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Avid VENUE | S6L am Monitorplatz auf der Clueso Herbsttour 2017

Der deutsche Ex-Rapper Clueso hat sich im Laufe der Jahre zu einem veritablen Singer Songwriter entwickelt, sich mit seinem aktuellen Album „Neuanfang“ zum 2. Mal neu erfunden und tourte im Herbst 2017 erfolgreich durch die grossen Hallen der Republik. In der Hamburger Sporthalle trafen wir Cluesos Monitoring Engineer Kevin Castens, der zu dieser Tour zum ersten mal die Avid VENUE | S6L am Monitorplatz dabei hatte.

Monitor Engineer Kevin Castens

Kevin erzählt im Video-Interview, wie die Band den neuen, noch feiner aufgelösten Sound der S6L empfindet, welche komfortablen Programmierungen das Pult ermöglicht und schliesslich – last but not least – was es mit dem „Wurstmikrofon“ auf sich hat.

Die neue Referenz in Sachen LIVE-Sound

Mit der preisgekrönten Avid VENUE | S6L Konsole verfügen Sie immer über den besten Sound bei maximaler Kontrolle




Bilderbuch – Live im Docks Hamburg – Andi Zwirchmair mischt FOH mit der Avid VENUE | S6L

aufgezeichnet von Mark Ziebarth

Das Docks in Hamburg ist eine Institution in Sankt Pauli und in den letzten vierzig Jahren von vielen bekannten Bands besucht worden. 1.500 Gäste passen rein und die österreichischen Pop-/Indie-Rocker Bilderbuch bespielten diese Location zwei Abende nacheinander vor ausverkauftem Haus.

Am zweiten Abend, dem 04. April 2017 fand gleichzeitig der Tourabschluss statt. Wir durften Andi Zwirchmair dabei zusehen, wie er für die jungen Wilden den FOH-Sound mischte.

Andi Zwirchmair mischte die gesamte Bilderbuch Tour mit Avid VENUE | S6L

Andi, wie viele Inputs bekommst Du von der Bühne?

Insgesamt kommen im Pult 48 Eingangskanäle an. 39 davon kommen direkt von der Band, also den Drums, der Elektronik-Sektion, den beiden Gitarren, Bass und Keyboard sowie den Gesangsmikrofonen, der Rest sind Kommunikationskanäle, Zuspieler, Atmo-Mikros etc.

Das Docks ist im Unterschied zu vielen anderen Hallen dieser Tour akustisch ganz brauchbar, so dass die Arbeit mit meinem PA-Tech vor Ort vergleichsweise unproblematisch ist.

Ich arbeite schon seit einigen Jahren mit verschiedenen VENUE-Konsolen und hier bei Bilderbuch mit einer VENUE | S6L mit 24 Fadern und einer 144er Engine. Ich arbeite ausschließlich mit den internen Mic-Pres des S6L und überwiegend auch mit den internen Dynamics, mit zwei Ausnahmen: In meiner Vocal-Gruppe ist ein Avalon VT 737 SP insertiert, der vor allen Dingen dazu dient, die Stimmen nach vorne zu holen. Ein Tegeler Audio VTC Kompressor sitzt in der Gruppe „Band“, durch die alles außer die Vocals geschickt wird. Der sorgt für den richtigen „Glue“, damit der Band-Sound wie aus einem Guss klingt. Die meisten anderen EQs, Dynamics und Effekte sind Plug-Ins, die auf den DSPs der S6-Konsole laufen.

 

Was ist das Geheimnis hinter dem abwechslungsreichen Bilderbuch-Drumsound? Das sind doch nicht nur Natur-Drums, oder?

Nein. Das Drum-Setup von Pille (der Drummer) ist komplex. Dominiert wird es von seinem Natur-Drumset von Tama mit zwei Snare-Drums, das klassisch mikrofoniert ist. Darüberhinaus bedient er aber auch noch zwei SPD-SX Sampling-Pads von Roland, mit denen zum Beispiel elektronische Drumsounds erzeugt werden, aber auch Zuspielungen und Clicks. Wie in jeder klassischen Rockband gibt er den Beat vor und die anderen setzen sich drauf. Pille ist ein sehr tighter und zuverlässiger Drummer, der beim Steuern seines akustisch/elektronischen Setups keine Fehler macht. Das akustische Drumset liefert das Fundament des Bilderbuch-Sounds und bleibt im Laufe des Konzerts konstant. Die elektronischen Sounds und Zuspielungen ergänzen diesen Sound mit unterschiedlichen Klängen von Song zu Song.

 

Welche Signale kommen von den anderen Instrumentalisten?

Mike (der Gitarrist) hat ein umfangreiches Gitarrenboard mit sehr ausgesuchten Komponenten. Seine Amps sind eigentlich günstigere Modelle, die aber für seine Bedürfnisse modifiziert sind. Mit einem Guitar-to-MIDI-System kann er außerdem ungewöhnliche Klangfarben zum Bilderbuch-Sound beisteuern. An einer Stelle im Set spielt er zum Beispiel einen Klaviersound auf der Gitarre, in einem Song auch Flöte.

Peter (Bass und Synthesizer) nutzt für seine Sounds ausschließlich Softwaresynthesizer. Giovanni, unser Monitor-Mann, unterstützt ihn bei der Verwaltung der Sounds am Computer, der ins Monitor Setup miteingebaut ist.

Andi arbeitet ausschließlich mit den internen Mic-Pres der S6L und den internen Dynamics. Lediglich in der Vocal-Gruppe ist ein Avalon VT 737 SP insertiert. Ein Tegeler Audio VTC Kompressor sitzt in der Gruppe „Band“, damit der Band-Sound wie aus einem Guss klingt.

Was sind die größten Herausforderungen beim Mischen eines Bilderbuch-Konzerts?

Grundsätzlich ist es immer wieder schwer, die richtige Balance zwischen der Band und den Vocals zu finden. Das muss ich jeden Abend neu bewerten und entscheiden. Ähnlich verhält es sich mit dem Bassanteil. Wie viel tieffrequenter Anteil ist noch gut und wann wird es zu viel? Diese Frage stelle ich mir ständig und nehme von Song zu Song kleine Korrekturen vor. Wie Du gesehen hast, bin ich ein großer Freund von Tempo-Delays, die ich zuerst ins Pult eintappe und dann dynamisch den Vocals hinzufüge, um schöne kleine Echowolken in die Gesangspausen zu legen. Das passiert „on-the-fly“ und ist nicht vorprogrammiert, damit ich direkt auf Maurice’ (der Lead-Sänger) Performance reagieren kann.

 

Welche Plug-Ins benutzt Du?

Alle (lacht). Neben den sehr guten Standard-Werkzeugen, die direkt im Pult stecken, nutze ich zum Beispiel den Elysia Mpressor sehr gerne, um alle elektronischen Sounds zu verbinden. Für meine Echo-Wolken benutze ich das Mod Delay von Avid, das mir in der neuen Version III sehr gut gefällt. Den Pultec EQP-1A aus dem Werks-Bundle und die Avid Pro Multiband Dynamics benutze ich, um spitz klingendes Material zu bändigen oder etwas Glanz auf etwas zu matt klingende Sounds zu bringen.

“Ich benutze VENUE schon seit einigen Jahren und es ist mein  Lieblings-System für FOH. Die S6-Konsole ist im Handling nochmal deutlich benutzerfreundlicher als die älteren Modelle. Die Klangqualität hat sich durch die 96 Kilohertz auch noch mal deutlich verbessert. Der VENUE-Workflow ist mir in den letzten Jahren so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich alles sehr intuitiv bedienen kann, auch mit der neuen Oberfläche.”

—Andi Zwirchmair

VENUE | S6L jetzt verfügbar

Die neue Klangdimension für Livesound ist eingetroffen – mit dem preisgekrönten VENUE | S6L System haben Sie die komplexesten Produktionen immer im Griff.

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Avid Livesound- und Studio- systeme auf der Prolight + Sound 2017 in Frankfurt

Avid ist auf der Prolight + Sound vom 4. – 7. April in Frankfurt in der Halle 3.1 am Stand G85 vertreten Dort gibt es die aktuellen Livesound- und Studio Solutions zu erleben: VENUE | S6LVENUE | S3L-X, und Pro Tools | S6 Systeme und natürlich das neue HiEnd Pro Tools | MTRX Interface.

 

VENUE | S6L—Das nächste Level in Sachen Livesound 

Avid VENUE | S6L ist ein modulares Live Sound System mit einzigartiger Processing Power und über 300 Kanälen. Durch die neue zukunftsorientierte Engine liefert es atemberaubende Performance und Zuverlässigkeit, gepaart mit wegweisender Ergonomie, Touchscreen Workflows und komfortabler Skalierbarkeit, die ihresgleichen sucht.

Avid demonstriert dort auch die  VENUE 5.4 Software. Damit werden selbst die anspruchvollsten Workflows für Theater- und Showproduktionen auf einzigartige Weise abgebildet. Außerdem gibt es einen Technology Preview zur Connectivity der S6L mit einer Reihe von 3rd Party Ethernet AVB Solutions von Herstellern wie L-Acoustics, MOTU und anderen.

Nehmen Sie sich Zeit für einen Besuch und eine ausführliche Vorführung und erleben Sie warum Tourneen, Installationen und führende Sound Companies auf das neue VENUE System vertrauen.

Sean 'Sully' Sullivan mischt die Red Hot Chili Peppers mit VENUE | S6L

Pro Tools | S6 und MTRX—Mixing neu definiert

Von Anfang an sorgte die Pro Tools | S6 Konsole für eine einzigartige Pro Tools Integration mit den intuitivsten und umfangreichsten Mixing Workflows auf dem Markt. Zahlreiche Toningenieure, Studios und Post-Produktionsstudios setzen jeden Tag neu auf Pro Tools | S6 um ihren Kunden immer die besten Mixe garantieren zu können.

Wir freuen uns besonders auch das neuen Pro Tools | MTRX Interface zur Prolight + Sound dabei zu haben. Ein Interface, das den reinen Sound und gleichzeitig umfangreiche Monitor- und Routingoptionen bietet.

Besuchen Sie uns und erleben Sie Pro Tools | S6, Pro Tools | MTRX und Pro Tools | HDX.

Livesound Engineers zu Gast

Wir freuen uns besonders in diesem Jahr namhafte Livesound Engineers am Stand zu Gast zu haben. Sie zeigen dort Beispiele ihrer Arbeit und geben Tipps und Tricks mit den Avid Systemen:

Chris Madden

(FOH: Pink, Sade, Jesse J)

Chris Madden ist ein erfahrener Mixer, der mit den größten Stars zusammenarbeitet. Gerade war Chris mit einer VENUE | S6L unterwegs, um Anastacia’s ‚Ultimate Collection‘ Tour zu mischen.

Udo Böckmann

(FOH: Deichkind)

Udo betreut mit der S6L Deichkind, einen der größten deutschen Hip-Hop/Electro Acts.

Sie sehen, sie sollten dieses Jahr die Prolight + Sound nicht verpassen. Sie haben hier die einzigartige Gelegenheit selber an Avids Konsolen ihre Mixing Skills auszuprobieren und alle Ihre Fragen beantwortet zu bekommen. Also, wir sehen uns am Stand G85 in Halle 3.1.

Bis dann!

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Die Fantastischen Vier in der Barclay-Card-Arena Hamburg – Klaus Scharff mischt mit der Avid VENUE | S6L

aufgezeichnet von Marc Ziebarth

In die Hamburger Halle im Volkspark, die schon mehrerer Unternehmen Namen trug, passen knapp 16.000 Zuschauer. Im Laufe der Jahre sind hier mehr oder weniger alle Weltstars aufgetreten, die sich in der Musikszene der letzten Jahrzehnte einen Namen gemacht haben. Im nationalen Umfeld gibt es nicht viele, die so eine große Location mit Leichtigkeit füllen. Zu dieser erlesenen Gruppe gehören neben Grönemeyer, Lindenberg und Westernhagen auch die Fantastischen Vier – die Veteranen des „deutschen Sprechgesangs“ wie sie ihre Kunst selbst gerne bezeichnen.

Am 26. Januar 2017 stoppten die Fantas mal wieder in Hamburg, um ihren vorletzten Gig der aktuellen Tournee zu spielen.

Wir durften dabei Klaus Scharff über die Schulter schauen, der seit 1993 als FOH-Engineer für die Fanta 4 arbeitet.

Das „Büro“ von Klaus Scharff

Klaus, wieviele Inputs kommen von der Bühne?

Insgesamt kommen im Pult 62 Eingangskanäle an. 10 Kanäle davon belegt allein das DJ-Setup am Anfang des Konzerts. Da sind die vier Fantas und der DJ allein an der vorderen Zunge der Bühne. Für das klassische Band-Setup auf der Bühne bleiben dann die übrigen Kanäle. Die Jungs treten mit einer Five-Piece-Band (Drums, Percussion, Bass, Keys, Gitarre) plus DJ auf. Insgesamt sind also zehn Personen auf der Bühne.

Die Hamburger Halle ist nicht gerade das, was man einen ideale akustische Umgebung nennt. Mein PA-Tech Stefan Holtz kennt die Halle gut, hatte aber trotzdem eine Menge zu tun, um einen ordentlichen Saal-Sound zu gewährleisten, auf dem ich meinen Mix aufbauen konnte.

Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit verschiedenen VENUE-Konsolen und bei den Fanta 4 mit einer VENUE | S6L mit 32 Fadern und einer 144er Engine. So habe ich die wichtigsten Kanäle im ersten Layer auf der Oberfläche liegen und kann sofort eingreifen, wenn der Mix verändert werden muss. Für die meisten Kanäle arbeite ich mit den internen Mic-Pres und Kompressoren des S6L mit zwei Ausnahmen: Kick und Snare werden immer noch mit den Midas Mic-Preamps XL42 verstärkt und für die Mikrofone der Fantas benutze ich analoge Kompressoren des Typs Aphex Tube 661, die damals als die schnellsten Kompressoren der Welt angepriesen wurden. Die haben sich bewährt und machen den Sound schön cremig und gleichen auch große Dynamikunterschiede nahezu unhörbar an.

Alle anderen EQs, Dynamics und Effekte kommen direkt aus dem Pult und den hervorragenden Plug-Ins. Eine Besonderheit in meinem Setup ist noch das Pro Tools HD, das ich zusätzlich zum Pult benutze. Es fungiert wie ein Submischer, hier laufen vier Stems (zu einer Gruppe zusammengefasste Kanäle) rein, werden mit Plug-Ins bearbeitet und dann wieder zurück ins Pult geschickt. Wesentlicher Grund für diese Besonderheit ist, dass ich in Pro Tools mehrere Plug-In-Fenster gleichzeitig offen haben kann, während ich auf dem Bildschirm des S6L immer nur eines zur Zeit sehen kann.

Ich muss immer alle wichtigen Elemente im unmittelbaren Zugriff haben, deshalb ist dieses Setup für mich so optimal.

Klaus verwendet zusätzlich zum Pult ein Pro Tools HD System als Submischer um komfortablen Überblick über mehrere Plug-Ins haben zu können.

Der Fanta-Live-Drumsound klingt sehr gut. Werden da Samples getriggert?

Nein. Das Drum-Setup haben Florian (der Drummer) und ich uns sorgfältig über die Jahre erarbeitet. Er spielt ein komplett akustisches Drumkit und hat nur E-Drums für Spezialeffekte wie eine lange Boooom-Kick oder so. Von der Bühne kommen aber auch immer vier Stems, die ich in meinem Pult als „Sampler“ bezeichne. In Wahrheit kommen diese Signale von einem Pro Tools, das And.Ypsilon auf der Bühne bedient. Von dort stammen auch die Clicks: ein durchgehender für den Drummer und ein weiterer für alle anderen, der nur einzählt oder in Pausen für ein konstantes Tempo sorgt. Es ist aber immer so, dass der Drummer vorne ist und ich die rhythmischen „Sampler“-Elemente im Zweifel etwas verzögere, damit es ein live gespieltes Timing gibt. Das hat sich über die Jahre bewährt.

Was sind die größten Herausforderungen beim Mischen eines Fanta-4-Konzerts?

Am heikelsten sind immer die Momente, wenn die Fantas vor die PA-Lautsprecher treten und die lange Zunge der Bühne ins Publikum beschreiten. Da kommt von hinten ein Schalldruck von 100 dB aus den Lautsprechern auf die Gesangsmikrofone, das ist erheblich. In diesen Situationen Feedbacks zu antizipieren und zu vermeiden, ist immer wieder eine Herausforderung.

Daneben muss ich mit meinem Mix auch auf das Publikum eingehen. Wenn die Leute mitklatschen, muss ich das Element im Mix hervorheben, das sie zum Mitklatschen animiert. Das können auch schon mal drastischere Eingriffe sein. Im übrigen geht es in schwierigen akustischen Umgebungen auch häufig darum, den Bass so zu dosieren, dass er nicht im Raum verrückt spielt.

Klaus legt Wert darauf, dynamisch auf das Publikum eingehen zu können.

Welche Plug-Ins benutzt Du?

Ich bin ein großer Fan der McDSP Plug-Ins von Colin McDowell. Der entwickelt schon unglaublich lange hervorragende EQ- und Dynamic-Plug-Ins und überrascht immer wieder mit neuen sehr guten Werkzeugen. Aber auch die Sachen von Brainworks sind toll und nicht zu vergessen die hauseigenen Sachen von Avid wie ReVibe 2 oder die Pro Dynamics PlugIns. Ich benutze aber auch Waves und Sonnox. Es ist schon toll, dass ich die Plug-Ins sowohl im Studio als auch am FOH-Platz nutzen kann.

Wie ist Dein Eindruck von der S6L?

Ich bin ja schon ein langjähriger VENUE-Nutzer. Die S6-Konsole ist im Handling nochmal deutlich benutzerfreundlicher als die älteren Modelle. Und der Umstieg war mehr als einfach. Ich konnte einfach meine alten Settings in die neue Konsole übertragen und von da aus weiterarbeiten. Das ist wirklich sehr gut gelungen. Die Klangqualität hat sich durch die 96 Kilohertz auch noch mal deutlich verbessert. An den VENUE-Workflow mit den umfangreichen Speichermöglichkeiten und den Plug-Ins bin ich mittlerweile so gewöhnt, dass ich es nicht missen möchte. Einen Wunsch an die Avid-Software-Entwickler habe ich aber: Ich würde gerne mehr als ein Plug-In-Fenster auf dem S6-Bildschirm gleichzeitig offen haben können, um einerseits die Pegel bestimmter Summen immer im Blick zu haben und andererseits schnell reagieren zu können, wenn etwas geändert werden muss.

Zufriedene Fans, zufriedene Band, zufriedener FOH Mischer Klaus Scharff

VENUE | S6L – jetzt verfügbar

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Widmer-Sound CH ergänzen ihr Sortiment durch ein weiteres S6L-Pult

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Bereits seit elf Jahren bietet Widmer-Sound Tour-Support und Verleih von Equipment für Bands an. Dabei stellen Andy Widmer und Alex Bolis schon bei der Auswahl der Werkzeuge höchste Qualitätsansprüche und scheuen keinen Aufwand – sei dies bei dem eigenen Pulten, bei der Beschaffung von Mietmaterial, bei Installationen oder bei der Planung und Beratung der Aufträge. Ständig in Kontakt mit Herstellern und Experten aus dem Audiobereich, entwickeln sie sich mit den Ansprüchen der Auftraggeber weiter und gehen aus Leidenschaft über die gestellten Anforderungen hinaus. Durch Fachwissen und Erfahrung können sie so dem Kunden die bestmögliche Qualität bei der Beschallung zugänglich machen.

Zu ihren Kunden gehörten unter anderem Ed Sheeran, Sido, Helene Fischer, Delinquent Habits, Pegasus, Lucenzo, Alexandra Stan, Jürgen Drews, Costa Cordalis, Dendemann und das Zürcher Kammer Orchester. Seit Dezember 2015 ist eine VENUE | S6L im Sortiment und die vielen Tourproduktionen haben 2016 dazu geführt, dass eine zweite, größere S6L angeschafft wurde. Wir haben Andy Widmer gebeten, seine Firma vorzustellen, die Gründe für den Kauf einer weiteren S6L zu nennen und seine Philosophie beim Live-Mix zu umreißen.

Andy Widmer

Die Company

„Meine Firma gibt es seit gut elf Jahren, ich habe aber schon mit 16 Jahren angefangen zu mischen – in einem Jugendtreff und alles war damals noch analog. Es begann mit kleinen Bands, viel Punk, und ging dann nach und nach eine Stufe weiter und wurde immer professioneller, weil es sich einfach rumgesprochen hat. Ich bin eigentlich alleine in der Firma, sie gehört mir selber. Mein Kollege, der Alex Bolis, macht viele Freelance-Jobs für mich und ist bei den Touren dabei.“

„Wir sind zwar noch im Verleihgeschäft tätig, aber unser Kerngeschäft heute ist definitiv das Touring-Business. Da bieten wir den kompletten Tour-Support für Bands hier in der Schweiz an – vor allem Festivals und Clubtourneen. Wir können auch eine PA mitbringen, aber das ist nicht mehr unser Kerngeschäft. Da bräuchten wir mehr Mitarbeiter und das wollen wir nicht. Wir wollen alleine bleiben, die Fäden am Pult noch selber ziehen und uns nicht mit anderem Kram belasten.“

„Wir haben in der Schweiz zum Beispiel die Touren von Phenomden, Tinkabelle und Dabu Fantastic begleitet, sind aktuell gerade noch mit Yokko unterwegs und bestreiten einen Teil der Tour von Seven. Da bin ich nur als Mischer tätig und habe nicht die gesamte Tourproduktion unter mir. Als reiner Mischer habe ich in der Vergangenheit unter anderem Einzelshows von Ed Sheeran, Sido und Dendemann gemacht.“

„Unsere Tourproduktion sieht meist so aus, das wir alles anbieten, außer der PA und den Monitoren, wenn es noch Wedges sind. In-Ear-Monitoring, was eigentlich mittlerweile fast alle Bands benutzen, bringen wir selber mit. Mit diesem Equipment reisen wir dann auf der gesamten Tour mit, schließen uns einfach noch an die PA an und machen den Mix.“

Digitaler Workflow

„Ein großer Startpunkt war für mich eine Serie von Konzerten, bei denen jeweils fünf Rockbands an einem Abend zusammen mit einem Kinderchor gespielt haben. Da wurde ich auf digitale Mischpulte aufmerksam, weil ich das Ganze speichern und wieder abrufen musste. Es handelte sich um ein Avid-Pult und diese Konsole war dann fünf Jahre lang im Einsatz. Das war der ausschlaggebende Punkt, warum ich bei Avid geblieben bin und schließlich eine S6L-24D gekauft habe – im Dezember 2015.“

„Als damals die ersten Mischpulte in der Schweiz angekommen sind, habe ich mit dem Vertrieb ausgemacht, dass ich keine Schulung möchte, sondern mich einfach hinsetzen und selber reinfuchsen will. Ich hatte ein Show-File von der Profile-Konsole und eine Mehrspuraufnahme, die ich gleich reingespielt habe. Das hat auf Anhieb funktioniert. Ich habe noch die Session auf 96 kHz gewandelt und dann einfach nur GO gedrückt. Ich wollte sehen, was passiert. Ob es läuft, ob es nicht läuft, wie das alles reagiert. Das hat ausnahmslos funktioniert und ich war baff, weil ich mit allerlei Komplikationen gerechnet hatte. Nur die Effekte, die Plugins, musste ich natürlich neu patchen. Ich war drei Stunden da, habe Routings gemacht, alles Wilde durchprobiert und die Konsole lief immer stabil. Ich habe nichts gefunden, was noch nicht geht und ich dringend bräuchte. So war es nach drei Stunden klar, dass ich die Konsole gleich bestelle.“

„Ein Jahr war ich jetzt mit dieser Konsole auf Tour und habe gut 70 Live-Shows gefahren und zusätzlich bei uns im Lager viele virtuelle Soundchecks gemacht, um den Mix zu optimieren und den Workflow zu verbessern. Und ich bin so zufrieden, dass wir jetzt noch eine zweite S6L angeschafft haben, weil wir so viele Tourproduktionen dieses Jahr haben und es da sicher zu Engpässen kommt. Wir haben die große Konsole, die 32D, genommen, damit wir auch für drei große Hallen hier in der Schweiz gut gewappnet sind. Außerdem wusste ich nicht, ob für Kollegen aus den USA bei großen Touren die 24D ausreichend ist. Die 32D haben wir ja schon als Supplement angeschafft und daher muss sie auch gut zu vermieten sein.“

Die Vorteile der S6L

„Ich habe lange eine Konsole gesucht, die zwischen der Avid Profile und der DiGiCo SD7 angesiedelt ist und habe eigentlich alles ausprobiert. Ich wollte viele Encoder und zwei Workflows haben, also alles über die Tasten erledigen, aber auch mit Touchscreens arbeiten können. Dann kam die S6 raus und die hat viele Encoder auf engem Raum und schöne Screens, sehr viele Informationen immer im Blick und ein gutes Design. Dann war klar, dass ich mir die Konsole näher anschauen wollte. Toll sind die verschiedenen Oberflächen, die man sich designen kann: mit den Inputs und Outputs, den VCAs oder den User-Layouts, die man pro Snapshot abspeichern kann. Das ist absolut cool! Alles ist frei konfigurierbar, aber mit einem Tastendruck hat ein anderer Mischer wieder seinen normalen Workflow wie an einem Analogpult.“

„Für Leute, die schlecht sehen, sind die superscharfen und gut designten Grafiken richtig gut lesbar. Für mich ist es ein Segen, dass man keine billigen Bildschirme verbaut hat, sondern High-Class-Screens genommen hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man wirklich 24 Fader zur Verfügung hat und oben im Screen die Kanäle umschalten kann. Man muss also unten nicht die Outputs drauflegen.“

„Klasse ist auch, dass man den Channel Layer für die 32 Encoder separat belegen kann. Da lege ich mir jeweils wirklich nur das hin, was ich für meine Tour brauche. Und für Festivals ist der Standard-Patch von Avid sensationell gut. Da kann man für den ganzen Soundcheck alles drauflegen, was man braucht. Das geht sehr schnell und die anderen Mischer kapieren es gleich. So bin ich gewappnet für Leute, die nicht jeden Tag an so einer High-Class-Konsole sind und kann in wenigen Schritten zwischen mir und einem Gastmischer switchen – zum Beispiel, wenn ich das Pult für die Vorband zur Verfügung gestellt habe. Das ist für mich viel stressfreier, als mit einer weiteren Konsole zu arbeiten. Schlussendlich wollen wir doch alle einen easy Job und einen guten Tag haben und ich denke, das ist das richtige und zukunftssichere Werkzeug dafür.“

 

Solides Fundament im Mix

„Ich nutze den Transient Designer und den De-Esser von SPL sehr oft. Die Avid Pro Multiband Dynamics lege ich gerne auf die Vocals. Mit den eingebauten Reverbs im S6L komme ich sehr gut klar. Um gewisse Low-Frequency-Effekte einzubauen, ist der Avid Pro Subharmonic ein cooles Tool, das ich sehr oft im Einsatz und auch in den Snapshots gespeichert habe. Ich benutze nicht viele verschiedene Kompressoren, sondern favorisiere einige wenige, soundformende Tools.“

„Ich lege besonderen Wert auf den Bass- und den Schlagzeugsound als solides Fundament. Mir ist es extrem wichtig, dass hier der Klang gut ineinander greift und daher benutze ich für den Bass hin und wieder auch Ducking. In der Schweiz gibt es oft Beschränkungen für die Lautstärke und daher muss man den Druck eben anders erzeugen und wenn das Fundament sitzt, kann man gewisse Sachen eben besser transportieren. Bei Gitarre und Keys finde ich, dass man im Mix nicht jedes Detail zu jeder Zeit hören muss, sondern man darf da ruhig dynamisch fahren und zum Beispiel die Solos schieben. So bringt man die Emotionen besser rüber, wenn es die Band nicht schon selber so arrangiert hat. Der Mix darf ruhig emotional und bewegend sein!“

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Avid auf der Tonmeistertagung in Köln – 17.11.2016 – 20.11.2016

Pro Tools 12.6, Pro Tools | MTRX, VENUE 5.3, Live Sound, Workshops, Produktionssysteme, Technologien, Workflows, prominente Engineers

Avid stellt auf der Tonmeistertagung in der Messe Köln in den Räumen H und F (2. OG) die aktuellen Produktionssysteme für Live Sound und Pro Audio vor.

Avid Pro Audio
Die aktuellen Avid Produktionsworkflows mit den Pro Tools | S3 und Pro Tools | S6 Pulten lassen sich an zwei S6 Konsolen und einer S3 mit Pro Tools Dock erleben. Auch die Neuheit von der AES Los Angeles, das in Kooperation mit DAD konzipierte Avid Pro Tools | MTRX Interface (Bild unten), ist dort erstmalig in Europa live zu begutachten.

Bei den Partnern DAS Digital Audio Service findet sich ein weiteres S6 System und bei Magix ist eine Pro Tools | S3 im Zusammenspiel mit der Magix Sequoia DAW in  Betrieb.

Avid Live Sound
Im Rahmen der TMT Academy im Raum R1 im 2. Stock des Messegebäudes befindet sich während der gesamten Tagungsdauer ein Avid VENUE | S6L Pult an dem die LIVE Mixing Seminare durchgeführt werden.

Der renommierte Live Mixing Engineer Robb Allan (Massive Attack, Manic Street Preachers, Coldplay, etc.) gibt jeden Tag um 11:00 Uhr, 13:30 Uhr und 16:00 Uhr Workshops an den VENUE | S6L Pulten zu den neuen Features der neuen VENUE Software Version 5.3 und aktuellen Workflows.

Automation Challenge – Szenenautomation für Theater und Musical – Freitag, 18.11. 2016 13:30 – 15:30 in Raum R5 u.a. mit Avid VENUE | S6L
Workflow-Optimierung für den Tontechnikalltag in Theatern und bei Musicals ist das Thema dieses Hands-On Workshops. Typische Szeneautomatisierungen, wie sie für reibungslose Aufführungen notwendig sind, werden an Pulten verschiedener Hersteller erklärt und konzeptionell miteinander verglichen. Besucher dieser Workshops erleben in kleinen Gruppen zusammen mit den Herstellern in 20 Minuten Slots die Automatisierungsvorzüge der verschiedenen Anbieter und natürlich der Avid VENUE | S6L

Der international renommierte Engineer Robb Allan demonstriert die neuen Features und Workflows an der Avid VENUE | S6L

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Marius Müller-Westernhagen bei MTV Unplugged – Stefan Holtz am FOH mit der Avid VENUE | S6L

aufgezeichnet von Alex Schmidt

Bei „MTV Unplugged“ präsentieren große Künstler seit 1989 ihre Songs in besonderer Weise und intimer Atmosphäre. Nun stieg endlich auch Marius Müller-Westernhagen auf den Barhocker dieser Institution des deutschen Musikfernsehens. In den vierzig Jahren seiner einzigartigen Karriere ist dazu längst mehr als genügend Material zusammengekommen.

Am 16. und 17. Juli 2016 ging Marius Müller-Westernhagen auf Erkundungsreise durch das Songbook seines Lebens. Namhafte Künstler und Freunde hat er eingeladen und gemeinsam mit seiner Band performte er Stücke wie „Mit 18“ (als Gastsänger: Jan Plewka), „Johnny Walker“ oder „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ (begleitet von Udo Lindenberg am Schlagzeug). Explizit gewünscht hat er sich auch den Regisseur: In Szene gesetzt wurde diese „MTV Unplugged“-Produktion von Fatih Akin, dessen unverwechselbare Handschrift Filme wie „Gegen die Wand“ und „Soul Kitchen“ belegen.

Wir haben uns mit Stefan Holtz unterhalten, der bei der Fernsehaufzeichnung an der Volksbühne Berlin für den FOH-Platz zuständig war.

Wie viele Kanäle hast du gebraucht?

Die Anzahl der Musiker hat sich im Gegensatz zu vielen Unplugged-Produktionen in Grenzen gehalten, weil unter anderem kein Orchester gewünscht war. Eine Geige haben wir mit eingebunden, aber ansonsten den Schwerpunkt eher auf „Vintage“-Instrumente wie Mellotron, Omnicord, Wurlitzer und Hammond gelegt – und eben auf viele akustische Gitarren. Insofern war die Kanalanzahl dann doch überschaubar. Wir sind tatsächlich mit knapp fünfzig Kanälen ausgekommen. Ich war für die Saalbeschallung zuständig, es war ja eher eine Aufzeichnung und habe den Ü-Wagen mit einer Vorabmischung zum Schneiden versorgt.

Die Veranstaltung fand in der Volksbühne Berlin statt und wir haben dort auch die hauseigene Beschallungsanlage genommen. Warum sollte man auch C-Dur neu erfinden? Die Mannschaft vor Ort war enthusiastisch dabei und hat uns großartig unterstützt – vielleicht auch weil es die letzte Produktion vor dem Spielzeitende war (lacht).

Gemischt habe ich auf einer VENUE | S6L mit 32 Fadern und einer 144er Engine. Die MADI-Karte war damals noch nicht erhältlich, sonst hätte ich mit der sicher noch was veranstaltet. Ich hatte also quasi nur das Basispult und ein wenig analoges Spielzeug dazu, das ich immer sehr gerne benutze – unter anderem ein Vertigo-VSC-2-Kompressor und ein VSE-2-Gyrator-Equalizer in der Summe. Für die Gitarrensumme habe ich zwei Chandler-Germanium-Kompressoren, für die Schlagzeug- und Basssumme Kush Audio Tweaker genommen. Dann hatte ich noch zwei Kush Audio Clariphonics, einen hinter den Kompressoren in der Gitarrensumme und einen für Snare und Gesang.

Für die Stimme von Marius benutze ich normalerweise einen Millenia STT-1, wobei sich bei den Proben herausgestellt hat, dass der keine signifikante Verbesserung mehr gebracht hat, weil die Preamps von dem Pult so gut sind, dass man sich das eigentlich auch sparen kann. Sieht dann nur noch schön aus im Rack (lacht). Die Kompressoren von dem STT-1 hab ich benutzt, aber auch dafür gibt es tolle Plugins, mit denen man den Kompressor gut nachbilden kann.

 

Welche Plugins hast du eingesetzt?

Diese Produktion war ziemlich plugin-arm. Ich hatte knapp vierzig Time Adjuster in Betrieb, weil ich das Panorama gerne über Delays mache. Alle Kanäle, die im Panorama verschoben werden sollen, werden als Stereokanal mit dem gleichen Preamp am Eingang angelegt, so kann ich die dann mit dem Time Adjuster über die Delayzeit von links nach rechts im Panorama bewegen. Ansonsten waren ein paar Hallgeräte am Start, darunter Revibe 2 und Oxford Reverb. Dann gab es noch einen McDSP AE400 als dynamische EQs für weibliche Gastvocals und einen Brainworks BX Opto für den Gesang von Marius. Ansonsten habe ich nur die Kompressoren und EQs des Mischpults und mein analoges Outboard benutzt.

„Spektakulär! Die Klangqualität ist unter anderem dank der 96K extrem gestiegen und liegt noch mal über der S3. Das Processing ist in beiden Pulten deutlich näher an einem analogen Sound als das bei früheren Desks der Fall war. Das Handling von der S6L ist extrem schnell, wenn man sich mal dran gewöhnt hat.“

— Stefan Holtz

Was war dein erster Eindruck von der Konsole?

Spektakulär! Die Klangqualität ist unter anderem dank der 96K extrem gestiegen und liegt noch mal über der S3. Das Processing ist in beiden Pulten deutlich näher an einem analogen Sound als das bei früheren Desks der Fall war. Das Handling von der S6L ist extrem schnell, wenn man sich mal dran gewöhnt hat.

Die Inputliste ist sequenziell, so wie man das seit Jahrzehnten macht. Sie fängt bei den Drums an und hört bei den Vocals auf, dahinter kommen dann noch ein paar Effekte. Da bei dieser Show extrem viele Instrumente getauscht und Musiker gewechselt haben, habe ich mir für jeden Song einen Custom Layer programmiert. Den habe ich Song für Song so eingestellt, dass ich die benötigten Kanäle oben hatte. So konnte ich mit den 32 Fadern ein bisschen haushalten.

 

Was möchtest du nicht mehr missen?

Die Anzahl der Encoder, weil man sich ein schönes Standardsetup hinlegen kann, sodass man für jede 8er-Bank die am häufigsten benutzten Funktionen direkt im Zugriff hat. Wenn ich den Kanal selektiere, habe ich gleich die wichtigsten Aux Sends, zwei bis drei EQ-Bänder, Kompressor, Threshold, Gate – da, wo es benutzt wird. Ich habe pro 8er-Bank also einen Kanalzug, den ich bedienen kann. Den kann ich mir so anlegen, dass die Dinge, die ich öfter benutze, auch an der richtigen Stelle liegen, damit sich meine Finger automatisch bewegen können. Das ist eine Funktion, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte.

 

Hast du die S6L an ihre Grenzen gebracht?

Ich habe ein bisschen Surround gemischt, was das Pult ja eigentlich gar nicht kann. Aber da es da nur um statische Sachen ging, zum Beispiel die beiden Wurlitzer aus den Ecken des Theaters kommen oder einen eindringlichen Chor von überall her flüstern zu lassen, konnte man das bequem über den Aux Send regeln, obwohl das Pult ja eher auf den U-Musikbereich zielt und nicht auf Surroundbeschallung bei z.B. großen Theaterproduktionen. Für so einfache Sachen kann man sich aber durchaus mit Aux Sends helfen.

In Sachen Stabilität hatte ich keinerlei Stress und keinen einzigen Softwarehänger. Wir hatten während den Proben reichlich Zeit, man konnte sich also auch einfach mal eine ganze Nacht an die Konsole setzen, versuchen die Konsole zu stressen und wahllos Peripherie an und abzumelden, um zu sehen, was kritisch werden kann. Einen echten echten Absturz hab ich aber nicht hinbekommen!

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Live-Spektakel mit Deichkind und VENUE | S6L

,,Leider geil!“ ist der Titel eines weithin bekannten Songs von Deichkind, und die zeitgeistige Alternativformulierung zu „cool“ hat so schnell ihren Einzug in die Umgangssprache gefunden , dass sie 2012 in Österreich sogar als „Jugendwort des Jahres“ zu offiziellem Ruhm gelangte. Auch sonst hat das Projekt um die drei Rapper Kryptik Joe, Ferris und Porky seine Spuren in der deutschsprachigen (Musik-)Landschaft hinterlassen: Eine wilde Mischung aus HipHop und Electropunk, welche die Musiker als Tech-Rap bezeichnen, begeistert Fans ebenso wie bewusst plakativ formulierte Texte mit satirisch-kritischen Untertönen.

Die Live-Shows von Deichkind gehören mit zum spektakulärsten, was auf deutschen Bühnen zu sehen ist, Markenzeichen sind dabei sowohl skurrile Outfits mit LED-beleuchteten Dreieckshüten, als auch mobile, per WLAN fernsteuerbare Bühnenpodeste („Omnipods“). Fester Bestandteil der Live-Shows ist das gemeinsam mit dem Publikum zelebrierte Crowdsurfing – ein beidseitiges Vergnügen, für das bei Deichkind gerne ein Schlauchboot oder ein XXL-Fass bemüht wird.

Der FOH-Platz bei Deichkind wird seit dem Jahr 2009 von Udo Böckmann betreut und auf der aktuellen Tour kommt auch erstmals mit der VENUE | S6L eine Avid-Konsole zum Einsatz. Wir haben uns am Rande des Konzerts in der Kölner Lanxess Arena mit Udo Böckmann unterhalten.

Ausverkaufte Hallen überall – Deichkind laden ein zur großen Party

Udo, wie bist Du an den FOH-Job bei Deichkind gekommen?

Der frühere Deichkind-Produzent Sebastian „Sebi“ Hackert hatte mich vor einigen Jahren ins Boot geholt, um für eine anstehende Tour die PA-Planung zu übernehmen. Ich war daneben auch schon als FOH-Betreuung bei Hamburger Konzerten für ihn aktiv. Den Musikern war ich auch durch meine Arbeit in Hamburger Clubs wie dem „Übel & Gefährlich“ bekannt. Nach dem plötzlichen Tod von Sebi hat mich die Band dann gefragt, ob ich den FOH-Job übernehmen würde.

Ich bin zwar kein ausgewiesener HipHop-Spezialist (wie man vielleicht vermuten könnte …), sondern habe in der Vergangenheit mit Bands ganz unterschiedlicher Genres zusammengearbeitet. Aber auch Deichkind ist ja schon lange keine HipHop-Band im klassischen Sinne mehr, wenngleich sich die Performances und die Vocal-Styles immer noch an diesem Genre orientieren. Die Musik von Deichkind aber ist inzwischen ein Konglomerat aus verschiedensten Styles elektronischer Musik.

Udo Böckmann mischt FOH bei Deichkind seit 2009

Wieso hast Du Dich auf dieser Tour für eine VENUE | S6L entschieden?

Wir haben uns vor der Tour einige aktuelle Pulte für den FOH-Einsatz angeschaut und überlegt, welche Features in unserem Kontext besonders wichtig sind. Wir wollten unbedingt mit Plug-ins arbeiten und Möglichkeiten wie Sidechain-Komprimierung, Multiband-Kompression und M/S-Bearbeitung nutzen. Alles naheliegende Aspekte, wenn es um das Glue-ing von Playbacks und Vocals geht. Bei der von uns zuvor genutzten Digitalkonsole war zum Beispiel trotz Third-Party-Plug-ins keine Sidechain-Komprimierung möglich.

Ein weiterer Aspekt war die haptische Auslegung des Pultes, etwa mit seinen 32 Push-Encodern pro Screen. Als ich das Pult im letzten Jahr bei TDA Rental zum ersten Mal in Augenschein genommen habe, merkte ich schnell, welch umfassende Chancen sich hier für individuell zugeschnittene Pult-Layouts bieten und auch die Bedienung ging mir flink und komfortabel von der Hand. Letztlich hat uns das Konzept der VENUE | S6L überzeugt, weil es schlicht und ergreifend so aussieht, als ob man die Aufgaben der kommenden sechs bis sieben Jahre sehr gut mit diesem System bestreiten könnte.

Was ist für Dich als FOH-Mann das besondere an einer Deichkind-Show?

Deichkind geht ja nicht mit einer klassischen Band auf Tour, sondern die Musik wird von einem auf der Bühne befindlichen Playback-System wiedergegeben und die Rapper zelebrieren ihre Show dazu.

Bei Live-Auftritten von HipHop-Acts kann man oft hören, dass extrem fett produzierte Playbacks zum Einsatz kommen, während Rap-Vocals demgegenüber oftmals nicht integriert klingen – mich persönlich erinnert das immer an „Punk trifft High-Quality“. So etwas möchte ich bei Deichkind nicht hören – vielmehr sollen Playback und Vocals gemeinsam ein stimmiges Bild ergeben und einander auch in einer Live-Show klangästhetisch ebenbürtig sein. Nicht zuletzt deswegen verwende ich sehr viele Effekte, da geht es vornehmlich um Verbreiterung, Modulation und Delays.

 

Wie viele Mikrofone kommen bei Deichkind zum Einsatz?

Zum Stereo-Playback gesellen sich die Funkmikrofone der drei Rapper sowie ein ebenfalls drahtlos betriebenes Performance-Mic, das bei einzelnen Titeln von unterschiedlichen Akteuren genutzt wird. Eine Besonderheit ist die so genannte „Klöter-Ziege“: Die aus diesen Mikrofon kommenden Signale werden grundsätzlich mit einem High-Pitch-Effekt versehen – ein entsprechendes Plug-in ist dem Signalweg fest zugewiesen. Genutzt wird die „Klöter-Ziege“ von einem Tänzer für Shouts bei Titeln wie „Leider geil“ oder „Remmidemmi“. Ein weiteres Mikrofon nimmt vergleichbare Aufgaben wahr, ist jedoch fest mit einem Low-Pitch-Effekt verbandelt. Insgesamt befinden sich so bei den Live-Shows von Deichkind sechs drahtlose Mikrofone im Einsatz.

Außerdem kann ich während der laufenden Show in ein Kommando-Mikro Kommentare abgeben, welche gemeinsam mit der Musik in Pro Tools aufgezeichnet werden – mit der Funktion „Strip Silence“ können die Anmerkungen im Nachgang komfortabel angefahren werden. Die wichtigsten Informationen werden notiert und als eine Art „Manöverkritik“ per Mail an Deichkind-Sänger/MC Philipp Grütering weitergeleitet. Intensiv kommuniziert wird auch mit Deichkind-Regisseur Henning Besser, der seinen Regieplatz am FOH direkt neben mir hat und die Musiker während der Konzerte über deren In-Ear-Systeme erreichen kann.

„Die S6L klingt fantastisch und verfügt über eine wahnsinnig gute interne EQ-Sektion. Die direkte Pro Tools-Anbindung macht Recording und Virtual Soundcheck zum Kinderspiel.“ 

– Udo Böckmann, FOH Engineer Deichkind

Welche Plug-ins nutzt Du konkret zur Bearbeitung der Stimmen?

Sättigungseffekte liefert ein Crane Song Phoenix II. Der SPL De-Esser kommt ebenso wie der Oxford SuprEsser zum Einsatz, und komprimiert wird unter anderem mit Smack!. Der Brainworx bx_saturator trägt ebenfalls einen Teil zum Sound bei. Als Equalizer schätze ich den Maag Audio EQ4 sowie den Sonnox Oxford EQ mit GML-Option. Für Multiband-Kompression kommt das Avid Plug-in Pro Multiband Dynamics zum Einsatz. Das ebenfalls S6L-interne Mod Delay III übernimmt momentan fast alle pultintern generierten Modulations- und Delay-Aufgaben.

 

Neben Plug-ins setzt Du aber auch noch Hardware-Effekte im Siderack ein…

Ja, ich verwende einen Empirical Labs Distressor EL8-X in der Vocal-Summe, welche alle Mikrofone mit Ausnahme der High- und Low-Pitch-Mics umfasst. Davor sitzt im Signalfluss ein BSS Audio DPR-901 II Dynamikprozessor mit vier Bändern. Für Delay-Aufgaben schätze ich den Klang des TC Electronic D-Two. Ich habe zwei dieser Geräte im Rack, die sehr „spatial“ und überhaupt nicht zweidimensional klingen. Die Programme der TC-Geräte werden via MIDI über Pult-Snapshots umgeschaltet. Ein Eventide H3000 DS/E Ultra-Harmonizer wurde von mir früher für Pitch-Effekte eingesetzt, die mittlerweile allerdings mit einem Plug-in im Monitorpult erzeugt werden: Ein VENUE | Profile generiert dort Pitch-Effekte mit einer zu vernachlässigenden Latenz, so dass man sie problemlos auf die In-Ear-Systeme der Musiker geben kann. Die Effekt-Returns werden vom Monitorplatz an das FOH-Pult geschickt. Der Eventide-Prozessor produziert bei Deichkind aktuell noch einen Dual-Shift-Effekt – die Eventide-Plugs im S6L zu haben, wäre ein Traum! Abgerundet wird die Ausstattung meines Sideracks durch einen Rack-Frame für 500er-Module, in den Produkte diverser Hersteller eingeschraubt sind. Ich probiere während der Tournee unterschiedliche Module aus, und auch am Monitorplatz sind mehrere externe Preamps für die Vocals im Einsatz, die wir freundlicherweise von Apke Tontechnik zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Plug-ins spielen eine wichtige Rolle für den perfekten Deichkind-Sound

Was hat Dir nach erfolgreich beendeter Tournee an der S6L am besten gefallen?

Zuerst die grundsätzliche Auslegung des Surface, die ich als sehr angenehm empfinde. Zum anderen klingt die S6L fantastisch und verfügt über eine wahnsinnig gute interne EQ-Sektion! Der Equalizer ist sehr griffig, kommt dabei aber ohne aggressive Komponenten aus. Nach kurzer Eingewöhnung freut man sich über ein gut kontrollierbares Surface, so dass man beim Wesentlichen, beim wirklichen Mischen bleiben kann. Die direkte Pro Tools-Anbindung macht Recording und Virtual-Soundcheck zum Kinderspiel, das fand ich von Anfang an top!

Die S6L war vor der Tour noch relativ neu am Markt, und wie bei neuen Produkten üblich, war bezüglich der Software noch nicht alles komplett ausgereift, was nicht heißt, dass ich die Deichkind-Show nicht komfortabel habe einrichten und mischen können – will sagen: Kritik auf hohem Niveau. Da ich das Pult in der Vorbereitungszeit zur Tournee ausreichend testen konnte, wusste ich auch, worauf ich mich softwareseitig einlasse. Während der Tournee gab es dann kurzzeitig Probleme mit der Hardware des Surfaces. Aber großes Lob an den perfekten Support von Avid:  ein direkt eingeflogener Techniker konnte das Problem dann noch vor dem Gig lösen.

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Auf Club-Tour mit MoTrip und VENUE | S3L-X

2015 war das Jahr, in dem der Rapper MoTrip durchstartete. Das Album “Mama” stieg auf Platz 3 der Charts ein und auch der im Werbespot für die Kopfhörermarke Beats verwendete Track “So wie Du bist” erreichte hohe Chartpositionen. Dabei ist MoTrip kein Unbekannter in der Szene und konnte mit seinem Debut-Album “Embryo” 2011 sowie als Co-Autor und Ghostwriter für namhafte HipHop-Kollegen wie Bushido oder Fler schon auf sich aufmerksam machen.

Auf einer ausgedehnten Clubtour feierte MoTrip 2016 den Erfolg des Albums auch live weiter. Doch wie den Sound in die Clubs und auf die Bühne bringen? MoTrip wollte mehr als nur zu Playbacks des Albums zu rappen und so finden sich auf der Tour neben dem obligatorischen DJ noch ein Keyboarder und vor allem ein Drummer auf der Bühne um Motrip und den ihn begleitenden Rapper JokA zu supporten.

Also durchaus ein paar Signale zum Bändigen für FOH-Engineer Marko Vujovic (Korn, Bushido, Sido), der für die aktuelle Clubtour von Motrip auf die Kompaktheit und den fetten Sound eines VENUE | S3L-X Systems vertraut. Wir haben Marko während des Konzerts im Münchner Backstage getroffen.

Marko Vujovic am FOH bei MoTrip

Marko, was sind die Herausforderungen der aktuellen MoTrip-Clubtour?

Marko Vujovic: Da sind zuerst einmal die Clubs an sich, denn wir haben keine eigene PA dabei sondern nutzen immer die installierten PAs der Clubs. So ist jeder Gig wieder eine komplett neue Aufgabe.

HipHop braucht immer viel Low End, aber ich hatte nie Probleme mit dem Sound und wenn die Subwoofer doch mal etwas schwach auf der Brust waren, haben die VENUE-Pulte ja doch noch das ein oder andere Plug-In auf Lager, mit dem man den Sound noch andicken kann. Multibandkompressoren etwa können Lautheit erzeugen, wie man das normalerweise im Mastering macht. Damit kann man auch Transienten zähmen, die sonst auf die PA gehen würden und viel von der Energie rauben würden.

Welche Plug-Ins benutzt Du konkret?

Marko Vujovic: Der Avid Pro Multiband Kompressor ist auf allen Vocals bevor es noch mal in den BF-2A reingeht. Damit hole ich mir die Stimme noch mal ein ganzes Stück näher ran.

Als EQ nehme ich tatsächlich vor allem den Channel EQ der S3L. In der Summe ist ganz am Ende nochmal ein Impact Kompressor, mit dem ich versuche, ein bisschen den Sound der SSL-Konsolen aus dem Studio nachzuempfinden.

Für die Snare liebe ich den Oxford Compressor und Snare und Kick bekommen noch mehr Punch über den Transient Designer von SPL. Der Drumbus geht zusätzlich noch durch den Joemeek Compressor.

Die Zuschauer erwarten heutzutage, dass es so fett und dicht wie auf der Platte klingt, mit der Liveband haben wir aber die Möglichkeit, das ganze noch interessanter zu machen. Für mich persönlich ist es immer noch was besonderes, wenn eine elektronisch produzierte Platte dann mit einer Liveband umgesetzt wird.

Warum hast Du Dich bei dieser Tour für eine S3L-X entschieden?

Marko Vujovic: Die S3L ist ein kleiner Kampfzwerg! Die Audioqualität ist ähnlich hervorragend wie bei der neuen S6L, aber es natürlich alles sehr viel kompakter. Wir waren auf dieser Tour vor allem in kleinen Clubs und Hallen unterwegs, teilweise mussten wir sogar über Treppen einladen. An diesen Tagen hat mich die Crew mit meinem kleinen Setup geliebt… (lacht)

Es war meine erste Tour mit der S3L und ich bin wirklich sehr begeistert, vor allem auch von der Tonqualität.

 

Bist Du sofort mit der S3L-X zurechtgekommen?

Marko Vujovic: Mit Korn bin ich ja seit vielen Jahren mit VENUE-Konsolen unterwegs. Das Tolle an der S3L und auch der neuen S6L ist, dass die VENUE Software die gleiche ist. Das gibt einem erst mal das Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit beim Umstieg. Im allerschlimmsten Fall kann ich immer noch zur Maus greifen… (lacht)

Bei der Mischoberfläche habe ich schon ein paar Tage gebraucht, um die Show wirklich perfekt zu programmieren, aber da arbeitet man sich wie bei jeder neuen Konsole ein.

„Die S3L ist ein kleiner Kampfzwerg! Die Audioqualität ist ähnlich hervorragend wie bei der neuen S6L.“

Wie mischt du eine Show wie MoTrip?

Marko Vujovic: Ich habe für jeden Song einen Snapshot. Der Schlagzeuger spielt ein Akustik-Drumset, hat aber auch Roland SPD Pads, um z.B. diverse TR-808 Sounds abzufeuern. Nach ein paar Shows hat man dann auch Einstellungen für den Drummer gefunden, die gut funktionieren und die programmiere ich mir dann als Ausgangbasis zum Mischen in die Snapshots.

Der Keyboarder spielt vor allem Klavier- und Rhodes-Sounds, aber auch Bässe und Synth-Sounds von einem Access Virus. Es gibt aber auch ein paar Backing-Tracks vom Laptop, z.B. Percussion-Stems oder ein paar Harmony Vocal Stems, die ich mir dann durch Snapshots recalle.

 

Wie arbeitest Du mit Pro Tools?

Marko Vujovic: Ich nehme grundsätzlich jede Show auf und benutze diese dann für den Virtual Soundcheck.

Für die Band ist das toll, dass man am FOH den Sound der Show noch einmal gemeinsam durchgehen und besprechen kann. Und der Künstler kann mir noch einmal Feedback geben, an welchen Stellen er sich vielleicht anders hören möchte.

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Patrick Eckerlin: Auf Tour mit PUR und der VENUE | S6L

Der nächste Schritt

Patrick Eckerlin, früher selbst Keyboarder, ist seit fast 30 Jahren eine feste Größe im deutschen Musik-Business. 1995 arbeitet er das erste Mal mit PUR zusammen, seit 2001 ist er der FOH-Ingenieur der Band, und 2008 hat er für die Deutsch-Pop-Band die komplette Produktionsleitung übernommen – Ende offen. Darüber hinaus arbeitete er unter anderem für Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Lenny Kravitz sowie als selbständiger Toningenieur für zahlreiche Industrieunternehmen und Veranstaltungsfirmen.

Bereits 2013 hat er eine VENUE Profile mit auf eine Tour von PUR genommen und war nach zahlreichen Hallen- und über 30 Open-Air-Shows restlos von der Konsole überzeugt. Besonders der Sound in Studioqualität und die Möglichkeit zum virtuellen Soundcheck haben ihn begeistert. Grund genug für ihn, weiterhin auf Pulte von Avid zu vertrauen: Als erster deutscher Top-Act gingen PUR und Patrick Eckerlin im Dezember 2015 mit dem neuen Livesound-System VENUE | S6L von Avid auf Konzertreise.

Patrick Eckerlin am FOH bei PUR

Patrick, was sind für Dich als FOH-Engineer die größten Herausforderungen bei PUR 2015?

Die größten Herausforderungen bei so einer Mittelbühnen-Tour sind mit Sicherheit die Größen der Arenen mit einer 360°-Beschallung. Wir spielen in den größten Hallen Deutschlands mit Zuschauerzahlen zwischen 12.000 und 17.000 Fans. Das Ziel ist hier natürlich eine durchgängig und gleichmäßig gute Beschallung bis in die letzten Reihen.

Beim Mischen einer deutschsprachigen Band ist die Textverständlichkeit dabei immer die oberste Prämisse. Wenn alles toll klingt, man aber die Texte des Sängers oder Sängerin nicht versteht, wird es dafür in Deutschland kaum Verständnis geben. Das ist nicht nur bei PUR so, sondern auch bei Bands wie beispielsweise Silbermond.

Durch die sich ständig ändernde Instrumentierung bei PUR müsste man darüber hinaus theoretisch die ganze Zeit knapp 60 Kanäle offen haben – darum ist für mich eine Programmierung mit Snapshots für Konsolen- und Plug-in-Einstellungen ein Must-have.

Wann und warum hast Du dich entschieden, die Tour mit der VENUE | S6L zu machen?

Als langjähriger Nutzer der Avid VENUE | Profile war es für mich der logische nächste Schritt, da ich mit der Profile bis dato sehr zufrieden war und ich zur S6L aktuell keine Alternative sehe. Durch die mögliche Exportierung der Profile-Files ist ein Umstieg auf die S6L zudem sehr einfach. Wir arbeiten für die Tour mit 8days a week zusammen, und mit denen habe ich im Vorfeld über die Anschaffung der S6L gesprochen.

Als Wolfgang „Schabbach“ Neumann  und Frank Müller (Geschäftsführer von 8days a week) mir dann zugesagt hatten, dass ich die Konsole noch vor den Proben mit PUR Mitte November 2015 bekomme, war die Sache für mich klar. So konnte ich mich noch ein paar Tage damit vertraut machen, bevor es auf große Arenatour ging.

 

War das nicht ein Risiko, als erster mit einem nagelneuen Tisch auf Tour zu gehen?

Dieses Risiko hatte ich bisher schon öfter, wenn ich mit anderen Pulten als einer der ersten auf Tour war. Ich war da einfach optimistisch und habe darauf vertraut, dass es schon gut gehen wird, da ich mit der VENUE Profile nie Probleme hatte. Außerdem hatte ich guten Support von Avid und vom deutschen Vertrieb S.E.A.

Wie war für Dich der Umstieg von der Profile?

Ehrlich gesagt war es nach ein paar Stunden auf der S6L für mich so, als hätte ich nie ein anderes Pult gehabt. Jeder, der auf der Profile fit ist, wird problemlos mit der S6L arbeiten können.

 

Was gefällt Dir am meisten an der S6L?

Rein visuell ist die S6L sehr gelungen und entspricht genau dem, was ich von einem modernen Pult im Jahr 2015 erwarte. Es bietet eine sehr gute Übersicht der einzelnen Kanäle, sehr viele Informationen in Bezug auf Input, EQ, Dynamics und Routing. Der letzte Punkt ist mir übrigens bei Digitalpulten wichtiger alles vieles andere. Bei der S6L kann ich sofort sehen, welche Spuren wohin geroutet werden.

Da ich keinen direkten A/B-Vergleich mit anderen Pulten gemacht habe, fällt ein direkter Soundvergleich schwer. Ist mir aber auch egal, denn das Ergebnis ist entscheidend – und das ist fantastisch.

 

Was möchtest Du nach ein paar Gigs nicht mehr vermissen?

Den „Input“-Knopf, der es einem ermöglicht, ganze 32 Inputfader auf einer Bank zu haben. Das ist großartig. Ich finde auch den Universe-Bildschirm klasse, bei dem man sich schnell einen Kanal auf den Fader legen kann, ohne jedes Mal die Faderbank wechseln zu müssen.

Was ich schon seit der Profile nicht mehr missen möchte, ist die Integration von Pro Tools. Ich nehme jede Show auf, und die Aufnahme vom Vorabend ist meine Referenz für die nächste Show, um das PA-System der Halle anzupassen.

„Ehrlich gesagt war es nach ein paar Stunden auf der S6L für mich so, als hätte ich nie ein anderes Pult gehabt. Jeder, der auf der Profile fit ist, wird problemlos mit der S6L arbeiten können.“

Wie hast Du Dir die Show auf der S6L aufgebaut?

Ich arbeite mit Snapshots pro Song. In der Automation habe ich Mutes, Fader, Plug-ins und AUX-Sends. Kanäle wie Chefmikro, Sparemikros, etc. sind nicht in die Automation programmiert. Bei einer Tour mit Kopfbühne nehme ich sogar noch das Panorama mit in die Automation.

 

Gibt es bestimmte Signale, die dir besonders am Herzen liegen oder die deine besondere Aufmerksamkeit brauchen?

Ja, für die Stimme von Hartmut verwende ich einiges an Zeit, da sie nicht ganz einfach ist. Das mache ich im virtuellen Soundcheck mit Pro Tools, teilweise mit kurzen Textphrase im Loop, um z.B. die Centerfrequenzen für meine beiden De-Esser einzustellen. Auch der Multiband-Kompressor benötigt etwas länger, wenn man ihn effektiv einstellen will. Auf der S6L verwende ich den neuen Pro Multiband, früher war es der C6 von Waves.

Welche Bearbeitung oder Plug-Ins benutzt Du für die einzelnen Signale? Sonnox? Avid Pro Series?

Momentan verwende ich vor allem die Avid Pro Series Plug-Ins und das Livebundle von Sonnox. Von Sonnox hauptsächlich den EQ und den De-Esser für die Vocals und den TransMod für die Drums.

 

Würdest Du S6L einem Kollegen empfehlen?

Auf jeden Fall – ich kann die S6L jedem nur wärmstens empfehlen. Viele meiner Kollegen sind jetzt schon neidisch, dass ich damit arbeiten darf. Für mich ist es zurzeit das beste Pult auf dem Markt.

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