingeflossen. Zu Beginn wertete unser Team erst einmal aus, was in den bisherigen Systemen richtig gut war und was nicht so ganz nach Wunsch funktionierte, und wir betrachteten Lösungsansätze anderer Anbieter. Auch die VENUE-User-Community mit ihrer umfangreichen Erfahrung und ihrem Fachwissen wurde einbezogen und diese Erkenntnisse in der Entwicklung der neuen Engine berücksichtigt. Außerdem steuerte unser Kundenservice-Team zahlreiche wichtige Aspekte aus ihrer jahrelangen Support-Erfahrung mit VENUE-Kunden bei – insbesondere in Bezug auf potenzielle Probleme, Herausforderungen und Verbesserungen. Dieses Feedback spielte bei der Entwicklung des neuen Systems eine große Rolle.

Von der Art, wie Karten eingebaut werden, bis hin zu Steckplätzen, Installation und Ausbau arbeitete das Team intensiv an noch effizienteren und stabileren Engine-Komponenten und einer möglichst logischen internen Verkabelung. Sogar so simple Dinge wie der Zugriff auf das Innere der Engine wurden genauestens unter die Lupe genommen. Es ist ganz einfach: vier ohne Werkzeug lösbare Schrauben, ein Einschub (Schubladentechnik) und fertig. Tatsächlich kann das gesamte Innenleben zu Montagearbeiten aus dem Gehäuse herausgezogen und an einen bequem zugänglichen Platz gestellt werden, so dass Sie nicht mit einer Stirnlampe im Rack herumarbeiten müssen, wenn Sie etwas genau sehen möchten. Und selbst an „Kleinigkeiten“ wie die Ausstattung des Gehäuses mit unverlierbaren Schrauben wurde gedacht, damit Sie die Schrauben nicht irgendwo im Inneren zu suchen brauchen. Überall wurden werkzeuglose Schrauben verbaut, Sie benötigen also keinen kompletten Werkzeugkasten, wenn Sie die Engine mal öffnen müssen.

Selbstverständlich wurde die E6L-Engine auch mit redundanten (N+1) Netzteilen ausgestattet – den gleichen, die in der S6L-Konsole zum Einsatz kommen. Durch diese Standardisierung brauchen weniger Ersatzteile vorgehalten zu werden, und die Netzteile können notfalls für alle Systemkomponenten verwendet werden.

Dieses Redundanz-Konzept zieht sich durch das gesamte System: Außer den Netzteilen verfügt die Engine über redundante Lüfter, so dass sie selbst bei anspruchsvollsten Veranstaltungen nicht überhitzt, und die Verkabelung mit den Stage 64-I/O-Racks über Cat5e- und/oder Glasfaserleitungen ist ebenfalls vollständig redundant ausgeführt.

Netzteile im laufenden Betrieb austauschbar

HDX-Karte für die Plug-In-Verarbeitung — Installation weiterer Karten nach Bedarf

Immer cool – auch wenn es heiß her geht

Ein weiterer Aspekt bei der Entwicklung der E6L-Engine und der S6L-Konsole war die akustische Performance des Systems, die das hohe Ziel eines nahezu unhörbaren Geräuschpegels gemäß NC20-Standard erreichen oder sogar übertreffen sollte, was den Einsatz des Systems auch in den geräuschkritischsten Veranstaltungsumgebungen ermöglicht. Dies brachte natürlich besondere Herausforderungen in puncto Kühlung mit sich, vor allem, wenn man den beträchtlichen Strombedarf des Haswell-System-Mainboards und der zahlreichen Erweiterungsoptionen (bis zu vier HDX-, drei Netzwerk- und acht andere Erweiterungskarten) betrachtet.

Um dieses Ziel zu realisieren, widmete sich das Team den thermischen Fragen sehr intensiv und entwickelte ein Konzept, das weniger und langsamere Lüfter erforderte. Erreicht wurde dies durch Optimierung der Lüfterprofile, so dass sich diese nicht zu schnell drehen, sowie durch Integration eines übergroßen Kühlers zur effizienten Wärmeableitung und den Einsatz lüfterloser Netzteile. So konnten die Nebengeräusche der Engine bei normalen Raumtemperaturen nahezu unter der Wahrnehmungsschwelle gehalten werden.

Last but not least werden diejenigen, für die auch der Platzbedarf zählt, zu schätzen wissen, dass es dem Entwicklungsteam gelungen ist, all diese Power – über 300 Kanäle und 200 Plug-In-Slots bei der E6L-192 – in ein Rack zu packen, das gerade einmal die Hälfte des VENUE-FOH-Racks (also nur 5 HE) einnimmt und auch nur ungefähr halb so viel wiegt.

Wie man sieht: Gute, leistungsstarke Geräte müssen nicht unbedingt groß sein.

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Behind the Scenes: Anastacia

Direkt zu Beginn ihres Gigs stellt Anastacia klar: Bei ihrer Ressurection Tour 2015 dreht sich alles „nur um die Musik“. Begleitet von einer perfekt abgestimmten Band bringt sie ihren mitreißenden Mix aus Soul, Pop und Rock mit allen alten und neuen Hits auf die Bühne. Gekonnt bewegt sie sich dabei in ihrer Performance zwischen schnellen, elektronischen Songs, Rock und intimen Balladen.

Verantwortlich für das Sounderlebnis der Fans zeichnet FOH-Mann und VENUE-Veteran Gerard Albo, der schon mit Künstlern wie Amy Winehouse, Patty Smith, Morten Harket (a-ha), Corinne Bailey-Rae und vielen anderen zusammengearbeitet hat. „Die größte Herausforderung bei Anastacias Sound ist es, gleichzeitig die Energie der Band zu bewahren und die Kraft ihrer Stimme im Mix zu zähmen“, erklärt Albo. „Mit der S3L-X ist das kein Problem – die dynamische Range und der Sound sind fantastisch.“

In diesem „Behind the Scenes“-Video gibt Gerard Albo Einblicke in die Produktion der aktuellen Resurrection Tour und erklärt seine Techniken rund um das Mixing so dynamischer Künstler wie Anastacia mit der VENUE | S3L-X.

Die Technik und der Mix von Anastacia

Melden Sie sich für Teil 2 an und begleiten Sie Gerard Albo, wenn er die einzelnen Signale und Bühnenmikrofone durchgeht und einen von Anastacias größten Hits, Sick and Tired, mischt. Zu Teil 2




Avid auf der Prolight + Sound 2015

Die Prolight + Sound 2015 in Frankfurt (15. bis 18. April) wirft ihre Schatten voraus: Prominente Gäste und spannende Produktinnovationen machen die Messe für Avid dieses Jahr zu einem ganz besonderen Event. Wie schon in den letzten Jahren werden wir beim S.E.A.-Stand in Halle 8, Stand G40A zu finden sein.

Zum Testen und Ausprobieren haben wir dabei während der gesamten Messe unsere Livesysteme VENUE | S3L-X und VENUE | Profile vor Ort. Beide Systeme sind mit Pro Tools verbunden sein, um so die hochintegrierten Aufnahme- und Wiedergabefunktionen von VENUE  zeigen zu können. Dazu gehört nicht nur der Virtual Soundcheck, mit dem man Liveaufnahmen dazu verwenden kann, Mixe zu verfeinern, sondern auch die Programmierung von Snapshots, das Experimentieren mit Plug-ins und vieles mehr.

Außerdem freuen wir uns sehr auf zwei außergewöhnliche Gäste, die ihre besten Tipps zum Mischen mit Avid-Systemen verraten. Merken Sie sich die Termine mit Stefan Holtz und Jasen Hattams auf jeden Fall vor!

Und auch wenn wir jetzt noch keine Details verraten können: Es wird ein spannendes neues Produkt geben, das wir im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen werden – vorbeischauen lohnt sich also auf jeden Fall!

Neben dem Stand auf der Prolight + Sound ist Avid natürlich auch wieder mit einem Stand auf der Musikmesse vertreten. In Halle 5.1, Stand C76, stellen wir unsere Audio-Innovationen vor, darunter Pro Tools 12, Pro Tools | First, Sibelius 8, S§ und vieles mehr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Stefan Holtz

Jasen Hattems

Stefan Holtz

FOH: Die Toten Hosen, Marius Müller Westernhagen

Stefan ist einer der renommiertesten deutschen Livesound-Techniker, der mit einigen der größten deutschen Künstler zusammenarbeitet – zum Beispiel den Toten Hosen und Marius Müller Westernhagen. Außerdem ist Stefan Systemtechniker für die Fantastischen Vier und  seit 2002 Systemdesigner und verantwortet die A/V-Technik des Ruhrtriennale Theater Festivals.

Jasen Hattams

Monitortechniker: Madness, Happy Mondays, Mark Ronson and Spandau Ballet, Example

Jasen hat in seiner Karriere schon mit einigen britischen Musikgrößen zusammengearbeitet und nutzt die VENUE | S3L-X seit dem Release. Er war außerdem schon System- und Livetechniker und hat zum Beispiel an bekannten Veröffentlichungen wie Under Blackpool Lights von den White Stripes mitgewirkt. Eine Story samt Video über seine letzte Tour mit dem britischstämmigen Rapper Example ist hier zu finden.

Wir haben einige tolle Demos und Gäste auf der Prolight + Sound 2015 – ein Besuch in Halle 8, Stand G40A lohnt sich also auf jeden Fall.  Auch auf der Musikmesse sind wir natürlich zu finden, und zwar in Halle 5.1, Stand C76. Hier präsentieren wir unsere Audio-Produkte Pro Tools 12, Pro Tools | First, Sibelius, S3 und viele weitere. Bis dann!

Meet the Avid S3L Live Sound System

Lernen Sie das Avid S3L Livesound-System kennen

Seien Sie dabei, wenn Livesound-Legende Robert Scovill (Tom Petty, Rush, Prince, Def Leppard) die Vorteile der innovativen S3L live vor Ort demonstriert. REGISTER NOW




Behind the Scenes: Jasen Hattams

Schon seit einigen Jahren dominiert Dance-Musik die internationalen Charts und scheint die Grenzen des Genres mit neuen Mixen, Collaborations und Sounds immer wieder neu zu definieren. Mit einem Back-Katalog der UK Top 40 Hits hat der britischstämmige Rapper Example jetzt seinen Siegeszug in den britischen Charts fortgesetzt, in denen er durch seinen einzigartigen Sound und Style bereits zwei Nummer-Eins-Singles und vier Top 20-Alben landen konnte. In diesem Beitrag erzählt der renommierte Soundengineer Jasen Hattams, wie er Examples achtmonatige Europatour mit dem Venue | S3L-X-System begleitet und abgemischt hat.

Ein mörderischer Zeitplan

Da ich wusste, dass wir für eine längere Zeit auf Tour sein würden, brauchte ich ein Set, das dauerhaft zuverlässig ist und den mörderischen Zeitplan mitmachen würde. Ich habe bei meinen Touren mit Madness, den Happy Mondays, Mark Ronson und Spandau Ballet schon einiges gesehen, also konnte es nicht viele Locations geben, die ich noch nicht kannte. Als treuer Avid-User, der unter anderem mit der zuverlässigen Avid S3L in den Ring gestiegen war, gab es für mich allerdings keinen Blick zurück mehr, nachdem ich auf Venue | S3L-X umgestiegen war.

Der achtmonatige Tourplan umfasste Stationen auf den Partyhochburgen Mallorca und Ibiza und auf einigen britischen und europäischen Festivals, zum Beispiel auf dem V-Festival, dem Sudoeste Festival in Portugal, dem schottischen T In The Park, sowie ein exklusives Headliner-Set auf dem BBC Radio One’s Big Weekend. Als wäre das alles nicht genug für einen Sommer, sind wir danach nach UK zurückgekehrt, um mit einem Marathon mit 27 Terminen den ganzen Herbst kreuz und quer durch das Land zu touren.

„Trotz der wahnwitzigen Planung hat VENUE | S3L-X System meine Erwartungen in jeder Location übertroffen.“

Virtual Soundcheck

Über die ganzen acht Monate verlief jede Nacht reibungslos, ohne eine einzige technische Panne. Und dafür, dass das Pult so kompakt ist, hat es echt eine Menge zu bieten. Das Set-Up für die Example-Tour bestand aus 64 Kanälen, 24 Bass-Outputs und 47 Monitor-Inputs. Bei diesen Auftritten waren wir alle über In-Ears verbunden, sodass ich außerdem vier Stereoinputs für die Band und vier für die Crew hatte. Dazu kam noch ein Bus vom Tonabnehmer der Drums und einer für den Bass.

Als der “Monitortyp“ hilft es mir sehr, dass das Pult so gut mit Pro Tools kommuniziert – ich kann Signale direkt im A/B-Vergleich hören oder alles in Pro Tools über ein Cat5-Netzwerkkabel aufnehmen. Wenn zum Beispiel während einer Probe der Bassist nicht da war, konnte ich einfach seine Parts durch Pro Tools hinzuzufügen. Für mich ist vor allem der Virtual Soundcheck unbezahlbar, und heute würde ich nicht mehr ohne dieses Tool arbeiten wollen. Alles, was ich tun musste, war das Board einzustellen und auf Live-Input umzuschalten – und das war’s. So hatte ich die Freiheit zu entscheiden, ob ich das speichern wollte, was gerade gespielt wurde, oder ob ich lieber ein bereits in Pro Tools angelegtes Setup verwende.

Venue | S3L-X und Pro Tools

Gute Plug-Ins sind Gold wert. Schon bei meiner Arbeit mit der S3L klangen die Plug-ins großartig, aber mit VENUE | S3L-X klingen sie jetzt noch besser. Wenn du einmal ein gutes Reverb Plug-in gefunden hast, dann gib es nie wieder her! Auf In-Ohr-Systemen macht das für Künstler und Ingenieure einen riesigen Unterschied, weil es alles öffnet und man viel klarer hört. Manchmal kann es sein, dass die Band das Plug-in überhaupt nicht hört, trotzdem wissen alle, dass alles in Ordnung ist – und dann hab ich meinen Job gut gemacht. Meine Lieblings-Plug-ins sind Sonnox und der Avid Channel Strip, weil sie beide eine hohe Performance bieten und sehr einfach zu nutzen sind.

Als Soundengineer gibt einem Avid VENUE | S3L-X wirklich unendlich viele Möglichkeiten. Zum Beispiel konnte ich vorher nie auf irgendeiner Show von der Konsole entfernt arbeiten. Aber jetzt könnte ich sogar im Flugzeug einfach eine Datei aus einer Pro Tools-Session auf meinem Laptop öffnen und die gleichen Plug-ins wie am Pult laufen lassen, die Levels anpassen und an neuen Ideen für die nächste Show herumtüfteln, dann alles zurück zum Pult schicken – und alles wäre beim nächsten Stop sofort einsatzbereit. Außerdem finde ich die VENUE 4.5-Software wirklich intuitiv in ihrer Bedienung, weil sie so einfach aufgebaut ist. Sie läuft zuverlässig jeden Tag und ist kompatibel mit allen VENUE-Lösungen. Es ist wirklich das beste System für einen tourenden Tontechniker wie mich.  Avid VENUE | S3L-X ist außerdem eines der wenigen erhältlichen tragbaren Mischpulte und erlaubt es mir, eine Live-Umgebung direkt in eine normale Pro Tools-Oberfläche zu verwandeln. Und weil auf einmal ein Pult gleich zwei Funktionen erfüllt, ist es wesentlich günstiger als andere Lösungen. Wenn ich ein Album remixe, kann ich das mit S3L-X unkompliziert unterwegs machen. Ich übertrage die Oberfläche sowie die Plug-ins ganz einfach mit Hilfe von Eucon in Pro Tools – ich finde es großartig!

Für mich gilt auf jeder Tour: Wenn die Bands glücklich sind, ist mein Job getan. Avid VENUE | S3L-X bietet mir als Toningenieur eine fantastische Auswahl an Plug-Ins. Und wenn dann noch Pro Tools dazu kommt, übertreffe ich mich selber.

Meet the Avid S3L Live Sound System

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